Mit unseren 5 Steuer­tipps für die Steu­er­er­klä­rung 2020 sparen Sie bares Geld!

5 SCHNELLE STEUERTIPPS

Die Steuererklärung für das Corona-Jahr 2020 wird bald fällig. Mit unseren Tipps können Sie bis zu 4.000 Euro sparen. Informieren Sie sich jetzt!

Ihre Steu­er­schuld um bis zu 4.000 Euro senken

Mit unseren 5 Steuertipps für die Steuererklärung 2020 sparen Sie bares Geld!

Abgabetermin für die Steuererklärung 2020: 31.07.2021

Seit 2017 ist das Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens in Kraft. Mit ihm wurden unter anderem die Fristen für die Abgabe der Steuererklärung neu geregelt. Seitdem – also erstmals für die Einkommensteuererklärung 2018 – wurde die Frist zur Abgabe der Steuererklärung um zwei Monate verlängert. Wer die Formulare selbst ausfüllt, muss sie künftig erst Ende Juli einreichen. Der letztmögliche Abgabetermin für die Steuererklärung 2020 ist daher der 31.07.2021.

Nehmen Sie die Dienste eines Steuerberaters oder Lohnsteuerhilfevereins in Anspruch, verlängert sich die Frist bis Ende Februar des darauffolgenden Jahres. Letztmöglicher Abgabetermin für die Steuererklärung 2020 ist somit der 28. Februar 2022.

Achtung

Wer den Abgabetermin nicht einhält, kommt um einen Versäumniszuschlag nicht herum. Für jeden angefangenen Monat, den die Steuererklärung zu spät eingereicht wurde, sind mindestens 25 Euro zu zahlen. Der Zuschlag wird zur Steuerschuld addiert oder von der Rückerstattung abgezogen. Liegt die Nachzahlung über 10.000 Euro, wird ein höherer Versäumniszuschlag berechnet. Für eine Fristverlängerung sprechen Sie einfach mit Ihrem Finanzamt.

Aktuelle Tipps für das Corona-Jahr 2020

Aufgrund der Corona-Pandemie ist auch bei der Steuererklärung 2020 einiges anders. Vor allem, wenn Sie einige Zeit im Homeoffice gearbeitet haben, sollten Sie beim Ausfüllen der Steuererklärung einige Besonderheiten beachten.

Aktuelle Tipps für das Corona-Jahr 2020
Häusliches Arbeitszimmer

Ein häusliches Arbeitszimmer von der Steuer abzusetzen, ist eine komplizierte Angelegenheit. Daher prüft das Finanzamt bei diesem Punkt in der Regel ganz genau. Zwei Voraussetzungen müssen in jedem Fall erfüllt sein:

  • Bei Ihrem Arbeitszimmer handelt es sich um einen separaten Raum, der durch eine Tür von der übrigen Wohnung getrennt ist.
  • Ihr Arbeitszimmer muss den Mittelpunkt Ihrer beruflichen Tätigkeit sein. Zudem muss eine Anordnung des Arbeitgebers zum Homeoffice geben.

Erfüllen Sie beide Voraussetzungen, können Sie die anteiligen Kosten des Arbeitszimmers an der Warmmiete (berechnet nach Fläche) bzw. den monatlichen Finanzierungskosten für die eigene Immobilie als Werbungskosten geltend machen. Maximal können Sie einen Betrag von 1.250 Euro angeben – unabhängig davon, ob Sie das häusliche Arbeitszimmer nur während des Lockdowns im Frühjahr oder auch später noch genutzt haben.

Achtung

Eine Arbeitsecke im Wohnzimmer oder ein Schreibtisch im Schlafzimmer reicht nicht aus, um die Anforderungen an ein häusliches Arbeitszimmer zu erfüllen. In diesem Fall ist die Homeoffice-Pauschale interessant.

