CosmosDirekt - Die Versicherung.
Ausgabe 01/2017
Unfallfrei auf der Piste

Im neuen Jahr zieht es wieder viele Wintersport-Fans in die Berge. Neben Ski, Snowboard und schneefester Kleidung gehören auch einige Versicherungen in den Urlaubskoffer.

Nach dem Jahreswechsel blicken Wintersportler mit Freude auf die nächsten Wochen. Denn dann heißt es wieder: Ausrüstung checken, Skigebiet auswählen und losfahren. Viele stürzen sich mit Höchstgeschwindigkeit die brettharten Kunstschneepisten hinunter. Nicht alle kommen heil und unversehrt unten an. Rund 40.000 schwere Unfälle müssen pro Jahr ärztlich behandelt werden, jeder sechste davon im Krankenhaus – so das Ergebnis einer Analyse, das die Auswertungsstelle für Skiunfälle (ASU) in Düsseldorf bekanntgab. Daher ist es sinnvoll, sich mit verschiedenen Versicherungen gegen die finanziellen Folgen solcher Unfälle zu schützen.

Auslandsreisekrankenversicherung

Brettert man mit seinen neuen Carving-Ski die überfüllte Piste hinunter, kann man sich schnell im Schneewall wiederfinden. Das tut weh – und kann auch teuer werden. Zum Beispiel, wenn man in einem der beliebten Skigebiete in Italien, Österreich oder der Schweiz unterwegs ist. Wer sich bei einem Sturz das Knie verletzt hat, wird von der Bergrettung ins Tal und zum zuständigen Arzt gebracht. Doch sowohl die Behandlungskosten als auch der Helikopter-Flug werden dem Patienten in Rechnung gestellt. Für den Patienten ist das aber mit einem finanziellen Risiko verbunden: Zum Beispiel kostet eine Knie-OP in Österreich doppelt so viel wie in Deutschland. Doch die deutschen Krankenkassen ersetzen solche Ausgaben nur bis zum hierzulande gültigen Höchstsatz. Den Rest muss man selbst übernehmen. Und beim Hubschraubereinsatz wird zwischen „Rettung“ und „Bergung“ unterschieden. Die Rettung ist medizinisch notwendig und wird erstattet. Die Bergung, zum Beispiel aus einem schwer zugänglichen Gebiet, dagegen nicht. Mit einer Auslandsreisekrankenversicherung kann man sich weltweit gegen den finanziellen Schaden schützen. Und die Police übernimmt auch einen medizinisch gebotenen Rücktransport nach Hause.

Privathaftpflichtversicherung

Ebenfalls sehr sinnvoll ist eine private Haftpflichtversicherung. Denn wer beim Skifahren mit jemandem zusammenstößt und einen Schaden verursacht, muss diesen ersetzen. Dafür haftet der Unfallverursacher in voller Höhe und mit seinem gesamten Vermögen. Gerade bei schweren Verletzungen türmt sich schnell eine Summe in Millionenhöhe auf: Nicht nur die Kosten für das beschädigte Material und die Behandlung müssen berücksichtigt werden, sondern auch die für Verdienstausfall und Schmerzensgeld fließen in die Rechnung ein. Auch für das Unfallopfer kann es günstig sein, wenn es selbst eine Privathaftpflicht abgeschlossen hat. Zum einen, weil auch das Unfallopfer selbst leicht einen Schaden verursachen könnte, den es nun selbst verantworten muss. Zum anderen, und noch wichtiger in diesem Fall, ist die Forderungsausfalldeckung. Sie schützt davor, dass man auf den Kosten sitzen bleibt, wenn der Verursacher nicht zahlen kann, zum Beispiel weil er weder eine eigene Haftpflichtversicherung noch Vermögen in ausreichender Höhe besitzt. In Deutschland besitzen rund 15 Prozent aller Haushalte keine Privathaftpflichtversicherung, in der Schweiz verzichtet etwa jeder Zehnte auf eine entsprechende Police. In Österreich wird die Privathaftpflicht zwar über die weitverbreitete Haushaltsversicherung abgedeckt. Allerdings sind noch viele Altverträge mit geringen Deckungssummen im Umlauf, und viele Studenten und Lehrlinge sind nicht automatisch über die Versicherung ihrer Eltern abgedeckt.

