Ausgabe 12/2017
Tipps zum Weihnachtsshoppen

Vor Weihnachten ist die Vorfreude auf die Geschenke zunächst groß, nach dem Auspacken setzt dann oft die Ernüchterung ein. Kann man Socken und CDs einfach umtauschen oder zurückgeben? Man kann – aber nicht immer.

Nur noch wenige Tage sind es, dann steht Weihnachten vor der Tür. Das Fest der Geburt Jesu. Das Fest der Liebe und Besinnlichkeit. Und das Fest der Gaben und Geschenke. Millionen Kinder (und mancher Erwachsene) warten am Heiligabend sehnsüchtig auf Christkind und Weihnachtsmann, die traditionellen Geschenkebringer. Unter den festlich geschmückten Weihnachtsbäumen und auf den Gabentischen liegen dann wieder Bücher, Pullover, ferngesteuerte Autos, Parfüms, Spielekonsolen, Ketten und vieles mehr. Rund 266 Euro will jeder Deutsche dieses Jahr für Weihnachtsgeschenke aufwenden, das ergab eine repräsentative Umfrage der Unternehmensberater von Ernst & Young.

Dabei bevorzugen es mehr als zwei Drittel der Befragten (68 Prozent), die Präsente bei Einzelhändlern zu kaufen. Nur jeder Achte (12 Prozent) will Weihnachtsgeschenke online shoppen. Kein Wunder: Im Internet kann man zwar rund um die Uhr bestellen und das Gedränge muss man auch nicht ertragen. Doch in weihnachtliche Stimmung kommen die meisten nur beim Bummel durch die Geschäfte, angesichts der aufwändigen Dekoration, der festlichen Musik und der feinen Gerüche. Und manch einer braucht die Inspiration beim Durchstöbern der Auslagen. Das freut die Innenstädte und Einkaufscenter, bedeutet aber für die Beschenkten ein erhöhtes Risiko.

In Ladengeschäften ist man auf die Kulanz der Händler angewiesen

Denn für im Ladengeschäft gekaufte Dinge gibt es kein allgemeines Rückgabe- oder Umtauschrecht. Ist der Pullover zu klein oder hat man die CD bereits, kann man sie nicht einfach in den Laden zurückbringen. Hier gilt zunächst die Devise „gekauft ist gekauft.“ Viele Händler zeigen sich in den Tagen nach Weihnachten dennoch kulant, oft sind die entsprechenden Konditionen schon auf dem Kassenzettel vermerkt, zum Beispiel die Rückgabefrist. Wer ein Geschenk kauft, kann beim Bezahlen aber auch schon nach den Bedingungen fragen. Ist ein Umtausch notwendig, sollte man auf jeden Fall den Kassenzettel vorlegen, um den Kauf zu belegen.

Dabei sollte die Ware in einwandfreiem Zustand sein, im besten Fall ungeöffnet. Einen Pullover in die passende Größe umzutauschen, stellt normalerweise kein Problem dar. Eine CD, bei der bereits die Schutzfolie fehlt, nimmt aber kaum ein Händler zurück. Diese dürfen daher nicht entsiegelt sein. Bei Konzert- oder Theaterkarten oder gebuchten Reisen gibt es generell keinen Anspruch auf Rückgabe – ebenso wenig wie den Anspruch, den Warenwert in Bargeld ausgezahlt zu bekommen. Viele Ladenbesitzer und Verkäufer sind aber so kulant und geben Kunden das Geld zurück, bei anderen bekommt man nur einen Gutschein fürs Geschäft in der entsprechenden Höhe.

Anders ist der Fall, sollte sich beispielsweise ein elektronisches Gerät nach dem Auspacken als defekt erweisen. Bei Mängeln oder Fehlern greift die gesetzliche Gewährleitungspflicht von 2 Jahren. Das bedeutet: Das beschädigte Geschenk kann innerhalb dieses Zeitraums gegen ein funktionstüchtiges und intaktes Ersatzgerät umgetauscht werden. Um die Nacherfüllungspflicht zu erfüllen, kann der Händler aber darauf bestehen, ein Gerät zunächst zu reparieren, bevor er es austauscht. Schlägt das zweimal fehl, darf der Käufer vom Vertrag zurücktreten und entweder den Kaufpreis mindern oder sich das Geld auszahlen lassen. Ein Gutschein ist in diesem Fall nicht zulässig.

Beim Internet-Shopping gelten großzügigere Regeln

Wer seine Geschenke online bestellt, spürt zwar nicht den weihnachtlichen Dreiklang aus White-Christmas-Harmonien, Glühweinduft und Parkplatzsuche. Im Vergleich zum Ladengeschäft hat er aber mehr Rechte. Neben der allgemeinen Gewährleistungspflicht gibt es bei Online-Käufen prinzipiell ein Widerrufsrecht von 14 Tagen, ohne Angabe von Gründen. Vor Weihnachten weiten viele Online-Shops die Rückgabefristen freiwillig auf bis zu 30 Tage aus. Hier heißt es, aufmerksam die Konditionen zu lesen, damit nicht am Heiligabend die Frist bereits verstrichen ist. Sie beginnt an dem Tag, an dem der Käufer das Paket erhält. Und nur dieser kann die Bestellung widerrufen.

Andererseits sollte man sich im Vorfeld darauf einstellen, dass vor Weihnachten die Kapazitäten der Paketdienste beschränkt sind. Rechtzeitiges Bestellen stellt daher sicher, dass die Geschenke auch tatsächlich unter dem Weihnachtsbaum liegen. Manche Shops sagen aber schon bei der Bestellung verbindliche Lieferfristen zu. Wie beim Einzelhändler sind entsiegelte CDs, DVDs, Blu-rays und Games, aber auch Veranstaltungstickets und Hotelbuchungen von Umtausch und Rückgabe ausgeschlossen. Die Portokosten für die Rücksendung muss der Käufer tragen, es sei denn, der Händler übernimmt die Kosten freiwillig – was bei den meisten Onlinehändlern auch gängige Praxis ist.

Geschenkgutscheine sind nur befristet gültig

Geschenkgutscheine, ob online oder im Ladengeschäft gekauft, sind seit Jahren das beliebteste Weihnachtsgeschenk. Auch in der oben zitierten EY-Studie stehen sie seit Jahren unangefochten auf Platz eins der Geschenke-Charts. Gutscheine sind praktisch, weil der Schenkende damit einen Fehlgriff vermeidet. Doch anders als Bargeld – zu Weihnachten wegen der unpersönlichen Note doch eher verpönt – ist ein Gutschein immer zeitlich befristet. Sofern nichts anderes angegeben ist, verliert er nach drei Kalenderjahren seine Gültigkeit. Ein Gutschein, der im November oder Dezember 2017 gekauft wurde, erlischt daher spätestens zum 31. Dezember 2020.

Wie kaufen Sie am liebsten Ihre Weihnachtsgeschenke? Auch traditionell bei einem Bummel durch die Innenstadt mit einem kleinen Abstecher zum Weihnachtsmarkt? (Die schönsten im In- und Ausland hatten wir im letzten Newsletter vorgestellt.) Oder bestellen Sie lieber online, zum Beispiel wegen der besseren Rückgabebedingungen? Egal, was aus Ihrer Sicht für das eine und gegen das andere spricht – wenn das richtige Geschenk einen weihnachtlichen Glanz in Kinderaugen zaubert (und in die der Erwachsenen), hat sich der Aufwand doch gelohnt. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit!

Weihnachtsshopping

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