Hinweis

Da die Finanzämter häusliche Arbeitszimmer recht streng prüfen, legen Sie der Steuererklärung am besten einen Grundriss Ihrer Wohnung bei, aus dem die bauliche Voraussetzung hervorgeht. Ebenfalls sollten Sie eine Bescheinigung Ihres Arbeitgebers beifügen, in welchem Zeitraum das Büro geschlossen war.

Homeoffice-Pauschale

Alle, die freiwillig nicht ins Büro gegangen sind und auch kein häusliches Arbeitszimmer geltend machen können, können die Homeoffice-Pauschale in Anspruch nehmen. Pro Tag im Homeoffice können Sie pauschal 5 Euro Werbungskosten angeben. Allerdings ist der Betrag auf 600 Euro bzw. 120 Tage pro Jahr gedeckelt. Darüber hinaus besteht die Homeoffice-Pauschale im Moment nur für die Steuerjahre 2020 und 2021.

Es gibt einen weiteren Haken. Die Homeoffice-Pauschale wird mit der Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro verrechnet. Dieses können Sie immer angeben, auch wenn Ihre tatsächlichen Werbungskosten darunterliegen. Die Homeoffice-Pauschale bringt Ihnen daher nur dann zusätzliche Entlastung, wenn Ihre tatsächlichen Werbungskosten über 1.000 Euro liegen.

Achtung

In die Werbungskosten fließt auch die Entfernungspauschale ein. Pro Arbeitstag, den Sie zum Büro bzw. Ihrer Arbeitsstätte pendeln, können Sie 30 Cent pro Kilometer geltend machen (für eine einfache Fahrt). Tage im Homeoffice reduzieren also die Tage, die Sie für Fahrten ins Büro angeben können. Ab 2021 können Fernpendler übrigens etwas mehr absetzen (35 Cent ab dem 21. Entfernungskilometer).

Kosten für Strom, Telefon und Internet

Telefonkosten, die während der Zeit im Homeoffice für Ihre berufliche Tätigkeit angefallen sind, können Sie ebenfalls in der Steuererklärung 2020 angeben. Es gibt zwei Möglichkeiten, die Kosten zu berechnen:

  • Kostenpauschale: Abzugsfähig sind maximal 20 Euro pro Monat. Die pauschale Abrechnung steht aber nur bestimmten Berufsgruppen offen. Dazu zählen Lehrer, Außendienstmitarbeiter und Angestellte, die ausschließlich von zuhause arbeiten („Telearbeiter“).
  • Ermittlung der tatsächlichen Kosten: Sie berechnen den Anteil der beruflichen Kosten an den Gesamtkosten. Dazu addieren Sie die Einzelkosten für berufliche Gespräche. Die Höhe der abzugsfähigen Ausgaben ist nicht begrenzt, die Einzelabrechnung steht auch allen Berufsgruppen offen. Bei Telefon-Flatrates können Sie den Anteil der beruflichen Gespräche an der Gesamtdauer geltend machen.

Internet- und Stromkosten für berufliche Tätigkeiten zuhause dürfen ebenfalls in der Steuererklärung angegeben werden. Auch hier müssen Sie den tatsächlichen Anteil an den Gesamtausgaben berechnen. Als Maßstab gilt die reguläre Arbeitszeit. Bei einer Vollzeittätigkeit an fünf Tagen mit durchschnittlich acht Stunden liegt der berufliche Anteil der Internet- und Stromkosten, die Sie angegeben können, bei rund 20 Prozent pro Monat.

Tipp 1: Kosten für haus­halts­nahe Dienst­leis­tungen absetzen

Wohnung putzen, Rasen mähen, Hecke schneiden, Schnee räumen – das sind alles Tätigkeiten, die man auch selbst erledigen könnte. Aber häufig fehlen dafür die Zeit, die Lust oder das Geschick.

Wenn Sie jemanden beauftragen, sich um diese Dinge zu kümmern, können Sie die Kosten anteilig von Ihrer Steuer absetzen. Insgesamt sind bis zu 4.000 Euro drin, die direkt die Steuerschuld senken. Doch dafür müssen Sie einige Voraussetzungen erfüllen.

