Ausgabe 02/2020

Die besten Tipps zur Steuererklärung 2020

Das Ausfüllen der Steuererklärung gehört für viele Menschen nicht gerade zu den Lieblingsbeschäftigungen. Dabei lohnt sich die Abgabe finanziell. Die Hilfe vom Steuerberater muss man meistens auch nicht in Anspruch nehmen. Mit unseren Tipps sind Sie gut für die nächste Steuererklärung gerüstet – und können sich wahrscheinlich über eine Rückzahlung freuen.

Winterpflichten für Mieter und Eigentümer

Gewiss, noch ist ein bisschen Zeit: Erst zum 31. Juli 2020 wird die Steuererklärung für das Jahr 2019 fällig. Wer sich von einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein unterstützen lässt, kann sich sogar bis zum 28. Februar 2021 Zeit lassen. Diese Termine sollte man auch unbedingt ernst nehmen, denn wer die Frist verstreichen lässt, muss einen Verspätungszuschlag von mindestens 25 Euro pro Monat zahlen.

Werbungskosten von über 1.000 Euro absetzen

Ob Bewerbung, Benzin für die Autofahrt zum Büro oder Fortbildungen: Die meisten Arbeitnehmer müssen eigenes Geld investieren, um arbeiten zu können oder auf der Karriereleiter eine Stufe höher zu klettern. Dem Staat ist das bewusst. Deshalb fördert er berufsbedingte Ausgaben, die der Arbeitgeber nicht bereits steuerfrei ersetzt hat. Sie können in der Steuererklärung als „Werbungskosten“ geltend gemacht werden. Sind die Gesamtausgaben gering, müssen Sie nichts machen. Dann wird für Sie gleich der Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 Euro angesetzt.

Viele Arbeitnehmer kommen über den Pauschbetrag und sollten alle Kosten in voller Höhe angeben. Schon wer jeden Tag 15 Kilometer zur Arbeit pendelt, kann bei 230 Arbeitstagen eine „Entfernungspauschale“ von 1.035 Euro geltend machen. Berechnet wird sie mit der einfachen Strecke mal 0,30 Euro. Dazu kommen alle weiteren Ausgaben für den Beruf, etwa privat bezahlte Fortbildungen und Berufsbekleidung (inkl. Reinigung). Dabei handelt es sich aber reine Arbeitskleidung, zum Beispiel Amtstrachten, Warnschutz- und Kochjacken oder weiße Kittel in Heil- und Pflegeberufen – alles Kleidungsstücke, bei denen ausgeschlossen ist, dass man sie privat trägt. Businessanzüge, Kostüme oder Blusen können dagegen nicht steuerlich abgesetzt werden, da man diese Kleidungsstücke auch jederzeit außerhalb der Arbeit tragen kann. Entscheidend ist nicht, ob man dies auch real tut – für das Finanzamt gibt allein die Möglichkeit dazu schon den Ausschlag. Berufsbedingte Umzugskosten können Sie dagegen ebenfalls angeben, etwa wenn Sie in eine Dienstwohnung ziehen oder mindestens eine Stunde Fahrtzeit sparen.

Kosten für Handwerker und haushaltsnahe Dienstleistungen

Muss der Handwerker kommen, um den Wasserhahn zu reparieren, die Heizungstherme zu warten oder neue Fliesen zu verlegen, können Sie die Kosten ebenfalls in der Steuererklärung eintragen. Abzugsfähig ist aber nicht alles, sondern nur 20 Prozent vom Arbeitslohn bis zu einer Höhe von insgesamt 1.200 Euro im Jahr. Materialkosten und Anfahrtsweg können Sie nicht geltend machen. Der Steuervorteil gilt nicht nur für Eigentümer, sondern auch für Mieter. Schauen Sie in die Nebenkostenabrechnung, hier sollte Ihr Vermieter die Handwerkerleistungen aufgeführt haben.

Viel Potenzial für eine direkte Steuerentlastung bieten haushaltsnahe Dienstleistungen. Dazu gehören zum Beispiel der Lohn für die Putzkraft, den Gärtner und den Winterdienst. Wichtig ist, dass die Tätigkeiten legal ausgeführt werden und Sie bei Bedarf eine Rechnung vorlegen können. Diese darf nicht bar bezahlt werden, sondern muss per Überweisung beglichen werden. Maximal dürfen Sie 20.000 Euro an Arbeits- und Fahrtkosten für haushaltsnahe Dienstleistungen angeben, angerechnet auf die Steuerschuld werden aber nur 20 Prozent. Maximal möglich ist ein Abzug von 4.000 Euro.

Kinderbetreuung und Altersvorsorge

Was viele Eltern wissen: Kinder kosten Geld. Was viele Eltern nicht wissen: Betreuungskosten für Kinder können in der Steuererklärung als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Angerechnet werden zwei Drittel der Kosten, der Höchstbetrag pro Jahr liegt bei 4.000 Euro. Die Regelung gilt für Kinder bis zum 14. Geburtstag. Bei behinderten Kindern, die sich nicht selbst versorgen können, gibt es keine Altersgrenze. Auch hier gilt: Sie benötigen von der Tagesmutter, der Kita oder dem Hort eine Rechnung, die Sie per Überweisung bezahlen müssen.

Ausgaben zur Altersvorsorge werden ebenfalls vom Staat steuerlich gefördert. Bestimmte Beiträge, zum Beispiel zur gesetzlichen Rentenversicherung, einer berufsständischen Versorgungseinrichtung, der landwirtschaftlichen Alterskasse oder der Rürup-Rente (Basisrentenvertrag), können Sie bis zu einer Gesamthöhe von 24.305 Euro als Sonderausgaben geltend machen. Für verheiratete Paare und Lebenspartnerschaften mit gemeinschaftlicher Veranlagung gilt der doppelte Wert, also 48.610 Euro. In den nächsten Jahren steigt der Wert weiter, der volle Höchstbetrag wird im Jahr 2025 erreicht.

Der beste Tipp: Geben Sie eine Steuererklärung ab!

Private Ausgaben spielen bei der Steuererklärung keine Rolle. Nur unter besonderen Umstände können Sie Kosten als „außergewöhnliche Belastung“ angeben. Dazu zählt der Ausbildungsfreibetrag von 924 Euro im Jahr für volljährige Kinder, die auswärts eine Ausbildung machen. Ausgaben für Zahnersatz können Sie nur ansetzen, wenn Sie Ihre zumutbare Belastungsgrenze überschreiten. Gerade bei teuren Zahnbehandlungen sollten Sie darauf achten, dass die Gesamtkosten in einem Kalenderjahr entstehen. Eine Rechnung im Dezember und eine weitere im Januar dürfen nicht addiert werden.

Und noch ein Tipp zum Schluss: In den meisten Fällen lohnt es sich, eine Steuererklärung abzugeben – auch wenn man eigentlich nicht dazu verpflichtet ist. Wer die Abgabe unterlässt, verschenkt Geld. Für das Jahr 2015 hat das Statistische Bundesamt ausgerechnet, in welchem Umfang Steuererstattungen anfallen und wie viel Geld die Steuerpflichtigen erhalten. In rund neun von zehn Fällen aller abgegebenen Steuererklärung gab es etwas zurück, im Durchschnitt lag die Erstattung bei 1.007 Euro. Da lohnt sich doch die Arbeit.

Weitere Tipps, um bei der Steuererklärung Geld zurückzubekommen, verrät unser Ratgeber „5 schnelle Steuertipps“.

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