Ausgabe 05/2018
Mit dem Auto ins Ausland

Andere Länder, andere Sitten. Und andere Verkehrsregeln! Sogar in der EU gelten je nach Land unterschiedliche Vorschriften für Autofahrer. Die wichtigsten Besonderheiten in der Übersicht.

Wer mit dem eigenen Auto in den Sommerurlaub fährt, sollte nicht nur an Strandtuch, Sonnencreme und Badesachen denken – oder daran, wie man das gesamte Familiengepäck am besten (und sichersten) im Kofferraum verstaut. Das ist zwar alles wichtig und richtig. Zu den notwendigen Vorbereitungen einer Auslandsreise gehört aber auch, sich mit den jeweils gültigen Verkehrsregeln zu beschäftigen – und zwar sowohl mit denen, die im eigentlichen Urlaubsland gelten, als auch mit den Vorschriften in allen Transitländern.

Handy am Steuer EU-weit verboten

Im gesamten EU-Raum gilt: Am Steuer ist die Benutzung des Handys verboten. Bei der Höhe des Bußgeldes unterscheiden sich aber die Mitgliedsstaaten. Sollte man beim Telefonieren oder Surfen während der Fahrt erwischt werden, muss man in Bulgarien gerade einmal 25 Euro zahlen. In den Niederlanden sind es dagegen 230 Euro, Noch-EU-Mitglied Großbritannien bestraft das Vergehen mit umgerechnet 1.100 Euro. Eine Übersicht, in welchen europäischen Urlaubsländern welche Bußgelder fällig werden, gibt’s hier.

Höchstgeschwindigkeiten unterscheiden sich

Auch welche Höchstgeschwindigkeit auf Landstraßen und Autobahnen zulässig ist, hat jedes Land für sich festgelegt. So darf man in Dänemark außerorts und auf Schnellstraßen höchstens mit 80 km/h unterwegs sein. Auf Autobahnen liegt das Tempolimit bei 130 km/h. In Belgien dagegen ist es erlaubt, auf Schnellstraßen und Autobahnen mit maximal 120 km/h zu fahren, die Geschwindigkeit auf Landstraßen ist auf höchstens 90 km/h begrenzt. Eine Übersicht über zulässige Höchstgeschwindigkeiten in Europa finden Sie hier.

Promillegrenzen beachten

Zwar gilt in vielen EU-Ländern eine 0,5-Promille-Grenze. Doch die konkreten Regelungen sowie die Höhe der Bußgelder sind sehr länderspezifisch. Estland, Tschechien und Ungarn verfolgen beispielsweise eine konsequente „Don’t drink and drive“-Regelung mit 0,0 Promille. Auch in anderen Ländern gilt: Wer mehr intus hat als erlaubt, wird zum Teil hart bestraft. In Spanien und Italien kassieren die Behörden mindestens 500 Euro, Schweden berechnet das Bußgeld nach Tagessätzen, ausgehend vom Monatsgehalt. Über die jeweiligen nationalen Promillegrenzen sollten Sie sich daher vor Reisebeginn informieren.

Mautgebühren vorab kennen

Viele Länder verlangen für die Benutzung von Straßen, Brücken und Tunneln eine Gebühr. Die Maut kann auf zweierlei Art erhoben werden: zeitbezogen wie in Österreich, Tschechien und Ungarn; streckenbezogen wie in Italien, Frankreich und Spanien. Während man im ersten Fall vorab eine Vignette kaufen muss (als „Pickerl“ für die Windschutzscheibe oder gegebenenfalls digital), zahlt man im zweiten Fall an festen Mautstellen an den Ausfahrten entsprechend der gefahrenen Autobahnkilometer. Auch wenn im Urlaubsland selbst keine Maut erhoben werden sollte, sollten Sie sich informieren, ob es gegebenenfalls in den Transitländern solche Gebühren gibt. Eine praktische Übersicht nach Ländern finden Sie hier.

