Corona-Krise

Gesichtsmaske selber basteln

Coronavirus: Gesichtsmaske selber machen – so geht’s

In allen Bundesländern gilt mittlerweile eine Maskenpflicht. Die schützt zwar nicht den Maskenträger vor einer Ansteckung, verringert aber das Risiko, dass man das Coronavirus überträgt. Denn nicht jeder, der mit dem Erreger infiziert ist, bemerkt dies. Wir erklären, warum die Maskenpflicht in allen Bundesländern eingeführt wurde und zeigen Ihnen, wie Sie Masken selbst basteln können – nähen müssen Sie dafür nicht können. Und alles, was Sie benötigen, finden Sie im Haushalt.

Maskenpflicht gilt für alle Bundesländer

Maskenpflicht bedeutet: Im öffentlichen Nahverkehr oder beim Einkaufen muss man eine Atemschutz- bzw. Gesichtsmaske tragen. Regional können weitere Bestimmungen dazukommen. Auch die Bundesregierung rät „dringend“ dazu, eine Maske oder einen Mund-Nasen-Schutz aufzusetzen. Doch medizinische Schutzmasken sind knapp und werden zu überteuerten Preisen angeboten. Angesichts der Milliarden von benötigten Masken werden die Lieferengpässe noch eine Weile bestehen.

Dazu kommt: OP- und andere Schutzmasken sind dem medizinischen und Pflegepersonal sowie Rettungskräften vorbehalten. Denn nur Masken in bestimmten Schutzklassen können den Träger vor einer Ansteckung schützen, weil sie selbst kleinste Tröpfen und Partikel aufhalten. Priorität bei der Vergabe medizinischer Schutzmasken haben daher Personen, die in Kontakt mit infizierten Menschen kommen.

Wer noch keine Maske besitzt, muss sich angesichts der gesetzlichen Tragepflicht jetzt eine besorgen. Ansonsten droht der Rauswurf aus Bus oder Bahn bzw. dem Geschäft, möglicherweise sogar ein Bußgeld. Doch wenn man keine Masken mehr kaufen kann, was tun? Die Lösung: Einen Mund-und-Nasenschutz selber machen! Die sogenannten Alltags- oder Community-Masken werden auch von der Bundesregierung, den Ländern und den Kommunen empfohlen. Denn wenn alle eine solche Maske tragen, verringert sich die Gefahr einer Tröpfcheninfektion. Alltagsmasken schützen daher nicht den Träger vor einer Infektion, sondern die Mitmenschen vor einer Ansteckung. So kann sich das Coronavirus nicht mehr so schnell verbreiten.

Achtung

Wenn Sie eine Gesichtsmaske tragen, sollten Sie selbstverständlich die Abstands- und Hygieneregeln weiterhin einhalten. Je nach Bundesland beträgt der vorgeschriebene Sicherheitsabstand zu anderen Menschen 1,5 bis 2 Meter. Was es mit dem „Nies-Knigge“ auf sich hat und wie richtiges Händewaschen funktioniert, erläutert unser Ratgeber „Coronavirus: Aktuelle Hinweise und Tipps zum Versicherungsschutz“.


DIY-Gesichtsmaske aus Papier basteln

Viele Alltagsmasken bestehen aus Stoff. Man kann sie entweder selber nähen oder kaufen. Es geht aber noch einfacher. Die folgende Gesichtsmaske kann jeder herstellen – Sie benötigen keine Nähmaschine und müssen auch nicht per Hand nähen können. Die DIY-Gesichtsmaske wurde von Wissenschaftlern der Shenzhen-Klinik an der Universität Hong Kong entwickelt und auf ihre Tauglichkeit hin getestet. Auch der bekannte Virologe Prof. Dr. Christian Drosten hatte die Selbstbau-Anleitung aus Südostasien weiterempfohlen.

Benötigte Materialien:

  • 2 Blatt Küchenrolle
  • 1 Papiertaschentuch
  • 4 Gummiringe (Haar- oder Haushaltsgummis)
  • Locher
  • Paketklebeband
  • 1 Stück Draht

So basteln Sie die DIY-Gesichtsmaske

  1. Waschen Sie sich gründlich die Hände.
  2. Legen Sie die beiden Blätter von der Küchenrolle übereinander.
  3. Legen Sie darauf das auseinandergefaltete Papiertaschentuch.
  4. Schneiden Sie den Stapel in der Mitte durch. Aus jeder Hälfte entsteht eine Maske.
  5. Um die Seitenränder zu stabilisieren, kleben Sie jeweils links und rechts einen Streifen vom Paket-Klebeband über Küchenrolle und Taschentuch.
  6. Lochen Sie die beiden Seiten am verstärkten Seitenrand (jeweils zwei Löcher).
  7. Durch jedes der vier Löcher fädeln Sie einen Gummiring. Um ihn zu befestigen, ziehen Sie ein Ende durch das andere. Mit den Gummis bringen Sie die Gesichtsmaske an den Ohren an.
  8. Legen Sie das Stück Draht nahe der Oberkante und parallel dazu auf die Gesichtsmaske und befestigen Sie es mit einem Streifen Klebeband. Dank des Drahts können Sie die Maske besser an Ihre Nase anpassen, sodass sie dicht abschließt.
  9. Setzen Sie die Maske vorsichtig auf und drücken Sie den Draht an Nasenrücken und -flügel an, damit er sich Ihrer Gesichtsform anpasst.

