Ausgabe 03/2017
Kennzeichen zieht mit um

Früher galt: Wer in einen anderen Landkreis zog, brauchte für sein Auto ein neues Kennzeichen. Mittlerweile kann man das Nummernschild behalten. Zur Zulassungsstelle muss man trotzdem.

Heutzutage ist vieles leichter, aber manches auch ein bisschen komplizierter, zum Beispiel bei der Verwendung von Spitznamen. Da kommt der „blutige Anfänger“ plötzlich aus Heidelberg und nicht wie gewohnt aus Bamberg (Autokennzeichen: BA). „Entenhausen“ liegt nicht mehr zwangsläufig im Ennepe-Ruhr-Kreis (Kennzeichen: EN), sondern auch mal mitten in Sachsen-Anhalt. Und ein Neu-Münchner, der aus Aachen (Kennzeichen: AC) übersiedelt, zeigt den Bayern, wer richtig rockt: „AC-DC“ nämlich. Früher war es noch leicht möglich, vom Kennzeichen auf die Herkunft des Autofahrers zu schließen – und es dann auf witzige Weise „umzudichten“. Zumindest Ersteres geht nun nicht mehr ohne Weiteres.

Seit 2015 entfällt die Pflicht zur Umkennzeichnung nach Umzug

Der Grund dafür nennt sich „Kennzeichen-Mitnahme bei Wohnortwechsel“. Diese Regelung ersetzt seit dem 01.01.2015 die bis dahin bestehende „Pflicht zur Umkennzeichnung von Fahrzeugen bei Umzug“. Heißt: Wer früher von Bamberg nach Heidelberg zog, musste nicht nur den Wohnortwechsel melden und bekam einen Aufkleber in den Personalausweis; auch das Auto musste vollständig „umziehen“. Bei der Kfz-Zulassungsstelle beantragte man ein neues Kennzeichen, das in die Fahrzeugpapiere eingetragen wurde. Entsprechend war es auch notwendig, einen Satz neuer Schilder prägen zu lassen.

Das ist nun nicht mehr nötig. Wer seine Heimat verlässt, kann gleichsam ein kleines Stück von ihr mitnehmen, und zwar über die Grenzen von Landkreis oder gar Bundesland hinaus: Wohnort und Unterscheidungszeichen – also die Buchstabenkombination für den Zulassungsbezirk – müssen nicht mehr identisch sein. Der Neu-Heidelberger kann weiterhin mit dem Bamberger Kennzeichen fahren, der eingebürgerte Münchner auch zukünftig die Verbundenheit mit seiner liebsten Rockband ausdrücken. Möglich wurde die Kennzeichen-Mitnahme, nachdem 2009 die Zuständigkeit für die Kfz-Steuer neu geregelt worden war. Diese Steuer wird seitdem nicht mehr von den Bundesländern, sondern vom Bundesfinanzministerium eingezogen.

Autofahrer müssen Wohnortwechsel auch der Zulassungsstelle melden

Das Bundesverkehrsministerium gestattet es nun, das alte Kennzeichen bei einem Umzug mitzunehmen. Für Autofahrer bedeutet dies zunächst eine Ersparnis von 15 bis 30 Euro, müssen sie doch am neuen Wohnort keinen Satz neuer Nummernschilder prägen lassen. Dennoch muss man den Umzug auch weiterhin der örtlichen Zulassungsstelle melden. Meistens kann man dies auch beim Einwohnermeldeamt oder Bürgerbüro in der neuen Heimat vornehmen lassen, wo man ohnehin seinen Zuzug anzumelden hat. Dabei wird auch die neue Adresse in die Fahrzeugpapiere eingetragen. Je nach Behörde werden dafür zwischen 10 und 30 Euro fällig.
Folgende Dokumente müssen Sie mitbringen:
• Zulassungsbescheinigung Teil 1 und Teil 2 (früher: Fahrzeugschein sowie Fahrzeugbrief)
• Personalausweis/Reisepass
• SEPA-Lastschriftmandat für die Kfz-Steuer
• Elektronische Versicherungsbestätigung (eVB-Nummer; erhält man von seinem Versicherer)
• Bericht der letzten Hauptuntersuchung (HU)
Bei einem Halterwechsel entfällt übrigens die Mitnahme-Option. Das heißt: Haben Sie in einem anderen Landkreis oder Bundesland ein Fahrzeug gekauft und wollen es nun auf sich zulassen, müssen Sie ein neues Nummernschild beantragen, das dann die Unterscheidungszeichen Ihres Wohnorts trägt.

Versicherungsprämie richtet sich immer nach dem aktuellen Wohnort

Ob Sie Ihr Kennzeichen nun aus der Heimat mitnehmen oder ein neues Nummernschild beantragen – für die Kfz-Versicherung macht dies keinen Unterschied: Die Versicherungsprämie wird immer anhand der aktuellen Anschrift berechnet. Nach einem Umzug verändert sich wahrscheinlich auch die Prämienhöhe, schließlich berücksichtigen die Versicherer immer die Schadensbilanz von rund 400 Regionen; mitunter erfolgt eine Bewertung für jeden Postleitzahlen-Bezirk. Bei einem Wohnortwechsel kann das Schadenrisiko niedriger, aber auch höher ausfallen als zuvor. Steigt nach dem Umzug die Versicherungsprämie, besteht übrigens kein Sonderkündigungsrecht.

Autokennzeichen beim Umzug mitnehmen

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann empfehlen Sie ihn gerne weiter!

Weitere Beiträge.
Sinnvolle Zusatzpolicen zur Kfz-Versicherung

Den grundlegenden Kfz-Haftpflichtschutz für ihr Fahrzeug können Autofahrer mit Teil- und Vollkaskoversicherungen erweitern. Daneben gibt es eine Reihe von Zusatzversicherungen: den Schutzbrief, die Mallorca-Police oder die Insassen-Unfallversicherung. Manchmal müssen sie zusätzlich gebucht werden, in anderen Angeboten sind solche Tarifoptionen bereits enthalten. Doch was decken sie überhaupt ab?

Tipps für den Autokauf

Wer einen Gebrauchtwagen sucht, sollte sich jetzt im Frühjahr umsehen. Doch überstürzen darf man es auch nicht. Mit unseren Tipps können Sie viel Geld sparen – und späteren Ärger vermeiden

40 Tage Pause

Fasten heißt für viele, für einen bestimmten Zeitraum auf Essen und das Trinken von Alkohol ganz zu verzichten; aber nicht nur. Fasten kann auch bedeuten, sich seine schlechten Angewohnheiten bewusst zu machen – um sie endlich abzulegen.