Ausgabe 03/2020

Augen auf beim Autokauf: Fallstricke vermeiden und Geld sparen

Ob Neu- oder Gebrauchtwagen – der Kauf eines Autos ist immer eine aufregende Sache. Welches Modell passt am besten zu mir? Bei wem kaufe ich das Auto: Händler oder privat? Und wie kann ich verhindern, dass ich zu viel Geld für mein Traumauto ausgebe? Mit unseren Tipps behalten Sie einen kühlen Kopf beim Autokauf.

Winterpflichten für Mieter und Eigentümer

Zu Beginn stehen Fragen: Brauche ich ein großes Auto oder reicht ein kleines? Welche Eigenschaften sind mir wichtig? Eine hohe PS-Zahl oder ein niedriger Verbrauch? Welche Antriebsart ist die beste? Ein Elektroauto ist für einen Großstädter wahrscheinlich attraktiver als für jemanden, der auf dem Land wohnt. Vielleicht fahren Sie aber auch in der Stadt mit einem Diesel oder Benziner am besten. Der Preis spielt ebenfalls eine wichtige Rolle: Wie viel möchte ich ausgeben – und wie viel kann ich ausgeben? Der rote Luxus-Stromer wird vielleicht für immer ein Traumauto bleiben (müssen), weil das Budget nur für einen Kleinwagen mit Hybridantrieb reicht.

Neuwagen, gebraucht oder als Tageszulassung?

Auch sollte man sich bereits frühzeitig überlegen, ob man einen Neu- oder einen Gebrauchtwagen kaufen möchte. Beides hat Vor- und Nachteile. Neuwagen kann man sich beispielsweise so zusammenstellen, wie man möchte. Motor, Beleuchtung, Sonderausstattung – alles legt man selber fest. Zudem ist sichergestellt, dass die Technik auf dem aktuellen Stand ist. Neue Autos erfüllen schon strengste Abgaswerte, die Sorge um Fahrverbote sollte keine Rolle spielen. Ein weiterer Vorteil: Beim Neuwagen sollten in den ersten Jahren keine Reparaturen anstehen. Und wenn doch, besteht die Herstellergarantie in voller zeitlicher Länge.

Ein Neuwagen ist allerdings auch teuer. Daher kann es sinnvoll sein, sich auf dem Gebrauchtwagenmarkt umzusehen. Da Neuwagen in den ersten Jahren am meisten an Wert verlieren, sind junge Gebrauchte oder Jahreswagen eine Möglichkeit, Geld zu sparen. Ein zwei oder drei Jahre altes Autos ist technisch noch nicht überholt und hat bereits viele moderne „Helferlein“ wie Einparkhilfe oder Spurhalteassistent an Bord. Zwar naht das Ende der Herstellergarantie, doch wenn Wartung und Pflege gestimmt haben (und stimmen), laufen diese Autos noch viele Jahre einwandfrei.

Eine Alternative, die zwischen beiden Varianten steht, wäre die sogenannte Tageszulassung. Dabei handelt es sich um einen Neuwagen, den der Händler bereits zugelassen hat. Da er offiziell nicht mehr als „Neuwagen“ gilt, kann der Händler das Auto mit einem größeren Rabatt anbieten. In der Regel haben Tageszulassungen auch kaum Kilometer auf dem Tacho. Allerdings kann man das Modell nur so kaufen, wie es beim Händler steht. Individuelle Sonderwünsche wie beim Neuwagen sind dann nicht mehr möglich. Und der Händler ist bereits als erster Halter in den Papieren eingetragen – der Garantiezeitraum für den Käufer ist möglicherweise um ein paar Wochen verkürzt.

Preisvergleich, Besichtigung, Probefahrt

Stehen die Rahmenbedingungen (Budget, Modell, Alter) fest, sollten Sie sich Gedanken machen, wo und wie Sie das neue Auto kaufen möchte. Neuwagen und Tageszulassungen gibt es nur beim Händler, aber Gebrauchtwagen werden sowohl von gewerblichen als auch von privaten Anbietern verkauft. Für die Suche nutzen Sie am besten alle Möglichkeiten: den Besuch beim Autohändler, ein Blick in die Kleinanzeigen von Automagazinen und die Recherche über einschlägige Online-Portale. Hier können Sie auch schon gut die Preise vergleichen, um nicht Gefahr zu laufen, für dasselbe Modell zu viel zu bezahlen.

Haben Sie ein gebrauchtes Fahrzeug gefunden, dessen Daten vielversprechend klingen, sollten Sie möglichst schnell mit dem Verkäufer einen Termin für eine Erstbesichtigung vereinbaren. Wenn Sie keine Ahnung von Technik haben, nehmen Sie unbedingt jemanden mit, der kundig ist. Schauen Sie dann das Auto gründlich an: Ist der Lack verkratzt und hat Dellen? Kleine Spuren sind normal, größere deuten auf einen Unfall an. Achten Sie auf Rostspuren an Kotflügel, Türrahmen oder Kofferraum. Reifen, Windschutzscheibe, Leuchten, Klimaanlage – prüfen Sie alles ganz genau. Bei gebrauchten E-Autos lassen Sie sich unbedingt ein aktuelles Prüfprotokoll für den Akku zeigen.

