Ausgabe 10/2018
Unterschied zwischen Teilkasko und Vollkasko

Um ihr Fahrzeug abzusichern, können sich Autofahrer zwischen der Teilkasko- und der Vollkaskoversicherung entscheiden. Wir erklären, welche Leistungen Teilkasko und Vollkasko jeweils beinhalten und wie sich die Prämienhöhe berechnet.

Teilkasko und Vollkasko sind beides sogenannte Kaskoversicherungen. Der Begriff „Kasko“ stammt vom spanischen Wort „casco“ ab, das den fertigen, schwimmfähigen Rumpf eines Schiffes bezeichnet – im Unterschied übrigens zur Ladung, die „cargo“ heißt. Mit einer Kaskoversicherung schützten zunächst spanische Händler im Goldenen Zeitalter der Seefahrt ihre Schiffe gegen die Gefahren der Weltmeere. Im Laufe der Zeit verbreitete sich diese Versicherungsform dann immer weiter. Heutzutage sichern nicht nur Reeder ihre Containerschiffe, sondern auch Eigentümer von Yachten, Seglern und anderen Bootstypen ihre Schiffe mit einer Kaskoversicherung.

Die meisten kennen den Begriff aber eher im Zusammenhang mit ihrer Autoversicherung. Im Gegensatz zur gesetzlich vorgeschriebenen Kfz-Haftpflichtversicherung sind die Kaskoversicherungen freiwillig. Die Kfz-Haftpflicht kommt für Personen-, Sach- und Vermögensschäden auf, die man bei einem Unfall anderen Verkehrsteilnehmern zufügt. Dagegen übernehmen die Kaskoversicherungen Schäden am eigenen Auto. Damit sind aber in erster Linie gar nicht solche gemeint, die einem der Unfallgegner zahlen müsste. Dafür wäre dessen Kfz-Haftpflicht zuständig – aber auch nur in dem Fall, dass der Gegner den Unfall verursacht hat. Hat man selbst den Unfall verursacht, zahlt die gegnerische Kfz-Haftpflicht nichts. Die Kaskoversicherungen übernehmen dagegen Schäden am eigenen Auto, die man selbst zu verantworten hat oder für die kein anderer haftbar gemacht werden kann.

Leistungen von Teilkasko und Vollkasko unterscheiden sich

Die Teilkasko kommt zum Beispiel für Schäden auf, die durch Sturm, Hagel, Blitzschlag, Überschwemmung oder Lawinen (auch Dachlawinen) verursacht werden, aber auch für solche, die auf Steinschläge, Marderbisse oder Wildunfälle zurückzuführen sind. Je nach Police sind hier manchmal nur Unfälle mit Haarwild – wie Rehe, Hirsche oder Wildschweine – versichert, andere Policen kommen für alle Tierunfälle (durch Kühe, Pferde etc.) auf. Abgedeckt sind ebenfalls Schäden durch Brand und Explosion. Zudem ist die Teilkasko zuständig bei einem Diebstahl des Fahrzeugs – das umfasst das gesamte Fahrzeug und seine festen Anbauteile, allerdings keine losen Gegenstände wie Portemonnaie oder Handy. Solche Diebstahlschäden sind aber oftmals über die Hausratversicherung abgedeckt.

Die Vollkasko beinhaltet immer die Leistungen der Teilkasko, schließt aber weitere Bausteine mit ein. So übernimmt sie die Kosten, wenn das Auto infolge von Vandalismus beschädigt wurde. Dazu gehören großflächige Kratzspuren am Lack oder in Brand gesetzte Fahrzeuge. Die Vollkasko kommt außerdem für alle selbst verursachten Schäden auf. Beispiele reichen vom demolierten Kotflügel, den man beim Ausparken im Parkhaus abgefahren hat, bis zum Totalschaden, weil man ein Stopp-Schild übersehen hat und in ein anderes Auto gekracht ist. Zudem zahlt die Vollkasko bei fremder Fahrerflucht oder wenn der Unfallgegner nicht verantwortlich gemacht werden kann, wie bei Kindern unter sieben Jahren.

Wie werden die Kosten für Teilkasko und Vollkasko berechnet?

