Ausgabe 07/2020

Mit dem Auto ins Ausland

In Zeiten von Corona wird das Reisen mit dem eigenen Auto attraktiver. Wer einen Roadtrip ins europäische Ausland plant, sollte sich im Vorfeld jedoch über die dortigen Vorschriften informieren.

Mit dem Auto ins Ausland

Nach und nach werden die Reisebeschränkungen aufgrund von Covid 19 innerhalb der Europäischen Union und des Schengen-Raums gelockert. Doch auch wenn Flugreisen in Nachbarländer damit theoretisch wieder möglich sind, sind sie aufgrund von Abstandsregelungen und Mundschutzpflicht weniger komfortabel als in der Vergangenheit. Das Auto wird nun zu einer attraktiven Alternative.

Damit ein Bußgeldbescheid nicht zum teuren Urlaubssouvenir wird, empfiehlt es sich, vorab einen Blick auf die wichtigsten Vorschriften im Straßenverkehr des jeweiligen Reiselandes zu werfen. Weitgehende Angleichungen innerhalb der EU machen es Urlaubern etwas leichter. So müssen die Insassen eines Fahrzeugs in allen Mitgliedstaaten während der Fahrt einen Sicherheitsgurt anlegen. Auch das Telefonieren ohne Freisprechanlage ist beim Fahren in den meisten Ländern untersagt. Es gibt aber auch Unterschiede, etwa beim Tempolimit oder des höchstzulässigen Blutalkoholgehalts.

Tempolimits

Wie auch in Deutschland, sind die Höchstgeschwindigkeiten in den meisten europäischen Ländern einheitlich geregelt. So dürfen Pkw und Lieferwagen in Dänemark innerhalb geschlossener Ortschaften 50 km/h, außerhalb 80 km/h fahren. Auf Autobahnen und Schnellstraßen gilt ein Tempolimit von 130 km/h. Etwas anders ist es in Schweden. Dort sind die Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht einheitlich geregelt. Stattdessen ist die Beschilderung des jeweiligen Straßenabschnitts zu beachten.

Wichtig für Fahranfänger: In einigen europäischen Ländern gelten Sonderregelungen. In Frankreich dürfen Sie etwa in den ersten drei Jahren nach dem Führerscheinerwerb auf Schnellstraßen statt 110 km/h nur 100 km/h fahren. Auf Autobahnen liegt die Geschwindigkeitsbegrenzung bei 110 km/h statt 130 km/h.

Promillegrenzen

Wer auf den Urlaub anstößt, sollte das Auto danach lieber stehen lassen. In den meisten europäischen Ländern liegt die Promillegrenze bei 0,5. Dazu gehören neben Deutschland auch Frankreich, Italien, Spanien, Österreich und die Schweiz. Strenger sind die Vorschriften in Tschechien und Ungarn. Dort gilt eine 0,0-Promillegrenze. Etwas großzügiger ist hingegen Großbritannien; die die Promillegrenze liegt generell bei 0,8. Das gilt jedoch nicht für Schottland, dessen Regierung den zulässigen Blutalkoholgehalt auf 0,5 herabgesetzt hat.

Wichtig für Fahranfänger: Andere EU-Länder haben zum Teil strengere Regelungen. In Italien gilt etwa für die ersten drei Jahre nach dem Führerscheinerwerb eine 0,0-Promillegrenze, in Frankreich und Griechenland eine Obergrenze von 0,2 Promille.

Sicherheitsausrüstung

Verbandskasten, Warndreieck und Sicherheitsweste – die in Deutschland vorgeschriebene Sicherheitsausrüstung für Pkw. Damit ist man auch in vielen europäischen Nachbarländern gut ausgestattet, etwa in Frankreich, Italien und Portugal. Mitunter reicht das aber nicht aus. In Spanien gehören zum Beispiel auch ein Reserverad sowie Montagewerkzeug und ein weiteres Warndreieck zur vorgeschriebenen Sicherheitsausrüstung. Busse müssen zudem einen Feuerlöscher mitführen.

Rauchverbot

In einigen europäischen Ländern gilt auch in privaten Pkw ein Rauchverbot. Die Verbote sollen vor allem Kinder und Jugendliche schützen. Befinden sich Mitfahrer unter 18 Jahren im Fahrzeug, ist das Rauchen unter anderem in England, Wales, Schottland, Irland, Frankreich, Italien und Österreich verboten. In Belgien liegt die Altersgrenze bei 16 Jahren, in Griechenland bei 12 Jahren. Italien verbietet es zudem, im eigenen Auto zu rauchen, wenn sich unter den Insassen eine Schwangere befindet.

Verstöße können teuer werden

Geht es mit dem Auto in den Urlaub, sollte ein Check der Verkehrsvorschriften zu den Reisevorbereitungen gehören – aus Sicherheitsgründen, aber auch, um die Urlaubskasse nicht unnötig zu strapazieren. Denn die bei Verstößen verhängten Bußgelder sind im europäischen Ausland zum Teil deutlich höher als in Deutschland.

Die Überschreitung des Tempolimits wird beispielsweise in Norwegen besonders teuer. Wer 20 km/h zu schnell unterwegs ist, riskiert ein Bußgeld von mindestens 375 Euro. Auch Verstöße gegen die Promillegrenze werden hart bestraft. In Polen (0,2-Promillegrenze) drohen Bußgelder bis zu 1.200 Euro. In Schweden rechnet man in Tagessätzen. Wird man dort während der Fahrt mit einem Blutalkoholgehalt von über 0,2 Promille erwischt, drohen mindestens 40 Sätze. Deren Höhe richtet sich wiederum nach dem Einkommen.

Wer glaubt, zu Hause vor den Bußgeldforderungen aus dem Ausland sicher zu sein, irrt. Denn zu den Maßnahmen der EU, die Straßenverkehrssicherheit zu verbessern, gehört auch ein strengeres Vorgehen bei Verkehrsdelikten. Ein Bußgeldbescheid wird also sehr wahrscheinlich den Weg in den heimischen Briefkasten finden. Dänemark, Großbritannien und Irland stellen hier noch Ausnahmen dar.

Damit Sie gut für Ihren Urlaub vorbereitet sind, empfehlen wir Ihnen die App „Going Abroad“. Sie wurde von der Europäischen Union entwickelt und ist kostenlos.

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