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Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Jeder vierte Arbeit­nehmer scheidet vorzeitig aus dem Berufs­leben aus, die meisten aufgrund körperlicher oder psychischer Erkrankungen. Doch das staatliche Sicher­heits­netz trägt bei einer Berufs­unfähigkeit nicht mehr. Alle Arbeit­nehmer sind gefordert, privat vorzu­sorgen. Doch was ist eine Berufs­unfähigkeits­versicherung?

Im folgenden Artikel erfahren Sie, warum eine Berufs­unfähigkeits­versicherung zu den existenziellen Ab­sicherungen gehört, was hinter dem Begriff „berufs­unfähig“ steckt und welchen Einfluss Vor­erkrank­ungen haben.


Diese Begriffe sollten Sie kennen
Begriff
Erklärung
AusschlussklauselDer Versicherer hält im Vertrag alle Fälle fest, in denen er nicht zu einer Leistung verpflichtet ist. Je nach Vertrag kann dies entweder pauschal (sehr allgemein formuliert) oder konkret (mit Nennung des genauen Sachverhalts) erfolgen.
RisikolebensversicherungZur finanziellen Absicherung der Hinterbliebenen im Todesfall der versicherten Person. Läuft die Versicherungsdauer ab, endet auch der Schutz.

Ursachen für Berufsunfähigkeit

Es gibt viele Gründe, warum Menschen ihren Beruf nicht mehr ausüben können:

  • Der Buchhalter, der mit 48 Jahren einen Schlaganfall erleidet und halbseitig gelähmt bleibt.
  • Die Ärztin , die nach einer Gehirnhautentzündung mit 40 Jahren nicht mehr praktizieren kann.
  • Der Bäcker, der nach einem Bandscheibenvorfall mit 35 Jahren seinen Beruf nicht mehr ausüben kann
  • Die Masseurin, die im Alter von 50 Jahren aufgrund einer Arthrose in den Fingergelenken ihre Patienten nicht mehr behandeln kann.

Diese Fälle zeigen: Berufsunfähigkeit kann jeden treffen! In der Vergangenheit war vor allem bei handwerklichen Berufen das Risiko hoch, berufsunfähig zu werden. Doch obwohl immer mehr Menschen im Büro arbeiten, steigt das Berufsunfähigkeitsrisiko weiterhin: aktuell wird bereits jeder vierte berufsunfähig – Tendenz steigend. Außerdem herrschen inzwischen andere Ursachen vor. So gehen immer mehr Berufstätige aufgrund von psychischen Erkrankungen vorzeitig in Rente. Laut aktuellen Erhebungen des GDV stehen sie mittlerweile auf Platz 1 der Ursachen für Berufsunfähigkeit.

Ursachen
Anteil (2013)Anteil (2014)Differenz
Nervenkrankheiten und psychische Erkrankungen28,67 %31,55 %+ 2,88 %
Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates22,65 %21,17 %- 1,48 %
Krebs und andere bösartige Geschwülste15,07 %15,00 %- 0,07 %
Unfälle10,14 %9,41 %- 0,73 %
Erkrankungen des Herzens und Gefäßsystems7,96 %7,76 %- 0,20 %
Sonstige Erkrankungen15,51 %15,11 %- 0,40 %
  • Stand: April 2014. Quelle: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, Morgen & Morgen. Link: http://www.gdv.de/2013/04/ursachen-fuer-berufsunfaehigkeit


Die gesetzlichen Leistungen reichen nicht mehr aus – private Vorsorge ist wichtig

Für alle die ab dem 02.01.1961 geboren sind gibt es nur noch eine Erwerbs­minderungs­rente. Diese beträgt circa 30 bis 34 Prozent des letzten Brutto­ein­kommens. Und das auch nur, wenn man weniger als 3 Stunden pro Tag arbeiten kann. Dabei geht es um die reine Arbeitsfähigkeit – auch in Berufen für die man deutlich überqualifiziert ist. Wer 3 bis 6 Stunden am Tag eine Tätigkeit ausüben kann, der bekommt nur die Hälfte des Satzes. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente wird zudem erst nach einer Wartezeit von 5 Jahren gewährt. Berufsanfänger, Auszubildende und Studenten haben somit in der Regel keinen Anspruch auf die Erwerbsminderungsrente.

