Corona-Krise: Alles Wichtige rund ums Auto


Der Ratgeber bietet allgemeine Informationen. Produktinformationen zur Autoversicherung von CosmosDirekt finden Sie hier.


Für viele von uns ist das Auto auch in Zeiten der Corona-Pandemie im Alltag unverzichtbar – sei es, um weiterhin sicher zum Arbeitsplatz zu kommen, sei es als Transportmittel für den Wocheneinkauf. Auch die politischen Entscheidungen entwickeln sich immer wieder in eine andere Richtung: Erst waren die Autohäuser geschlossen, mittlerweile ist der Verkauf von Neu- und Gebrauchtwagen wieder erlaubt.

Dazu kommt: Jetzt im Frühjahr ist auch Reifenwechsel-Saison, bei vielen Autofahrern steht die Hauptuntersuchung an, und gewaschen werden müsste manches Gefährt auch mal wieder.

Was alles ist also erlaubt – und was nicht? Unser Ratgeber erklärt, was Autofahrer aktuell wissen müssen.

Die Regelungen unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. In Ländern, in denen Kontaktverbote gelten, gibt es größere Freiheiten als in Ländern mit Ausgangsbeschränkungen. Auch können kommunale Regelungen abweichen – informieren Sie sich gegebenenfalls telefonisch, zum Beispiel bei einer Werkstatt, Prüf- oder Zulassungsstelle, ob Sie überhaupt einen Termin wahrnehmen dürfen.


Autohäuser wieder geöffnet

Wochenlang waren die meisten Geschäfte und alle Autohäuser geschlossen. Mitte April beschlossen Bund und Länder dann erste Lockerungen der Vorschriften. Zu den Läden, die nun wieder öffnen dürfen, gehört auch der stationäre Autohandel, unabhängig von der Größe der Verkaufsfläche. In den meisten Bundesländern können Sie bereits seit dem 20. April wieder ein Auto kaufen. Mit einer Woche Verzögerung sind seit dem 27. April auch in Bayern die Autohäuser wieder offen. Neu- und Gebrauchtwagenhändler müssen aber strenge Auflagen erfüllen:

  • In den Verkaufsräumen dürfen sich keine Warteschlangen bilden.
  • Die Autohändler müssen strenge Hygienevorschriften einhalten (z. B. Desinfektionsmittel für Kunden und Mitarbeiter).
  • Es gelten die Abstandsregelungen von 1,5 bis 2 Metern.

Damit Händler einen Besucherandrang vermeiden und alle Auflagen erfüllen können, sollten Sie mit dem Autohaus einen Beratungstermin vereinbaren. Auch bei Gebrauchtwagenhändlern ist es sinnvoll, sich vorab telefonisch nach einem Termin zu erkundigen. Viele Händler begrenzen die Anzahl der Kunden, die sich auf dem Gelände oder in Verkaufsgebäuden gleichzeitig aufhalten dürfen. Dennoch sollten Sie anderen Kunden aus dem Weg gehen. Probefahrten sind in der Regel ebenfalls möglich. Da die Fahrzeuge aber jedes Mal vor einer Fahrt gründlich desinfiziert werden müssen, bieten einige Händler momentan diesen Service nur eingeschränkt oder gar nicht an.

Tipp

Sie gehören zu einer Risikogruppe? Melden Sie sich vorab beim Autohändler. Dann hat er Zeit, um zusätzliche Maßnahmen zu Ihrem Schutz vorzubereiten.


Auto zulassen oder ummelden mit großen Einschränkungen

Obwohl die Autohäuser bereits wieder geöffnet haben, ist der Zugang zu Kfz-Zulassungsstellen derzeit immer noch stark eingeschränkt. Manche Ämter sind nach wie vor für den Publikumsverkehr geschlossen, einige fahren den Normalbetrieb unter Auflagen wieder hoch. Auf diese Weise soll vermieden werden, dass größere Menschengruppen in den Warteräumen zusammentreffen – der gebotene Mindestabstand ließe sich so nicht einhalten. Die meisten Zulassungsstellen arbeiten noch mit persönlicher Terminvergabe. Das bedeutet: Wer ein neues Auto zulassen oder einen Gebrauchtwagen ummelden möchte, muss sich telefonisch anmelden und einen Termin für die Zulassung geben lassen. Wartemarken werden nicht mehr vergeben.

