CosmosDirekt - Die Versicherung.
Ausgabe 11/2016
Das Auto als Lebensretter

2018 startet das europaweite Notrufrufsystem eCall. Das Ziel: die Zahl der Verkehrstoten zu senken. Deutsche Autobesitzer blicken positiv auf die neue Technologie.

Ab dem 31. März 2018 müssen alle Neuwagen mit dem europäischen Notrufsystem eCall (für emergency call) ausgestattet sein. Ist das Auto in einen Unfall verwickelt, ruft das integrierte System automatisch über die europaweit gültige Notrufnummer 112 Hilfe herbei. Dafür ist die integrierte Mobilfunkeinheit zuständig. Mehrere Sensoren, zum Beispiel in den Airbags, überwachen das Fahrzeug und ermitteln, ob sich ein Unfall ereignet hat. Bei einem Crash ortet das Notrufsystem das Auto eigenständig per GPS und sendet über das Mobilfunknetzeine Nachricht an die Notrufzentrale.

Die Nachricht ist nicht größer als eine SMS. Übermittelt werden Standort und Fahrtrichtung des Autos, der Zeitpunkt des Unfalls, die Kraftstoffart sowie die Anzahl der Insassen. Gleichzeitig wird eine Sprechverbindung zwischen Notrufzentrale und Unfallwagen hergestellt. Durch einen separaten Knopf können verletzte Fahrzeuginsassen oder herbeigeeilte Helfer den Notruf auch manuell auslösen. Für Autofahrer soll der Notruf kostenlos sein. Das Ziel von eCall: Zwischen Unfall und Rettung soll so wenig Zeit wie möglich verstreichen. Die EU schätzt, dass mithilfe von eCall die Zahl der Verkehrstoten jährlich um rund 10 Prozent gesenkt werden kann. Das entspricht 2.500 geretteten Leben.

Viele Deutsche stehen bereits heute der neuen Technologie aufgeschlossen gegenüber. 69 Prozent der deutschen Autobesitzer finden eCall sinnvoll. Zu diesem Ergebnis kam eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag von CosmosDirekt. 35 Prozent der Befragten fühlen sich zudem mit einem Notrufsystem sicherer im Auto. Vor allem ältere Autofahrer schätzen das System positiv ein: Die Über-Sechzigjährigen stimmten den Fragen weit häufiger zu als der Durchschnitt.

Ist der Datenschutz gewährleistet, wären Kunden auch zur Preisgabe einiger Daten bereit

Kontrovers diskutiert wird indes das Thema Datenschutz. Bei eCall soll er weitgehend gewährleistet sein, weil es sich um ein „schlafendes“ System handelt. Denn der Notruf übermittelt nur dann Informationen an den Rettungsdienst, wenn das System bei einem Unfall ausgelöst wird. Ein Bewegungsprofil soll sich mit seiner Hilfe nicht erstellen lassen. Damit Daten überhaupt an Dritte weitergegeben werden können, muss der Kunde einer entsprechenden Klausel ausdrücklich zustimmen, so die Vorgabe der EU. Außerdem müssen die Autohersteller gewährleisten, dass alle Daten, die im Fahrzeug gespeichert sind, vollständig und dauerhaft gelöscht werden können.

Diese Vorgaben und weitere strenge Auflagen durch das Bundesdatenschutzgesetz führen dazu, dass die Befragten der forsa-Umfrage nicht das Gefühl hatten, sich durch eCall in einen „gläsernen Kunden“ zu verwandeln. Ganz im Gegenteil: Um schneller Hilfe bei einem Unfall zu erhalten, wären sogar 3 von 4 Autobesitzern (76 Prozent) bereit, ihre Fahr- und Fahrzeugdaten zur Verfügung zu stellen. 2 von 3 Befragten könnten sich dies vorstellen, wenn sich dadurch Unfälle wirksamer vorbeugen ließen. Um das Auto besser gegen Diebstähle zu schützen, würden immerhin 71 Prozent die entsprechenden Daten preisgeben.

Dennoch warnen Verbraucherschützer, Mobilitätsexperten und die deutsche Versicherungswirtschaft davor, dass die Einführung von eCall zu einem Datenmonopol für Autobauer führt. In einer gemeinsamen Erklärung forderten sie bereits vor 2 Jahren, die Hersteller auf eine standardisierte und offene Schnittstelle für den Datentransfer zu verpflichten. Auf diese Weise könnten die Autofahrer zum einen die Kontrolle über ihre Daten bewahren, zum anderen frei darüber entscheiden, wem sie die Daten zusätzlich zur Verfügung stellen: beispielsweise dem Fahrzeughersteller, einem unabhängigen Kfz-Betrieb, dem Autoversicherer oder Automobilclub, der die Pannenhilfe organisiert.

Eines ist klar: Gerade bei schweren Verkehrsunfällen zählt jede Sekunde. Dank eCall kommen die Rettungskräfte schneller an den Ort des Unfalls und können rechtzeitig mit den Rettungsmaßnahmen beginnen. Der automatische Auto-Notruf kann ab 2018 in der gesamten EU genutzt werden und soll dann die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen.

Tipp: Sie sind auf der Suche nach einer günstigeren Autoversicherung? Noch bis zum 30. November können Sie Ihre bisherige Police regulär und ohne Angaben von Gründen kündigen. Voraussetzung ist, dass die Autoversicherung zwischen dem 1. Januar und 31. Dezember eines Jahres läuft.

Das Auto als Lebensretter

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann empfehlen Sie ihn gerne weiter!

Weitere Beiträge.
Was ist eine Unfallversicherung?

Jetzt im Herbst sind die meisten Tage wieder trüb, viele Wege legen wir morgens und abends im Dunkeln zurück. Autofahrer erkennen Fußgänger und Radfahrer schlechter, Gehwege werden durch Nieselregen, Laub oder Nachtfrost rutschiger. Kurzum: Die Gefahr von Unfällen steigt. Doch die gesetzliche Unfallversicherung deckt nur die Arbeitszeit ab – und alle Wege direkt hin und zurück. Die meisten Unfälle passieren aber in der Freizeit und im Sport. Führt der Unfall zur Invalidität, entstehen plötzlich hohe Kosten: zum Beispiel für behindertengerechte Umbauten in Haus oder Wohnung. Gegen solche Kosten schützt eine private Unfallversicherung.

Wechselsaison beginnt

Wer sich auf die Suche nach einer neuen Autoversicherung begibt, kann einige hundert Euro pro Jahr sparen. Doch bei der Auswahl des richtigen Tarifs gibt es einiges zu beachten.