Ausgabe 01/2017
Teure Fahrt im Winter

Zugefrorene Scheiben, auf dem Dach eine Haube Schnee: Im Winter müssen Autofahrer morgens ein paar Minuten mehr einplanen, um das Fahrzeug von Eis und Schnee zu befreien. Sonst drohen Bußgelder.

Des einen Freud, des anderen Arbeit: Wenn im Winter die ersten Schneeflocken fallen, haben Garagenbesitzer gut lachen. Wer aber sein Auto am Straßenrand geparkt hat, muss nun früher raus als sonst. Denn wenn das Fahrzeug eingeschneit ist und die Scheiben zugefroren sind, heißt es: warm anziehen, Feger und Kratzer in die Hand nehmen und das Auto von Eis und Schnee befreien. Einfach nur einen schmalen Streifen auf der Windschutzscheibe freizumachen, reicht nicht aus – man muss schon die gesamte Front- und beide Seitenscheiben links und rechts des Fahrersitzes komplett enteisen. „Guckloch-Fahrern“ droht ein Bußgeld in Höhe von 10 Euro – werden sie in einem Unfall verwickelt, erhöht sich das Bußgeld auf 35 Euro.

Wenn die Scheiben von innen beschlagen sind, gilt das Gleiche: Der Wasserfilm muss überall abgewischt werden, damit die Sicht nicht eingeschränkt ist. Andernfalls wird ebenfalls ein Bußgeld von 10 Euro fällig. Um beschlagene Scheiben kurz nach dem Losfahren zu verhindern oder sich generell das Eiskratzen zu erleichtern, lassen viele Autofahrer morgens den Motor bereits einige Minuten laufen, bevor sie losfahren. Während sie draußen ums Auto herumlaufen, wird es im Fahrzeuginnern allmählich kuschelig warm. Doch das ist verboten: Der Leerlauf bei kaltem Motor schädigt sowohl das Antriebsaggregat als auch die Umwelt durch den unnötigen Schadstoffausstoß. Kosten: 10 Euro Strafe.

Bei Unfällen erhöhen sich die Bußgelder

Noch mehr zahlen müssen Autofahrer, die das Dach nicht von der Schneehaube befreit haben. Durch ein Bremsmanöver kann der Schnee nach vorne rutschen und die Sicht behindern. In diesem Fall wird wegen der Gefährdung für sich und andere ein Bußgeld in Höhe von 25 Euro erhoben. Wer mit zugeschneitem Kennzeichen fährt, muss 5 Euro Strafe zahlen. Richtig teuer wird’s übrigens, wenn man bei winterlicher Witterung mit Sommerreifen erwischt wird. Die Polizei kann dann ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro verhängen; zusätzlich gibt's einen Punkt in Flensburg. Bei einem Unfall verdoppelt sich das Bußgeld auf 120 Euro, die Kfz-Versicherung schränkt dann sogar möglicherweise den Kasko-Schutz ein.

Wenn man mit vereisten Scheiben in einen Unfall verwickelt wird, bekommt man immer eine Teilschuld zugesprochen. Das erklärt auch den höheren Betrag von 35 Euro, den man wegen der fehlenden Sicht bezahlen muss. Deshalb empfiehlt es sich, der Eisbildung vorzubeugen. Die Frontscheibe deckt man mit einer Alufolie ab, die Wischerblätter werden von der Scheibe weggeklappt. Um das restliche Eis möglichst gut entfernen zu können, sollte der Kratzer eine stabile und anpassungsfähige Klinge besitzen, außerdem eine Kante mit robusten Zähnen gegen hartnäckige Eisbrocken und eine Gummilippe, mit der man den Wasserfilm gut entfernen kann.

Enteiserspray ist hilfreich, Frostschutzmittel ist vorgeschrieben

Als Alternative und Ergänzung zum Kratzen haben sich bei leichtem Frost Enteisersprays bewährt. Sie tauen mithilfe von Alkohol das Eis an und das beigemengte Glykol verhindert eine erneute Eisbildung. Auch bei vereisten Türschlössern helfen die Sprays, bei dicken Eisschichten kommen sie jedoch an ihre Grenzen. Um während der Fahrt die Scheiben eisfrei zu halten, sollte man das Wasser auf der Scheibe abziehen und das Spray vor dem Losfahren erneut auftragen. Damit das Scheibenwasser, mit dem die Frontscheibe gereinigt wird, bei Minusgraden nicht gefriert, ist die Zugabe von Frostschutzmittel vorgeschrieben. Fehlt es, kann eine Strafgebühr von 10 Euro verhängt werden.

Kommen Sie gut und sicher durch den Winter!

Vorsicht Bußgeld

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