CosmosDirekt - Die Versicherung.
Ausgabe 11/2016
Was ist eine Unfallversicherung?

Jetzt im Herbst sind die meisten Tage wieder trüb, viele Wege legen wir morgens und abends im Dunkeln zurück. Autofahrer erkennen Fußgänger und Radfahrer schlechter, Gehwege werden durch Nieselregen, Laub oder Nachtfrost rutschiger. Kurzum: Die Gefahr von Unfällen steigt. Doch die gesetzliche Unfallversicherung deckt nur die Arbeitszeit ab – und alle Wege direkt hin und zurück. Die meisten Unfälle passieren aber in der Freizeit und im Sport. Führt der Unfall zur Invalidität, entstehen plötzlich hohe Kosten: zum Beispiel für behindertengerechte Umbauten in Haus oder Wohnung. Gegen solche Kosten schützt eine private Unfallversicherung.

Warum eine private Unfallversicherung notwendig ist

Viele verzichten auf den Schutz durch eine private Unfallversicherung. Sie meinen, dass die gesetzliche Unfallversicherung ausreiche. Doch die greift nur bei Unfällen, die am Arbeitsplatz sowie auf dem Weg zur und von der Arbeit passieren. Neben der Absicherung berufsbezogener Unfälle ist die gesetzliche Unfallversicherung auch für Schüler, Auszubildende und Studenten zuständig. Und für alle Kinder, die einen Kindergarten oder eine Kindertagesstätte besuchen. Auch hier sind nicht nur die Unfälle direkt in Schule, Seminar oder Kita abgesichert, sondern auch alle Wegeunfälle. Rentner werden dagegen gar nicht mehr geschützt.

Rund 70 Prozent aller Unfälle passieren aber in der Freizeit, im Haushalt und beim Sport. Ein Beispiel: Sie fahren an Ihrem freien Wochenende durch den Park und kommen an einer Wiese vorbei. Hier spielen mehrere Hunde. Plötzlich springt einer auf den Fahrradweg. Sie müssen abbremsen, verlieren die Kontrolle über das Rad und fallen hin. Geht alles gut, stehen Sie wieder auf, ärgern sich über den Hund und fahren weiter. Doch was ist, wenn Sie einen komplizierten Handbruch erleiden? Zeige- und Mittelfinger steif zurückbleiben und Sie Ihren Beruf nur noch mit Einschränkungen ausüben können?

In solchen und vergleichbaren Situationen schützt nur eine private Unfallversicherung. Zugleich umfasst sie neben dem Freizeit- auch immer den Arbeitsbereich. Eine gute Police leistet bereits ab einer Invalidität von 1 Prozent und zahlt einmalig eine bestimmte Geldsumme aus. Aber es kann auch eine lebenslange Unfallrente kann vereinbart werden. Sie wird monatlich ab einem Invaliditätsgrad von 50 Prozent – Verlust eines Auges oder eines Unterschenkels – ausgezahlt.

Die private Unfallversicherung zeichnet sich zudem dadurch aus, dass sie weltweit gültig ist und rund um die Uhr schützt. Aber manche Personen haben Schwierigkeiten, eine solche Police zu finden. So zählen Motorradfahrer, Mountainbiker oder Extremsportler zu den Risikogruppen. Sie erhalten die Versicherung mitunter nur gegen einen Prämienaufschlag – oder müssen auf den Schutz in bestimmten Situationen verzichten, weil besonders gefährliche Freizeitaktivitäten von vornherein vertraglich ausgeschlossen werden. Hier hilft ein ausführlicher Vergleich der Vertragskonditionen im Vorfeld, ob die eigene Sportart auch abgedeckt ist.

Wie hoch die Versicherungssumme sein sollte

Zentrales Kriterium ist aber die Versicherungssumme. Sie wird unterschieden in eine Grundinvaliditätssumme – der eigentlichen Versicherungssumme – sowie in eine Vollinvaliditätssumme. Diese basiert auf der Grundinvaliditätssumme, kann aber unter bestimmten Umständen durch eine vereinbarte Progression vervielfacht werden. Die Progression bemisst sich nach dem Grad der Behinderung und steigt in der Regel bis zu einem Faktor von 2,25 bis 5. Der Vorteil: Durch den Einschluss der Progression erhält man bei schweren Behinderungen besonders hohe Leistungen.