Voraus­set­zungen
  • Haushaltsnahe Tätigkeiten sind solche, die normalerweise Sie oder Mitglieder Ihres Haushaltes übernehmen. Ein Fachmann, zum Beispiel ein Handwerker, ist dafür nicht notwendig. Die Tätigkeit muss im Haushalt oder auf Ihrem Grundstück ausgeführt werden.
  • Rechnungen werden nur per Überweisung bezahlt. Es zählen nur legale Beschäftigungen, keine Schwarzarbeit. Barzahlungen sind nicht erlaubt. Die Finanzämter erkennen nur Überweisungen für Rechnungen an.
Welche Tätig­keiten gelten als haus­haltsnah?
  • Reinigung der Wohnung, Fensterputzen, Teppichreinigung
  • Reinigung von Fuß- und Gehwegen (auf dem privaten Grundstück)
  • Winterdienst, Schnee fegen auf Fuß- und Gehwegen (auch öffentliche Wege vor dem Grundstück)
  • Hausmeisterliche Tätigkeiten
  • Gartenarbeiten wie Rasenmähen, Bäume und Hecken schneiden und ähnliches (auf dem eigenen Grundstück)
  • Pflegedienstleistungen zur Grundpflege (z. B. Körperpflege, Ernährung, Mobilität)
  • Betreuung von Kindern im Haushalt
  • Betreuung und Versorgung von Haustieren im Haushalt
  • Zubereitung von Mahlzeiten im Haushalt
Wie viel kann ich geltend machen?
  • Die Obergrenze für haushaltsnahe Dienstleistungen liegt bei 20.000 Euro.
  • Davon werden 20 Prozent zur Minderung der Steuerschuld berücksichtigt.
  • Der maximal mögliche Abzug beträgt 4.000 Euro.
Was kann ich absetzen?
  • Arbeitslohn
  • Fahrtkosten des Dienstleisters
  • Kosten für die Nutzung notwendiger Maschinen (z. B. Staubsauger, Motorsäge etc.)
  • Verbrauchsmaterialien wie Reinigungsmittel oder Streugut
  • Zusatzkosten, zum Beispiel für die Entsorgung von Schnittgut
Tipp 2: Kosten für Arbeits­mittel absetzen

Ob Werkzeug, Berufskleidung oder Computer – alles, was Sie privat für Ihre berufliche Tätigkeit erworben haben, können Sie als Arbeitsmittel geltend machen. Auch wenn Sie sich im letzten Jahr fürs Homeoffice neues technisches Equipment zulegen mussten, etwa einen Drucker oder ein Headset für Video-Calls, können Sie diese Ausgaben als Werbungskosten angeben. Auch andere private Kosten lassen sich von der Steuer absetzen, aber nur unter einer Voraussetzung: Die private Nutzung der Arbeitsmittel spielt so gut wie keine Rolle: die Arbeitsmittel werden von Ihnen zu 90 Prozent oder mehr zur Ausübung Ihres Berufs genutzt.

Welche Arbeits­mittel erkennt das Finanzamt an?
  • Arbeits- und Berufskleidung, die typisch für die Berufsgruppe ist (Arzt, Handwerker) – auch die Reinigung kann geltend gemacht werden
  • Werkzeuge, die notwendig sind, um den Beruf auszuüben
  • Computer, Notebook, Monitor, Tablet, Smartphone, Headset, Drucker
  • Schreibtisch, Bürostuhl, Regal (nur für Fachliteratur)
  • Berufsbezogene Software
  • Fachliteratur (in der Regel werden nur Fachbücher, Fachzeitschriften, Lose-Blatt-Sammlungen und Fachmedien auf CD-ROM oder DVD anerkannt)
  • Aktenkoffer/Aktentasche
Welche Kosten werden aner­kannt?
  • Anschaffungskosten (inkl. Mehrwertsteuer und Porto- bzw. Speditionskosten)
  • Reparatur- und Wartungskosten
  • Reinigungskosten

In der Regel erkennen die Finanzämter eine Pauschale für Arbeitsmittel an. Die Grenze liegt ungefähr bei 110 Euro, für die kein Einzelnachweis erfolgen muss. Im Einzelfall handhabt Ihr Finanzamt das aber anders.