Für Autohändler und gewerbliche Halter gelten Sonderregeln, die Sie ebenfalls auf der Website nachlesen können. Gewerbliche Antragsteller müssen ebenfalls einen Termin vorab vereinbaren, Ausnahmen gibt es für Autohändler und Zulassungsdienste. Sie dürfen ohne Termin die Zulassungsstelle aufsuchen.

Hinweis

Die zuständigen Landkreise bzw. Stadtverwaltungen entscheiden, in welcher Form und in welchem Umfang die jeweiligen Zulassungsstellen geöffnet sind. Daher können sich täglich Änderungen ergeben. Am besten informieren Sie sich auf der Website Ihrer zuständigen Zulassungsstelle über die tagesaktuellen Konditionen.

Tipp

Möglicherweise können Sie Ihr Fahrzeug auch online zulassen bzw. ummelden. Immer mehr Kfz-Zulassungsstellen unterstützen das sogenannte i-Kfz-Verfahren (internetbasierte Zulassung).


Hauptuntersuchung weiterhin möglich

Trotz Corona-Pandemie sind die großen Prüfstellen, beispielsweise von TÜV, Dekra, GTÜ oder KÜS, weiterhin geöffnet. Die verkehrstechnischen Untersuchungen des Fahrzeugs sind also sichergestellt. Grundsätzlich ist es auch so, dass Sie eine anstehende Hauptuntersuchung durchführen lassen sollten. Denn als Halter sind Sie gesetzlich dazu verpflichtet, dass Ihr Fahrzeug nur in einem verkehrssicheren Zustand auf der Straße bewegt wird. Wer aber den Termin um mehr als zwei Monate überzieht, dem drohte bislang ein Bußgeld von 15 Euro. Ist die HU mehr als vier Monate überfällig, waren es 25 Euro. Doch angesichts der derzeitigen Einschränkungen ist es häufig nicht möglich, den Termin wahrzunehmen. Daher hat das Bundesverkehrsministerium die Empfehlung ausgesprochen, dass die Länder den Autofahrern mehr Zeit einräumen sollen. Die erlaubten Überziehungsfristen wurden daher von zwei auf vier Monate ausgedehnt. Erst danach sollen die jeweiligen Polizeibehörden abgelaufene Hauptuntersuchungen ahnden. Weiterhin bleibt es aber bei den 20 % höheren Prüfungsgebühren, durch die vorgeschriebene Ergänzungsuntersuchung, wenn die zwei Monate überschritten werden.

Hinweis

Achten Sie auch in den Prüfstellen auf Sicherheitsabstand zu anderen Menschen. Je nach Bundesland sind dies 1,5 bis 2 Meter.


Werkstattbesuche häufig erlaubt

Zu welchen Anlässen Sie eine Werkstatt aufsuchen dürfen, ist in den Bundesländern unterschiedlich geregelt. Manchmal gibt es zudem regionale Einschränkungen.

  • In Bundesländern mit Kontaktsperre dürfen Sie jederzeit Ihr Auto in die Werkstatt bringen, solange die Abstandsregelungen und die sonst üblichen Sicherheitsvorschriften eingehalten werden. Neben sicherheitsrelevanten Reparaturen können Sie auch Beulen, Kratzer und Lackschäden ausbessern lassen.
  • In Regionen mit einer Ausgangsbeschränkung muss dagegen ein triftiger Grund vorliegen, damit Sie eine Werkstatt aufsuchen dürfen. Dazu zählen in der Regel nur dringend notwendige Reparaturen, die die Verkehrssicherheit erhalten. Reine Schönheitsreparaturen sind nicht erlaubt.
Tipp

Viele Werkstätten bieten mittlerweile an, das Fahrzeug abzuholen und nach der Reparatur wieder zurückzubringen. Wichtig ist auch hier, die Abstandsregelungen und weitere Hygienemaßnahmen einzuhalten, beispielsweise Lenkrad, Armaturen und Bedienelemente zu desinfizieren.


