Ausgabe 01/2018
Was ändert sich 2018?

Betriebsrenten werden gestärkt, Mutterschutz wird auf Schülerinnen und Studentinnen ausgeweitet, Winterreifen nur noch mit Schneeflocke-Symbol – ein Überblick, was im kommenden Jahr wichtig ist.

Auch in diesem Jahr verabschiedete der Bundestag wieder viele neue Gesetze und passte bestehende Regelungen an. Einige traten sofort oder im Laufe der vergangenen Monate in Kraft –zum Beispiel die Gleichstellung homo- und heterosexueller Ehepaare zum 1. Oktober. Andere werden erst zum 1. Januar 2018 wirksam. Wir geben einen Ausblick, was sich im kommenden Jahr ändert.

Betriebsrenten

Mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz soll die Einführung von Betriebsrenten vor allem für kleine Unternehmen und Handwerksbetriebe attraktiver gemacht werden. So gibt es beispielsweise steuerliche Förderungen und Zuschüsse, damit Arbeitgeber auch für Geringverdiener eine Betriebsrente anbieten. Außerdem soll die Einzahlungspflicht des Arbeitgebers dem späteren Rentenempfänger mehr Sicherheit geben.

Gesetzliche Rentenversicherung

Zum Jahreswechsel sinkt der Beitrag zur Gesetzlichen Rentenversicherung um 0,1 Prozentpunkte auf 18,6 Prozent. Wer 3.000 Euro brutto im Monat verdient, wird voraussichtlich um 1,50 Euro entlastet. Stärker freuen können sich alle, die schon Rente beziehen. Die Altersbezüge werden voraussichtlich um etwa 3 Prozent angehoben.

Mutterschutz

Der gesetzlich geregelte Mutterschutz – 6 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und 8 Wochen nach der Geburt – gilt nun auch für Schülerinnen und Studentinnen. Sie sind in dieser Zeit von der Teilnahme an Pflichtveranstaltungen befreit. Zudem wird ein allgemeines Beschäftigungsverbot für werdende Mütter eingeführt, die ihre Arbeiten innerhalb einer vorgegebenen Zeittaktung erledigen müssen.

Einkommenssteuer

Der Grundfreibetrag, ab dem ein lediger Erwachsener sein Einkommen versteuern muss, wird um 180 Euro auf glatte 9.000 Euro erhöht. Für Ehepaare und eingetragene Lebenspartnerschaften gilt der doppelte Satz von 18.000 Euro. Auch der Kinderfreibetrag steigt. Er wird um 72 Euro auf 7.428 Euro angehoben. Der Kinderfreibetrag gilt für leibliche und adoptierte Kinder gleichermaßen, Eltern können das zu versteuernde Einkommen um den Freibetrag senken.

Kindergeld

2018 erhöht sich das Kindergeld um 2 Euro. Für das erste und zweite Kind gibt es dann jeweils 194 Euro vom Staat, für das dritte 200 Euro und für das vierte und alle nachfolgenden Kinder nochmals 225 Euro.

Kreditkarten- und Überweisungsgebühren

Ab dem 13. Januar greifen EU-weit einheitliche Regelungen zum Zahlungsverkehr. So dürfen Händler bei Zahlungen im Internet keinen Aufschlag auf Kreditkartengebühren mehr erheben. Das Gleiche gilt für Überweisungen und Lastschriften. Zudem haften Bankkunden nur noch bis maximal 50 Euro, wenn ihre EC- oder Kreditkarte missbraucht wird oder Hacker sich Zugang zum Online-Banking verschaffen. Voraussetzung dafür ist aber, dass das Konto vorher gesperrt wurde. Bei grober Fahrlässigkeit und (betrügerischem) Vorsatz gilt aber weiterhin eine Haftung in unbegrenzter Höhe. Grob fahrlässig bedeutet zum Beispiel, auf die Nutzung von Antivirensoftware oder einer Firewall zu verzichten. Auch bei der Eingabe von Zugangsdaten und TAN-Nummern im Internet sind alle Computernutzer angehalten, jederzeit die gebotene Sorgfalt walten zu lassen.

500-Euro-Scheine

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte bereits 2016 das Aus des 500-Euro-Scheins angekündigt. Im kommenden Jahr wird es ernst. Ab Ende 2018 stellt die EZB die Ausgabe der violetten Banknoten ein. Scheine, die sich noch im Umlauf befinden, behalten aber weiterhin ihre Gültigkeit. Ebenfalls Ende des kommenden Jahres sollen dann überarbeitete 100- und 200-Euro-Scheine eingeführt werden. Sie zeichnen sich vor allem durch verbesserte Sicherheitsmerkmale aus.

Notrufsystem eCall

Ab dem 31. März 2018 müssen Autobauer ihre neuen Modelle mit eCall ausrüsten. Dabei handelt es sich um ein automatisches Notrufsystem, das europaweit vorgeschrieben ist. eCall kontaktiert bei einem Unfall selbstständig die Notrufnummer 112 und ruft einen Rettungsdienst herbei. Dabei übermittelt das System sowohl den Standort des Fahrzeugs als auch die Richtung, in die es vor dem Unfall unterwegs war. So können bei Unfällen auf der Autobahn die Rettungskräfte schnell die richtige Stelle erreichen.

Winterreifen

Winterreifen, die ab dem 1. Januar 2018 hergestellt werden, dürfen nur noch verkauft werden, wenn sie das „Alpine“-Symbol tragen. Das Piktogramm stellt einen dreigezackten Berg dar, der eine Schneeflocke umschließt. Im Gegensatz zum bisherigen M+S-Zeichen müssen Reifen bei Vergleichstests bestimmte Mindeststandards erfüllen, um das „Alpine“-Symbol zu erhalten. Bereits gekaufte Winterreifen, die nur ein M+S-Zeichen haben, dürfen zwar noch verwendet werden, um die Winterreifenpflicht zu erfüllen. Die Übergangsfrist dafür endet aber am 30. September 2024.

Trends 2018

Die bei uns nur in den südlichen Bundesländern vorkommende, aber sehr reizvolle Esskastanie wurde zum Baum des Jahres 2018 gekürt. Als Trendfarben für den kommenden Frühling gelten laut US-Farbinstitut Pantone zum Beispiel „Meadowlark“ (ein kühles Sonnengelb), „Chili Oil“ (ein erdiges Rotbraun) oder „Emperador“ (ein saftiges Schokoladenbraun). Und der Reiseführer Lonely Planet empfiehlt Chile, die Causeway Coast im Norden Nordirlands sowie Sevilla und Tallinn als die interessantesten Reiseziele fürs kommende Jahr.

Wir wünschen einen guten Rutsch und einen erfolgreichen Start ins Jahr 2018!

Gesetzliche Änderungen 2018

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