Aufwendungen bis 800 Euro netto (952 Euro mit 19 Prozent Mehrwertsteuer, 928 Euro mit 16 Prozent Mehrwertsteuer) gelten als „geringfügige Wirtschaftsgüter“. Daher können Sie solche Objekte sofort und in voller Höhe steuerlich geltend machen. Eine Abschreibung über mehrere Jahre ist nicht notwendig. Sie sollten in solchen Fällen aber nicht für alle Arbeitsmittel einfach eine Pauschalsumme angeben. Führen Sie stattdessen alle Objekte einzeln und in konkreter Höhe in der Steuererklärung auf. Den Beleg über den Kaufpreis müssen Sie zwar nicht mehr zusammen mit der Steuererklärung einreichen, auf Nachfrage kann das Finanzamt aber eine spätere Vorlage einfordern.

Sind die Anschaffungskosten für das Arbeitsmittel höher als 800 Euro netto (928 bzw. 952 Euro brutto), können Sie die Ausgaben nur über mehrere Jahre verteilt geltend machen. Seien Sie auf Rückfragen des Finanzamts vorbereitet und bewahren Sie den entsprechenden Beleg auf. Die Kosten müssen Sie über die typische Nutzungsdauer des jeweiligen Gegenstandes verteilen. Auskunft gibt die AfA-Tabelle für „allgemein verwendbare Anlagegüter“, die Sie auf der Website des Bundesfinanzministeriums herunterladen können. „AfA“ steht für „Absetzung für Abnutzung“, umgangssprachlich auch als „Abschreibung“ bekannt.

Tipp

Bei Computern gehen die Finanzämter mittlerweile von einer gemischten Nutzung mit maximal 50 Prozent beruflichem Anteil aus. Liegt sie darüber, müssen Sie die berufliche Nutzung nachweisen oder plausibel erklären.

Hinweis

Auch die Kosten für Ihren Ausstand oder Einstand können Sie als Werbungskosten steuerlich geltend machen, wenn die Feier während der Arbeitszeit im Kollegenkreis und in betrieblichen Räumen stattfand. Eine Gästeliste für das Finanzamt kann zur Anerkennung der Ausgaben von Vorteil sein.

Tipp

Sie haben vor einiger Zeit etwas privat gekauft, nutzen dies aber nun beruflich? Das könnte ein Buchregal sein, in dem früher die gesammelte Belletristik stand, nun aber ausschließlich Ihre Fachliteratur. Dann können Sie den entsprechenden Gegenstand „umwidmen“ und im entsprechenden Jahr einmalig steuerlich geltend machen. Beträgt der Restwert des Arbeitsmittels zum Zeitpunkt der Umwidmung mehr als 800 Euro, benötigen Sie meistens einen Kaufnachweis für das Finanzamt.

Aktuelle Tipps für das Corona-Jahr 2020
Tipp 3: Kosten für Fort­bil­dungen absetzen

Haben Sie im vergangenen Jahr einen Kurs oder Lehrgang besucht, der Sie beruflich weiter qualifiziert? Egal, ob es sich dabei um einen Sprach- oder einen Computer­kurs handelt, der Sie in die Feinheiten von Tabellen­kalkulationen oder in neue Programmier­sprachen einführt, oder ob Sie an einem Weiterbildungs­seminar oder einer Fach­konferenz teilgenommen haben. Wenn Sie die Ausgaben selbst getragen haben, können Sie diese als Werbungs­kosten ohne Einschränkungen oder Ober­grenzen geltend machen.

