Sieger Mannschaftsbild Trainingslager

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Schalalalalalalalala – Schlalach – wir gratulieren dem Sieger unseres Trainingslager-Gewinnspiels!

Brrrrr. Die Temperaturen sinken. Überall. Nur nicht im beschaulichen Schlalach in der Nähe von Brandenburg. Beim SV Traktor Schlalach herrscht glühende Vorfreude aufs neue Jahr. Die Traktoristen überzeugten unsere Jury mit ihrem sympathischen Anschreiben. Sie sind der große Sieger des Gewinnspiels zum „Tag der Amateure“. Der Preis: ein Trainingslager am Gardasee unter Mitwirkung von Kulttrainer Peter Neururer. Im Vorfeld der Aktion erreichten uns zahlreiche tolle Bewerbungen. Leider kann nur einer gewinnen. Vielen Dank noch mal an alle Vereine, die uns geschrieben haben. Und jetzt: Viel Spaß mit unserem Artikel zum SV Traktor Schlalach, mit freundlicher Interview-Unterstützung von Trainer David Günther.

Gruppenbild SV Traktor Schlalach

„Seit 2002 pilgern die 299 Dorfbewohner in heller Aufregung jeden zweiten Sonntag in die grüne Kathedrale am Ortsrand.“

Wer bei „Traktor“ an schweißtreibende Agrartätigkeiten denkt, liegt nicht ganz falsch. Denn die Jungs beackern Woche für Woche die Spielfelder der Kreisliga B Havelland. Dabei ist der Name eine Hommage an längst vergangene Tage: „Es gab den Verein schon zu DDR-Zeiten. Da hießen wir BSG Traktor Schlalach. Lokomotive, Turbine, Dynamo etc., damals war es üblich, dass die Vereine so hießen“, weiß Trainer David Günther. Nach der Neugründung im Jahr 2002 feiert der Verein gerade 20-jähriges Jubiläum. „Ganz freudetrunken“ blickt man auf 2022 zurück: „Wir sind im Jubiläumsjahr aufgestiegen.“ Mit stolzen sechs Siegen aus 13 Partien kann sich die Bilanz als Aufsteiger sehen lassen. Dazu ein Torverhältnis, das mit 27:27 Toren im Einklang mit sich selbst zu sein scheint. Wer muss sich da in der Rückrunde mehr verbessern – Abwehr oder Angriff? „Ganz klar, die Offensive. Weil wir schon auch einen mutigen Spielstil verfolgen. Wir wollen nicht nur hinten drinstehen, sondern den Zuschauern auch Tore bieten. Da hätten dann alle auch noch mehr Spaß daran.“ Und für die Zuschauer und den Spaß am Spiel gibt der SV Schlalach schließlich alles. „Der Fußballplatz ist an Heimspielen Treffpunkt für junge Familien, für Fußballbegeisterte, für die älteren Dorfbewohner ist er auch ein sozialer Ausgleich – er ist Spielplatz, er ist Sportplatz, vor allem ist er unser Platz!“

„Die Gemeinschaft und der Zusammenhalt, der dadurch entsteht, ist nicht mit Geld zu bezahlen.“

Während im Profibereich Einsatzprämien und Wochenlöhne in immer höhere Dimensionen vorstoßen, steht im Amateurbereich der Mensch und die Liebe zum Spiel im Fokus. „Echte Fußballliebe ist für mich die Liebe zu meinem Heimatverein und die dazugehörige Unterstützung und ehrenamtliche Arbeit dort. Es gibt nichts Schöneres, als in seinem Heimatverein etwas aufzubauen und das für viele zugänglich zu machen”, sagt David Günther. In Schlalach packen Zuschauer, Kicker und Gönner des Vereins zusammen an. Diesen Zusammenhalt schätzt er auch in der Kabine und auf dem Rasen: „Wenn man merkt, dass alle zusammenhalten, auf und neben dem Platz, nach Siegen oder Niederlagen, das macht mich glücklich und bringt Kraft für den Alltag.“

SV Traktor Schlalach

„In Krisenzeiten muss man auswärts auch mal kalt duschen.“

Corona, Krieg und Inflation bringen viele Vereine an die Grenzen. Der SV Schlalach setzt auf die Gemeinschaft. Grundsätzlich blicke ich optimistisch nach vorn. Nach jedem Tief kommt auch wieder ein Hoch. Sicherlich ist die jetzige Zeit schwierig, und die steigenden Energiekosten machen es Vereinen ohne große Sponsoren schwer. Wir haben es auch gemerkt und mussten zum Beispiel auswärts kalt duschen. Das ist dann nicht so schön, aber wenn es hilft, tragen wir gerne unseren Teil zur Lösung bei.“ Und wie steht es grundsätzlich um die Zukunft der kleinen Vereine? „Insgesamt mache ich mir keine Sorgen um den Amateurfußball, denn es gibt so viele engagierte Leute, die mit Herzblut dabei sind, da bin ich mir sicher, dass Lösungen gefunden werden. Und die Pandemie haben wir nun auch mehr oder weniger überstanden – da schaffen wir die Energiekrise auch noch.“

Davids Weihnachtswunschzettel für den (Amateur-)Fußball.

