Ausgabe 05/2018
Welche Schuhe im Auto?

Sommerliche Hitze, luftige Mode – viele Autofahrer verzichten dann auf feste Schuhe und kleiden sich auch „untenrum“ etwas lockerer. Oder sie fahren gleich barfuß. Doch ist das erlaubt?

Im Sommer lieben wir unsere Flipflops. Sie sind leicht, sie sind luftig, man kann schnell in sie hinein- und wieder herausschlüpfen. Aber wenn wir mit dem Auto spontan zum Eiscafé oder Badesee fahren wollen, müssen wir andere Treter anziehen. Schließlich ist es doch gesetzlich verboten, sich mit den badelatschenähnlichen Sandalen hinters Lenkrad zu klemmen, oder? Die überraschende Antwort auf diese Frage: Nein, ist es nicht. Flipflops am Steuer sind nicht untersagt. Die Straßenverkehrsordnung (StVO) regelt nicht, welches Schuhwerk Autofahrer tragen müssen.

Ob in Flipflops, Highheels oder barfuß hinterm Steuer – im Prinzip könnte hier das geflügelte Wort von Friedrich Schiller gelten: „Was nicht verboten ist, ist erlaubt“ (aus Wallenstein, 1798/99). Bei einer Verkehrskontrolle droht deswegen auch kein Bußgeld, wenn Sie mit Sandalen oder Flipflops fahrend angehalten werden. Eine Ausnahme besteht für Berufskraftfahrer wie Taxi-Chauffeure oder Lkw-Fahrer. Sie müssen gemäß Unfallverhütungsvorschrift Fahrzeuge „zum sicheren Führen des Fahrzeuges den Fuß umschließendes Schuhwerk tragen.“

Bei Unfällen kann Flipflops-Tragen als fahrlässig gelten

Obwohl gesetzlich nicht verboten, kann bei Privatpersonen das Autofahren mit Flipflops, Sandalen oder barfuß allerdings zu einem Problem werden, wenn sich ein Verkehrsunfall ereignet. Und zwar dann, wenn das Schuhwerk dazu beigetragen hat, dass der Unfall geschehen konnte. In der Vergangenheit haben einige Gerichte (aber nicht alle) dem entsprechenden Autofahrer eine Teilschuld zugesprochen und ein Bußgeld wegen Vernachlässigung von dessen Sorgfaltspflicht verhängt. Im Einzelfall muss der Unfallgegner aber nachweisen, dass die Flipflops den Unfall (mit)verursacht haben.

Während die Kfz-Haftpflichtversicherung den Schaden beim Unfallgegner immer übernimmt, egal welches Schuhwerk Sie getragen haben, sieht es bei Vollkaskoversicherungen anders aus. Diese können unter Umständen einen Fahrer, der ohne angemessenes Schuhwerk einen Unfall verursacht, in Teilhaftung nehmen. Die Folge: Die Versicherung könnte nicht den gesamten Schaden übernehmen, sondern nur einen Teil. Vor allem barfuß Auto zu fahren, gilt hierbei als fahrlässig. Schließlich fordert die Straßenverkehrsordnung (StVO) in ihren Grundregeln: „Wer am Verkehr teilnimmt hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.“

Flipflops sind nicht besonders verkehrssicher

Sandalen und vor allem Flipflops sind alles andere als sicheres Schuhwerk. In Flipflops haben Ihre Füße keinen sicheren Halt, rutschen also hin und her. Das zeigt sich beim Gasgeben und Bremsen, wo Ihre Füße ungewollt aus den Flipflops herausgleiten könnten. Die Füße könnten sich dann leicht in den Pedalen verhaken – was dazu führt, dass Sie weder beschleunigen noch bremsen können.

Daher legen Sie sich während der nächsten Monate am besten ein Paar leichte Sommer- oder Turnschuhe in den Kofferraum. Diese sollten Ihren Fuß komplett umschließen und keine hohen Absätze haben. So haben Sie das richtige Gefühl für Gas- und Bremspedal und die Schuhe bieten im Notfall den richtigen Halt. Damit kommen Sie sicher beim Eiscafé oder am Badesee an.

Sport und Prävention

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann empfehlen Sie ihn gerne weiter!

Weitere Beiträge.
Mietwagen im Ausland: Das sollten Urlauber wissen

Wohin Ihre nächste Reise Sie auch führt, ob zum Nordkap oder an die Côte d’Azur – geht es im Urlaub mit Flugzeug oder Bahn ins Ausland, ist vor Ort ein Mietwagen in der Regel die beste Wahl. Damit Sie aber dabei keine bösen Überraschungen erleben, sollten Sie einiges beachten.

Mit dem Auto ins Ausland

Andere Länder, andere Sitten. Und andere Verkehrsregeln! Sogar in der EU gelten je nach Land unterschiedliche Vorschriften für Autofahrer. Die wichtigsten Besonderheiten in der Übersicht.