Welche Kosten können geltend gemacht werden?
  • Teilnahmegebühr
  • Fahrtkosten
  • Materialkosten
  • Prüfungsgebühren
  • Zinsen für Bildungskredite
Hinweis

Einige Arten von Seminaren und Weiterbildungen gelten aus Sicht der Finanzämter als fachlich bzw. beruflich unspezifisch. Solche Kurse, zum Beispiel Rhetorikkurse oder Workshops zur Persönlichkeitsentwicklung, werden nur anerkannt, wenn Sie plausibel begründen können, dass ein konkreter Fach- oder Berufsbezug besteht. Wer zum Beispiel Führungsaufgaben übernimmt oder verstärkt Fachvorträge vor größerem Publikum halten muss, kann durchaus ein Seminar zu Präsentationstechniken steuerlich geltend machen.

Tipp 4: Kosten für eine doppelte Haus­halts­füh­rung absetzen

Sie müssen aus beruflichen Gründen eine zweite Wohnung unterhalten, weil Wohn- und Arbeitsort zu weit auseinanderliegen, um täglich zu pendeln? Auch diese Ausgaben können Sie als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Allerdings nur, wenn die doppelte Haushaltsführung beruflich veranlasst ist. Das trifft zu, wenn Sie zum Beispiel von Ihrem Arbeitgeber an einen anderen Arbeitsort versetzt wurden, wenn Sie den Arbeitsplatz gewechselt haben oder wenn Sie mit Ihrer Familie umziehen, aber am bisherigen Ort Ihrer gewohnten Tätigkeit nachgehen. Zudem muss die Zweitwohnung im Einzugsbereich des Beschäftigungsortes liegen. Dies ist der Fall wenn der Weg von der Zweitwohnung zur Tätigkeitsstätte weniger als die Hälfte der Entfernung zwischen Hauptwohnung und Tätigkeitsstätte beträgt.

Welche Kosten werden berücksichtigt?
  • Mietkosten einer angemessenen Zweitwohnung
  • Kosten für Suchen und Besichtigen einer Mietwohnung
  • Nebenkosten (Heizung, Wasser, Strom)
  • Umzugskosten
  • Zweitwohnsitzsteuer (falls erhoben)
  • Kosten für notwendige Einrichtungsgegenstände
  • Mehrkosten für Essen und Trinken (Verpflegungsmehraufwendungen) für maximal 3 Monate
Hinweis

Die doppelte Haushaltsführung kann nur geltend gemacht werden, wenn Sie neben der Zweitwohnung an einem anderen Ort einen eigenen Hausstand führen, der als Ihr Lebensmittelpunkt gilt. Dies trifft auf die Familienwohnung genauso zu wie auf den Ort, an dem Singles enge persönliche Bindungen (Freunde, Familie, Verwandte) unterhalten. Sie müssen sich an dem Ort mit mehr als 10 Prozent an den Lebenshaltungskosten beteiligen. Dazu zählen beispielsweise die Miete oder Kosten für Lebensmittel. Bei Ehepartnern oder Partnern in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft wird in der Regel eine finanzielle Beteiligung an den Kosten der Haushaltsführung ohne entsprechenden Nachweis unterstellt.

Tipp

Geben Sie alle Kosten für die Einrichtung der Zweitwohnung in der Steuererklärung an. Im Gegensatz zu den Unterkunftskosten, die nur begrenzt geltend gemacht werden können, dürfen Sie Kosten für sogenannte „notwendige Einrichtungsgegenstände“ in voller Höhe bei der Steuererklärung geltend machen. Wie der Bundesfinanzhof (BFH) in einem Urteil vom 4. April 2019 entschied, gelten diese Ausgaben als sonstige Mehraufwendungen und sind damit unbegrenzt abziehbar (AZ VI R 18/17). Zur notwendigen Einrichtung zählen beispielsweise Kühlschrank, Bett, Waschmaschine, Tisch, Stühle, Schränke, Gardinen, Lampen oder Geschirr.