Bei der Ermittlung der Prämienhöhe spielt natürlich der konkrete Wert des Autos eine wichtige Rolle. So macht es für den Versicherer einen großen Unterschied, ob er einen VW Polo (20.000 Euro) oder einen Lamborghini Huracán (200.000 Euro) absichert. Die Typklasse spiegelt die durchschnittliche Schadenbilanz des Automodells in den vergangenen Jahren wider; die Regionalklasse gibt an, wie hoch die Schäden aller am Wohnort gemeldeten Fahrzeuge waren. Die Schadenfreiheitsklasse wird nur bei der Vollkaskoversicherung berücksichtigt und anhand der unfallfrei gefahrenen Jahre ermittelt. Dabei gilt: Je höher die SF-Klasse, desto günstiger die Versicherung.

Eine Möglichkeit, die Kosten zu senken, ist der Einschluss einer Selbstbeteiligung. Je nach Höhe reduziert sich die zu zahlende Versicherungsprämie. Konkret bedeutet der sogenannte Selbstbehalt, dass man im Schadenfall alle anfallenden Reparaturkosten bis zu der vereinbarten Höhe selbst übernimmt. Die Selbstbeteiligung setzt aber voraus, dass man das notwendige Geld im Notfall auch kurzfristig aufbringen kann. Wer eine Vollkaskoversicherung abschließt, hat zudem die Möglichkeit, für jede Teilform die Selbstbeteiligung individuell festzulegen. Üblich ist zum Beispiel, für die Teilkasko 150 Euro Selbstbehalt zu vereinbaren, für die Vollkasko 300 Euro.

Für wen ist die Teilkasko geeignet, für wen die Vollkasko?

Eine Teilkasko ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie ein gebrauchtes Fahrzeug fahren und dieses ungefähr zwischen fünf und zehn Jahre alt ist. Dabei sollten Sie aber sicher sein, dass das Risiko, selbst einen Schaden zu verursachen, eher gering ist. Bei Autos, die älter als zehn Jahre sind, lohnt sich die Teilkasko oft nicht mehr, weil die Beiträge höher sind, als es anfallende Reparaturkosten wären. Wenn man ein günstiges Angebot findet und gut abgesichert sein möchte, kann die Teilkasko dennoch eine sinnvolle Alternative zu einer reinen Absicherung mit der Kfz-Haftpflichtversicherung sein. Für wertvolle Oldtimer kommt, trotz des Alters, die Teilkasko meist nicht infrage.

Die Vollkasko eignet sich vorwiegend für neue, wertvolle Autos und solche, die jünger als fünf Jahre sind. Viele Versicherungen erstatten bei Neuwagen innerhalb der ersten zwölf Monate im Schadenfall sogar den Neupreis. Bei CosmosDirekt gilt im Comfort-Schutz die Neupreis-Entschädigung sogar bis zu 24 Monate lang. Wurde das Auto über einen Kredit gekauft, gilt das Fahrzeug in der Regel als Sicherheit. Mit der Vollkasko stellt man sicher, dass nach einem Totalschaden ein gleichwertiger Ersatz zur Verfügung steht. Für Leasingfahrzeuge ist die Vollkasko meist sogar im Vertrag vorgeschrieben; darüber hinaus kann man mit einer (zusätzlichen) GAP-Deckung die Lücke zwischen tatsächlicher Erstattung und zu zahlendem Ablösewert absichern.

Versicherungsvergleich lohnt sich meistens

Wann eher die Teilkasko und wann die Vollkasko infrage kommt, lässt sich pauschal nicht sagen. Viel hängt davon ab, welche Leistungen gewünscht sind und wie viel man dafür bezahlen möchte. Aufgrund der unterschiedlichen Berechnungsfaktoren kann es sogar sein, dass eine Vollkasko günstiger ist als eine Teilkasko – nämlich immer dann, wenn man durch langes unfallfreies Fahren in eine besonders günstige Schadenfreiheitsklasse eingestuft wurde. Daher lohnt es sich, vor dem Abschluss der Versicherungspolice verschiedene Angebote für eine Teilkasko und eine Vollkasko durchzurechnen.

Übrigens: Bis zum 30. November 2018 können Sie auch in diesem Jahr wieder ganz einfach und bequem Ihre Kfz-Versicherung wechseln. Vergleichen Sie Konditionen, Leistungen und Preise Ihres bisherigen Versicherers mit aktuellen Angeboten – Millionen anderer Autofahrer tun dies auch. Ob Teilkasko-, Vollkasko- oder Kfz-Haftpflichtversicherung: Ein Wechsel lohnt sich häufig.

Einsatzhelfer im Notfall: Die Rettungskarte

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