Ausgabe 02/2017
Gut geschützt durch die Faschingszeit

Frühling, Sommer, Herbst, Winter … und Karneval. In den Hochburgen des Karnevals stehen wieder Hunderttausende Jecken und Narren in den Startlöchern, um die „fünfte Jahreszeit“ zu feiern. Gegen die finanziellen Folgen allzu ausgelassenen närrischen Treibens kann man sich mit einer privaten Haftpflichtversicherung schützen. Sie leistet Ersatz, wenn man aus Versehen Dinge beschädigt oder Personen verletzt. So wie in den vier anderen Jahreszeiten.

Aufwendige Prunkwagen, bunt kostümierte Jecken, fröhliche Menschen überall: Bald steht die Republik wieder ganz im Zeichen des närrischen Treibens. Dann regnet es auf den Straßen Konfetti und Kamelle, Funkenmariechen tanzen in Festsälen, und während man sich in Köln freudetrunken ein „Alaaf“ zuruft, schallt einem in Mainz ein berauschendes „Helau“ entgegen.

Nicht nur die bekannten Karnevals- und Faschingshochburgen befinden sich während der fünften Jahreszeit im Ausnahmezustand. Auch an vielen lokalen und regionalen Faschingszentren wie Dithmarschen (an der Nordsee), Steinfurt (im Münsterland) oder Wasungen (in Thüringen) lassen es die Narren zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch richtig krachen.

Versicherungsschutz in der fünften Jahreszeit

Doch die Narrenfreiheit hat ihre Grenzen. Auch im Karneval muss man für Schäden, die man aus Versehen verursacht hat, Wiedergutmachung leisten. Der Karnevalist haftet für den Schaden mit seinem gesamten Vermögen, selbst zukünftiges Einkommen wird herangezogen. Eine festgelegte Obergrenze gibt es nicht, sodass man möglicherweise ein Leben lang für einen angerichteten Schaden geradestehen muss.

Das ist nicht immer so harmlos wie ein Loch, das man beim ausgelassenen Tanzen mit der Zigarette in das Kostüm des Nebenmanns (oder der Nebenfrau) brennt. Es kann sich stattdessen auch um eine schwerwiegende Kopfverletzung handeln, weil man im Gedränge jemanden aus Versehen aufs Straßenpflaster schubst.

Eine private Haftpflichtversicherung übernimmt den Schadenersatz, falls ein Geschädigter Ansprüche gegen den Versicherten geltend macht. Die Versicherung prüft den Fall und zahlt bei Anerkennung die Leistungen aus. Sind die Ansprüche ungerechtfertigt, schützt die private Haftpflichtversicherung ihren Kunden mit juristischen Mitteln. Wenn es zum Beispiel zu einem Gerichtsverfahren kommt, führt die Versicherung den Prozess und übernimmt alle Kosten.

Eine Privathaftpflicht braucht man zu jeder Jahreszeit

Das ausgelassene Treiben rund um den Rosenmontag ist der Höhepunkt der fünften Jahreszeit, dementsprechend vorsichtig sollte man sich verhalten. Natürlich ist es auch in den anderen vier Jahreszeiten leicht möglich, jemand anderen zu schädigen.

• Noch schnell als Fußgänger bei Rot über die Ampel? Das kann schnell zu einem Auffahrunfall führen.
• Grillen in der Ferienwohnung? Eine Windbö könnte die schwelende Glut auf die Terrasse nebenan wehen und dort das Mobiliar in Brand stecken.
• Im Winter nicht rechtzeitig den verschneiten Gehweg vor dem Einfamilienhaus freigeräumt? Wenn jemand stürzt, kann er Sie für den Schaden haftbar machen.

