CosmosDirekt - Die Versicherung.
Ausgabe 10/2016
Was ist eine Wohngebäudeversicherung?

Ein ausgebrannter Dachstuhl, ein vollgelaufener Keller, ein Rohrbruch – all das sind typische Beispiele, bei denen eine Wohngebäudeversicherung für den entstandenen Schaden eintritt. Während eine Hausratversicherung beschädigte Möbel, defekte Elektronik oder gestohlene Wertsachen absichert, schützt die Wohngebäudeversicherung die eigentliche Bausubstanz.

Die Wohngebäudeversicherung schützt zunächst das Gebäude, in dem der Versicherte und seine Familie wohnen. Also zum Beispiel das Dach, die Fassaden, die Zwischendecken. Alle Teile, die fest mit dem Gebäude verbunden sind, wie Türen, Treppen oder Fenster, werden aber ebenfalls durch die Versicherung abgedeckt. Insgesamt können folgende Bereiche versichert werden:

  • Wohngebäude selbst
  • Nebengebäude, zum Beispiel Gartenhaus oder Carport, wenn sie im Versicherungsschein aufgeführt werden
  • Terrassen, Markisen, Antennen und Satellitenschüsseln etc.

Welche Gefahren sind versichert?

Die Versicherungsform, die am häufigsten abgeschlossen wird, stellt die verbundene Wohngebäudeversicherung dar. Sie besteht aus drei Teilversicherungen, die jeweils eigene Risikogruppen schützen:

  • Feuerversicherung: Schäden durch Brand, Blitzschlag, Explosion und Implosion
  • Leitungswasserversicherung: Schäden durch Leitungswasser, Frost- und sonstigen Bruchschäden an Trinkwasserleitungen
  • Sturmversicherung: Schäden durch Sturm (ab Windstärke 8) und Hagelschäden

Neben den eigentlichen Schäden sind oft auch Folgeschäden versichert. Das heißt: Wenn der Sturm das Dach abgedeckt hat, werden ebenfalls die Kosten für Schäden ersetzt, die durch eintretendes Regenwasser verursacht wurden.

In manchen Situationen ist die Wohngebäudeversicherung nicht zuständig

Die Wohngebäudeversicherung ist erst mit dem Bezug des Gebäudes zuständig, also mit dem Beginn des eigentlichen Wohnens. Gebäude, die noch nicht fertiggestellt und demzufolge auch noch nicht an den Bauherren übergeben worden sind, können ebenfalls versichert werden. Dafür benötigt man aber eine Feuerrohbauversicherung, die allerdings nur Brände und Explosionen absichert. Oftmals kann man bei seinem Versicherer die Feuerrohbauversicherung problemlos in eine Wohngebäudeversicherung umwandeln. Die Feuerrohbauversicherung ist meistens für 12 Monate kostenfrei mitversichert.

Auch Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit ist bei einigen Wohngebäudeversicherungen nicht abgesichert. Grob fahrlässig wäre es zum Beispiel, bei besonders niedrigen Temperaturen Außenräume über einen längeren Zeitraum nicht zu heizen. Zum Beispiel, wenn man einen zehntägigen Ski-Urlaub antritt und dadurch Heizkosten sparen will. Doch bricht nun ein Heizungsrohr, würde die Versicherung den entstandenen Schaden nicht übernehmen. Aufgrund solcher Fälle ist der Einschluss der groben Fahrlässigkeit überlegenswert. Vorsätzliches Handeln lässt sich dagegen nie versichern.

So wird die Versicherungssumme berechnet

Unter der Versicherungssumme versteht man die maximale Summe, die im Schadenfall gezahlt wird. In der Regel wird sie nach dem gleitenden Neuwert berechnet. Sie entspricht dem Bau eines gleichwertigen Hauses, falls das versicherte Haus komplett zerstört wird – oder ein Bewohnen nicht mehr zumutbar ist und das Haus abgerissen werden muss. Nach dieser Methode passt sich die Versicherungssumme von Jahr zu Jahr an, da Veränderungen in den Bau- und Materialpreisen berücksichtigt werden.

