Ausgabe 12/2017
Bei Zahnarztkosten sparen

Schöne Zähne will jeder haben. Doch die Kosten für Zahnersatz können schnell in die Tausende gehen. Aber es gibt eine Reihe an Möglichkeiten, um die Kosten zu senken.

Muss ein fehlender Zahn ersetzt oder ein beschädigter Zahn repariert werden, übernehmen die Gesetzlichen Krankenkassen einen Teil der Kosten, nämlich einen Zuschuss von 50 % der medizinischen Regelversorgung. Was darunter fällt, ist genau definiert. Während bei Backenzähnen Metallkronen als Standard gelten, wird bei Schneidezähnen auch höherwertiger Zahnersatz bezahlt, zum Beispiel einer mit Verblendungen. Wer als Patient mehr als Standard möchte oder Wert auf ein besonderes oder höherwertiges Material legt, muss die Kosten dafür selbst tragen.

Der Heil- und Kostenplan informiert über Gebühren und Eigenanteil

Bevor der Zahnarzt die Behandlung beginnt, muss er einen Heil- und Kostenplan (HKP) erstellen. Darin ist detailliert aufgeführt, welche Zähne behandlungswürdig sind und wie die Therapieplanung aussieht. Den HKP – hier eine interaktive Erklärung von der Verbraucherzentrale NRW – reicht der Patient bei seiner Krankenkasse ein, die daraufhin den Festzuschuss berechnet. Im HKP listet der Zahnarzt auch die voraussichtlich entstehenden Kosten auf. Darin sind sein Honorar, das nach dem „Bewertungsmaßstab für zahnärztliche Leistungen“ (Bema) berechnet wird, sowie Material- und Laborkosten enthalten.

Die Abrechnung aller – von der Regelversorgung abweichenden – Privatleistungen erfolgt über die Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ). Bei dieser hat der Zahnarzt deutlich mehr Spielraum, um sein individuelles Honorar festzulegen. Die Spanne für Steigerungen liegt dabei meist zwischen dem einfachen bis 2,3-fachen des festgelegten Gebührensatzes. Erhöhungen, die darüber hinausgehen, sollten aber gut begründet sein. Ab einem Faktor von 3,5 muss der Patient vor Behandlungsbeginn schriftlich zustimmen. Bei hohen Aufschlägen sollten Sie nicht zögern, Ihren Zahnarzt darauf anzusprechen.

Expertenrat und Zweitmeinungsmodell

Kommen Ihnen generell Zweifel am Preis der vorgeschlagenen Behandlung, können Sie sich jederzeit dazu eine zweite Meinung einholen. Viele Krankenkassen unterstützen ihre Patienten beispielsweise bei der Suche nach der geeigneten Behandlungsform und stellen eigene Experten zur Verfügung, die Fragen rund um den Heil- und Kostenplan beantworten. Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) hat zudem das sogenannte „Zweitmeinungsmodell“ gestartet, bei dem Patienten eine fachliche Einschätzung von einem neutralen Berater erhalten.

Auch die Techniker Krankenkasse bietet ihren Versicherten mit dem Expertenrat zum Zahnersatz einen solchen Service an. Hier können Sie sich bei Bedarf mit erfahrenen Zahnärzten zu der von Ihrem Zahnarzt vorgeschlagenen Therapie austauschen – sogar zum persönlichen Wunschtermin.

Darüber hinaus versprechen Internetportale wie „2te-ZahnarztMeinung“, „Zahngebot“ oder „Medikompass“ bei Zahnersatz, aber auch bei Zahnaufhellungen (Bleaching) oder einer professionellen Zahnreinigung Preissenkungen von bis zu 50 Prozent. Die Portale funktionieren wie eine umgekehrte Versteigerung: Der Patient stellt den Heil- und Kostenplan seines Zahnarztes auf dem Portal ein. Anschließend geben andere Zahnärzte dann jeweils ein neues Angebot für die Behandlung ab. Nach sieben Tagen schließt die Auktion. Der Patient erhält die Angebote zunächst in anonymisierter Form. Erst wenn er sich für eines entschieden hat, übermittelt das Portal Name, Anschrift und Telefonnummer des entsprechenden Zahnarztes. Nun kann sich der Patient mit diesem in Verbindung setzen.

Preise vergleichen lohnt sich

Die KZBV sieht diese Portale skeptisch, weil die dort registrierten Zahnärzte den Patienten nicht persönlich kennen und sich die Angebote rein am Preis ausrichten. Allerdings entschied der Bundesgerichtshof 2010, dass die Portale mit dem gültigen Wettbewerbsrecht im Einklang sind. Auch Stiftung Warentest wies in einem früheren Test auf die Vorteile für den Verbraucher hin.

Verbraucherschützer raten dazu, sich bei Auktionen nicht nur vom Preis leiten zu lassen. Die Nähe zum Wohnort, der Eindruck von der Zahnarztpraxis und das persönliche Vertrauensverhältnis zum Zahnarzt spielen bei jeder Behandlung weiterhin eine große Rolle. Gerade auf den Vergleichsportalen sollte man daher auch die Erfahrungen anderer Kunden zurate ziehen. Der neue Zahnarzt erstellt nun einen eigenen Heil- und Kostenplan, der ebenfalls bei der Krankenkasse eingereicht werden muss. Abweichungen vom Auktionsgebot sind möglich, müssen aber begründet werden.

Sparpotenzial bei Zahnarztkosten nutzen

Preisvergleiche helfen bei der Einschätzung, ob die Kosten gerechtfertigt sind – und ob sich gegebenenfalls ein Wechsel des Zahnarztes lohnt. Aber auch auf einem anderen Weg lassen sich die Kosten für Zahnersatz senken. Wer regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung geht und ein gut gepflegtes Bonusheft vorlegt, erhält zum Beispiel einen höheren Festkostenzuschuss. Bis zu 65 Prozent sind dann möglich. Und mit einer Zahnzusatzversicherung (Link: https://www.cosmosdirekt.de/zahnzusatzversicherung/#produktuebersicht) lassen sich ebenfalls gestiegene Kosten – zum Beispiel durch besseres Material oder eine aufwändigere Behandlung – auffangen. Hier sind Kostenerstattungen von bis zu 90 Prozent insgesamt möglich.

Übrigens: Versicherte der Techniker Krankenkasse können bei der Zahnzusatzversicherung von einem Beitragsvorteil profitieren. Informieren Sie sich und wechseln auch Sie zu Deutschlands bester Krankenversicherung (Focus Money 07/2017).

Kosten beim Zahnarzt sparen

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