Ausgabe 02/2018
Sinnvolle Hilfen für die Steuererklärung

Spätestens bis zum 31. Mai 2018 müssen viele die Steuererklärung für 2017 eingereicht haben. Doch das Ausfüllen von Mantelbogen und Anhängen ist nicht immer einfach. Hilfe dafür ist vielfältig: Vom kostenlosen Infomaterial bis hin zum Steuerberater. Wir erklären, wann sich welche Hilfe lohnt.

Der einfachste Weg, seine Steuererklärung abzugeben, ist die elektronische Übermittlung. Das Finanzamt stellt dafür die Software ELSTER zur Verfügung – ELSTER steht für ELektronische STeuerERklärung. Die Anwendung enthält alle notwendigen Formulare, übernimmt die gegebenenfalls im Vorjahr eingegebenen Daten und berücksichtigt auch Informationen, die schon anderweitig elektronisch ans Finanzamt übermittelt worden sind (z. B. Lohnsteuerbescheinigungen, Rentenzahlungen oder Elterngeld). Zudem berechnet ELSTER die zu erwartende Rückzahlung oder Steuerschuld (beides jedoch ohne Gewähr) und weist auf mögliche Unstimmigkeiten hin.

Kommerzielle Steuersoftware nutzen

Der Nachteil von ELSTER ist, dass es häufig Fachvokabeln verwendet – und nur wenige bis gar keine konkreten Steuerspartipps nennt. Eine Alternative zur staatlichen Software sind kommerzielle Anwendungen. Programme wie „WISO steuer“ (von Buhl Data in Kooperation mit dem ZDF-Magazin), „SteuerSparErklärung“ (Wolters Kluwe) oder „smartsteuer“ (Haufe-Lexware) sind anwenderfreundlich gestaltet, helfen bei der Dateneingabe und geben Tipps, wo und wie man Steuern sparen kann. Die Preisspanne reicht ungefähr von 15 bis 40 Euro, wobei alle Hersteller neben ihren umfangreichen (und teils teuren) Softwarepaketen auch günstigere Einsteigerlösungen im Programm haben.
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Sowohl bei ELSTER als auch bei kommerziellen Anwendungen kann man mittlerweile die Steuererklärung komplett elektronisch übermitteln. Voraussetzung für die papierfreie Abgabe ist aber, dass man sich bei ELSTER registriert und ein elektronisches Zertifikat für die sogenannte „authentifizierte Übermittlung“ besitzt. Die kommerziellen Anbieter nutzen dafür eine Schnittstelle zum ELSTER-Onlineportal, wobei man sich ebenfalls einmalig zuvor über die ELSTER-Webseite registrieren lassen muss.

Das Zertifikat ist wie ein elektronisch übermittelter Ausweis, der Ihre Identität bestätigt. Sie beantragen das Zertifikat über die ELSTER-Webseite, wobei Sie sich entweder mit Ihrer persönlichen Steuer-Identifikationsnummer oder mit dem neuen Personalausweis registrieren lassen müssen. Dann erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Nach dem Klick auf den Bestätigungslink erhalten Sie eine Aktivierungs-ID per E-Mail und einen Aktivierungscode per Post, an die beim Finanzamt hinterlegte Adresse. Beide Aktivierungsschlüssel benötigen Sie dann, um von ELSTER ein Sicherheitszertifikat zu generieren, das Sie anschließend auf Ihren Computer herunterladen müssen.

Bei der elektronischen Übermittlung der Steuererklärung dient das Zertifikat dann als Ersatz für die Unterschrift. Wer es nicht hat, kann zwar durchaus alle Daten bereits vorab elektronisch übersenden, muss aber zusätzlich eine komprimierte Steuererklärung ausdrucken, unterschreiben und ans Finanzamt schicken.

Ab diesem Jahr gilt übrigens die „Belegvorhaltepflicht“. Das bedeutet: Bei der Abgabe der Steuererklärung müssen Sie zunächst keine Belege oder Aufstellungen mehr mitschicken, zum Beispiel für Werbungskosten oder Ausgaben für Handwerker und Putzhilfen. Das Finanzamt fordert diese Belege nur bei Bedarf an. Da Sie bei solchen Rückfragen aber die Nachweise für Ausgaben vorlegen müssen, sollten Sie alle entsprechenden Belege für mindestens 2 Jahre aufbewahren.

Hilfe vom Profi: Lohnsteuerverein und Steuerberater

Wer konkrete Unterstützung braucht, kann einem der örtlichen Lohnsteuerhilfevereine beitreten. Der Jahresbeitrag hängt vom Einkommen ab. Die Vereinigte Lohnsteuerhilfe (VLH) – einer der ältesten und größten Vereine – berechnet zwischen 39 und 330 Euro Mitgliedsbeitrag. Daneben existiert eine Reihe von regionalen und lokalen Hilfevereinen, die über eine eigene Beitragsstaffelung und individuelles Fachwissen verfügen. Der Lohnsteuerhilfeverein berät in der Regel Angestellte, Beamte und Rentner. Ausgeschlossen von Beratungsleistungen sind Personen mit hohen Mieteinnahmen oder Kapitaleinkünften.

