CosmosDirekt - Die Versicherung.
Ausgabe 07/2016
Autounfall – was tun?

Es hat geknallt - Sie sind in einen Autounfall verwickelt. Nach dem ersten Schrecken sollten Sie nun überlegt handeln, damit es am Unfallort und später bei der Abwicklung des Schadens nicht zu Problemen kommt. Hierfür haben wir für Sie nützliche Tipps im Schadensfall zusammengestellt.

Tipp: Wir haben eine Checkliste für Sie zusammengestellt, die auflistet, was im Falle eines Unfalls zu tun ist. Diese können Sie sich z. B. ausdrucken und in Ihr Handschuhfach legen.

Wie verhalte ich mich am Unfallort richtig?

Nach einem Unfall ist es wichtig die Ruhe zu bewahren und Folgendes zu beachten:

1. Absicherung der Unfallstelle

  • Warnblinkanlage einschalten
  • Warnweste anziehen
  • Warndreieck in etwa 100 Metern Entfernung aufstellen
  • bei geringfügigen Schäden das Kfz umgehend aus der Gefahrenzone entfernen
  • bei größeren Schäden keine Unfallspuren beseitigen und abwarten, bis der Unfall aufgenommen wurde

2. Versorgung der Verletzten und Rettungskräfte informieren

  • 110 oder 112 wählen (kostenlos über Notrufsäule, Telefonzelle, Handy)

3. Dokumentation Unfallort und Fahrzeuge

  • Ausweispapiere des Unfallgegners zeigen lassen
  • wichtige Daten notieren z. B. Kennzeichen, Anschrift Fahrzeughalter, Versicherer, Vertragsnummer
  • genauen Ort und die Zeit des Unfalls festhalten
  • Fotos vom Unfall und den beteiligten Fahrzeugen machen
  • Namen und Anschriften von möglichen Unfallzeugen notieren
  • Unfallbericht aufsetzen und von allen Beteiligten unterschreiben lassen

4. Schaden beim Versicherer melden

Welche Informationen sind unbedingt mit anderen Beteiligten auszutauschen?

  • Kennzeichen des Unfallgegners
  • Anschrift des Fahrzeughalters (Wichtig: Wenn der Fahrer nicht der Fahrzeughalter ist, auch die Angaben des Fahrers notieren!)
  • Art der Unfallbeteiligung
  • Versicherer des Unfallverursachers (Tipp: Der Zentralruf der Autoversicherer ermittelt unter der kostenfreien Rufnummer (0800) 25 026 00 die zuständige Versicherung des Unfallverursachers.)
  • Vertragsnummer
  • Genauen Ort und Zeitpunkt des Unfalls
  • Namen und Anschriften von möglichen Zeugen

Wann muss die Polizei miteinbezogen werden?

Die Polizei sollte auf jeden Fall dann einbezogen werden, wenn durch den Unfall Personen zu Schaden gekommen sind bzw. verletzt wurden. Auch bei schweren Sachschäden oder Unfallbeteiligten, die unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stehen, sollte die Polizei gerufen werden. Kommt es dagegen nur zu leichten Blechschäden, ist es grundsätzlich nicht notwendig, aber auch nicht verboten.

Ist die Schuldfrage nicht eindeutig klar oder sind z.B. Fahrer bzw. Fahrzeuge beteiligt, die im Ausland wohnen bzw. zugelassen sind, empfiehlt sich ebenfalls die Zuhilfenahme der Polizei.

Tipp: Notieren Sie sich vor Ort Namen und Dienststelle der Beamten für eventuelle Rückfragen im Anschluss.

Wann muss die Versicherung miteinbezogen werden?

Sollten Sie in einen Unfall verwickelt sein, ist grundsätzlich die Versicherung zu informieren. Eine Informationspflicht ist in der Regel bei den Versicherungsunternehmen in den Bedingungen vermerkt.

Wenn Sie Unfallverursacher sind

Sollten Sie die Schuld an einem Autounfall tragen, informieren Sie umgehend Ihre Versicherung. Sie kümmert sich dann um das weitere Vorgehen. Vermeiden Sie Schuldeingeständnisse am Unfallort.

Wenn Sie nicht Unfallverursacher sind

In diesem Fall informieren Sie zunächst Ihre Versicherung und die des Unfallverursachers über den Autounfall. Das Versicherungsunternehmen des Unfallverursachers wird Ihnen die weiteren Schritte zur Regulierung Ihres Schadens mitteilen.

Sollte eine Verwarnung am Unfallort akzeptiert werden?

Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden. Es hängt immer vom jeweiligen Fall und den damit verbundenen Umständen ab.

Welche Fotos sollten gemacht werden?

Fotografieren Sie auf jeden Fall:

  • Beschädigungen an allen beteiligten Fahrzeugen
  • Spuren des Unfallhergangs (z. B. Reifen- und Kratzspuren auf der Straße)
  • Ort des Unfalls (falls möglich in verschiedenen Detailstufen, Perspektiven und Entfernungen)
  • Sicherheitshalber die Papiere des Unfallgegners (besonders wenn der Fahrer nicht der Halter des PKW ist)

Welche Details sollte eine Unfallskizze enthalten?

Es gibt keine fixen Vorgaben für eine Unfallskizze. Achten Sie darauf, dass alle eingezeichneten Elemente gut erkennbar und unmissverständlich gekennzeichnet sind. Zeichnen Sie alle beteiligten Fahrzeuge, die Lage und Art vorhandener Verkehrsschilder und Unfallspuren so, dass eine spätere Rekonstruktion des Autounfalls durch einen Dritten möglich ist.

