Ausgabe 02/2020

Parlez better

Ihr Englisch ist nicht das yellow from the egg? Wenn Sie Sprachkenntnisse auffrischen oder eine neue Sprache lernen wollen, geht das ohne stumpfes Vokabelpauken. Es gibt interessantere Möglichkeiten.

Digitales Erbe verwalten

In Science-Fiction-Filmen geht häufig alles einfacher und schneller, auch Fremdsprachen sind kein Problem. Die künstliche Intelligenz braucht drei Sätze, schon können sich Angehörige interstellarer Spezies miteinander unterhalten, die sich vorher noch nie getroffen haben. Bei Erstkontakt mit bekannten Wesen kann man sich gelegentlich die benötigte Sprache auch einfach aus dem Internet herunter- und direkt ins Hirn hochladen. So weit sind wir Erdlinge noch nicht – und womöglich ist das auch gut so. Denn Sprachenlernen macht Spaß – mal spielerisch mit einer App, mal kommunikativ in einem Kurs oder abenteuerlustig bei einer Sprachreise ins Ausland.

Mit der App zwischendurch lernen

Morgens in der U-Bahn, in Wartezimmern von Ärzten und Behörden, abends auf der Couch: Mit Sprachlern-Apps können wir zwischendurch und immer mal wieder den Tag über an unseren Fremdsprachkenntnissen arbeiten. Zu den bekanntesten Anbietern gehören Babbel, Duolingo, Busuu und Rosetta Stone. Jede App verfügt über einen unterschiedlich großen Pool an Sprachen. Bei Babbel kann man 14 Fremdsprachen lernen, bei Duolingo sind es sogar 34 Sprachen. Neben den Klassikern Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch findet man häufig auch Schwedisch, Russisch oder Chinesisch. Selbst Programme für Klingonisch gibt es.

Die Programme setzen darauf, dass der Nutzer die Lektionen zunächst allein durcharbeitet. Damit sie nicht zu langweilig werden, integrieren viele Apps spielerische Elemente. Wer eine Aufgabe löst, sammelt Erfahrungspunkte und steigt ins nächste Level auf. Später kann man sich im hauseigenen Forum oder der Facebook-Gruppe mit Gleichgesinnten über die Erfolge austauschen. Dass man von Anfang an auch die korrekte Aussprache übt, findet man eher selten. Einige wenige Programme verbinden Sprachschüler und Muttersprachler, etwa über einen virtuellen Stammtisch, um die Sprachkenntnisse in der Praxis zu verbessern.

Die Kosten: Viele Sprachlern-Apps bieten eine kostenlose Testversion oder sind für Einsteiger gratis. Vertiefende Übungen für Fortgeschrittene sind häufig nur in kostenpflichtigen Abos (ca. 60–120 Euro) zugänglich.

Im Kurs wird das Sprechen geübt

Deutlich interaktiver geht es im Sprachkurs zu. Die Spanne reicht vom wöchentlichen Abendkurs an der örtlichen Volkshochschule bis hin zu Spezialkursen an privaten Sprachlernschulen. Auch die Kulturinstitute anderer Staaten – beispielsweise das Institut français (Frankreich), das British Council (Großbritannien) oder das Instituto Cervantes (Spanien) – bieten für die jeweiligen Landessprachen Unterricht an. Die Sprachkurse richten sich in der Regel an unterschiedliche Lernniveaus. Sie werden meist nach den Stufen des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER) unterschieden und reichen von A1 für „Anfänger“ bis C2 für „annähernd muttersprachliche Kenntnisse“.