Wie viel kann ich geltend machen?
  • Maximal 1.000 Euro pro Monat für die Unterkunft
  • Kosten für (notwendige) Einrichtung, unbegrenzt
  • Bei Mehraufwendungen für die Verpflegung (nur innerhalb der ersten 3 Monate):
    • Abwesenheit vom Lebensmittelpunkt von 24 Stunden: 24 Euro pro Kalendertag
    • Abwesenheit vom Lebensmittelpunkt zwischen 8 und 24 Stunden: 12 Euro pro Kalendertag
Tipp

Bei einer Eigentumswohnung können Sie die Abschreibung, Zinsen für die Immobilienfinanzierung, Versicherungsbeiträge, Abgaben für den Grundbesitz und Aufwendungen, die der Erhaltung der Gesamtimmobilie dienen, ebenfalls absetzen.

Tipp 5: Steuererleichterungen und Neuregelungen für 2020 nutzen

Jedes Jahr setzt der Gesetzgeber eine Reihe von Änderungen im Steuerrecht um.

Auch 2020 traten einige Neuregelungen und Steuererleichterungen in Kraft. Diese sollten Sie in der Steuererklärung berücksichtigen.

Grund­frei­be­trag

Zum 1. Januar 2020 wurde der Grundfreibetrag auf 9.408 Euro angehoben. Bei Ehepaaren verdoppelt sich der Betrag auf 18.816 Euro. Bis zu dieser Grenze sind Einkünfte steuerfrei: Wer weniger verdient, muss keine Steuererklärung abgeben. Der Eingangssteuersatz beträgt weiterhin 14 Prozent, der Spitzensteuersatz liegt wie in den Vorjahren bei 42 Prozent (ab einem Gehalt von 57.052 Euro) und auch der Reichensteuersatz von 45 Prozent (ab 270.501 Euro) bleibt unverändert.

Der Unterhaltshöchstbetrag für 2019 lag bei 9.408 Euro. Bis zu dieser Höhe sind auch Unterhaltsleistungen in der Steuererklärung steuerfrei.

Leis­tungen für Kinder
  • Kindergeld: Für das erste und zweite Kind gab es 2020 jeweils monatlich 204 Euro, für das dritte Kind pro Monat 210 Euro, für jedes weitere Kind 235 Euro. Die Erhöhung wurde schon im Juli 2019 umgesetzt, im Jahr 2020 gab es keine weitere Anpassung.
  • Ebenfalls angehoben wurde der Kinderfreibetrag, und zwar auf maximal 5.172 Euro pro Kind für miteinander verheiratete Eltern, die auch zusammen veranlagt werden. Bei Alleinerziehenden steht in der Regel dem ledigen Elternteil der halbe Freibetrag zu (2.586 Euro). Dazu kommen bis zu 2.640 Euro für Betreuung, Erziehung und Ausbildung (Alleinerziehende erhalten die Hälfte). Insgesamt beträgt der Kinderfreibetrag für jedes Kind 7.812 Euro.
Hinweis

Da sich Kindergeld und Kinderfreibetrag gegenseitig beeinflussen, verrechnet das Finanzamt beide Posten miteinander. Es prüft auch, welche Form günstiger für Sie ist – und veranlagt Sie dann entsprechend (sogenannte Günstigerprüfung).

Unter­halts­leis­tungen

Sie zahlen Unterhalt und möchten dies als außergewöhnliche Belastung angeben? Dann benötigen Sie die Steuer-Identifikationsnummer des Empfängers Ihrer Unterhaltszahlungen. Der Unterhaltsbezieher ist verpflichtet, seine Identifikationsnummer mitzuteilen. Kommt er dieser Verpflichtung nicht nach, können Sie die Nummer bei seiner Finanzbehörde erfragen.