Wechsel von Winter- auf Sommerreifen möglich

In allen Bundesländern ist es derzeit möglich, in der Werkstatt den Wechsel von Winter- auf Sommerreifen durchführen zu lassen. Mittlerweile auch in Bayern, wo die Behörden dies aufgrund der Ausgangsbeschränkungen zunächst untersagt hatten. Einfache Reifenwechsel auf Sommerreifen, aber auch der Austausch abgefahrener Reifen sind dadurch nun überall erlaubt.


Wartungs- und Service-Intervalle einzuhalten ist problematisch

In Bundesländern, in denen nur sicherheitsrelevante Reparaturen erlaubt sind, kann es schwierig sein, anstehende Inspektionen und Wartungsarbeiten durchführen zu lassen. Denn diese haben keinen Einfluss auf die Verkehrssicherheit, sondern dienen eher dazu, dem Verschleiß vorzubeugen. Allerdings sind bei Neuwagen und jungen Gebrauchten bestimmte Wartungen vorgeschrieben, um in den Genuss der langjährigen Herstellergarantien zu kommen. Aufgrund der Krisenlage gibt es keine gesicherten Informationen, wie die Autobauer mit dem Überschreiten der Wartungsintervalle umgehen.

Tipp

Falls Sie jetzt einen Service-Termin wahrnehmen müssen, wenden Sie sich am besten an den Hersteller oder den Autohändler und lassen sich beraten.


Auto in der Waschanlage reinigen

An vielen Orten haben Waschanlagen weiterhin geöffnet. Die Nutzung ist auch grundsätzlich erlaubt, allerdings gelten auch hier die Abstandsregelungen von mindestens 1,5 bis 2 Meter. In Bayern war die private Nutzung bislang verboten, nur Gewerbetreibende durften Autos in der Waschanlage reinigen lassen. Das hat sich mittlerweile geändert, sodass auch private Halter wieder ihre Autos waschen dürfen. Die damit verbundenen Hinweise dürften aber auch für alle anderen Bundesländer gelten:

  • Im Bereich der Waschanlagen dürfen keine Menschenansammlungen entstehen.
  • Vermeiden Sie Stoßzeiten, sodass keine Warteschlangen vor der Waschanlage entstehen.
  • Überprüfen Sie, ob es wirklich notwendig ist, jetzt das Auto zu waschen – und verschieben Sie den Besuch gegebenenfalls auf später.

Führerscheinprüfungen ausgesetzt

Wer jetzt kurz vor der Prüfung für eine Fahrerlaubnis steht, muss sich in Geduld üben. In der Regel sind die Fahrschulen geschlossen, auch Fahrprüfer dürfen nicht tätig sein. Ausnahmen gelten nur für Bewerber von Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdiensten. Der Grund: Sie benötigen ihren Führerschein, damit die öffentliche Ordnung weiter funktioniert.


Tankstellen weiterhin geöffnet

Trotz aller Einschränkungen gilt auch in Zeiten der Corona-Pandemie: Mobilität soll grundsätzlich erhalten bleiben. Deshalb gelten Benzin, Diesel und alternative Kraftstoffe auch weiterhin als Teil der Grundversorgung. Tankstellen sind demnach nicht von angeordneten Schließungen betroffen, sondern bleiben geöffnet. Einige Betreiber haben allerdings aufgrund des Umsatzeinbruchs aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen – regional kann es daher sein, dass weniger Tankstellen als sonst verfügbar sind. Damit die Ansteckungsgefahr für Kunden und Mitarbeiter so gering wie möglich ist, sollten Sie beim Tanken diese Hygiene- und Sicherheitshinweise beachten:

  • Handschuhe tragen, um den Hautkontakt mit dem Zapfhahn zu verhindern
  • Vor der Kasse Mindestabstände zu Mitarbeitern und anderen Kunden einhalten

Bargeldlos zahlen (EC-Karte, Kreditkarte, Smartphone)

Hinweis

Ladestationen für Elektroautos stehen ebenfalls weiterhin zur Verfügung. Sie kommen ohne Personal aus, bargeldloses Zahlen ist dort Standard.