Die private Vorsorge ist daher Pflicht! Mit einer Berufs­unfähigkeits­versicherung sichern Sie sich gegen die finanziellen Folgen ab, die durch den plötzlichen Einkommens­verlust entstehen.

Info

Auszubildende, Studenten und Berufsanfänger haben keinen Anspruch auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente.
Die Erwerbsminderungsrente wird frühestens nach einer allgemeinen Wartezeit von 5 Jahren gewährt.

Gesetzliche Rente bei voller Erwerbsminderung
Anzahl Versicherungsjahre
Alte Bundesländer1Neue Bundesländer1
25761,25 Euro716,50 Euro
30913,50 Euro859,80 Euro
351.065,75 Euro1.003,10 Euro
401.218,00 Euro1.146,40 Euro
451.370,25 Euro1.289,70 Euro
  • 1 Monatsrente bei durchschnittlichem Verdienst (100 % vom Durchschnitt)
    Quelle: Deutsche Rentenversicherung.
    Link: http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/03_broschueren_und_mehr/01_broschueren/01_national/erwerbsminderungsrente_das_netz_fuer_alle_faelle.pdf


Wann gilt man als berufsunfähig?

"Berufsunfähig ist, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall ganz oder teilweise voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben kann."

§ 172 Abs. 2 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG)

In der Praxis bedeutet dies, dass eine private Berufsunfähigkeitsversicherung in der Regel zahlt, wenn Sie mindestens zu 50 Prozent berufsunfähig sind. Dafür müssen Sie der Versicherung innerhalb einer bestimmten Frist ein ärztliches Gutachten vorlegen. Als Ursache kommen neben Krankheit und altersbedingtem Verschleiß auch Unfälle in Frage. Je nach Vereinbarung kann auch die Feststellung einer Pflegestufe bereits als Berufsunfähigkeit gelten.

Tipp

CosmosDirekt verzichtet bei der Berufsunfähigkeitsversicherung auf die "abstrakte Verweisung". Durch die Verzichtsklausel werden Sie bei einer Berufsunfähigkeit nicht dazu gezwungen, einen anderen Beruf auszuüben, sondern erhalten die vereinbarte Leistung.


Für wen lohnt sich die Berufsunfähigkeitsversicherung?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den existenziellen Versicherungen für jeden, da jeder von Berufsunfähigkeit betroffen sein kann.

  • Arbeitnehmer (Angestellte und Arbeiter)
    Die staatliche Rente reicht nur zur Deckung Ihrer Grundbedürfnisse – mehr nicht. Nur mit einer privaten Vorsorge sichern Sie sich Ihren Lebensstandard bei Berufsunfähigkeit.
  • Auszubildende, Studenten und Berufsanfänger
    Wenn Sie weniger als fünf Jahre in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen, haben Sie keine Ansprüche auf eine Rentenzahlung. Die private Vorsorge ist für Sie unverzichtbar.
  • Selbstständige und Freiberufler
    Sie verfügen über keine Absicherung bei einer Berufsunfähigkeit – außer Sie sind über einen Verband oder eine Kammer pflichtversichert. Die private Vorsorge ist für Sie unverzichtbar.
  • Nicht-Erwerbstätige (z.B. Hausfrauen und Hausmänner)
    Sie verfügen über keine Absicherung bei einer Berufsunfähigkeit. Die private Vorsorge ist für Sie unverzichtbar.
  • Beamte
    Als Beamte genießen Sie einen relativ guten Schutz, erlangen diesen jedoch erst nach vielen Dienstjahren.

Wichtigste Leistung: die monatliche Rente

Wenn durch eine Krankheit oder ein Unfalls die Berufsunfähigkeit eingetreten ist und dies durch ärztliche Unterlagen nachgewiesen werden kann, zahlt die Versicherung bis zum Ende der vereinbarten Laufzeit die monatliche Rente. Die Höhe der monatlichen Berufunfähigkeitsrente wird bei Vertrags­abschluss festgelegt und sollte nicht zu gering gewählt werden.

Tipp

Die Verbraucherschützer empfehlen 75 % des Netto-Einkommens als monatliche Berufsunfähigkeitsrente absichern. Zudem sollte die Dynamik-Option vereinbart werden, um die Inflation und künftige Gehalts­erhöhungen zu berücksichtigen.


