CosmosDirekt - Die Versicherung.
Ausgabe 01/2016
Nützliche Steuertipps

bald ist es wieder soweit: Arbeitnehmer und Selbstständige, die zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind, müssen bis ihre Einkommenssteuererklärung abgeben. Hier erfahren Sie, welche Versicherungen Sie absetzen können, was sonst noch alles steuerlich geltend gemacht werden kann, welche Fristen eingehalten werden müssen und warum sich eine freiwillige Abgabe lohnt!

Obwohl nicht jeder zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist, lohnt sich in den meisten Fällen die freiwillige Abgabe auch für Arbeitnehmer, die keine einreichen müssen. Denn mehr als 90 Prozent der dem Finanzamt übermittelten Steuerklärungen führen zu einer Steuererstattung – von durchschnittlich 873 Euro. Der Aufwand zahlt sich also häufig aus!

Welche Versicherungen können Sie absetzen?

Allgemein gilt: Sie können alle Versicherungen steuerlich geltend machen, die der Vorsorge dienen. Dabei muss zwischen Versicherungen, die berufliche Risiken abdecken, und Versicherungen, die private Risiken abdecken, unterschieden werden. Je nachdem, in welche Kategorie eine Versicherung fällt, können die Beiträge als Werbungskosten oder als Sonderausgaben absetzbar sein. Unter die beruflich bedingten Versicherungen, also Werbungskosten, fallen die Arbeitsrechtsschutzversicherung, die Unfallversicherung (für ausschließlich berufliche Unfälle), die Berufshaftpflichtversicherung und die Diensthaftpflichtversicherung für öffentlich Bedienstete.

Die privaten Vorsorgeaufwendungen stellen den wichtigsten Posten der Sonderausgaben dar. Dazu zählen sowohl die gesetzliche als auch die private Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung, die private Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherung, Unfall- und Haftpflichtversicherungen, Kapitallebens- sowie Risikolebensversicherungen, die Reisekrankenversicherung und die Kfz-Haftpflichtversicherung. Letztgenannte gilt nur als Vorsorgeaufwendung, wenn es sich dabei nicht um Betriebs- oder Werbungskosten handelt. Dies ist der Fall, wenn das Auto zu Ihrem eigenen Unternehmen gehört und somit unter Betriebsausgaben fällt.

Da die Hausratversicherung nicht als Vorsorge-, sondern als Sachversicherung gilt, kann diese prinzipiell nicht abgesetzt werden – außer, Sie haben in Ihrem Zuhause ein Büro oder Arbeitszimmer. In diesem Fall kann sie anteilig als Werbungskosten abgesetzt werden. Sollten Sie eine Büroversicherung abgeschlossen haben, können Sie diese als Betriebskosten geltend machen, wie alle Sachversicherungen, die Ihr Gewerbe betreffen. Dazu gehört auch die Kfz-Teil- oder Vollkaskoversicherung, wenn sich das Auto im Betriebsvermögen Ihres Unternehmens befindet.

Höchstbeträge für private Vorsorgeaufwendungen

In welcher Höhe Ihre Vorsorgeaufwendungen abgesetzt werden können, richtet sich nach den jeweilig geltenden Höchstbeträgen. Die Vorsorgeaufwendungen sind in Altersvorsorgeaufwendungen und sonstige Vorsorgeaufwendungen unterteilt. Ab 2015 ist der Altersvorsorgehöchstbetrag gekoppelt an den Höchstbeitrag in der knappschaftlichen Rentenversicherung, aufgerundet auf einen vollen Euro-Betrag. Im Jahre 2015 beträgt der Höchstbetrag für Ledige 22.172 Euro und für Verheiratete 44.344 Euro. Folglich wirken sich die gezahlten Beiträge mit 80 % steuermindernd aus, höchstens also 17.738 Euro bzw. 35.476 Euro. Unter Altersvorsorgeaufwendungen fallen alle Beiträge für die gesetzliche, betriebliche und private Altersvorsorge, also auch alle Formen der Riester- und Rürup-Rente.
Die sonstigen Vorsorgeaufwendungen sind für sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer bis insgesamt 1.900 Euro abzugsfähig, für Selbstständige bis zu 2.800 Euro. Für Verheiratete gilt jeweils der doppelte Höchstbetrag.