Ob Englisch oder Estnisch, ob Albanisch oder Zulu – es gibt kaum eine Sprache, für die sich nicht auch ein entsprechender Sprachlernkurs finden lässt. Die Kurse vermitteln Grammatik und Vokabeln der jeweiligen Sprache, praktische Übungen machen einen Großteil der Seminareinheit aus. Die Teilnehmer sollen das Gelernte unmittelbar anwenden, in Übungen mit einem Partner oder in der Gruppe. Konversationskurse richten sich dagegen an alle, denen es vor allem darum geht, ihren mündlichen Ausdruck zu verbessern. Ziel ist hier, sicherer im freien Sprechen der jeweiligen Sprache zu werden. Selbst intensiver Einzelunterricht bei einem Muttersprachler ist möglich.
Die Kosten: Zwischen 60 und 150 Euro bei Volkshochschulkursen, bei Angeboten von privaten Sprachschulen oder nationalen Kulturinstituten muss man mit 250 bis 300 Euro rechnen. Einzelkurse kosten häufig zwischen 300 und 500 Euro.

Bei einer Reise Sprache und Landeskultur kennenlernen

Am Strand von Málaga Spanisch pauken, französische Vokabeln in Paris büffeln, nahe der New Yorker Wallstreet sein Englisch businesstauglich vertiefen – um eine Sprache „richtig“ zu lernen, ist nichts hilfreicher als ein längerer Aufenthalt in einem Land, in dem die Sprache auch gesprochen wird. Mittlerweile gibt es zahlreiche Anbieter, die sich auf die Vermittlung von Sprachreisen und längeren Auslandsaufenthalten spezialisiert haben. Vor einigen Jahren nutzten hauptsächlich Schülerinnen und Schüler der oberen Jahrgangsstufen die Angebote, mittlerweile gibt es auch spezielle Programme für Berufstätige, Führungskräfte oder Senioren.

Anbieter von Sprachreisen, etwa EF, ESL, Dialog oder Travelworks, kombinieren den regulären Unterricht in der Landessprache mit der praktischen Anwendung des Gelernten im Alltag. Gesprochen wird ausschließlich die fremde Sprache, zudem gibt es ein umfangreiches Ausflugsprogramm, zum Beispiel Stadtrundfahrten oder Museumsbesuche. So lernen die Teilnehmer neben der Sprache auch Land und Leute besser kennen. Andere Programme verbinden den Sprachkurs mit Freiwilligeneinsätzen, zum Beispiel in Kindergärten oder Tierpflegeeinrichtungen. Selbst das Absolvieren berufsbezogener Praktika bei Unternehmen vor Ort ist möglich.

Die Kosten: sehr unterschiedlich. Wie teuer ein Kurs ist, hängt nicht nur vom Anbieter, sondern auch vom Land und der Dauer des Kurses ab. Für den ersten Eindruck: Zwei Wochen Englisch-Unterricht in Brighton kosten ca. 800 Euro, vier Wochen New York dagegen bis zu 4.000 Euro.

Solide Basis für fremde Sprache schaffen

Wer eine Sprache lernen wollte, musste früher lange Vokabellisten pauken. Das ist heute zum Glück anders: Mit der Hilfe von Apps legen wir einen soliden Grundstein für Vokabular und Struktur, in einem Kurs lernen wir die richtige Aussprache und die Feinheiten der Grammatik, bei einer Sprachreise erleben wir die Landeskultur hautnah. Natürlich können wir unser Verständnis im Alltag zusätzlich schulen, in dem wir Serien und Filme auf DVD oder bei Netflix und Co. in der Originalsprache schauen. Ein Tipp: Lassen Sie sich auch die Untertitel in der Sprache anzeigen, das vertieft den Lernprozess.

Je nach Lerntyp kommt zudem mal eher die eine, mal eher die andere Methode infrage. Wer täglich viel Zeit in der Bahn verbringt, kommt womöglich gut per App voran. Andere verfügen über freie Zeit am Abend, die sie für einen Kurs an der Volkshochschule nutzen. Doch unabhängig davon sollte klar sein, dass das Erlernen einer fremden Sprache neben Zeit auch Geld erfordert. Und zwar umso mehr, je ambitionierter Sie das Ziel verfolgen. Gerade eine längere Sprachreise kann teuer werden. Daher sollten Sie frühzeitig beginnen, einen monatlichen Betrag zurückzulegen. Eine gute Möglichkeit, sicher und gleichzeitig flexibel zu sparen, bietet die Flexible Vorsorge von CosmosDirekt.

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