Ausgabe 07/2017
Sommer-Unwetter: Diese Versicherungen zahlen die Schäden

Der Sommer, für viele die schönste Zeit des Jahres, hat jetzt auch kalendarisch begonnen. Die Zeit, in der wir ein paar Runden im See schwimmen, im Freien ein spannendes Buch lesen und die knallroten Kirschen direkt vom Baum naschen können.

Doch Sommer heißt mitunter auch: Wärmegewitter, Starkregen, Hagelschauer. Die Folgen können jeden treffen. Wir verraten, welche Versicherung für welche Unwetterschäden zahlt.

Die heißen Tage stehen vor der Tür und mit ihnen drohen wieder im ganzen Land heftige Unwetter – mit teilweise verheerenden Folgen: Flüsse treten über die Ufer, Schlammlawinen überspülen Straßen, Brücken werden fortgerissen. Auch Häuser und Wohnungen sind schnell betroffen, wenn der Sommersturm mit mehr als 100 Stundenkilometern wütet und den Baum vor der Haustür umwirft. Oder der Keller voller Wasser läuft. Wenn der Blitz einschlägt und die Heimelektronik ruiniert. Die Schadensummen schießen rasant in die Höhe: Als das Sturmtief „Ela“ im Juni 2014 über Deutschland hinwegfegte, belief sich der Gesamtschaden auf rund 650 Millionen Euro: 400 Millionen Euro entfielen auf beschädigte Häuser und zerstörten Hausrat, etwa 250 Millionen Euro zahlten die Versicherer für kaputte Autos. Doch welche Versicherung zahlt für welchen Schaden?

Schäden an Gebäuden und an Rohbauten

Hat das Unwetter das Dach abgedeckt oder den Schornstein umgestürzt, kommt dafür die Wohngebäudeversicherung auf. Sie zahlt Schäden, die der Sommersturm am Haus selbst verursacht hat – zum Beispiel auch, wenn ein umgeknickter Baum die Fassade oder das Dach eindrückt. Voraussetzung für die Übernahme der Kosten ist, dass der Sturm mindestens eine Windstärke der Stufe 8 besaß: Das entspricht einer Windgeschwindigkeit von 62 Kilometern pro Stunde. Dies muss man allerdings nicht selbst nachweisen. Der Versicherer ruft dazu Daten der umliegenden Wetterstationen ab und vergleicht die Schadenmeldungen, die er aus der Region erhält. Auch Nebengebäude auf dem Grundstück, wie eine Garage, ein Geräteschuppen oder ein Gartenhäuschen, werden bis zu einer bestimmten Größe meist von der Wohngebäudeversicherung abgesichert.
Noch stärker als fertige Gebäude sind Rohbauten gefährdet. Gegen Blitzeinschläge und den anschließenden Brand schützt die Feuer-Rohbauversicherung. Sie ist oftmals bereits Teil der Wohngebäudeversicherung und für die Zeit der Bauphase kostenlos mitenthalten.

Schäden an Einrichtung und Hausrat

Auch das Inventar kann bei einem Sommerunwetter leicht in Mitleidenschaft geraten. Für solche Schäden kommt die Hausratversicherung auf. Hat man allerdings einfach vergessen, ein gekipptes Fenster zu schließen, woraufhin der Regenguss Möbel, Teppiche und die Bücher in der Kommode durchnässte, bewerten manche Versicherer dies als „grob fahrlässig“ und reduzieren die Auszahlungen. Bei anderen Hausratversicherungen sind grob fahrlässig verursachte Schäden bis zu einer bestimmten Schadenhöhe abgedeckt. Überspannungsschäden – wenn der Blitz in die Überlandleitung einschlägt und die Heimelektronik einen Kurzschluss erleidet – sind meist ebenfalls abgesichert. Dinge, die außerhalb der Wohnung oder des Hauses aufbewahrt werden, wie Gartenmöbel oder Blumenkübel, sind meist auch nur bis zu einer bestimmten Schadenhöhe abgedeckt.

Elementarschäden gesondert versichern

Führt der Starkregen zu einer Überschwemmung des Kellers oder drückt infolge eines Rückstaus in der Kanalisation Wasser ins Haus zurück, übernehmen weder Wohngebäude- noch Hausratversicherung die Kosten. Diese Schäden werden nur von einer Elementarschadenversicherung ersetzt. Sie muss zusätzlich zu einer Wohngebäude- und einer Hausratversicherung abgeschlossen werden. Neben Hochwasser versichert der Baustein auch gegen Erdbeben, Erdsenken, Erdrutsch, Schneedruck und Lawinen. Schäden durch Sturmfluten werden allerdings meist ausgeschlossen – oder sind nur gegen eine Einzelfallprüfung des zu versichernden Grundstücks und einen kräftigen Aufschlag auf die Versicherungsprämie zu haben. Generell verlangt der Versicherer auch eine Selbstbeteiligung von mindestens 1.000 Euro pro Schadenfall.

Schäden an Autos und Motorrädern

Sturmbedingte Schäden an Autos und Motorrädern werden nur von der Kaskoversicherung übernommen. Die Teilkasko ersetzt die Schäden aber erst ab Windstärke 8, Vollkaskoversicherungen zum Teil sogar schon bei geringeren Windstärken. Versichert sind Kosten, die zum Beispiel durch herumfliegende Äste, Dachziegel oder Blumentöpfe verursacht werden. Stammen diese Gegenstände von einem fremden Grundstück, steht aber zunächst der Eigentümer in der Pflicht zum Schadenersatz. Doch nur solange, wie er seinen sogenannten „Verkehrssicherungspflichten“ nicht nachgekommen ist. Das trifft zu, wenn er zum Beispiel den „baulichen und technischen Zustand“ des Dachstuhls nicht regelmäßig überprüft hat oder der Baum an der Grundstückgrenze offensichtlich trockene Äste enthält. Ungewöhnlich schwere Stürme sind von diesen Regelungen aber ausgenommen. Hausbesitzer sollten trotzdem unbedingt eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht abschließen.

Richtig versichert gegen Sommerunwetter

Die eine Versicherung gegen sommerliche Unwetter gibt es nicht. Vielmehr decken Wohngebäude-, Hausrat- und Elementarschadenversicherung, aber auch die Kaskoversicherung verschiedene Aspekte ab. Die Veränderungen der Rahmenbedingungen geben vielen aber zu denken: Denn die Schadensummen nach Hagelschauern und Gewitterstürmen erreichen immer wieder neue Spitzenwerte. Obwohl es im letzten Sommer relativ ruhig zuging, haben Anzahl und Stärke von Sommerunwettern in den vergangenen Jahren zugenommen – auch wenn weiterhin laut Forschern des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung viele regionale Unterschiede bestehen. Trotzdem sollten Sie sich von den Statistiken den Sommerstart nicht verhageln lassen – und den baldigen Ferienbeginn als Anlass sehen, den eigenen Versicherungsschutz zu überprüfen.

CosmosDirekt wünscht Ihnen einen möglichst unwetterfreien Sommer!

Sommer-Unwetter: Welche Versicherung zahlt welche Schäden?

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