Beispiel: Frau Schmidt ist nach einem Radunfall vollinvalide. Sie hat eine Versicherungssumme von 60.000 Euro und eine Progression von 350 vereinbart. Dadurch bekommt sie von der Versicherung 210.000 Euro (60.000 Euro x 3,5).

Welcher Grad einer Invalidität vorliegt, entscheidet der Versicherer anhand der sogenannten Gliedertaxe. In dieser ist genau festgelegt, wie groß die Behinderung nach dem Verlust oder der Funktionsuntüchtigkeit eines Körperteils ist. Wer zum Beispiel auf einem Auge erblindet, ist zu 50 Prozent invalide. Das Gleiche gilt, wenn ein Bein unterhalb des Knies amputiert werden muss. Auch bestimmte Sinnesleistungen wie Riechen oder Schmecken werden berücksichtigt. Eine gute Gliedertaxe zeichnet sich dadurch aus, dass die Leistungen bei Verlust oder Funktionsunfähigkeit höher sind als die von der Versicherungswirtschaft empfohlenen Standardwerte.

Wie hoch insgesamt die Vollinvaliditätssumme ausfallen sollte, hängt aber auch von der Frage ab: Wie viel verdienen Sie pro Jahr? Die versicherte Summe sollte nämlich ungefähr das Fünffache des Jahresbruttoeinkommens betragen. Jüngere können eine höhere Summe vereinbaren, schließlich muss das Geld länger reichen. Ältere können den Kapitalbedarf etwas reduzieren. Auch notwendige Umbauten in der Wohnung und Anschaffungen sollten berücksichtigt werden, zum Beispiel ein behindertengerechtes Badezimmer, ein elektrischer Rollstuhl oder ein Treppenlift. Hier unterscheidet sich die Höhe der Kosten nach Region, persönlichem Anspruch und dem Wohnumfeld.

Welche Zusatzleistungen sinnvoll sind

Sind Bergungskosten in der privaten Unfallversicherung eingeschlossen, zahlt die Unfallversicherung zum Beispiel die Rettung per Helikopter nach einem Ski-Unfall im Winterurlaub. Auch kosmetische Operationen sollten abgedeckt sein. Dann kommt nämlich die Versicherung für Eingriffe auf, die unfallbedingte Schäden am Gesicht korrigieren. Ebenfalls sinnvoll: Leistungen bei Infektionen durch einen Zeckenbiss. Schließlich können auch Borreliose und FSME zu dauerhaften Beeinträchtigungen führen. Wer im Krankenhaus seine Ruhe haben möchte, kann auch die Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer vereinbaren. Hilfreich ist auch ein Unfall-Assistent. Dieser unterstützt Sie in der ersten Zeit nach einem Unfall und organisiert Hilfe im medizinischen, sozialen und beruflichen Bereich sowie im Alltag.

Unfallversicherung für Kinder

Kinder tragen ein größeres Risiko, Opfer eines Unfalls zu werden: Sie toben auf Klettergerüsten, stürzen ab und – könnten sich das Schlüsselbein brechen. Sie laufen, ohne nach links oder rechts zu schauen, auf die Straße – und könnten von einem Auto angefahren werden. Sie springen aus Übermut an einer flachen Stelle kopfüber in den Badesee – und könnten sich eine Querschnittslähmung zuziehen. Die Kinderunfallversicherung zahlt ebenfalls entweder eine einmalige Invaliditätsleistung oder lebenslang eine monatliche Rente aus. Viele Kinder und Jugendliche können aufgrund einer unfallbedingten Behinderung keine Berufsausbildung oder kein Studium absolvieren. Dank der Unfallrente erhalten sie dennoch ein regelmäßiges Einkommen.

Mit einer privaten Unfallversicherung lassen sich die finanziellen Folgen eines Unfalls abfangen. Bei der Auswahl des Angebots sollte man auf eine möglichst gute Absicherung der verschiedenen Invaliditätsgrade achten – und sinnvolle Zusatzleistungen berücksichtigen.

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