„Wow, ich glaube, allein zu dieser Frage könnte ich einen schönen Aufsatz schreiben. Ich versuche, mich kurz zu fassen.“

  1. Gehaltsobergrenze für Spieler, keine Überflutung mit „unnötigen“ Spielen, Nations League bspw., und mehr Präsenz des Amateurfußballs durch Vertreter im DFB.
    Im Detail: Die Distanz zwischen der Basis, dem Amateurfußball, und den Profis verkleinern. Die enormen Summen, die gezahlt werden, und das mediale Auftreten, nicht zuletzt bei der WM in Katar, vergrößern die Lücke zwischen Amateur und Profi. Warum muss man zum Fußballschauen im TV drei oder vier Abos abschließen? Warum kostet ein Trikot für einen Fußballfan über 100 Euro, und warum werden Interessen von Fanvertretungen nicht berücksichtigt? Der Fußball verliert sich gerade etwas selbst, da sollten wir gegensteuern.
  2. Mehr Unterstützung für die Amateurfußball-Infrastruktur.
    Ich denke, jeder Fußballer, vor allem aber die Kinder haben es verdient, auf guten Rasen- oder Kunstrasenplätzen zu trainieren. Niemand sollte auf Asche oder ähnlichem Untergrund trainieren müssen. Auch intakte Gebäude, Trainingsutensilien oder Trikots sollten finanzierbar sein. Man müsste mehr Förderprojekte auch für die ländlichen Regionen starten.
  3. Besserer Umgang miteinander.
    Wir alle lieben unseren Sport. Uns verbindet so viel, wir sind alle ähnlich. Da sollten wir uns, bei allen Emotionen im Spiel, nach dem Spiel die Hand geben, ein Bierchen trinken und gemeinsam fachsimpeln, egal wie das Spiel ausging – und natürlich egal, wo wir herkommen. Vielleicht können benachbarte Vereine auch mal gemeinsam Projekte anschieben oder Veranstaltungen organisieren. Nicht dass jeder nur seins macht, sondern auch mal über den Tellerrand hinausblickt.

„Profis machen bis zu 60 Sprints im Spiel. Ich bin froh, wenn mein defensiver Mittelfeldspieler einen macht.“

Von wegen Kreisligagebolze. „Gegenpressing und Angriffspressing à la Nagelsmann“ lautet der progressive Spielstil in Schlalach. Das System verlangt den Amateuren nicht nur taktisch viel ab. Auch Underdogs haben mit dem Schweinehund zu kämpfen. „Wenn man sagt: Geht raus und spielt Angriffspressing, dann halten sich die ersten nach 20 Minuten die Hände an die Knie oder die Nieren.“ Doch der Trainer hat Tricks auf Lager. „Wir machen alle Konditionsübungen mit Ball. So merken die meisten gar nicht, dass es gerade um Ausdauer geht.“

SV Traktor Schlalach

„Yannic ist Ur-Bochumer und freut sich auf Peter Neururer wie ein Kullerkeks.“

An der Ausdauer feilt die Truppe dann nächstes Jahr auch am Gardasee. Zugegeben, die Italienisch-Kenntnisse sind ausbaufähig. „Sprachlich stehen wir bei null. Unser Italienisch beschränkt sich auf aktuelle und ehemalige Fußballprofis, wie Franco Baresi, Roberto Baggio oder Francesco Totti“, sagt der Trainer. Macht nix. Die Sprache des Fußballs ist sowieso international. Und mit Peter Neururer kann man ja zum Glück in der eigenen Sprache fachsimpeln. Alles tutti. Apropos: Wer freut sich denn am meisten auf „Peter, den Großen“? „Der Yannic ist quasi Ur-Bochumer und freut sich ,enormst’. Der hat schon alle Trikots rausgeholt. Ich als Trainer kann natürlich auch profitieren und mir ein paar Kniffe abschauen.“ Und worauf darf sich Peter Neururer freuen? „Ich denke, Peter Neururer hat in seiner Karriere schon fast alles gesehen. Ich denke, er weiß, was ihn sportlich erwartet. Worauf er sich freuen kann, ist eine Mannschaft, die auf dem Platz alles geben wird. Ein Team, das sich wirklich auf die neuen Eindrücke von ihm freut. Damit er am Ende sagt: ,Nicht schlecht für Kreisliga.’“ Und dann fügt David noch hinzu: „Und dann spielen wir in der dritten Halbzeit unsere Stärken aus.“

Da können wir allen Beteiligten nur viel Spaß wünschen. Wir werden natürlich vor Ort sein und fleißig vom Trainingslager berichten. Auch 2023 werden wir tolle Aktionen rund um den Amateurfußball veranstalten. In diesem Sinne: Kickt alle gut ins neue Jahr und bis bald.

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Über den Autor
Robert

Online Redakteur bei CosmosDirekt seit 2014, davor seit 1996 in verschiedenen Bereichen des Cosmos tätig. Ist auf der Straße, im Garten und auf dem Wasser zu Hause.