Ausgabe 03/2018
Daran sollten Sie beim Autokauf 2018 denken

Größer, dicker, breiter – bei Neuwagen hält in diesem Jahr der SUV-Trend unvermindert an. Die Hersteller setzen aber auch immer stärker auf Hybrid- und Elektrofahrzeuge. Außerdem ist 2018 das Jahr, in dem das Auto endgültig intelligent wird. Hier geht’s zu den aktuellen Entwicklungen, auch zum Thema Fahrverbot für Diesel.

Was Sie bei den Autohändlern dieses Jahr erwartet

Dieses Jahr hält wieder einige automobile Schmankerl bereit. Seit Februar verkauft beispielsweise Mercedes-Benz die vierte Generation der A-Klasse, die nicht nur mehr Platz, sondern auch futuristische Features bietet: Das Infotainment-System reagiert auf Sprachbefehle, das Navi lässt sich auf Wunsch um eine „Augmented Reality“-Funktion ergänzen. Dabei zeigt der Bildschirm in der Mittelkonsole ein Videobild der Umgebung an, das von der Frontkamera aufgenommen wurde. Diese Liveaufnahme wird mit Fahrhinweisen wie Abbiegepfeilen, Straßennamen oder Hausnummern angereichert. Ähnliches gilt für die G-Klasse (ab Mai). Während hier im äußeren Design vieles beim Alten (und Bewährten) bleibt, wurde der Luxus-Geländewagen innen von den Stuttgartern generalüberholt: mehr Platz, mehr Infotainment, mehr Individualisierungsmöglichkeiten in puncto Ausstattung
Der Volkswagen-Konzern setzt neben alternativen Antriebsformen (wie den eGolf) weiterhin auf dicke SUVs. VW selbst hat den Touareg runderneuert, dazu kommt der Polo-SUV T-Cross. Audi hat ab Mitte des Jahres die nächste Generation des Kompakt-SUVs Q3 im Angebot, im Herbst folgt der XXL-Luxus-SUV Q8. Von Seat stammt die sportliche Cupra-Variante des SUV Ateca, und Skoda erweitert die Modellpalette des Mittelklasse-SUVs Kodiaq um eine RS-Version mit 240 PS. Audi hat zudem die neue Generation des A1 in petto, der ab diesem Jahr nur noch als Fünftürer erhältlich ist. Mitte des Jahres folgt dann der neue A6 Avant mit Hybridantrieb.

Weitere Neuigkeiten: BMW hat den 8er überarbeitet, der nun dem Porsche 911 Konkurrenz machen soll. Bei Ford steht die vierte Generation des Kompakt-Klassikers Focus in den Startlöchern. Opel dagegen präsentiert die erste Zusammenarbeit mit den neuen Eigentümern PSA (Peugeot / Citroën): den Hochdachkombi Combo. Eventuell kommt in der zweiten Jahreshälfte sogar das Model 3 von Tesla nach Deutschland. Der US-Hersteller hat den Marktstart allerdings schon mehrfach verschoben.

Neue Trends der CES

Auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas stellten Anfang Januar Autobauer und Zulieferer auch in diesem Jahr wieder viele technische Innovationen vor, auf die sich Kunden in den nächsten Jahren freuen können. So präsentierte Volkswagen die Elektrovan-Studie „I.D. Buzz“. Der zu 100 Prozent elektrisch betriebene Nachfolger des legendären „Bulli“ soll 2022 in Serie gehen. Grafikchip-Hersteller Nvidia („Geforce“) steuert einen Co-Piloten mit künstlicher Intelligenz bei. Dieser sammelt über Sensoren Daten aus dem Innenraum und der Umgebung und befähigt den Retro-E-Bus zum autonomen Fahren.