Unfallversicherung

Nach Angaben der ASU sind etwa 80 Prozent aller Unfälle selbst verschuldet, nur jeder fünfte lässt sich auf einen Zusammenstoß mit einem anderen Wintersportler zurückführen. Doch unabhängig von der Ursache gehören Knie, Schultern und der Kopf zu den besonders gefährdeten Körperteilen: Bänderrisse, Schlüsselbeinbrüche und Gehirnerschütterungen sind typische Wintersport-Verletzungen. Bleibt von diesen ein Gesundheitsschaden zurück, zahlt die private Unfallversicherung einmalig eine bestimmte Summe. Sie übernimmt ebenfalls Rettungs- und Bergungskosten, sogar bei Unfällen außerhalb der offiziellen Pisten. Zudem werden die Kosten für bestimmte Behandlungen übernommen, welche die Krankenkasse nicht übernimmt. Und mit zusätzlichen Assistenz-Leistungen hilft die Versicherung, dass man sich nach einem Unfall besser im Alltag zurechtfindet.

Schutz bei Unfällen ist gut, Schutz vor Unfällen ist besser

Wer zum ersten Mal zum Wintersport in die Berge fährt, sollte selbstverständlich einen Ski- oder Snowboard-Kurs besuchen. Hier bekommt man die richtigen Techniken für Abfahrt und Kurvenfahrten gezeigt, übt sich im Halten und Ausbalancieren – und sammelt die ersten Erfahrungen auf seinen Brettern. Eine gute Wintersportausrüstung ist wichtig: Auf Helm, Brille und Protektoren sollte niemand verzichten, insbesondere Kinder nicht. Doch so gut der Schutz bei Unfällen auch ausfällt, der Schutz vor Unfällen ist noch besser. Die Féderation Internationale de Ski (FIS) betont, dass man schon allein durch ein umsichtiges Verhalten vielen Unfällen vorbeugen kann. Alle Ski- und Snowboard-Fahrer, ob unerfahren oder geübt, sollten auf der Piste immer die gebotene Vorsicht walten lassen und Rücksicht auf andere nehmen.

Der beste Unfallschutz beginnt aber nicht erst bei der Abfahrt, sondern daheim. Denn Sie sollten schon einige Wochen vor Ihrem Ski-Urlaub damit anfangen, Muskeln und Bänder für die Piste vorzubereiten. Mit einem speziellen Workout trainieren Sie Beweglichkeit, Kraft und Kondition und können so den hohen Belastungen bei Abfahrt oder Langlauf besser standhalten. Dies ist insbesondere für alle empfehlenswert, die einige Jahre Pause gemacht haben und erst jetzt wieder auf Ski oder Snowboard steigen. Bei untrainierten Fahrern erhöht aber nicht nur die mangelnde Fitness das Unfallrisiko. Ein Problem ist auch, dass sie häufig ihre Fähigkeiten einfach überschätzen. Mit Zurückhaltung in den ersten Tagen und einem entsprechenden Training im Vorfeld reduziert man also die Unfall- und Verletzungsgefahr – und steigert dank der größeren Kräfte auch den Spaß auf der Piste.

So vorbereitet steht einem vergnüglichen und unfallfreien Ski- oder Snowboard-Urlaub nichts im Wege.

Ski und Rodel gut

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann empfehlen Sie ihn gerne weiter!

Weitere Beiträge.
Einkommenssteuer 2017: Kleine Geschenke für Familien, große Vereinfachung für alle

Schon drei Monate vor dem Weihnachtsfest hat der Bundesfinanzminister einige Steuergeschenke für 2017 verteilt. Zwar sollte vor allem das Besteuerungsverfahren modernisiert werden. Doch neben Vereinfachungen bei Belegpflichten und der Umstellung auf digitale Datenübermittlung präsentierte Wolfgang Schäuble auch eine „Mini-Steuerreform“: Die Anhebung von Kindergeld und Freibeträgen entlastet vor allem Familien und Menschen mit geringem Einkommen. Berufstätige profitieren davon, dass die kalte Progression eingedämmt werden soll.

Teure Fahrt im Winter

Zugefrorene Scheiben, auf dem Dach eine Haube Schnee: Im Winter müssen Autofahrer morgens ein paar Minuten mehr einplanen, um das Fahrzeug von Eis und Schnee zu befreien. Sonst drohen Bußgelder.

Gute Vorsätze für 2017

Alle Jahre wieder: weniger Stress, mehr bewegen, Schluss mit Rauchen. Doch wie kann man die guten Vorsätze dauerhaft umsetzen?