Ausgabe 11/2018
Brandgefahr Kerzenschein

Jetzt im Herbst machen es sich viele mit Kerzen gemütlich, stellen Teelichter ins Bad oder entzünden ein prasselndes Feuer im Kamin. Wir erklären, was man im Umgang mit offenem Feuer beachten sollte.

Wie die Feuerwehren landauf, landab bestätigen können, sind Kerzen und Kaminfeuer eine oftmals unterschätzte Gefahrenquelle. Viele Brände lassen sich auf einen unsachgemäßen Umgang mit Feuer oder leichtsinniges Verhalten zurückführen. Die Folgen: zerstörte Einrichtungen, verrußte Wohnungen, ausgebrannte Häuser. Dabei lassen sich solche Katastrophen meist vermeiden, indem man sich an einige elementare Regeln hält.

Der richtige Umgang mit Kerzen und Teelichtern

Kerzen und Teelichter sollten Sie nie unbeaufsichtigt lassen, vor allem wenn Kinder oder Haustiere in der Nähe sind. Am besten löschen Sie die Kerzen, auch wenn Sie nur kurz den Raum verlassen. Bewahren Sie Streichhölzer und Feuerzeuge immer so auf, dass Kinder diese nicht erreichen können. Achten Sie bei Kerzenhaltern auf Stand- und Feuerfestigkeit; schiefe oder gebogene Kerzen sollten Sie nicht anzünden, denn diese können leicht umfallen. Und löschen Sie Kerzen nie durch kräftiges Pusten – es könnten Funken fliegen. Sicherer ist es, eine Hand hinter die Flamme zu halten, um den Luftstrom zu stoppen, oder einfach einen Kerzenlöscher zu verwenden.

Kerzen und Teelichter sollten nie in der Nähe von brennbaren Gegenständen stehen, vor allem von Gardinen, Vorhängen und Teppichen. An Orten mit starker Zugluft haben beide ebenfalls nichts zu suchen. Da das Metallgehäuse von Teelichtern sehr heiß werden kann, stellen Sie diese am besten auf eine feuerfeste Unterlage wie Stein, Ton, Porzellan oder Glas; Servietten sind dagegen tabu. Wenn Sie mehrere Teelichter entzünden, sollten diese mindestens 10 Zentimeter voneinander entfernt stehen. Entzündet sich der Paraffindampf eines Teelichts, löschen Sie das Feuer niemals mit Wasser: Das facht den Brand weiter an! Nehmen Sie stattdessen eine Decke – so der Sicherheitstipp der Feuerwehr Nürnberg.

Kaminbränden vorbeugen

Eine weitere Gefahrenquelle stellen Kamine dar. Viele Brände entstehen durch Glanzruß, bei dem sich nicht nur lebensgefährlicher Qualm bildet, sondern auch Funken fliegen und Flammen mit einer Temperatur von bis zu 1.000 Grad Celsius aus dem Kamin schlagen oder den Schornstein beschädigen können. Bei Glanzruß handelt es sich um harte Rückstände aus Teer sowie schwarzem Pech, die sich an der Innenseite des Kamins bzw. des Schornsteins abgelagert haben. Diese harten, harzigen Rückstände dehnen ihr Volumen bei erneuter Erwärmung enorm aus. Wird geheizt, ist der Schonstein dann so verstopft, dass der Qualm nicht mehr abziehen kann, sondern in den Kamin zurückschlägt. Eine Rauchgasvergiftung droht. Zudem besteht das Risiko, dass sich der Glanzruß entzündet und mit Temperaturen von über 1.000 Grad brennt. Das setzt nicht nur den Schonstein in Brand, sondern auch das umgebende Mauerwerk, im schlimmsten Fall das ganze Haus.

