Ausgabe 02/2017
Liebe und das liebe Geld

Wenn Paare zusammenziehen, ändert sich der Alltag. Viele Dinge müssen neu geregelt werden, auch die Finanzen. Bei Versicherungen können Paare mit gemeinsamen Policen sparen.

Bald steht der Feiertag der Verliebten vor der Tür: Am 14. Februar begehen die Romantiker weltweit den Valentinstag. Für viele Paare ein willkommener Anlass, sich gegenseitig mit kleinen Aufmerksamkeiten ihre Liebe zu zeigen. Ein Strauß roter Rosen, feine Süßigkeiten oder gar ein Kurztrip nach Paris? Möglichkeiten gibt es unzählige. Eine weitaus größere Liebeserklärung aber drückt sich darin aus, wenn Paare in die erste gemeinsame Wohnung einziehen. Gemeinsames Frühstück im Bett? Das geht jetzt immer, nicht nur am Wochenende.

Zusammenziehen heißt aber auch: Statt einiger weniger Stunden teilt man nun den Alltag und das Leben miteinander. Neue Herausforderungen warten: Zieht der eine Partner beim anderen mit ein oder wagen beide den gemeinsamen Anfang in einer neuen Wohnung? Wie wird diese gestaltet? Welche Dinge ziehen mit um? Und welche landen im Sperrmüll? Die Vorstellungen darüber, wie man in Zukunft wohnen möchte, können meilenweit auseinanderliegen. Ohne Kompromisse wird hierbei nichts gehen. Wer kauft ein, wer putzt das Bad? Andere Konflikte sind subtiler: Sagt man Bescheid, wenn es später im Büro wird oder man mit Freunden ins Kino will? Und wenn ja: wie sagt man es? Ruft man an oder reicht eine WhatsApp-Nachricht? Antworten müssen die Paare gemeinsam finden.

Anderes lässt sich dagegen ganz einfach regeln. Für gemeinsame Ausgaben richten viele Paare ein Gemeinschaftskonto ein. Von diesem kann dann auch gleich der Rundfunkbeitrag an ARD, ZDF und Deutschlandradio abgebucht werden. Seit 2013 wird der Beitrag nicht mehr pro Person, nur noch einmal pro Wohnung fällig. Auch bei Versicherungsverträgen, die bislang jeder Partner für sich abgeschlossen hatte, gibt es ein großes Sparpotenzial. Sogar für Paare ohne Trauschein. Denn die Partnerregelungen vieler Versicherungspolicen gelten auch für Paare, die in einer „eheähnlichen“ oder „häuslichen“ Gemeinschaft leben.

Hausratversicherung

Besitzen beide Partner eine eigene Hausratversicherung, kann die jüngere sofort gekündigt werden. Die ältere Police bleibt meist bestehen. Allerdings sollte man eine Bestandsaufnahme des Hausrats machen. Denn nach dem Zusammenziehen hat nicht nur der Umfang des Hausrats zugenommen, sondern auch dessen Wert. Wird dieser von der Hausratversicherung nicht abgedeckt, sollte man die Versicherungssumme erhöhen. Oder man wechselt in einen Tarif, der anhand der Wohnfläche kalkuliert wird. Hierbei umgeht man auch eine Unterversicherung.

Private Haftpflichtversicherung

Eine gemeinsame private Haftpflichtversicherung ist ebenfalls sinnvoll. Auch hier wird meist die ältere Versicherung weitergeführt, in die der andere Partner und gegebenenfalls dessen Kinder aufgenommen werden. Verursacht zum Beispiel der eine Partner einen Unfall, bei dem der andere zu Schaden kommt, macht sonst dessen Krankenkasse die Behandlungskosten beim Unfallverursacher geltend. Nur bei Eheleuten ist dies ausgeschlossen.

Kfz-Versicherung

Geld sparen können zusammenlebende Paare vor allem dann, wenn beide bereits ein Auto besitzen. Über die Zweitwagenregelung kann man beide Autos bei demselben Anbieter versichern. Für den Zweitwagen gewährt der Versicherer einen Rabatt von bis zu 20 Prozent. Das Auto wird nämlich nicht wie sonst in die Schadenfreiheits-Klasse 0 eingestuft, sondern gleich in die SF-Klasse ½. Manche beginnen auch sofort mit SF-Klasse 2 oder 3. Unverheiratete Paare müssen allerdings darauf achten, dass beide Partner in den entsprechenden Policen als fahrberechtigt eingetragen sind.

Risikolebensversicherung

Verheiratete Paare können bei Risikolebensversicherungen einen Partner-Tarif abschließen, um sich im Todesfall gegenseitig abzusichern. Auch Paare ohne Trauschein könnten bei der „verbundenen Risikolebensversicherung“ einige Euro an Prämie einsparen, letztendlich lohnt es sich für sie aber nicht. Denn der verbliebene Partner muss eine hohe Erbschaftsteuer zahlen. Daher bietet sich in diesem Fall die sogenannte Über-Kreuz-Versicherung an: Jeder Partner schließt seine eigene Police mit sich selbst als Begünstigtem ab, als „versicherte Person“ wird aber der andere Partner eingetragen.

Wenn aus zwei Heimen eines wird, ist das für Paare ein aufregender Neubeginn. Allerdings sollte man die rosarote Brille zeitweilig einmal absetzen – und den Taschenrechner zur Hand nehmen. Der gemeinsame Haushalt bietet schließlich einige finanzielle Vorteile, auch und gerade bei Versicherungen. Das gesparte Geld lässt sich dann hervorragend anderweitig ausgeben, zum Beispiel für ein romantisches Abendessen am nächsten Valentinstag.

Valentinstag

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