DIY-Gesichtsmaske aus Stoff basteln

Für den Fall, dass in der Drogerie oder im Supermarkt Ihres Vertrauens nicht nur das Klopapier ausverkauft ist, sondern auch Küchenrollen oder Papiertaschentücher, haben wir noch eine Anleitung für eine DIY-Gesichtsmaske. Für diese Sie benötigen Sie lediglich ein Blatt Küchenrolle. Die Maske besteht zwar aus Stoff, aber auch hier kommen Sie ganz ohne Nähen aus.

Benötigte Materialien:

  • 1 Stück Stoff, ca. 60 x 60 Zentimeter (altes Geschirrhandtuch, Kopfkissenbezug, Stoffrest, Halstuch …)
  • 1 Blatt Küchenrolle
  • Zwei Gummiringe (Haar- oder Haushaltsgummis)

So gehen Sie vor

  1. Waschen Sie sich gründlich die Hände.
  2. Breiten Sie den Stoff auseinander und falten Sie ihn in der Mitte
  3. Legen Sie mittig das Blatt Küchenrolle darauf.
  4. Sie falten den Stoff von oben und unten so ein, dass drei Stoffbahnen übereinanderliegen (Fläche wird gedrittelt)
  5. Von links und rechts fädeln Sie jeweils die Gummibänder über den Stoff und schieben den Gummi jeweils wieder bis zum Drittel der Bahn weiter.
  6. Klappen Sie die beiden äußeren Flächen jeweils über den Gummi nach innen und schieben Sie den Stoff ineinander
  7. Setzen Sie jetzt die Maske auf die Nase setzen und ziehen Sie sie auseinander, bis auch der Mund bedeckt ist.

Tipps für den Umgang mit selbstgebastelten Masken

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) empfiehlt, beim Tragen von Gesichtsmasken auf folgende Regeln zu achten:

  • Selbstgebastelte Gesichtsmasken sind nur für den privaten Gebrauch bestimmt.
  • Vor dem Anziehen einer Maske sollten Sie die Hände gründlich waschen und die Innenseite der Maske nicht berühren.
  • Platzieren Sie die Maske richtig über Mund, Nase und Wangen. An den Rändern muss sie möglichst eng anliegen, damit so wenig Luft wie möglich von den Seiten eindringt.
  • Testen Sie bei der ersten Verwendung, ob die Maske genügend Luft durchlässt – das Atmen sollte möglichst wenig behindert werden.
  • Wenn die Maske durchfeuchtet ist, sollten Sie sie umgehend abnehmen und ggf. austauschen – für längere Aufenthalte ist eine Maske allein nicht geeignet.
  • Die Außenseite der gebrauchten Maske könnte potenziell erregerhaltig sein. Um eine Kontaminierung der Hände zu verhindern, sollten Sie diese Seite möglichst nicht berühren.
  • Nachdem Sie die Maske abgesetzt haben, sollten Sie sich gründlich die Hände waschen.
  • Nach dem Abnehmen sollten Sie die Stoffmaske sofort waschen oder in einem Beutel (oder Ähnliches) luftdicht verschlossen aufbewahren. Die Aufbewahrung sollte nur über möglichst kurze Zeit erfolgen, um Schimmelbildung zu vermeiden.
  • Ihre Stoffmasken sollten Sie nach jeder Benutzung mindestens bei 60 Grad Celsius, idealerweise bei 95 Grad Celsius waschen und anschließend gut durchtrocknen lassen. (Eventuell ist die Anzahl der Waschzyklen begrenzt).

Quelle: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Hinweis

Eine Studie der Universität Cambridge kam im Jahr 2013 zu dem Schluss, dass in einer Pandemie selbstgebastelte oder -genähte Masken „nur als letztes Mittel“ verwendet werden sollten, um Tröpfcheninfektionen durch Überträger zu verhindern. Allerdings meinten die Wissenschaftler auch, diese Masken seien immer noch „besser als gar kein Schutz“.

Quelle: Anna Davies et. al.: Testing the Efficacy of Homemade Masks: Would They Protect in an Influenza Pandemic?


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