Ausgabe 03/2017
40 Tage Pause

Fasten heißt für viele, für einen bestimmten Zeitraum auf Essen und das Trinken von Alkohol ganz zu verzichten; aber nicht nur. Fasten kann auch bedeuten, sich seine schlechten Angewohnheiten bewusst zu machen – um sie endlich abzulegen.

Aschermittwoch ist ein Tag des Übergangs. Die Karnevalszeit endet, die christliche Fastenzeit beginnt. Sie dauert bis Karsamstag, dem Tag vor Ostersonntag, und umfasst insgesamt 40 Tage. Nur die Sonntage sind vom Fasten ausgenommen. Die Zahl 40 ist symbolisch zu verstehen: Jesus fastete 40 Tage in der Wüste, 40 Tage hielt sich Moses auf dem Berg Sinai auf. In der katholischen Kirche gilt die Fastenzeit als „österliche Bußzeit“. Sichtbares Zeichen für die Buße ist das Kreuz aus Asche, das Katholiken am ersten Tag der Fastenzeit vom Priester auf die Stirn oder das Haar gezeichnet wird.

Fasten ist eine Phase der inneren Einkehr

Schon im Alten Testament hüllte man sich „in Sack und Asche“, um für vergangene Taten zu büßen. Auch heutzutage soll man sich vom Ballast der letzten Monate befreien – zur Vorbereitung auf das Osterfest, für Christen das höchste Fest im Jahr. In der Fastenzeit gibt man der inneren Einkehr ein äußeres Zeichen: Viele Gläubige verzichten dann auf bestimmte Genussmittel, zum Beispiel auf das Stück Schokolade zwischendurch oder das Glas Rotwein am Abend. Andere versuchen, weniger zu rauchen, oder gönnen sich eine Pause von Smartphone oder Tablet. Viele Menschen beteiligen sich auch an der Aktion „Autofasten“, indem sie bewusst auf den Pkw verzichten und Verkehrsmittel wie Bus, Bahn oder Fahrrad stärker nutzen.

Traditionelles Fasten gehört zum Menschen wie das Essen und Trinken. Allerdings hat es sich eher zwangsweise entwickelt, weniger aus einer bewussten Entscheidung heraus. Unsere Vorfahren, die Jäger und Sammler waren, fanden höchst selten einen reich gedeckten Tisch vor, wie wir es, wenn wir Glück haben, bisweilen erleben. Evolutionsbiologisch sind wir durchaus an längere Zeiträume mit wenig Nahrung angepasst. Auf Fleisch, fette Speisen und Zucker zu verzichten schadet uns also nicht. Ganz im Gegenteil: Maßvolles Fasten stärkt die Gesundheit. Zum Beispiel senkt es hohen Blutdruck oder regeneriert den Darm.

Fastenzeit hat mit Blitzdiäten nichts zu tun

Beim Verzicht auf Nahrung überschneidet sich das Thema Fasten stark mit dem Thema Abnehmen. Doch mit einer Blitzdiät hat Fasten nichts zu tun. Denn wer nur deshalb auf Heil-, Saft- oder Basenfasten setzt, um schnell ein paar Pfunde loszuwerden, nimmt nach Ostern meist wieder zu. Das tatsächliche Fasten bezweckt dagegen, ein inneres Gleichgewicht wiederherzustellen. Die Askese ist dabei immer nur ein Teil eines umfassenden Prozesses, in dem es darum geht, sich schädliche oder negative Prozesse bewusst zu machen – wozu eben auch durchaus eine ungesunde Lebensweise zählt.

Die Tradition des Fastens vor Ostern kann also auch für Nicht-Christen sinnhaft sein. Dennoch: Nicht jeder muss sich gleich ein hartes Fasten- und Entsagungsprogramm auferlegen. Schon auf etwas Bestimmtes bewusst zu verzichten bietet die Chance, das eigene Verhalten näher zu beleuchten. Wer sich für 40 Tage in Enthaltsamkeit übt, stärkt nebenbei sein Selbstwertgefühl: Ich kann das, ich habe das geschafft. Nach ein paar Tagen des Fastens fühlt man sich freier, aber auch präsenter im Hier und Jetzt. Und man kann die Freuden des Osterfestes mehr genießen – auch die kulinarischen Freuden.

Fastenzeit

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