Weitere Sonderausgaben und Werbungskosten

Unter Sonderausgaben fallen auch Aufwendungen für die Kinderbetreuung, für deren Berufsausbildung und Unterhaltszahlungen sowie Kirchensteuer und Spenden. Auch Kosten für Erhaltungs-, Modernisierungs- oder Renovierungsarbeiten sowie für sozialversicherte Haushaltshilfen und haushaltsnahe Dienstleistungen können steuerlich geltend gemacht werden. Zudem werden außergewöhnliche Belastungen wie Scheidungs-, Krankheits- oder Beerdigungskosten, behinderungsbedingte Kosten, Pflegekosten für Eltern, Ehepartner und Kinder steuerlich berücksichtigt. Achten Sie auch darauf, Änderungen in Ihrer Familie wie die Geburt eines Kindes, Heirat oder Verpartnerung anzugeben.

Zu den Werbungskosten gehören Aufwendungen für die tägliche Fahrt zur Arbeit, für berufliche Fachliteratur, Büromaterialien, Mitgliedsbeiträge für Berufsverbände, Weiterbildungskosten, doppelte Haushaltsführung, Kosten für spezielle Arbeitskleidung, Kontoführungsgebühren und Steuerberatungskosten. Auch Bewerbungskosten (Bewerbungsfotos, -material und -trainings, Fahrten zu Bewerbungsgesprächen etc.), vom Arbeitgeber nicht bezahlte Dienstreisen oder beruflich begründete Umzüge fallen darunter. Das Finanzamt berücksichtigt automatisch pauschal 1.000 Euro. Sollten Sie darüber liegen, erhalten Sie also Geld zurück.

Welche Angaben gehören wohin?

• Für Arbeitnehmer: Anlage N (inklusive Werbungskosten)
• Für Selbstständige: Anlage S (inkl. Betriebskosten) und ggf. EÜR
• Für Gewerbetreibende: Anlage G
• Sonderausgaben wie Unterhaltungszahlungen, Spenden, Kirchensteuer, außergewöhnliche Belastungen, haushaltsnahe Dienstleistungen: Mantelbogen
• Versorgungsleistungen und Unterhaltszahlungen: zusätzlich Anlage U (Zahlungen an geschiedenen oder getrennt lebende Ehepartner) oder Anlage Unterhalt (ohne Realsplitting/Zahlungen an Kinder oder Eltern)
• Private (Alters-)Vorsorgeaufwendungen, Kranken- und Pflegeversicherungen, Rürup-Rente, Versicherungsbeiträge: Anlage Vorsorgeaufwand
• Riester-Rente: Anlage AV
• Angaben zu Kindern: Anlage Kind

Einreichungsfrist für Ihre Steuererklärung

Wer zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist, muss diese bis Ende Mai des folgenden Jahres einreichen. Mithilfe eines Antrags auf Fristverlängerung, der durch hohe Arbeitsbelastung oder Krankheit begründet wird, kann die Abgabe jedoch bis zum 30. September aufgeschoben werden. Bearbeitet ein Steuerberater Ihre Steuererklärung oder unterstützt Sie ein Lohnsteuerhilfeverein, muss die Abgabe erst bis zum 31. Dezember erfolgen. Wer freiwillig seine Steuererklärung abgibt, hat sogar vier Jahre Zeit. In diesem Fall muss die Steuererklärung dem Finanzamt bis zum 31.12. vorliegen. Aber wie für so vieles gilt auch hier: Je eher daran, desto schneller davon! Also, machen Sie sich am besten gleich ans Werk – es ist gar nicht so schwierig, wie Sie vielleicht denken!

Steuererklärung

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