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Ausgabe 02/2017
Hilfe bei der Steuer

Jedes Jahr derselbe Ärger mit der Steuererklärung? Verzweifeln Sie nicht allein an den Formularen, sondern holen Sie sich Hilfe – von einer Software, dem Lohnsteuerhilfeverein oder dem Steuerberater.

Die Einkommensteuererklärung ist eine lästige Pflicht, die man gern abgeben würde. Wer sich nicht allein durch die Papierberge wühlen will, hat mehrere Optionen: Ob eine Steuersoftware, ein Lohnsteuerhilfeverein oder ein Steuerberater die beste Hilfe bietet, richtet sich danach, wie komplex die Steuersituation ist – und wie viel Geld man in die Unterstützung investieren möchte.

Steuersoftware

Um die Steuererklärung selbst anzufertigen, sollte man die Finger von den Papierformularen lassen und sich stattdessen für eine Software-Lösung entscheiden. Mithilfe der elektronischen Steuererklärung (ELSTER) des Finanzamtes kann man die Steuererklärung bequem zu Hause am PC erstellen und – sofern dies eingerichtet ist – elektronisch übermitteln. ELSTER ist zwar kostenlos, Anspruch und Bedienkomfort richten sich allerdings eher an Steuer-Routiniers. Leicht kann man absetzbare Beträge falsch eintragen oder Steuersparmöglichkeiten übersehen.

Kostenpflichtige Programme sind oft die bessere Alternative. Die Software stellt dem Nutzer eine ganze Reihe von Fragen zu Einnahmen und Ausgaben, die dann in die Steuererklärung „übersetzt“ werden. Oftmals wird die potenzielle Steuerersparnis bei jedem Schritt angezeigt. Die verschiedenen Programme haben in der Regel nützliche Extras an Bord: leicht verständliche Einführungen, Steuerspartipps oder Video-Tutorials. Da sie die jeweils aktuelle Gesetzgebung berücksichtigen, muss man die Software jedes Jahr neu erwerben. Zu den bekanntesten Programmen gehören:

• WISO steuer: Sparbuch (Buhl Data, circa 25 Euro)
• SteuerSparErklärung (von Akademische Arbeitsgemeinschaft, circa 25 Euro)
• Taxman (Lexware, circa 25 Euro)
• QuickSteuer (Lexware, circa 12 Euro)
• Tax (Buhl Data, circa 12 Euro)
• SmartSteuer (Lexware, circa 15 Euro)

Lohnsteuerhilfeverein

Seit 1964 gibt es die „Selbsthilfeeinrichtungen von Arbeitnehmern für Arbeitnehmer“ im gesamten Bundesgebiet. Dabei handelt es sich um eingetragene Vereine, die lokal oder regional organisiert sind. Als Mitglied kann man das umfangreiche Angebot des Vereins nutzen. Im Beitrag ist aber nicht nur die Hilfe bei der Anfertigung der Steuererklärung enthalten, sondern beispielsweise auch die Beratung bezüglich der richtigen Lohnsteuerklasse oder die Prüfung des Steuerbescheides. Selbst eine Klage vor dem zuständigen Finanzgericht wird abgedeckt.

Welche Kosten anfallen, hängt vom Verein ab – und dem Einkommen. Der Lohnsteuerhilfeverein Saar-Pfalz erhebt zum Beispiel eine Aufnahmegebühr von 11 Euro. Bei einem Jahreseinkommen von 35.000 Euro wird ein Beitrag von 110 Euro fällig, wer 85.000 Euro verdient, muss dagegen 195 Euro pro Jahr für die Mitgliedschaft bezahlen. Mitglied werden können alle Arbeitnehmer, also zum Beispiel Arbeiter, Angestellte oder Handwerker, aber auch Rentner und Pensionäre. Dagegen werden Freiberufler, Selbstständige und Gewerbetreibende nicht aufgenommen.

Steuerberater

Für alle Unternehmer ist von Gesetz wegen der Steuerberater zuständig. Neben der Steuererklärung übernimmt er wichtige Finanzdienstleistungen wie die Berechnung des Jahresüberschusses oder die Lohnabrechnung. Doch auch manche Arbeitnehmer benötigen fundiertes Expertenwissen in Steuer-Fragen. Das kann zum Beispiel jemand sein, der in Deutschland wohnt, aber in Frankreich arbeitet. Oder der eine doppelte Haushaltsführung angeben will. Oder jemand, der Strom aus der eigenen Solaranlage ins Netz einspeist und eine Gewerbe- und Umsatzsteuererklärung abgeben muss.

Die Kosten für den Steuerberater hängen in der Regel davon ab, wie aufwendig die Steuererklärung ist und wie viel Arbeit der Steuerberater selbst noch investieren muss. Die Grundlage bildet die Gebührenordnung für Steuerberater. Allerdings kennt sie einen Minimal- und einen Maximalbetrag; beide steigen zudem mit der Höhe der Einkünfte. Daher geben viele Steuerberater zunächst eine Preisspanne an, zum Beispiel 300 bis 1.300 Euro. Die endgültigen Kosten pendeln sich meist irgendwo in der Mitte ein. Die Höhe der Steuerrückzahlung spielt beim Kostensatz dagegen keine Rolle.

Fazit

Am günstigsten ist die Steuererklärung am heimischen PC. Sie lohnt sich für einfache Fälle. Wird es etwas komplizierter, sollte man sich von einem Lohnsteuerhilfeverein beraten lassen. Komplexe und gewerbliche Angelegenheiten bedürfen der Hilfe eines Steuerberaters. Die entsprechenden Kosten rentieren sich aber meist auch. Wer einen Lohnsteuerhilfeverein oder einen Steuerberater zu Rate zieht, muss zwar mehr zahlen. Allerdings kann er sich bei der Abgabe der Steuererklärung mehr Zeit lassen. Statt des 31. Mai gilt der 31. Dezember als Stichtag. Und Hilfeverein und Steuerberater haften für die Richtigkeit der Steuererklärung, bei der Software ist man selbst verantwortlich.

Der Staat unterstützt zudem alle Bürger, professionelle Hilfe bei steuerlichen Angelegenheiten in Anspruch zu nehmen: Alle Kosten – ob Kauf der Steuersoftware, Mitgliedsbeitrag für den Lohnsteuerhilfeverein oder Ausgaben für den Steuerberater – können im Folgejahr als Werbungskosten geltend gemacht werden. Dabei gilt, dass die Ausgaben bis zu einer Höhe von 100 Euro vollständig absetzbar sind. Liegen die Kosten darüber, ist nur ein Abzug von 50 Prozent erlaubt. Allerdings darf die 100- Euro-Grenze vollständig beansprucht werden, wenn zum Beispiel die Ausgaben 150 oder 170 Euro betragen.

Steuererklärung - selber machen oder den Profi ranlassen?

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