Auch Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende werden von Lohnsteuerhilfevereinen nicht beraten, sie müssen sich gegebenenfalls an einen Steuerberater wenden. Auch in besonders kniffligen Fällen ist deren Expertise gefragt. Das betrifft zum Beispiel Erben großer Vermögen, Eigenheimbesitzer, die über die eigene Solaranlage Strom ins örtliche Netz einspeisen, und Kapitalanleger, die bestimmte Steuersparmodelle nutzen oder ihr Geld im Ausland investiert haben. Ob sich der Steuerberater lohnt, lässt sich so einfach nicht sagen. Neben seinem Fachwissen ist auch das Verhältnis von Honorar und Rückzahlung von Bedeutung.

Die Gebühren für den Steuerberater werden über die Vergütungsordnung für Steuerberater geregelt. Allerdings gibt es hier einen recht großen Ermessenspielraum. Bei einem großen Aufwand kann das Honorar dennoch recht hoch ausfallen, muss dann aber begründet werden. Andererseits besteht auch die Möglichkeit, das Honorar mit dem Steuerberater individuell auszuhandeln. Beim Lohnsteuerhilfeverein sind dagegen in der Regel alle Kosten durch den Jahresbeitrag abgegolten. Doch ob nun Hilfeverein oder Steuerberater, es gilt: Engagieren Sie einen Steuerprofi, verlängert sich die Abgabefrist bis zum 31. Dezember 2018. Sie müssen dies dem Finanzamt nicht selbst ankündigen. Der Lohnsteuerhilfeverein bzw. der Steuerberater beantragt die Verlängerung selbst im Rahmen der von Ihnen vorab gewährten sogenannten Vertretungsvollmacht.

Viel Informationsmaterial online und offline verfügbar

Wer das Geld für Lohnsteuerhilfeverein oder Steuerberater sparen will, sich aber in die Materie einarbeiten muss, findet im Internet sowie im Buch- und Zeitschriftenhandel eine große Vielfalt an Hilfestellungen.

  • Viele überregionale und regionale Tageszeitungen veröffentlichen im Frühjahr Tipps und Tricks für die aktuelle Steuererklärung. Die neuesten Artikel finden Sie am einfachsten unter „Google News“.
  • Einige Zeitschriften erstellen umfangreiche Sonderhefte und Dossiers. Die Sonderhefte erscheinen in der Regel im Frühjahr und sind im Zeitschriftenhandel erhältlich. Gegen eine Gebühr können Sie die entsprechenden PDFs auch online herunterladen, zum Beispiel bei der „WirtschaftsWoche“ oder bei „Finanztest“.
  • Die VLH bieten ein umfangreiches Serviceportal, das zum Beispiel ein Glossar der wichtigsten Fachbegriffe, aktuelle Steuer-News und nützliche Checklisten bereithält.
  • Unabhängige Online-Portale wie finanztip.de informieren ebenfalls über die wichtigsten Aspekte rund ums Thema Steuererklärung. Hier finden Sie neben aktuellen Änderungen im Steuerrecht auch Vergleiche für Steuersoftware und praktische Tipps.
  • Branchenmagazine – zum Beispiel für Handwerker, Lehrer oder Journalisten – geben immer wieder spezielle Steuertipps für die jeweilige Berufsgruppe.
  • Im Buchhandel gibt es eine Reihe an Klassikern zur Steuererklärung, beispielsweise den „Konz“ (Franz Konz: „1000 ganz legale Steuertricks“, Knaur 2018) oder Hans W. Fröhlich: „Steuererklärung 2017 / 2018“ (Stiftung Warentest 2017, in den Varianten „für Arbeitnehmer und Beamte“ sowie „für Rentner und Pensionäre“). Die Bücher werden in der Regel einmal pro Jahr aktualisiert.
  • Die Internet-Portale der verschiedenen Steuersoftware-Hersteller bieten ebenfalls viele Informationen, allerdings sind diese gelegentlich aus der Perspektive des jeweiligen Anbieters geschrieben, z. B.: steuertipps.de (Wolters Kluwer), steuern.de (Haufe-Lexware) oder das Steuer-Blog von WISO-Steuer (Buhl Data).
  • Sie wollen ganz unkompliziert Geld sparen? Bei CosmosDirekt gibt’s 5 schnelle und einfache Steuertipps.

900 Euro vom Staat zurückerhalten

Ob Sie nun die Steuererklärung abgeben müssen oder diese freiwillig einreichen – in der Regel machen sich die Mühe und der Aufwand bezahlt. „Finanztest“ geht davon aus, dass im Durchschnitt jeder Veranlagte rund 900 Euro zurückerhält. Während bei einer bestehenden Abgabepflicht die Fristen strikt gesetzt sind (31. Mai / 31. Dezember – Verlängerung nur auf Antrag möglich), haben alle, die ihre Steuererklärung freiwillig einreichen, bis zu vier Jahre rückwirkend dafür Zeit. Doch es lohnt sich – und mit den richtigen Informationen ist auch der Jargon des Finanzamts kein Buch mit sieben Siegeln mehr. Machen Sie also das Beste daraus und sparen Sie richtig Steuern!

Hilfen Steuererklärung

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