Abstand halten im Auto schwierig

Grundsätzlich gelten die Abstandsregelungen von 1,5 bis 2 Metern auch im Auto – allerdings sind sie dort kaum einzuhalten. Die Anweisung des Bundesinnenministeriums gibt den Rahmen vor: „Die Nutzung des Autos ist nur allein oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet.“ Daher empfiehlt es sich, bis auf Weiteres keine fremde Personen im Auto mitzunehmen. Zudem sollten Autofahrten auf das Notwendigste beschränkt werden, in Bayern sind sogar Spritztouren verboten – natürlich auch mit dem Motorrad oder Cabrio.

Hinweis

In einigen Bundesländern, allen voran Baden-Württemberg, darf der Fahrer mittlerweile eine Atemschutzmaske tragen, wenn er hinter dem Steuer sitzt. Das „Verhüllungsverbot“ ist zeitweise aufgehoben. Voraussetzung ist aber, dass Stirn und Augenpartie weiterhin erkennbar sind. Gerade Bus- und Taxifahrer sind aufgefordert, jetzt Masken zu tragen.


Taxifahrten und Carsharing mit verschärften Hygieneregeln

Wer kein eigenes Auto hat oder auf den öffentlichen Nahverkehr momentan lieber verzichten will, möchte vielleicht auf ein Taxi oder Carsharing ausweichen. Grundsätzlich können Sie beide Mobilitätsalternativen weiterhin nutzen, allerdings mit einigen Einschränkungen.

Besonderheiten bei Taxifahrten

Wer wegen einer chronischen Erkrankung regelmäßig zum Arzt muss und deshalb ein Taxi benötigt, sollte dies bei der Buchung erwähnen – so können Sie dem Taxifahrer signalisieren, dass kein Verdacht auf eine Corona-Erkrankung besteht. Um eine gegenseitige Ansteckung zu verhindern, sollten Sie im Moment am besten hinten rechts einsteigen. So halten Sie den maximal möglichen Abstand zum Fahrer ein. Auf der Fahrt sollten Sie dann möglichst wenig reden, um keine Tröpfchen im Auto zu verteilen. Viele Taxiunternehmen haben in den letzten Wochen durchsichtige Trennwände zwischen vorderer und hinterer Sitzreihe einbauen lassen. Das erhöht die Sicherheit für beide Parteien. Beim Bezahlen sollten Sie auf Bargeld verzichten, sondern lieber mit EC- oder Kreditkarte bezahlen.

Hinweis

In einigen Bundesländern, zum Beispiel Mecklenburg-Vorpommern, gilt seit Ende April die Maskenpflicht auch in Taxis. Neben gekauften dürfen meist auch selbstgenähte Masken verwendet werden.

Besonderheiten beim Carsharing

Da im Moment die Nachfrage deutlich gesunken ist, haben viele Carsharing-Anbieter ihre Flotte verkleinert. Dennoch können Carsharing-Autos weiterhin ausgeliehen werden. Wichtig ist dabei, sich an die Hygieneregeln zu halten:

  • Vor und nach Benutzung des Carsharing-Autos gründlich Hände waschen
  • In die Armbeuge niesen oder husten
  • Gebrauchte Taschentücher selber entsorgen
  • Nicht an Mund, Augen oder Nase fassen
  • Ggf. Einmalhandschuhe während der Fahrt tragen

Der Bundesverband Carsharing (bcs) weist darauf hin, dass Nutzer das Auto nicht in Eigenregie desinfizieren sollten. Eine umfassende Desinfektion vor oder nach der Fahrt braucht Zeit, die richtigen Mittel und kann, wenn sie unsachgemäß durchgeführt wird, ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen. Häufig würden auch bestimmte Oberflächen, etwa an versteckten Hebeln oder Schaltern, einfach übersehen. Große Anbieter sind dazu übergangen, häufig genutzte Fahrzeuge täglich systematisch und gründlich zu reinigen – und wohl auch zu desinfizieren. Dies nach jeder Nutzung zu gewährleisten, ist aber nicht möglich.



Die Autoversicherung vom Testsieger CosmosDirekt. Sparen Sie bis zu 40 % der Beiträge.