Ausgabe 01/2019
Tipps zur Steuererklärung

Bald steht sie wieder für viele an: die Einkommensteuererklärung. Neu in diesem Jahr ist die längere Abgabefrist. Lesen Sie, was Sie beim Ausfüllen beachten müssen und wie Sie Steuern sparen können.

Für manche ist die jährliche Steuererklärung so lästig wie Kopfweh. Man muss unverständliche Formulare ausfüllen, dazu ärgert man sich über den Wust an unsortierten Belegen. Hätte man sie doch wenigstens in einem Schuhkarton gesammelt! Also schiebt man das Ganze solange auf, bis der Abgabetermin vor der Tür steht. Dabei lohnt es sich für die meisten, eine Steuerklärung zu machen. In rund 90 Prozent aller Fälle gibt es vom Finanzamt Geld zurück. Im Jahr 2017 betrug die Rückerstattung pro Steuererklärung durchschnittlich 935 Euro, ermittelte das Statistische Bundesamt.

Längere Abgabefrist, aber auch strengere Strafen

Die gute Nachricht für alle von Aufschieberitis Geplagten: Ab diesem Jahr dürfen Sie sich etwas länger Zeit lassen. So gilt nun für alle, die die Steuererklärung selbst einreichen, eine um zwei Monate verlängerte Frist; der Stichtag ist ab diesem Jahr der 31. Juli. Wer sich von einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein unterstützen lässt, hat sogar immer bis Ende Februar des Folgejahres Zeit. Da der 29. Februar 2020 auf einen Samstag fällt, gilt hier die Ausnahmeregelung: Der allerletzte Abgabetag ist der unmittelbar folgende Montag, also der 2. März 2020.

Die neuen Fristen sollte man ernst nehmen. Zwar konnte auch schon in der Vergangenheit das Finanzamt Versäumniszuschläge erheben, wenn die Steuererklärung ohne weitere Absprachen zu spät eingereicht wurde. Doch ob der Zuschlag erhoben wurde und in welcher Höhe, lag im Ermessen des Finanzbeamten. Ab 2019 darf der Finanzbeamte aber kein Auge mehr zudrücken. Jetzt ist gesetzlich geregelt, dass der Versäumniszuschlag auf jeden Fall 0,25 Prozent der geschuldeten Steuersumme beträgt; mindestens werden 25 Euro fällig – und zwar pro angefangenem Monat.

Um dies zu verhindern, sollten Sie sich rechtzeitig um eine Fristverlängerung kümmern. Dies ist weiterhin möglich, sollte aber gut begründet sein: zum Beispiel durch fehlende Belege, einen großen Auftrag im Job, längere berufsbedingte Auslandsaufenthalte oder schwere Erkrankungen in der Familie. Der Sommerurlaub am Meer wird vermutlich nicht als Hinderungsgrund durchgehen.

Freibeträge nutzen, Ausgaben richtig angeben

Der Grundfreibetrag orientiert sich am gesetzlich festgelegten Existenzminimum und gibt an, bis zu welchem Wert Ihr Einkommen steuerfrei ist. Im Steuerjahr 2018 beträgt der Freibetrag für Ledige 9.000 Euro, für Verheiratete 18.000 Euro (bei gemeinsamer Veranlagung). Der Kinderfreibetrag – inklusive des Erziehungsfreibetrags – liegt bei 7.428 Euro pro Kind. Bekommen Eltern auch Kindergeld, führt das Finanzamt eine Günstigerprüfung durch. Dabei wird berechnet, welche Form der Unterstützung sich mehr lohnt. Denn sowohl Kindergeld als auch Kinderfreibetrag stellen steuerliche Erleichterungen dar – Eltern erhalten aber nur eine davon.

Eine Reihe weiterer Punkte wirkt sich ebenfalls zu Ihren Gunsten aus, weil sie das zu versteuernde Einkommen nachträglich senken. Der Klassiker sind alle berufsbezogenen Ausgaben, die als Werbungskosten eingetragen werden. Zunächst wird nur ein Pauschalbetrag in Höhe von 1.000 Euro veranschlagt, der sogenannte Arbeitnehmer-Pauschbetrag. Aber schon durch Fahrtkosten lassen sich höhere Ausgaben geltend machen. Alle Fortbildungskosten, die Sie privat bezahlt haben, sollten Sie ebenfalls angeben. Beiträge für die Unfall-, Berufsunfähigkeits-, private Haftpflicht- und Kfz-Haftpflichtversicherung können Sie in der Anlage Vorsorgeaufwendungen eintragen. Auch Aufwendungen zur Altersvorsorge führen Sie hier auf; neben den Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung zählen auch die Prämien für Ihre privaten Rentenversicherungen dazu.

Zudem fördert der Staat eine Reihe von Dienstleistungen, zum Beispiel zur Unterstützung im Haushalt und Garten. Absetzbar sind die reinen Arbeitskosten bis zu einer Gesamthöhe von 20.000 Euro, zum Beispiel fürs Putzen, für Babysitter oder Pflegekräfte. Voraussetzung ist natürlich ein ordentlicher Arbeitsvertrag. Berücksichtigt wird ein Fünftel der Gesamtsumme, also maximal 4.000 Euro. Auch die Arbeits- und Fahrtkosten von Handwerkern, die für Sie 2018 tätig waren, können Sie angeben. Die Kosten müssen allerdings separat ausgewiesen sein. Die Grenze liegt bei 6.000 Euro, die Steuerentlastung liegt ebenfalls bei 20 Prozent und beträgt maximal 1.200 Euro.

Bereits seit vergangenem Jahr greift die Belegvorhaltepflicht. Das heißt: Sie müssen Belege, zum Beispiel für Handwerkerrechnungen oder Spendenbescheinigungen, nicht mehr zwingend zusammen mit der Steuererklärung einreichen. Sie brauchen die Quittungen erst vorzulegen, wenn das Finanzamt Sie dazu auffordert. Die Belege müssen Sie zwei Jahre lang aufbewahren.

Steuersoftware erleichtert Ausfüllen

Wer sich bei der Erstellung der Steuererklärung nicht von Profis wie einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein unterstützen lässt, kann sich zumindest von einer Software helfen lassen. Eine elektronische Abgabe ist über ELSTER möglich, das kostenlose Online-Portal der Finanzämter. Da dafür aber eine Registrierung notwendig ist, sollten Sie diesen Punkt schon einmal rechtzeitig angehen. Daneben gibt es eine Reihe von kommerziellen Steuerprogrammen, zum Beispiel WISO Steuer-Sparbuch (Buhl-Data), SteuerSparErklärung (Wolters Kluwer), Taxman oder das Online-Portal smartsteuer.de (beide Haufe-Lexware).

Die Programme verfügen über eine Schnittstelle zu ELSTER, helfen aber auch – anders als die staatliche Software – gezielt beim Ausfüllen und geben konkrete Steuertipps. Auch gut: Die Kosten für das Steuerprogramm können im nächsten Jahr als Werbungskosten angegeben werden. Wenn Sie eine Software gefunden haben, die zu Ihren Bedürfnissen passt und eine gute Bedienoberfläche bietet, lohnt es sich meist, beim Anbieter zu bleiben. Dann lassen sich alle Daten aus dem Vorjahr übernehmen und müssen nur noch für die nächste Steuererklärung angepasst werden. So ist der Aufwand in jedem Fall geringer, als wenn Sie alles neu eintippen müssen.

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Steuertipps

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