Damit der Schutz durch die private Haftpflichtversicherung ausreicht, müssen einige Rahmenbedingungen stimmen. Im jüngsten Versicherungsvergleich von „Finanztest“ (in Ausgabe 12/2014) erhöhten die Experten der Stiftung Warentest den geforderten Grundschutz von 3 auf 5 Millionen Euro. Grund dafür sind die zuletzt stark gestiegenen Behandlungs- und Medikamentenkosten sowie Preissprünge im Baugewerbe.

Im Versicherungsschutz enthalten sein sollten ebenfalls sogenannte Allmählichkeitsschäden. Das sind Schäden, die unbemerkt über einen längeren Zeitraum entstehen, zum Beispiel durch Feuchtigkeit. Auch Schäden an fremden Computern sollten abgedeckt sein. Sie werden beispielsweise durch das unbeabsichtigte Übertragen eines Virus‘ verursacht.

Voraussetzung, dass ein Schaden von der Privathaftpflicht übernommen wird, ist aber, dass der Schaden unabsichtlich oder leicht fahrlässig angerichtet wurde. Wer vorsätzlich handelt, darf nicht auf den Schutz durch die Versicherung hoffen. Schneidet die Kollegin dem Chef an Weiberfastnacht die teure Designer-Krawatte ab, muss sie den Schaden selbst begleichen. Nur in typischen Karnevals-Regionen wie dem Rheinland besteht für diesen Brauch Narrenfreiheit: Wer hier mit Krawatte im Büro erscheint, gibt stillschweigend seine Zustimmung, dass sie auch gekürzt werden darf.

Zusätzlicher Schutz durch Extras – auch bei Fällen ohne Haftungsrisiko

Viele Versicherungsdetails hängen aber auch davon ab, wie die jeweilige Situation des Kunden gestrickt ist.

• Für Mieter ist es sinnvoll, dass Mietsachschäden abgesichert werden. So springt die private Haftpflichtversicherung zum Beispiel auch dann ein, wenn man in der Mietwohnung aus Versehen eine Ecke vom Waschbecken abschlägt oder den Parkettfußboden unter Wasser setzt, sodass er aufquillt und ersetzt werden muss.

• Wer in einer großen Wohnanlage mit Schließsystem wohnt oder Büroschlüssel bei sich trägt, sollte sich gegen Schlüsselverlust versichern. Denn im schlimmsten Fall kostet der Austausch einer Hightech-Schließanlage mehrere zehntausend Euro.

Einige Leistungen neuer Policen gehen sogar deutlich über die gesetzlichen Anforderungen hinaus. So sind heutzutage auch Schäden durch sogenannte „deliktunfähige Kinder“ abgesichert. Dabei handelt es sich um Schäden, die von Kindern unter 7 Jahren verursacht werden. Ihre Eltern können nämlich dafür in der Regel nicht haftbar gemacht werden. Dennoch fühlen sich viele dafür verantwortlich, wenn der Nachwuchs etwas kaputtmacht – und zum Beispiel beim Kinderfasching in die aufwendig gestaltete Saaldekoration stürzt.
Gleiches gilt für Gefälligkeitsschäden, also wenn man zum Beispiel bei einem Umzug hilft und dabei aus Versehen den Karton mit dem guten Meissener Porzellan die Treppe hinunterfallen lässt. Durch den stillschweigenden Haftungsausschluss bei Gefälligkeiten hätte der Umziehende keinen Anspruch auf Schadenersatz.

Eine Versicherung, die für jeden sinnvoll ist

Eine private Haftpflichtversicherung gehört zu den Versicherungen, die jeder abgeschlossen haben sollte. Da sind sich Versicherer und Verbraucherschützer einig. Sie bietet finanziellen Schutz, sollte man einer anderen Person aus Versehen einen Schaden zufügen. Familien können sich sogar über eine einzige Police absichern. Mit einer privaten Haftpflichtversicherung steht man in jedem Fall auf der sicheren Seite – und kann das närrische Treiben der nächsten Wochen sorgenfrei genießen.

Unbeschwert Karneval feiern

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