Ausgabe 05/2017
Welche Versicherungen brauchen Familien wirklich?

Ob in der klassischen Konstellation oder in der Regenbogenvariante – Familie bedeutet für die meisten Liebe, Zuhause und Geborgenheit.

Spätestens wenn das erste Kind geboren wird, überlegen wir, wie wir unsere Familie bestmöglich schützen können. Gerade gegen Risiken, welche die Existenz bedrohen, sollten Familien abgesichert sein.

Der Aufbau von Vermögen, die Absicherung im Alter – das alles sind wichtige Themen. Doch für Familien gibt es einen finanziellen Aspekt, der noch grundlegender ist: die Wahl der richtigen Versicherungen – vor allem dann, wenn man mit seinem Partner zusammenlebt, verheiratet oder „verpartnert“ ist, gegebenenfalls auch gemeinsame Kinder hat. In all diesen Fällen empfiehlt es sich seine Familie (und sich selbst) gegen die größten Risiken schützen. Zu diesen gehören der eigene Todesfall, Berufsunfähigkeit und die Pflicht zum Schadenersatz. Die folgenden Versicherungen stellen die Basisabsicherung jeder Familie dar.

Die wichtigste von allen: Die private Haftpflichtversicherung

Wenn Kinder spielen, geht schnell etwas kaputt. Handelt es sich dabei um das Küchenfenster der Nachbarn, droht doppelt Ärger: Zum einen stürmt nun die Nachbarin mit zornesrotem Kopf aus dem Haus, zum anderen muss die zerstörte Fensterscheibe ersetzt werden. Und zwar von demjenigen, der den Schaden angerichtet hat, beziehungsweise von dessen Eltern. Grundsätzlich haftet man in voller Höhe und mit seinem ganzen Vermögen für den Schaden. Eine Obergrenze oder eine zeitliche Einschränkung gibt es nicht. Je nach Art des Schadens kann Familien der finanzielle Ruin drohen, vor allem bei Schäden, die Leib und Leben eines anderen betreffen. Die private Haftpflichtversicherung schützt vor den finanziellen Folgen solcher Unglücke.

Eine Sonderregelung besteht für Schäden, die von Kindern unter sieben Jahren verursacht werden: Haben die Eltern, während das Malheur passierte, ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt, können weder sie noch die Kinder für das Missgeschick haftbar gemacht werden. Doch viele Eltern fühlen sich moralisch in der Pflicht und bezahlen trotzdem den (teuren) Schaden. Viele Policen ermöglichen durch den Einschluss der Klausel „deliktunfähige Kinder“, dass auch in solchen Fällen die Privathaftpflichtversicherung die Kosten übernimmt.

Ebenfalls unerlässlich: Die Berufsunfähigkeitsversicherung

Für die meisten Menschen garantiert die eigene Arbeitskraft ein regelmäßiges Einkommen. Statistisch gesehen kann jeder vierte Arbeitnehmer seinen ursprünglichen Beruf nicht bis zur Rente ausüben – aufgrund von körperlichen Gebrechen oder psychischen Leiden. Daher ist auch die Berufsunfähigkeitsversicherung ein wichtiger Teil der Familienabsicherung. Die Police zahlt eine monatliche Summe als Ersatz für Gehalt oder Lohn, falls ein Partner oder Elternteil dauerhaft erkrankt und dadurch seinen Beruf nicht mehr ausüben kann.

Mit der Berufsunfähigkeitsversicherung lässt sich der Einkommensverlust bis zum Renteneintritt ausgleichen. Um den Lebensstandard im Falle des Falles halten zu können, sollte man eine Absicherungssumme wählen, die bei 75 bis 80 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens liegt. Damit im Ernstfall die Zahlung auch wirklich geleistet wird, ist es ratsam, sich beim Abschluss der Berufsunfähigkeitspolice genug Zeit zu nehmen. Sinnvoll sind sowohl eine Nachversicherungsgarantie als auch Dynamik-Option, sodass die monatliche Versicherungssumme langfristig allmählich ansteigt.

Must-have Nummer drei: Die Risikolebensversicherung

Stirbt ein Partner oder ein Elternteil, ändert sich plötzlich auch die finanzielle Situation der Familie. Das betrifft aber nicht nur Familien, in denen der eine sich vorwiegend um die Kinder gekümmert und der andere den Großteil des Einkommens verdient hat: Auch wenn beide Partner oder Eltern gleichberechtigt berufstätig sind, reißt ein Todesfall eine große Lücke ins Familienbudget: Plötzlich sind die Einnahmen schließlich halbiert, während die Fixkosten unverändert bleiben. Mieten oder Kreditraten fürs Haus müssen zum Beispiel weiterhin bezahlt werden.

Die Risikolebensversicherung zahlt den Hinterbliebenen die bei Abschluss vereinbarte Versicherungssumme aus. Diese sollte mindestens dem Drei- bis Fünffachen des Jahresbruttoeinkommens des Hauptverdieners entsprechen. Unbedingt abzudecken ist eine bestehende Immobilienfinanzierung, damit die Familie nach einem Elternteil nicht auch noch ihr Zuhause verliert. Ebenfalls sollte das möglicherweise wegfallende Gehalt über die nächsten 15 bis 25 Jahre berücksichtigt werden – sonst müsste die Familie höchstwahrscheinlich deutliche Abstriche bei der Lebensqualität machen.

Versicherungen nach Bedarf abschließen

Bei der Privathaftpflicht sind Partner und Kinder bei Familienpolicen automatisch mitversichert. Auch unverheiratete Paare können sich, sofern sie eine gemeinsame Anschrift haben, über eine gemeinsame Police versichern, ggf. muss allerdings der Vertragsnehmer aus dem Single- in einen Normal-Tarif wechseln. Mit einer Risikolebensversicherung wird entweder der Hauptverdiener allein abgesichert oder beide (Ehe-)Partner schützen sich gegenseitig. Unverheiratete Paare sollten dagegen zwei Verträge abschließen, um durch die Überkreuzversicherung Erbschaftssteuer zu sparen. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung muss jeder für sich abschließen.

Ob und welche Versicherungen darüber hinaus noch notwendig oder sinnvoll sind, hängt von der Lebenssituation und dem Budget ab. Die Hausratversicherung der Familie deckt beispielsweise auch die Wertgegenstände der Kinder ab. Empfehlenswert ist auch eine Kinderinvaliditätsversicherung. Sie übernimmt die Kosten, falls das Kind nach einem Unfall oder einer Krankheit eine bleibende Behinderung behält. Hält die Familie einen Hund, sollte auch dieses Familienmitglied versichert werden – mit einer Hundehalterhaftpflichtversicherung.

Versicherungen für Familien

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