Wenn Ihnen das Auto zusagt, sollten Sie eine Probefahrt machen. Am besten auf einer Strecke, die der späteren Nutzung entspricht, aber auch auf einer Schnellstraße. Bevor Sie losfahren, checken Sie, wie gut Sie ein- und aussteigen können und ob Sie alle Bedienelemente gut erreichen. Während der Fahrt testen Sie ausführlich Kupplung, Getriebe und Lenkung. Beobachten Sie, wie sich das Fahrzeug beim Beschleunigen, Bremsen und Abbiegen verhält. Und behalten Sie die Geräuschentwicklung im Ohr – ungewöhnliches Klappern, Quietschen oder Rattern könnte auf versteckte Schäden hindeuten. Nehmen Sie sich ausführlich Zeit für die Probefahrt, 30 bis 45 Minuten sollten es mindestens sein.

Auch bei einem Neuwagen sollten Sie vor der Bestellung eine Probefahrt machen. Nur so stellen Sie fest, ob der Wagen Ihren Ansprüchen genügt, Sie sich wohlfühlen und alle Bedienelemente in Ihrer Nähe sind. Wenn Sie Ihren Händler des Vertrauens fragen, bekommen Sie meist direkt die Schlüssel zum Vorführwagen überreicht. Dann kann es aber sein, dass das Auto nicht in der gewünschten Ausstattung vorhanden ist. Möchten Sie einen Wagen mit Automatikgetriebe kaufen, müssen Sie bei der Probefahrt vielleicht mit einer Gangschaltung vorlieb nehmen. Alternativ können Sie über die Website des Herstellers oder des Händlers eine Probefahrt anfragen. Hier lässt sich das gewünschte Modell vorab genauer konfigurieren, indem Sie die Ausstattungslinie sowie Motorleistung und Getriebe festlegen. Auch ein bis zwei Wunschtermine können Sie in der Regel angeben.

Dokumente, Preisverhandlung, Finanzierung

Bei gebrauchten Fahrzeugen ist wichtig, dass Sie sich alle wichtigen Dokumente zeigen lassen. Dazu gehören die Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II (früher: Fahrzeugschein und -brief), aber auch die aktuelle HU-Bescheinigung (Hauptuntersuchung). Wie gut der Besitzer mit dem Auto umgegangen ist, verrät das Scheckheft. Hier sollten alle Inspektionen und Wartungsarbeiten eingetragen sein. Fehlt das Heft, sollten Sie auf die Vorlage der letzten Rechnungen bestehen. Bei neueren Autos gibt häufig das Scheckheft aus Papier nicht mehr, stattdessen wird zentral beim Hersteller ein digitales Servicebuch geführt. Eine Übersicht der vorgenommenen Arbeiten kann man entweder aus dem Auto heraus abrufen. Oder es gibt Zugriff über eine App bzw. ein Online-Portal. Übrigens: Ist der Verkäufer nicht der Eigentümer des Fahrzeugs, müssen Sie sich unbedingt eine schriftliche Vollmacht zeigen lassen. Oder Sie wenden sich direkt an den Eigentümer.

Die letzte Phase eines Autokaufs ist für viele der gefühlsmäßig schwierigste Teil: Der Verkaufspreis ist nicht in Stein gemeißelt, sondern wird ausgehandelt – auch bei Neuwagen. Bis zu 30 Prozent Nachlass auf den Listenpreis sind möglich. Wer sich im Vorfeld gut informiert hat, hat bessere Chancen. Bei kleineren Autos sind etwa größere Nachlässe möglich als bei Fahrzeugen der Ober- und Luxusklasse. Dazu kommt, dass Sie bei Autos, die demnächst durch eine neue Modellreihe abgelöst werden, einen höheren Rabatt herausholen können als bei brandneuen Modellen. Achten Sie auch auf Sonderaktionen, in denen der Händler bereits von sich aus einen bestimmten Rabatt ankündigt.

Ansonsten gilt: Setzen Sie Ihr Pokerface auf – und halten Sie sich an Ihr Limit. Bei Gebrauchtwagen sollten Sie die Schwächen des Autos betonen, um einen Nachlass zu bekommen. Kommt der Verkäufer Ihnen beim Preis nicht entgegen, können Sie nach Zusatzleistungen fragen. Das gilt vor allem für gewerbliche Händler, Sie können den „Trick“ aber auch bei privaten Verkäufern anwenden. Fragen Sie nach einem Satz zusätzlicher Reifen, einem Warndreieck, Verbandskasten oder neuen Fußmatten – manchmal legen Händler auch einen Tankgutschein für die Tankstelle nebenan obendrauf. Sind Sie zufrieden, steht dem Kauf – natürlich mit Vertrag! – nichts mehr im Wege.

Bei der Finanzierung gibt es unterschiedliche Möglichkeiten: Wer privat einen Gebrauchten kauft, kommt um eine Barzahlung nicht herum. Reicht das Angesparte nicht aus, sollten Sie sich im Vorfeld über einen Bankkredit informieren. Auch bei Gebrauchtwagenhändlern sind Barzahlungen meist gern gesehen (und werden mit einem Rabatt belohnt). Alternativ können Sie häufig mit der EC-Karte (Girocard) bezahlen – melden Sie sich aber ein paar Tage vorher bei Ihrer Bank, damit der Betrag freigeschaltet wird. Einen Neuwagen bezahlen Sie üblicherweise per Überweisung. Sobald das Geld auf dem Konto des Autohauses eingegangen ist, können Sie das Fahrzeug abholen. Manche Händler bieten auch EC-Karte und Barzahlung an – allerdings sind fünfstellige Summen in bar für alle Beteiligten auch immer ein Sicherheitsrisiko. Und natürlich haben die Autohäuser auch Leasing oder Finanzierung über die Autobank des Herstellers im Programm. Ob sich die Lösung für Sie lohnt, lässt sich pauschal nicht sagen. Am besten rechnen Sie verschiedene Varianten durch.

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