Ausgabe 03/2019
Fahrrad-Check im Frühjahr

Bremsen checken, Kette fetten, Licht prüfen, Reifen aufpumpen – was Sie tun müssen, wenn Sie Ihr Fahrrad aus dem Winterquartier holen.

Die meisten haben im vergangenen Herbst ihr Fahrrad in den Keller oder in die Garage gebracht. Doch nun, da der Frühling vor der Tür steht und die Temperaturen milder werden, heißt es wieder: raus aufs Rad! Sollte man einfach das Fahrrad aus dem Keller oder der Garage holen und losdüsen? Nein! Denn möglicherweise erleben Sie dann unterwegs eine böse Überraschung: ein Reifen wird platt, die Schaltung klemmt, von der Kette kommen komische Geräusche.

Bevor Sie sich aufs Bike schwingen, um die erste Ausfahrt zu machen oder zur Arbeit zu radeln, sollten Sie sich also genügend Zeit nehmen und Ihr Fahrrad gründlich durchchecken. Vieles können Sie selber machen. Bei größeren technischen Problemen sollten Sie das Rad aber zum Fachhändler oder in die Fahrradwerkstatt bringen.

Frühjahrsputz

Bevor es überhaupt losgeht, sollten Sie Ihr Fahrrad gründlich putzen. Das ist zwar kein sicherheitsrelevanter Punkt, aber nach den Monaten im Kellerexil sieht das Rad nicht mehr schön aus. Wahrscheinlich haben sich Staub, Schmutz und Spinnweben angesammelt. Ein Eimer mit lauwarmem Wasser, etwas Spülmittel und ein alter Lappen reichen zur Grundreinigung. Falls noch Dreck vom letzten Jahr am Fahrrad klebt, bekommen Sie ihn jetzt ebenfalls gut ab.

Übrigens: Mit einem Dampf- oder Hochdruckreiniger sollten Sie Ihrem Drahtesel nicht zu Leibe rücken – das Wasser kann leicht in Naben oder Tretlager eindringen und dort zu Korrosion führen. Beim Putzen können Sie auch überprüfen, ob irgendwo ein Teil klappert oder eine Schraube sich gelöst hat. Diese können Sie dann gleich festziehen.

Reifencheck

Als nächstes sollten Sie sich die Reifen vornehmen. Ist der Gummi porös oder sehen die Pneus abgenutzt aus? Bei Rissen an den Flanken oder bei Lücken im Mantel sollte der Reifen ausgewechselt werden. Bei der Auswahl sollten Sie auf den Untergrund achten: Radeln Sie hauptsächlich auf asphaltierten Straßen und leichten Feldwegen, nehmen Sie Reifen mit einem dünnen Profil. Grobstollige Reifen machen zwar optisch was her, eignen sich aber eher für unwegsames Gelände. Zudem ist bei Reifen mit hohen Stollen und großen Zwischenräumen auch der Rollwiderstand größer. Sprich: Bei solchen Reifen müssen Sie im Vergleich zu feineren Profilen kräftiger treten, um vorwärtszukommen.

Noch wichtiger als das Profil ist aber der richtige Luftdruck. Ist er nämlich zu gering, erhöht das den Rollwiderstand auf Asphalt und das Vorankommen wird mühsamer. Außerdem ist das Risiko von Felgendurchschlägen höher. Selbst wenn der Schlauch kein Loch hat, verliert er bei längerem Stehen Luft. Prüfen Sie mit Daumen und Zeigefinger, ob sich der Reifen eindrücken lässt. Genauer geht’s mit einem Luftdruckmesser, der in moderne Fahrradpumpen schon integriert ist.

Bei Tourenrädern sind 4 bis 5 bar üblich, bei Mountainbikes reicht ein Wert um die 2 bar. Welcher Luftdruck optimal ist, steht in der Regel auf dem Mantel. Meist wird hier der Wert aber in „psi“ angegeben. Die Maßeinheit kommt aus den USA und steht für „pound per square inch“ (Pfund pro Quadratzoll). 1 bar entspricht ungefähr 14,5 psi. Einen Rechner, um den optimalen Reifendruck für Ihre Fahrradreifen zu ermitteln, finden Sie hier.

