Ausgabe 05/2017
Hausbau leicht gemacht

Ein neues Haus zu bauen eröffnet Freiheiten, kostet aber auch Geld, Zeit und Kraft. Häuslebauer sollten sich informieren, was sie vor, während und nach dem Bauen erwartet, um den Stress zu begrenzen.

Bevor man anfängt zu bauen, sollte die wichtigste Frage beantwortet sein: Wie viel Haus können wir uns eigentlich leisten? Denn trotz derzeit niedriger Zinsen wird man während der nächsten 25 bis 30 Jahre eine hohe Summe zurückzuzahlen haben. Daher müssen Häuslebauer ganz am Anfang einen Kassensturz machen: Wie viel Eigenkapital, zum Beispiel durch Bausparverträge, haben wir? Auch die monatlichen Ausgaben gehören auf den Prüfstand: Wie hoch ist die Kaltmiete? Welche Aufwendungen kommen noch hinzu, zum Beispiel für Wasser, Strom, Gas oder Heizöl, Müll, Rundfunkbeitrag? Die Höhe der derzeitigen Miete bietet zwar einen guten Richtwert, um auf eine realistische Finanzierungsgröße zu kommen – allerdings nur, wenn man mit den Mietzahlungen bislang gut zurecht kommt und noch genügend Luft für finanzielle Notfälle hat. Zudem muss man den Umstand berücksichtigen, dass die meisten Häuslebauer mehr Geld pro Monat in die Immobilie investieren als sie derzeit Miete zahlen.

Grundstückssuche im Speckgürtel kann teuer werden

Sind die finanziellen Rahmenbedingungen geklärt, beginnt die Grundstückssuche. Lage, Größe, Zuschnitt und Erschließung sind die bestimmenden Faktoren. Viele Großstädter suchen im „Speckgürtel“, weil dort die Grundstückspreise niedriger sind als in der City. Doch der Preisvorteil „kostet“ dafür in anderer Hinsicht mehr: nämlich in zeitlicher. Die meisten Häuslebauer müssen dann nämlich pendeln, oft eine Stunde pro Wegstrecke. Deshalb suchen viele Pendler Grundstücke in Lagen mit guter Anbindung an den Nahverkehr, sodass sie nicht im Stau stehen müssen. Doch gerade dieses Kriterium treibt bei infrage kommendem Land den Preis wiederum in die Höhe.

Hat man das passende Grundstück gefunden, geht es nun an die genaue Planung: Massiv- oder Fertighaus? Wie soll das Dach, wie die Fassaden gestaltet sein? Möchte man eine Solaranlage, eine Erdwärmepumpe? Überträgt man den Bau einem Generalunternehmer, der das Haus schlüsselfertig übergibt? Oder behält man die gesamte Planung und Gestaltung in der eigenen Hand, errichtet das Traumhaus in weiten Teilen allein? Wichtig: Trotz vieler Eigenleistungen ist an bestimmten Punkten dennoch die Zusammenarbeit mit einem Architekten und Baufirmen unumgänglich.

Konkrete Kosten ermitteln und Versicherungen abschließen

Mit den vollständigen Planungsunterlagen in der Hand lassen sich nun die genauen Kosten für die Baufinanzierung ermitteln. Zu den eigentlichen Aufwendungen für die Immobilie selbst kommen noch der Kaufpreis des Grundstücks und die Grunderwerbssteuer, eventuell auch Maklerprovisionen und Erschließungskosten hinzu. Nicht vergessen sollte man die Baunebenkosten: Diese umfassen die Ausgaben für den Architekten, den Statiker und den Vermesser – und die Gebühr für die Baugenehmigung. Diese wird von jedem Bundesland nach eigenen Sätzen und Kriterien festgelegt, beträgt aber meist 0,4 bis 0,5 Prozent der Bausumme.

Den eigentlichen Bauantrag bei der kommunalen Baubehörde stellt der Architekt oder das Generalunternehmen. Wird dann die Baugenehmigung erteilt, kann man sich an die Ausschreibung der Gewerke machen. Bei schlüsselfertigen Häusern übernimmt dies der Bauträger, ansonsten der Bauherr. Hierbei sollte man genügend Vorlaufzeit für Maurer, Dachdecker, Installateure, Elektriker oder Maler einplanen. Auch notwendige Versicherungen wie Bauherrenhaftpflicht und die Feuerrohbauversicherung muss man jetzt abschließen.

Bauherren müssen Pflichten auf der Baustelle ernst nehmen

Dann beginnt die „heiße“ Bauphase. Auch auf der Baustelle ist vieles zu beachten: Zu- und Abfahrten müssen freigehalten werden, benötigt werden Wasser- und Stromanschlüsse. Auch die ordnungsgemäße Sicherung der Baustelle ist vorgeschrieben. Die Baubehörde wird über den Beginn der Arbeiten informiert, der Bauleiter wird angemeldet. Auch wenn viele Aufgaben an den Bauleiter übertragen werden, kommen Bauherren nicht um eine regelmäßige Kontrolle der Arbeiten herum – zumindest, ob die Kosten im Plan bleiben, müssen sie schon aus eigenem Interesse heraus immer selbst überprüfen.

Finden die Bauarbeiten ihren Abschluss, muss man dies ebenfalls der Baubehörde mitteilen. Sie führt die Gebrauchsabnahme durch und lässt das Grundstück einmessen. Im Katasteramt werden diese Daten festgehalten. Die meisten Häuslebauer gestalten erst die Innenräume, damit sie baldmöglichst einziehen können, bevor sie sich um Terrasse oder Garten kümmern. Doch auch Wege, Beete und Grünflächen wollen sorgsam geplant sein. Lässt das Budget noch einen kleinen finanziellen Spielraum, lohnt sich die Beauftragung eines Gartenbaubetriebes.

Der Weg vom Traumhaus zum Eigenheim ist lang, liegt voller Stolpersteine und erfordert Durchhaltevermögen. Mit unseren Tipps wird der Weg hoffentlich etwas weniger steinig. Ist die Bauphase erst einmal überstanden und sitzt man auf seiner Terrasse, während die Kinder im Garten spielen, zeigt sich: Das Abenteuer Hausbau ist zwar anstrengend, lohnt sich aber dennoch.

Neubau einer Immobilie

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann empfehlen Sie ihn gerne weiter!

Weitere Beiträge.
Welche Versicherungen brauchen Familien wirklich?

Ob in der klassischen Konstellation oder in der Regenbogenvariante – Familie bedeutet für die meisten Liebe, Zuhause und Geborgenheit.

Sicher unter Palmen

Der Sommer naht, und damit für Millionen Deutsche die schönsten Wochen des Jahres: die Urlaubszeit. Doch ob Kreuzfahrt oder Campingtour, ob Bade- oder Cluburlaub – wer verreist, sollte sich absichern.

Regeln für Radfahrer

Klettern die Temperaturen, steigen auch wieder mehr Menschen aufs Fahrrad. Um sicher durch den Straßenverkehr zu kommen, sollten Radfahrer wissen, was sie dürfen – und was nicht.