Unterhaltszahlungen können bis zu einer Höhe von 13.805 Euro als „Sonderausgaben“ abgesetzt werden, wenn beide Ex-Partner dem sogenannten Realsplitting zugestimmt haben. Zusätzlich können Sie auch die Basisbeiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung Ihres Ex-Partners angeben. Ansonsten kann der Unterhalt auch als „außergewöhnliche Belastung“ geltend gemacht werden. 2020 liegt die Obergrenze bei 9.408 Euro. Voraussetzung ist aber, dass keiner der beiden Elternteile Kindergeld erhält oder den Kinderfreibetrag in Anspruch genommen hat.

Frei­grenzen für Aufmerk­sam­keiten

Die steuerliche Freigrenze für besondere Aufmerksamkeiten durch den Arbeitgeber bzw. für Arbeitsessen beträgt 60 Euro. Dies sind zum einen Sachgeschenke des Arbeitgebers, die er Ihnen aus Anlass eines speziellen Ereignisses – also nicht regelmäßig – überreicht. Zum anderen betrifft es Mahlzeiten, die Ihnen Ihr Arbeitgeber spendiert, um Ihnen während oder nach einem außergewöhnlichen Arbeitseinsatz zu danken.

Weihnachtsgeschenke fallen nicht unter diese Regelung, weil für die 60-Euro-Grenze ein persönlicher Grund vorliegen muss. Präsente zu Weihnachten werden vom Finanzamt dagegen als „geldwerter Vorteil“ behandelt und müssen nur dann nicht angegeben werden, wenn der Gesamtwert an Sachbezügen in dem Monat maximal 44 Euro beträgt.

Hinweis

Steuerfrei sind seit 2019 Jobtickets, die für den öffentlichen Nahverkehr gelten und die der Arbeitgeber zusätzlich zum Gehalt zahlt. Das Jobticket darf auch für private Fahrten genutzt werden, allerdings wird in der Steuererklärung die Entfernungspauschale entsprechend des Jahresticketwertes gekürzt. Finanziert der Arbeitnehmer das Jobticket über einen Gehaltsverzicht oder eine Gehaltsumwandlung, gilt weiterhin der bisherige Freibetrag von 44 Euro pro Monat. Diese Obergrenze besteht auch für andere Extras zum Gehalt, etwa Tankgutscheine.

Bei der Entgeltumwandlung – der Arbeitnehmer verzichtet auf einen Teil seines Gehalts und erhält dafür das Jobticket – gilt die Steuerbefreiung nicht. Pendlerpauschale und Jobticket werden bei der Steuererklärung gegeneinander aufgerechnet. Wenn Sie also ein Jobticket gemäß der neuen Regelung erhalten, dann reduziert sich entsprechend Ihre Pendlerpauschale.

Keine Belege mehr einsenden – aber aufbe­wahren!

Der Umgang mit Belegen, Quittungen und Nachweisen wurde bereits vor einigen Jahren neu geregelt. Daher reicht es aus, wenn Sie zunächst die Steuererklärung ohne Belege einreichen. Das erleichtert vor allem all denjenigen die Abgabe, die das elektronische Verfahren nutzen und bislang immer noch Papierbelege hinterherschicken mussten. Vorgeschrieben war dies beispielsweise bei Spendenquittungen und Mitgliedsbeiträgen für Vereine.

Für diese Ausgaben, aber auch für Kinderbetreuungskosten, haushaltsnahe Dienstleistungen und sonstige geltend gemachte Belastungen, gilt nun die Belegvorhaltepflicht. Das bedeutet: Sie brauchen die gesammelten Quittungen und Belege nicht mitschicken, müssen diese aber zu Hause aufbewahren. Das Finanzamt darf sie jederzeit anfordern, sogar bis zu einem Jahr nach Bekanntgabe des Steuerbescheids.

Tipp

Bei Umzugskosten, einer teuren Weiterbildung oder hohen Sonderbelastungen empfiehlt es sich dennoch, die entsprechenden Belege sofort mitzuschicken. Das spart Zeit, weil das Finanzamt starke Abweichungen zum Vorjahr meist etwas gründlicher prüft.