Ausgabe 05/2017
Regeln für Radfahrer

Klettern die Temperaturen, steigen auch wieder mehr Menschen aufs Fahrrad. Um sicher durch den Straßenverkehr zu kommen, sollten Radfahrer wissen, was sie dürfen – und was nicht.

Ein Fahrrad ist leise, schnell und schont die Umwelt – doch im Straßenverkehr muss es sich dem Auto in einem Punkt geschlagen geben: Es hat keine Knautschzone. Deshalb sollten Radfahrer zum einen darauf achten, dass ihr Zweirad verkehrssicher ist. Zum anderen können sie auch durch ihr Verhalten ihre Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen.

Technische Ausstattung überprüfen

Die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) schreibt vor, wie ein für den Straßenverkehr ausgerüstetes Fahrrad auszusehen hat: Es verfügt über zwei voneinander unabhängige Bremsen, eine helltönende Klingel, einen weißen Frontscheinwerfer und ein rotes Rücklicht, Reflektorstreifen oder mindestens zwei gelbe Speichenreflektoren pro Einzelrad. Auch ein weißer Vorder- und ein großer roter Rückreflektor gehören zur Pflichtausstattung, genauso die beiden festverschraubten und rutschfesten Pedale (jeweils vorn und hinten mit Reflektoren versehen). Schutzbleche und Kettenschutz sind zwar nicht obligatorisch, aber sinnvoll. Wer sich nun im Frühjahr wieder aufs Rad schwingt, sollte daher die technische Ausstattung gründlich überprüfen.

Viele Fachwerkstätten bieten in dieser Zeit auch einen Rundum-Check an. Die Zweiradexperten kontrollieren nicht nur die Verkehrssicherheit, sondern inspizieren auch Reifen und Verschleißteile. Außerdem kann man sich im Fahrradladen gleich zum richtigen Schloss beraten lassen. Ein hochwertiges Bügel- oder Faltschloss gehört so selbstverständlich zur Grundausstattung eines Radlers wie Helm und Luftpumpe.

Wird das Fahrrad aus der Wohnung oder einem abgeschlossenen Keller gestohlen, ersetzt die Hausratversicherung den Schaden. Neuere Policen spielen in der Regel sogar mit, wenn der Besitzer sein Rad an einem Fahrradständer vor der Haustür, am Bahnhof oder unterwegs angeschlossen hatte und es entwendet wurde. Abgesichert ist dann der Wert des Fahrrads zu 1 oder 2 Prozent der Versicherungssumme.

Rücksicht nehmen und vorsichtig fahren

Auch für Radler gilt die erste Grundregel der Straßenverkehrsordnung (StVO): „Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.“ Da Radfahrer bei Unfällen besonders gefährdet sind, liegt es schon in ihrem eigenen Interesse, besondere Vor- und Rücksicht walten zu lassen. Als Radler sollte man daher immer damit rechnen, dass andere Verkehrsteilnehmer Fehler machen – und versuchen, deren Verhalten im Voraus zu deuten: Stürmen die Leute an der Haltestelle gleich über den Radweg zum Bus? Bremst das Auto, weil es an der nächsten Kreuzung rechts abbiegen will? Gefährliche Situationen lassen sich vermeiden, wenn man seinen Blick für potenzielle Risiken schärft und rechtzeitig reagiert.

Das bedeutet aber auch, dass der Radfahrer für andere Verkehrsteilnehmer berechenbar sein muss: Handzeichen beim Abbiegen oder Spurwechsel sorgen für Klarheit, der Schulterblick sichert das Manöver zusätzlich ab. Zudem sollten Radler immer den Blickkontakt mit Auto- und Lkw-Fahrern suchen. Nur so können sie feststellen, ob sie zum Beispiel beim Überqueren einer Kreuzung auch wahrgenommen wurden. Denn Radfahrer müssen sich klarmachen, dass bei typischen Fahrfehlern von Autofahrer sie die unmittelbaren Konsequenzen tragen: Wenn das Auto zu schnell fährt, sein Fahrer nicht blinkt oder den Schulterblick vergisst, ist er zwar Schuld, die körperlichen Verletzungen trägt in der Regel aber der Radler davon.

Verkehrsregeln gelten auch für Radfahrer

Obwohl Radfahrer im Vergleich zu Autos die schwächeren Verkehrsteilnehmer sind, gibt es dennoch die „Rad-Rambos“, die rote Ampeln ignorieren oder auf Bürgersteigen im Slalom um Fußgänger kurven. Radfahrer sollten sich aber bewusst sein, dass auch für sie die Verkehrsregeln gelten. Das Missachten einer roten Ampel wird zum Beispiel mit 1 Punkt in Flensburg und 60 Euro Bußgeld geahndet. Und auf dem Gehweg dürfen nur Kindern unter 10 Jahren fahren. Von der holprigen Pflasterstraße auf den Bürgersteig ausweichen ist nicht erlaubt. Ebenso darf man während des Radelns nicht mit dem Handy telefonieren – ansonsten droht ein Verwarngeld von 25 Euro. (Leise) Musik hören darf man dagegen.

An welche Regeln sich Radfahrer konkret halten müssen, hat der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club in einem Faltblatt zusammengestellt, das Sie auf der Website des ADFC herunterladen können.

Fahrrad im Straßenverkehr

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