Bei unserer Wohngebäudeversicherung verwenden wir ein anderes Berechnungsmodell. Das sogenannte Wohnflächenmodell basiert nicht auf einer zuvor festgelegten Versicherungssumme, sondern maßgeblich ist die im Antrag aufgenommene Ausgestaltung des Wohn- und sämtlicher Nebengebäude, die versichert werden sollen. Die Grundlage dafür bildet eine genaue Beschreibung des zu versichernden Gebäudes, ausgehend von der genauen Wohnfläche zwischen Keller und Dach (auch Hobbyräume werden berücksichtigt!). Tritt ein Schaden ein, wird er zum ortsüblichen Neubauwert ersetzt. Dieser markiert auch die Obergrenze der Versicherungssumme. Folgende Faktoren spielen bei der genauen Berechnung nach dem Wohnflächenmodell eine Rolle:

  • Wohnfläche (gesamte ausgebaute Wohnfläche von Dach bis Keller, abzüglich Treppen und ähnlichem)
  • Haustyp (Ein-, Zwei- oder Mehrfamilien-Haus)
  • Bauart (Massiv- oder Fertighaus)
  • Dachtyp (Stein- oder Reetdach)
  • Dachnutzung (ausgebaut oder nicht ausgebaut)
  • Keller (voll- oder teilunterkellert bzw. ohne Keller)

Daneben werden alle hochwertigen Einbauten, aber auch Sanitär- und Heizungsanlagen, Saunen sowie Echtholzfußböden (gehobene Ausstattung) berücksichtigt. Alle Änderungen der Bauausstattung müssen dem Versicherer unverzüglich mitgeteilt werden. Eine Photovoltaik-Anlage wird dagegen durch einen Standardvertrag oftmals nicht abgesichert. In diesem Fall ist es meist notwendig, die Anlage gesondert in die Wohngebäudeversicherung aufzunehmen. Das kostet meist aber nur einen geringen Aufschlag.

Erweiterung mit Elementarschadenschutz

Üblicherweise sind auch Elementarschäden nicht abgedeckt. Dabei handelt es sich um Schäden, die infolge von Hochwasser, Erdbeben oder Schneelawinen entstehen. Wenn sich Abwasser in der Kanalisation zurückstaut und dann durch einen Kellerschacht ausfließt oder aber wenn die Kellertreppe nach Starkregen vollläuft, zahlt die normale Wohngebäudeversicherung ebenfalls nicht. Deshalb wird oft der Abschluss einer Elementarschadenversicherung geraten. Dabei handelt es sich aber nicht um eine eigenständige Versicherung, sondern um einen Zusatz, der zusammen mit der Wohngebäudeversicherung abgeschlossen wird.

Um welchen Betrag die Prämie steigt, hängt davon ab, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass das Gebäude von einem Elementarschaden getroffen werden könnte. Den größten Einfluss hat dabei die etwaige Hochwassergefahr. Jede Versicherung legt hier ein eigenes Berechnungsmodell zu Grunde – die Basis für die Berechnung bilden aber in der Regel bei allen Versicherungen statistische Daten der Wasserbehörden sowie die ZÜRS-Zonen. ZÜRS steht für Zonierungssystem für Überschwemmungen, Rückstau und Starkregen. Die Zonen sind zum Teil bis auf die Hausnummer genau aufgeteilt und geben die Gefährdungsanlage für Hochwasser anhand von vier Stufen an:

  • Zone 1: weniger als alle 200 Jahre Hochwasser
  • Zone 2: alle 50 bis 200 Jahre Hochwasser
  • Zone 3: alle 10 bis 50 Jahre Hochwasser
  • Zone 4: häufiger als alle 10 Jahre Hochwasser

Ob die Elementarschadenversicherung möglich ist, entscheidet aber immer der Versicherer selbst.

Gut geschützt mit der Wohngebäudeversicherung

Kurz: Alles, was sich bei einem Umzug nicht ohne weiteres abbauen oder einpacken lässt, wird durch die Wohngebäudeversicherung abgesichert. Die grundsätzlichen Vertragsbedingungen sind bei allen Versicherern gleich. Allerdings kann man durch Sonder- und Zusatzvereinbarungen die Wohngebäudeversicherung genauer den eigenen Bedürfnissen anpassen. Und besteht das Risiko, dass Starkregen oder Hochwasser Schäden anrichten könnten, sollte man die Wohngebäudeversicherung um einen Elementarschadenschutz erweitern.

Was ist eine Wohngebäudeversicherung?

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