Glanzruß – manchmal auch als Hartruß bezeichnet – bildet sich, wenn Holz und Kohle nicht vollständig verbrennen, weil das Material zu feucht ist oder zu wenig Verbrennungsluft zur Verfügung steht. Zunächst bildet sich aus den Rückständen der sogenannte Schmierruß, der am Schornstein kondensiert. Dieser wandelt sich bei höheren Abgastemperaturen dann in Glanzruß um. Schmierruß kann schnell entstehen, beispielsweise dann, wenn in der Nähe des Kamins parallel eine Dunstabzugshaube betrieben wird. Sie saugt genauso wie der Kamin Frischluft an, die dann für die Verbrennung fehlt. Schalten Sie die Lüftung also ab, wenn Sie den Kamin anfeuern. Auch bei regelmäßigem Kehren kann der Schornsteinfeger Schmier- bzw. Glanzruß nur bedingt entfernen.Stattdessen muss der Kamin fachgerecht vom Schornsteinfeger oder der Feuerwehr ausgebrannt werden.
Generell sollte der Kamin auf einem feuerfesten Untergrund wie einem Stein- oder Fliesenboden stehen. Wenn Sie Laminat, Parkett oder Teppich verlegt haben, benötigen Sie eine Funkenschutzplatte aus Metall oder Glas. Die Platte sollte den Kamin auf jeder Seite um mindestens 30 Zentimeter überragen und mindestens 50 Zentimeter tief sein. Auch bestimmte Sicherheitsabstände zu Wänden und andere Vorschriften müssen Sie einhalten – genauere Informationen finden Sie beim Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks.

Achten Sie zudem darauf, nur geeignete Brennstoffe wie gut durchgetrocknetes Holz, Kohle und Briketts zu verwenden. Überfüllen Sie den Kaminraum nicht und verwenden Sie zum Anzünden nur Kamin- oder Grillanzünder. Zeitungen und Zeitschriften, die leider immer noch sehr viele zum Anfeuern verwenden, gehören dagegen nicht in den Kamin, sondern nur ins Altpapier!

Richtiger Versicherungsschutz gegen Brände

Ein Brand kann unversehens die materielle Lebensgrundlage ruinieren. Finanzielle Hilfe leistet im Fall der Fälle die Hausratversicherung. Abgedeckt ist fast das gesamte bewegliche Hab und Gut, wie Möbel, Bücher, Computer oder Kleidung. Bei Wertgegenständen wie Schmuck und Bargeld kann es bestimmte Obergrenzen geben. Um neuwertigen Ersatz zu besorgen, zahlt die Hausratversicherung in der Regel den Wiederbeschaffungswert. Dieser kann unter Umständen auch über oder unter dem Neupreis liegen.

Fliegen Funken aus dem Kamin und entflammen den Teppich, ist dies in der Regel von der Hausratversicherung abgedeckt. Im Comfort-Tarif unserer Hausratversicherung versichern wir darüber hinaus auch Senglöcher, die häufig vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind. Führte grobe Fahrlässigkeit zum Brand, darf der Versicherer die Leistung entsprechend der Schwere der Fahrlässigkeit kürzen. Im Comfort-Schutz verzichten wir aber auf eine Prüfung und regulieren den Schaden in jedem Fall in voller Höhe.
Brandschäden an der Gebäudesubstanz und an fest installierten Gebäudeteilen wie Rohren, Fenstern und Treppen zahlt dagegen die Wohngebäudeversicherung. Auch hier sollten grob fahrlässig verursachte Schäden mitversichert sein, ebenso leicht entzündbare Nebengebäude wie Gartenhäuser oder Holzschuppen oder teure Aufbauten wie eine Photovoltaikanlage.

Kerzen und Kamine bringen, gerade jetzt im Herbst, eine gemütliche Atmosphäre und Wärme in unsere Wohnungen und Häuser. Nutzen Sie unsere Sicherheitstipps, um die Gefahren durch offenes Feuer zu minimieren – und genießen Sie die Herbstabende mit Kerzenschein und prasselndem Kaminfeuer mit einem sicheren Gefühl.

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