Ebenfalls auf KI-Basis funktioniert die „Mercedes-Benz User Expericence“ (MBUX). Die Steuerung des Infotainment-Systems erfolgt über zwei XXL-Touchscreens und ähnelt der Bedienung eines Smartphones; auch Sprachbefehle („Hey Mercedes!“) sind möglich. Zudem merkt sich MBUX, welche Einstellungen der Fahrer bevorzugt. Ein gehauchtes „Mir ist kalt“ reicht dann, um die Temperatur auf Wohlfühlniveau anzuheben. Erstmalig ausgeliefert wird MBUX bereits in der neuen A-Klasse.

eCall wird Ende März europaweit Pflicht

Das EU-Parlament hatte die Einführung von eCall bereits vor drei Jahren beschlossen. Nun ist es endlich soweit: Ab dem 1. April 2018 ist innerhalb der EU das elektronische Notrufsystem in allen Neuwagen vorgeschrieben. Bei einem Unfall informiert eCall automatisch die nächstgelegene Rettungsleitstelle und übermittelt die Standortdaten des jeweiligen Fahrzeugs wie GPS-Position oder Fahrtrichtung, ebenso die Antriebsart und die Anzahl der angelegten Sicherheitsgurte.
Dank der übertragenen Daten können Einsatz- und Rettungskräfte schneller am Unfallort eintreffen und wissen genau, auf welchen Fahrzeugtyp und welchen Notfall sie sich einstellen müssen – z. B., ob sie es mit einem Hybridfahrzeug zu tun haben, bei dem besondere Sicherheitsvorkehrungen zu treffen sind, oder ob der Fahrer eventuell bewusstlos ist. Die EU-Kommission schätzt, dass sich mit eCall die Zahl der Unfalltoten EU-weit um zehn Prozent senken lässt.
Das eCall-System kann auch auf eine Datenbank zugreifen und zeigt den Einsatzkräften die passende Rettungskarte an. Bei diesen handelt es sich um schematische Darstellungen des jeweiligen Automodells mit spezifischen Informationen, die für Rettungskräfte wichtig sind: z. B. wo sich Gurte und Airbags befinden, ob Starkstromleitungen vorhanden sind (Elektro- und Hybridfahrzeuge) oder ob bestimmte Bauteile verstärkt wurden. So wissen Feuerwehr und Rettungsdienst, wie sie Verletzte leicht aus dem Auto befreien können – ohne sich selbst zu gefährden.

Ältere Fahrzeuge lassen sich nachträglich mit eCall ausstatten, z. B. über einen Unfallmeldestecker, der mit dem Smartphone gekoppelt und in den Zigarettenanzünder (12-V-Dose) gesteckt wird. Eine gesetzliche Nachrüstpflicht besteht aber nicht. Auch wenn eCall langfristig die Abschaffung der papiernen Rettungskarte bedeutet: Generell ist es empfehlenswert, zur Sicherheit immer (auch) eine ausgedruckte Version mit sich zu führen. Sie wird am besten hinter der Sonnenblende der Fahrerseite aufbewahrt. Die Rettungkarte finden Sie hier.

Strengere Anforderungen bei Crashtests

Für viele Autokäufer sind die Sterne von Euro NCAP („European New Car Assessment Programme“) ein wichtiges Entscheidungskriterium. Die Prüfgesellschaft hat ab diesem Jahr die Anforderungen bei Crashtests erhöht. Die Höchstbewertung mit fünf Sternen in puncto Sicherheit erhalten nun nur noch Autos, die über einen Notbrems- und Spurhalte-Assistenten verfügen. Zudem wird überprüft, ob die Systeme Radfahrer erkennen und auf Fußgänger reagieren, die parallel zur Fahrtrichtung laufen.

Fahrverbote für Dieselautos möglich

Am 27. Februar verhandelte das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) in Leipzig darüber, ob die geplanten Fahrverbote für ältere Dieselmodelle in Düsseldorf und Stuttgart umgesetzt werden können. Die entsprechenden Verwaltungsgerichte hatten in früheren Prozessen diese Maßnahme angeordnet, damit die Städte die Grenzwerte für die gesundheitsgefährdenden Stickoxide einhalten. Bisher bestehende Regelungen hätten zur Umsetzung dieses Ziels nicht ausgereicht. Wie die Richter des obersten deutschen Verwaltungsgerichtes nun entschieden, sind Fahrverbote für Dieselfahrzeuge grundsätzlich zulässig.