Bremsentest

Neben den Reifen sind die Bremsen die wichtigsten sicherheitsrelevanten Teile am Fahrrad. Überprüfen Sie, ob die Bremsen vorn und hinten genügend Bremskraft haben. Sie sollten dabei frei beweglich und in einem guten Zustand sein. Bremsklötze zum Beispiel, bei denen eine Kante zu sehen ist, sollten ausgetauscht werden.

Für die optimale Bremswirkung sollte der Abstand zwischen Bremsbacken und Felge auf beiden Seiten 5 Millimeter betragen; zudem müssen die Bremsbeläge im rechten Winkel auf die Felge treffen. Sowohl Abstand und Winkel direkt an den Bremsbacken einstellen. Lösen Sie einfach die Stellschrauben an den Bremsbacken mit einem passenden Sechskant-Schlüssel und richten Sie sie sie entsprechend aus.

Auch das Zugsystem aus Drahtseilen sollte leichtgängig sein und unter leichter Spannung stehen. Sind die Züge zu wenig gespannt, müssen Sie sie nachziehen. Lösen Sie am Bremshebel die Muttern der Kabelstellschrauben und drehen Sie das Rad gegen den Uhrzeigersinn. Drücken Sie nun den Bremshebel, bis das Rad blockiert. Die Bremswirkung sollte bereits bei leichter Betätigung des Hebels einsetzen. Ziehen Sie dann die Muttern wieder fest.

Kettenlauf

Die Kette darf nicht dreckig sein, ansonsten wird sie schwergängig. Das passiert auch, wenn die Kette nicht richtig geschmiert ist. Zudem gibt sie dann knirschende Geräusche von sich. Deshalb befreien Sie die Kette, aber auch Kettenblätter und Ritzel von Sand, altem Fett und sonstigen Verschmutzungen – am besten mit einem Reiniger wie WD 40, einem Lappen und einer kleinen Bürste. Danach tragen Sie gleichmäßig und tröpfchenweise frisches Kettenöl auf. Überschüssiges Öl wischen Sie mit dem Lappen ab.

Lichtkontrolle

Da die richtige Beleuchtung gesetzlich vorgeschrieben ist, prüfen Sie Vorder- und Rücklicht auf Funktionstüchtigkeit. Ein Dynamo ist nicht mehr Pflicht, die Lampen können auch akkubetrieben sein. In dem Fall sollten Sie den Ladestand checken und gegebenenfalls die Akkus aufladen.

Abnehmbare Scheinwerfer sind jetzt auch erlaubt. Tagsüber müssen Sie so einen Scheinwerfer nicht mehr mit sich führen. Aber denken Sie dran: bei Dämmerung, Dunkelheit oder schlechten Sichtverhältnissen – zum Beispiel bei Regen – muss der Scheinwerfer trotzdem angebracht werden. Nehmen Sie ihn also im Rucksack oder in einer kleinen Fahrradtasche mit.

Haben die Fahrradreifen einen reflektierenden Streifen im Mantel, benötigen Sie zudem keine Speichenreflektoren mehr. Diese Streifen können sich aber im Laufe der Zeit abnutzen – auch hier empfiehlt sich ein Reifentausch, wenn die Reflexion zu gering ausfällt.

Stromtest

Wenn Sie ein Elektrofahrrad, Pedelec oder E-Bike nutzen, sollten die Akkus nach der Winterpause gründlich überprüft werden. Denn es kann sein, dass sie in den vergangenen Monaten Kapazität verloren haben. Am besten bringen Sie das Elektrofahrrad zu einem Fachhändler. Um Kälteschäden zu vermeiden, sollte die Temperatur des Akkus bei der ersten Inbetriebnahme nach dem Winter mindestens 10 °C betragen. Das Aufladen erfolgt am besten bei Zimmertemperatur.

Richtig versichert

Beim Sicherheitscheck sollten Sie nicht nur an Fahrradschloss und Sicherheitsketten denken. Auch der Versicherungsschutz gehört auf den Prüfstand: Ist Ihr Fahrrad optimal gegen Diebstahl abgesichert? Die günstige Hausratversicherung von CosmosDirekt können Sie beispielsweise um den Baustein „Fahrradversicherung“ ergänzen. Diese bietet eine Rund-um-die-Uhr-Abdeckung an und eine Entschädigung zum Neuwert (bis zu 10.000 Euro). So ist Ihr Fahrrad nicht nur zu Hause gegen Diebstahl und Raub versichert, sondern auch wenn Sie unterwegs sind.

Fahrrad-Check im Frühjahr

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