Packliste fürs Auto

Jedes Land hat außerdem eigene Vorschriften, was im Auto unbedingt mitzuführen ist. Oft gelten diese nur für Autos, die im jeweiligen Land zugelassen sind (Ausrüstungsvorschriften). Manche Regeln betreffen aber alle Autofahrer, die auf den Straßen unterwegs sind (Verhaltensvorschriften). Dazu zählt zum Beispiel die Pflicht, auch am Tag mit Abblendlicht zu fahren (hier eine Übersicht). Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte folgende Dinge im Auto mitführen:
• Warndreieck und Verbandkasten (griffbereit)
• Warnwesten für alle Fahrzeuginsassen
• Set an Ersatzlampen (vorgeschrieben in Tschechien, Kroatien, Serbien und Montenegro; aber nicht bei LED- und Xenon-Leuchten)
• Ersatzreifen / Reparaturset / Reparaturspray (vorgeschrieben in Spanien, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Montenegro und Serbien)

Eine Übersicht, welche „Mitführpflichten“ in Europa bestehen, hat der österreichische Automobilclub ÖAMTC zusammengestellt. Daneben gibt es natürlich noch eine Reihe an Dingen, die man aus praktischen Gründen ins Handschuhfach packen sollte. Zum Beispiel ein altes, aber funktionstüchtiges Handy. Das kann als Ersatztelefon für Notfälle dienen, sollte beim regulären Smartphone der Akku nicht mehr mitspielen. Auch auf ausreichend Bargeld für Mautstellen sollte man achten (in Euro bzw. der jeweiligen Landeswährung), da nicht überall mit EC- oder Kreditkarte gezahlt werden kann. Hilfreich ist auch, immer eine Taschenlampe dabeizuhaben, zum Beispiel bei Pannen im Dunkeln.

Diese Dokumente benötigen Sie

Natürlich sollten Sie auch unbedingt alle relevanten Dokumente einpacken: Personalausweise / Reisepässe aller Insassen, Führerscheine für alle Fahrer sowie die notwendigen Fahrzeugpapiere (Zulassungsbescheinigung Teil I / Fahrzeugschein).

Innerhalb der EU ist die Grüne Versicherungskarte (als Nachweis einer Kfz-Haftpflichtversicherung) nicht mehr vorgeschrieben. Eine Ausnahme besteht in Italien: Hier kann die Polizei auf einer Vorlage bestehen. Bei Reisen nach Russland und in die Türkei ist die Grüne Karte im nicht-europäischen Landesteil auf jeden Fall vorgeschrieben. Im europäischen Teil haben Sie zwar auch ohne Karte Versicherungsschutz, werden aber unter Umständen zum Kauf einer „Grenzpolice“ verpflichtet. Diese wird später gegen Vorlage von der heimischen Versicherung erstattet. Die Grüne Versichertenkarte von CosmosDirekt können Sie hier anfordern.

Was Sie bei einem Unfall tun sollten

Sollten Sie während des Urlaubs in einen Verkehrsunfall verwickelt werden, gilt derselbe Ablauf wie hierzulande:
• Warnblinkanlage anschalten
• Warnweste anlegen
• Unfallstelle sichern
• gegebenenfalls: Verletzten helfen und Notdienst rufen (europaweit: 112)

Bei der Aufnahme des Unfallhergangs unterstützt Sie der Europäische Unfallbericht. Hier notieren Sie das Kennzeichen des beteiligten Fahrzeugs, Name und Adresse des Unfallgegners sowie dessen Kfz-Versicherungsnummer. Hilfreich ist zum einen, im Unfallbericht eine Skizze vom Unfallgeschehen anzufertigen, zum anderen sollten Sie mit der Handykamera den Schaden fotografisch dokumentieren. Eventuelle Zeugen sollten auch ihre Kontaktdaten hinterlassen. Am besten führen Sie den Unfallbericht in der jeweiligen Landessprache mit sich – und zwar in doppelter Ausführung: eine für Sie, eine für die Gegenpartei.

In einigen Ländern – wie Kroatien, Ungarn oder Polen – ist es notwendig, auch bei „Bagatellschäden“ die Polizei zu rufen. Das polizeiliche Protokoll ist für die Schadenregulierung mit den einheimischen Versicherungen erforderlich. Lassen Sie sich daher unbedingt einen Durchschlag geben.

Gut vorbereitet, steht dem entspannten Sommerurlaub mit dem Auto nichts mehr im Wege. Wir wünschen eine erholsame Reise!

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