Die Entscheidung des höchstrichterlichen Gremiums gilt als wegweisend. Denn auch in München, Hamburg und anderen Großstädten werden die Grenzwerte zum Teil drastisch überschritten. Die Richter gaben mit ihrem Urteil (BVerwG 7 C 26.16 und BVerwG 7 C 30.17) der Deutschen Umwelthilfe (DUH) Recht, die auf Einhaltung der Grenzwerte geklagt hatte. Grundsätzlich ging es dabei um die Frage, ob die Bundesländer allein Fahrverbote aussprechen können oder ob eine bundeseinheitliche Regelung dafür notwendig ist. Die Richter halten ersteres für zulässig. Sie wiesen aber auch darauf hin, dass die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben muss. Dies mache Übergangsfristen und die phasenweise Einführung von Fahrverboten notwendig, nötig seien aber auch Ausnahmeregelungen, z.B. für Handwerker. Zudem seien die Landesbehörden nicht aus der Pflicht entlassen, einheitliche Regelungen zu finden und so einen bundesweiten Flickenteppich zu verhindern. Das Urteil war bereits für den 22. Februar erwartet worden, doch die Richter hatten die Entscheidung wegen der ausführlichen Diskussion vertagt.

TÜV-Kosten steigen

Um Manipulationen von Schadstoff-Grenzwerten zukünftig besser zu verhindern, sind bereits seit 1. Januar genauere Überprüfungen der tatsächlichen Emissionen gesetzlich vorgeschrieben. Bei den Abgas-Tests im Rahmen der Hauptuntersuchung (HU) muss der Gutachter die Messung am Endrohr vornehmen. Für Fahrzeuge ab Baujahr 2006 genügte bislang in der Regel eine On-Board-Diagnose (OBD). Hierbei wurde mit dem entsprechenden Prüfgerät der Speicher des OBD-Moduls im Auto ausgelesen. Zeigte die Fahrzeugdiagnose keinen Fehler im System, so galt die Abgasuntersuchung als bestanden. Nun muss der Prüfer – neben der weiterhin zu absolvierenden OBD – auch mit einer Mess-Sonde die Abgase direkt im Auspuff überprüfen. Laut „Autozeitung“ zieht der Mehraufwand eine Preiserhöhung um bis zu 12 Euro beim nächsten TÜV-Besuch nach sich.

Höhere Kfz-Steuer für neue Modelle ab Herbst

Noch sind es ein paar Monate, aber ab September tritt die neue Verbrauchsnorm WLTP in Kraft. Bei dem „Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure“ handelt es sich um ein standardisiertes und europaweit gültiges Testverfahren, die CO2- und Schadstoff-Emissionen von Fahrzeugen zu ermitteln. Die neue Norm löst den bisherigen Messzyklus NEFZ („Neuer Europäischer Fahrzyklus“) ab, der wegen mangelnder Praxisnähe und zahlreicher Manipulationsversuche in die Kritik geraten war. WLTP soll realistischere Angaben sowohl zum Spritverbrauch als auch zu Abgasemissionen ermöglichen. Die gemessenen Werte liegen darum in der Regel 10 bis 20 Prozent über den NEFZ-Werten. Da sie auch die Grundlage für die Berechnung der Kfz-Steuer bilden, wird diese entsprechend steigen. Betroffen sind aber nur Modelle, die ab dem 1. September 2018 eine neue Typenzulassung erhalten, z. B. für die nächste Modellgeneration. Für alle bereits zugelassenen Autos gilt der Bestandsschutz.

2018 wird die Zukunft des Autofahrens Gegenwart. Die Künstliche Intelligenz hält Einzug, Displays ähneln übergroßen Smartphones, Funktionen lassen sich per Sprachbefehl steuern. Zugleich steigen die Anforderungen, mit strengeren Tests für den Schadstoffausstoß und Fahrverboten für ältere Diesel-Fahrzeuge. Eine der wichtigsten Fragen, die sich Autokäufer nun stellen sollten, lautet daher: Konventioneller oder alternativer Antrieb? Unser Ratgeber stellt die wichtigsten Technologien vor.

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