Tipp: Nutzen Sie für Ihre Unfallskizze den Europäischen Unfallbericht.

Was macht ein Gutachter?

Über die Art und Weise, wie ein Gutachter ein entsprechendes Gutachten nach einem Autounfall erstellt, kann man keine allgemeine Aussage treffen. In der Regel wird sich der Gutachter aber mit Ihnen in Verbindung setzen, um das Unfallauto zu begutachten. Hierbei dokumentiert er sowohl die Ausstattung als auch den Schaden des Fahrzeugs. Er fertigt dabei alle notwendigen Fotos selbst an. Ebenso nimmt er im Allgemeinen eine Kalkulation des Schadens vor und gibt eine Einschätzung über den verbleibenden Wert des Fahrzeugs ab.

Was sollte bei Reisen ins Ausland vorab beachtet werden?

Bevor Sie Ihre Reise per Auto ins Ausland antreten, sollten Sie Ihre Versicherungsunterlagen durchsehen. Überprüfen Sie, für welche Länder Ihr bestehender Kfz-Schutz gültig ist (örtlicher Geltungsbereich).

Weitere wichtige Dinge für die Autofahrt im Ausland:

Grüne Versicherungskarte

Für deutsche Autofahrer im europäischen Ausland ist sie zwar nicht mehr zwingend vorgeschrieben, aber es empfiehlt sich das Mitführen einer grünen Versicherungskarte. In einigen Ländern ist sie noch immer vorgeschrieben bzw. wird es besonders empfohlen, eine grüne Versicherungskarte bei sich zu haben. Bei diesen Ländern handelt es sich um Albanien, Andorra, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Estland, Lettland, Malta, Mazedonien, Polen, Rumänien, Serbien und Montenegro sowie Tschechien.
Die grüne Versicherungskarte ist kostenfrei bei Ihrem Versicherer erhältlich. Auf ihr sind alle wichtigen Informationen zur Ihrer Versicherung vermerkt. Dadurch kann eine Schadenabwicklung im Ausland erheblich vereinfacht werden.

Europäischer Unfallbericht

Für Reisen im europäischen Ausland sollten Sie einen europäischen Unfallbericht mit sich führen. Am besten auch ein Exemplar in der Sprache des jeweiligen Urlaubslandes.

Schutzbrief

Ein Schutzbrief ist eine Ergänzung zu Ihrer Kfz Versicherung und bietet zusätzliche Hilfsmaßnahmen bei einem Autounfall. Falls Sie einen solchen Schutzbrief nicht ohnehin schon als Bestandteil Ihrer Autoversicherung haben, lohnt sich die Erweiterung um einen solchen Schutzbrief. So beinhalten die meisten Schutzbriefe zum Beispiel Pannenhilfe, Abschleppdienst, Ersatzteilversand oder den Fahrzeug-Rücktransport.

Was ist bei einem Unfall mit ausländischer Beteiligung zu beachten?

1. Verursacher aus EU-Staat oder Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz

Die Schadenabwicklung erfolgt über einen Schadenregulierungs-Beauftragten der ausländischen Versicherung. Er ist in Deutschland ansässig und Sie können mit ihm in deutsch kommunizieren - unabhängig davon ob der Unfall in der EU oder einem Dritt-Staat verursacht wurde.

Sollte der Beauftragte noch nicht bestellt sein oder reagiert nicht innerhalb von 3 Monaten, dann wird die deutsche Entschädigungsstelle Verkehrsopferhilfe tätig. Beachten Sie dabei, dass aber das Recht des Unfalllandes anwendbar bleibt, was sich auf den Entschädigungsumfang auswirken kann.

Wir empfehlen folgendes Vorgehen:

Den zuständigen Beauftragten erfahren Sie beim Zentralruf der Autoversicherer.

Wenn kein Beauftragter bestellt ist, kann der Schaden bei der Verkehrsopferhilfe geltend gemacht werden. Diese ist auch Ansprechpartner, wenn das verantwortliche Fahrzeug bzw. der Versicherer nicht innerhalb von 2 Monaten nach dem Unfall ermittelt werden kann.

Ist der Beauftragte bestellt, dann melden Sie den Schaden bei ihm an. Erteilt dieser bzw. der von diesem vertretene Versicherer nicht innerhalb von 3 Monaten seit der Schadenmeldung eine mit Gründen versehene Antwort, kann der Schaden ebenfalls durch Einschaltung der Entschädigungsstelle weiterverfolgt werden.

Hinweis: Der Weg zur Entschädigungsstelle ist ausgeschlossen, wenn der Schaden direkt bei der ausländischen Haftpflichtversicherung geltend gemacht wurde, es sei denn, diese hat binnen 3 Monaten nicht mit einer Begründung geantwortet.

2. Verursacher aus einem anderen Staat

Wir empfehlen Ihnen einen Anwalt einzuschalten.
Die Schadenregulierung über eine ausländische Haftpflichtversicherung kann lange dauern und die Regulierungspraxis ist sehr unterschiedlich.

3. Unfall von Ihnen verschuldet oder es werden Ansprüche gegen Sie erhoben

Die Grüne Versicherungskarte dient als Nachweis, dass Ihr Fahrzeug haftpflichtversichert ist.

Unfall im Inland mit ausländischer Beteiligung

Es gilt das Gleiche wie bei der oben beschriebenen Unfallsituation im Ausland.

Autounfall – und nun?

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