Ausgabe 07/2018
Urlaubszeit ist Einbruchszeit: So schützen Sie Ihr Heim

Bald heißt es wieder: Ab in den Urlaub! Mit unseren Tipps schützen Sie während Ihrer Abwesenheit Haus und Wohnung gegen Einbrüche – und beugen so unliebsamen Überraschungen bei Ihrer Rückkehr vor.

Koffer gepackt, Auto beladen – die Reise kann losgehen. Doch allzu sorglos sollte man sich nicht in den Urlaub verabschieden. Zwar zeigt die Kriminalstatistik, dass zwischen Juni und August die Einbruchszahlen im Jahresschnitt sinken – das traditionelle „Hoch“ liegt im Spätherbst und Winter. Doch insgesamt findet trotzdem jeder sechste Einbruch in einem der drei Sommermonate statt, zeigt ein Report des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV, pdf-Dokument). Der Grund: Häuser und Wohnungen, deren Bewohner offensichtlich verreist sind, eröffnen Einbrechern günstige Gelegenheiten – trotz der langen hellen Tage.

Einfache Maßnahmen erhöhen die Sicherheit

Mit ein paar Sicherheitsvorkehrungen kann man den Gaunern aber das Leben schwer machen. Die meisten Einbrecher planen ihre Taten nicht weit im Voraus, sondern sind auf der Suche nach „leichter Beute“. Ungesicherte Wohnungen und Häuser sind deswegen bevorzugte Einbruchsobjekte. Hier ist das Risiko geringer, beim Aufhebeln oder Aufbrechen gesehen zu werden. Daher sollten Sie vor der Abreise alle Türen und Fenster schließen und fest verriegeln. Planen Sie genug Zeit ein, damit Sie einmal durch die Wohnung oder durchs Haus gehen und alles überprüfen können. In der Hektik des Aufbruchs kann der Kontrollgang sonst schon einmal untergehen.

Geradezu eine Einladung an Einbrecher ist ein überquellender Briefkasten. Bitten Sie doch einfach einen vertrauenswürdigen Nachbarn darum, dass er Ihren Briefkasten regelmäßig leert. Wenn Sie eine Tageszeitung abonniert haben, können Sie den Bezug für die Zeit des Urlaubs unterbrechen oder das Abo einer sozialen Einrichtung zugutekommen lassen. Die Abo-Pause sollten Sie spätestens eine Woche vor Abreise beim Kundenservice der Zeitung veranlassen. Die Deutsche Post und andere Postdienstleister bieten an, Briefe und andere Sendungen während der Urlaubszeit aufzubewahren und erst später zuzustellen. Je nach Dienstleister ist dieser Lagerservice aber kostenpflichtig.

Eine weitere Maßnahme, die Einbrecher abschreckt: Anwesenheit vortäuschen. Dazu gehört zum Beispiel, kurz vor der Abreise den Rasen zu mähen. Kein Grundstück wirkt verlassener als eines, bei dem das Gras wild wuchert. Zudem gibt es eine Reihe an technischen Geräten, mit denen Sie simulieren können, dass jemand daheim ist. Zeitschaltuhren aktivieren beispielsweise die Beleuchtung, Rollläden oder den Fernseher – je nach Modell entweder in einem festen Rhythmus oder nach Zufallsprinzip. Hilfreich kann auch ein TV-Simulator sein, bei dem eine LED-Leuchte zu einer festgelegten Zeit den Raum in flackerndes Fernsehlicht taucht.

Einbruchhemmende Technik und finanzieller Schutz

Längerfristig ist es sinnvoll, den Schutz durch einbruchhemmende Türen und Fenster zu erhöhen. Wohnungs- und Terrassentüren werden dann durch Wandverankerungen, stärkere Bänder und einen zusätzlichen Schutz für die Scharniere gesichert. Ein Querriegelschloss über die gesamte Breite der Tür verhindert schnelles Aufhebeln. Hohen Schutz bietet auch ein Schließzylinder mit Beschlag und Schließblech.

Fenster, die mit Pilzkopfzapfen ausgerüstet sind, lassen sich beim Verriegeln fest mit dem Rahmen verbinden. Anders als bei normalen Fenstern verfügen diese speziellen einbruchhemmenden Zapfen jeweils über einen „Deckel“. Dadurch sehen sie ein wenig wie Pilze aus, sie gehen aber auch mit den entsprechenden Schließstücken im Rahmen eine mechanische Verbindung ein. Dadurch kann das Fenster von Einbrechern nicht mehr so leicht, z.B. mit einem großen Schraubendreher, aufgehebelt werden.

Empfehlenswert sind auch abschließbare Griffe an Fenstern im Erdgeschoss und Kellerbereich sowie an Terrassentüren. Denn die meisten Einbrecher schlagen nur die Scheibe an einer Stelle ein, um von innen Fenster oder Tür zu öffnen. Ein abgeschlossener Griff lässt sich dagegen nicht bewegen. Natürlich ist es wichtig, den Schlüssel abzuziehen und weit entfernt vom Fenster (und nicht sichtbar) aufzubewahren!

Falls trotzdem eingebrochen wird, gleicht die Hausratversicherung zumindest die finanziellen Verluste aus. Sie kommt für die Kosten auf, die für die Wiederbeschaffung gestohlener Gegenstände (Möbel, Technik, Wertgegenstände bis zu einem bestimmten Umfang) anfallen. Zudem übernimmt die Versicherung die Reparaturkosten, z. B. für eine beschädigte Terrassentür. Wichtig ist dabei, eine Versicherungssumme zu vereinbaren, die dem Wert des Hausrats angemessen ist. Damit vermieden wird, dass die Versicherung unter Umständen zu wenig leistet, sollte der Vertrag eine pauschale Deckung von 650 Euro pro Quadratmeter aufweisen.

Mit einfachen und effektiven Maßnahmen können Sie Ihr Zuhause besser gegen Einbrecher schützen. Dazu gehört auch ein wenig Selbstkontrolle im Online-Verhalten. Kündigen Sie Ihren Urlaub nicht öffentlich auf Social-Media-Kanälen an (GAU: die Nutzung des Hashtags „#urlaub“ auf Twitter oder Instagram!) – und hinterlassen Sie auch keine „Wir sind dann mal weg“-Ankündigungen auf dem Anrufbeantworter oder im (privaten) E-Mail-Konto. Haben Sie aber alles dafür getan, den Einbrechern ihr Vorhaben zu erschweren, können Sie beruhigt in die Ferien fahren.

Wir wünschen Entspannung, neue Impulse und ganz viel Spaß!

Urlaub stornieren: Bleiben Sie nicht auf den Kosten sitzen

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann empfehlen Sie ihn gerne weiter!

Weitere Beiträge.
Sicheres Smart Home

Mit Smart-Home-Systemen kann man sein Heim auf vielfältige Weise besser schützen. Die Vernetzung von Haussteuerung, Überwachung und Abschreckung erschwert Einbrechern ihr Vorhaben.

Rettungsgasse richtig bilden

Rettungsgassen können Leben retten. Doch nicht jeder Verkehrsteilnehmer weiß, wie er den Helfern freie Bahn verschafft.