Welche Formen der Berufsunfähigkeitsversicherung werden angeboten?

Im Versicherungsmarkt können Sie zwischen drei Formen der Berufsunfähigkeitsversicherung wählen:

  • eine selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung
  • als Zusatz zu einer Risikolebensversicherung
  • als Zusatz zu einer Kapitallebensversicherung bzw. Rentenversicherung

Für welche Form man sich entscheidet, hängt von den eigenen Bedürfnissen und Vorstellungen ab. Die Altersvorsorge mit einer Berufs­unfähigkeits­versicherung zu koppeln ist meistens nicht empfehlenswert. Die Beiträge werden dadurch um einiges erhöht und es kann passieren, dass in einer schwierigen finanziellen Situation die Altersvorsorge und der Berufsunfähigkeitsschutz nicht mehr gezahlt werden können und somit verloren gehen. Es sollte daher eine selbständige Berufsunfähigkeits­versicherung oder Risiko­lebensversicherung mit Berufsunfähigkeits­zusatz­versicherung abgeschlossen werden, um die Beiträge niedrig zu halten und flexibel zu bleiben. Ein Vorteil der Risiko­lebensversicherung mit Berufs­unfähigkeits­zusatz­versicherung ist, dass der Partner im Fall des eigenen Todes finanziell abgesichert werden kann. Zudem ist die Berufs­unfähigkeits­zusatz­versicherung oftmals günstiger als eine selbständige Berufs­unfähigkeits­versicherung.


Welche Rolle spielen Erkrankungen?

Einer der entscheidenden Faktoren, den Versicherungen bei einem Antragssteller bewerten müssen, ist die Frage: Wie groß ist das Risiko, dass eine versicherte Person während der Vertragslaufzeit berufsunfähig wird. Daher muss vor dem Vertragsabschluss das individuelle Risiko eingeschätzt werden.

Die Risikoprüfung erfolgt in der Regel schriftlich. Es müssen insbesondere die Gesundheitsfragen beantwortet werden. Bei bestimmten Krankheiten müssen auch Angaben zu Umfang und Schwere gemacht werden. Zudem kann sich der Versicherer weitere Auskünfte beim Hausarzt oder Facharzt einholen. Auf Basis der Angaben zu Beruf, Hobbys und Krankengeschichte wird das Risikoprofil erstellt.

Gefährliche Berufe und risikoreiche Hobbys können zu erheblichen Zuschlägen auf die Prämie führen. Bei bestimmten gesund­heitlichen Be­ein­träch­ti­gun­gen kann die Risikoprüfung auch ergeben, dass die Vorerkrankungen und die Folgen aus den Versicherungsleistungen ausgeschlossen werden – mittels der sogenannten "Ausschlussklauseln".

Hinweis

Beantworten Sie alle Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß. Machen Sie falsche Angaben bei der Gesundheitserklärung, gefährden Sie Ihren Versicherungsschutz.


Fazit: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den existenziellen Versicherungen für jeden

Da jeder von Berufsunfähigkeit betroffen sein kann – auch wenn Sie jünger sind, desto höher ist sogar Ihr persönliches Risiko aufgrund des erst kurzen Berufslebens – raten die Verbraucher-Organisationen dringend zum Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Denn nur private Vorsorge hilft gegen die finanziellen Einbußen, wenn Sie vorzeitig oder für eine bestimmte Zeitspanne aus dem Berufsleben ausscheiden müssen.

Welche Beiträge auf Sie zukommen, hängt von Ihrer Situation und Ihren Wünschen ab: Ausschlaggebend ist in erster Linie die vereinbarte Rentenhöhe, aber auch Alter, Beruf, Hobbys und Gesundheitszustand spielen eine wichtige Rolle. Ebenso Art und Umfang der gewählten Leistungen. Höherwertige Tarife gewähren flexiblere Versicherungsbedingungen oder beinhalten zusätzliche Leistungen.

Von Vorteil erweist es sich, bereits frühzeitig eine Police abzuschließen: In jungen Jahren sind Versicherungsnehmer weniger gesundheitlich vorbelastet und bekommen günstigere Tarife angeboten. Wer sich später auf die Suche begibt, muss – wenn er beispielsweise schon einen Bandscheibenvorfall hatte – mit einem Risikoaufschlag oder einem Ausschluss rechnen.


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