CosmosDirekt - Die Versicherung.
Ausgabe 08/2015
Das neue ElterngeldPlus

Seit dem 1. Juli 2015 gibt es das ElterngeldPlus, um die Elternzeit flexibler gestalten und partnerschaftlicher aufteilen zu können. Hier erfahren Sie das Wichtigste zur neuen Regelung.

Die meisten Eltern stehen nach der Geburt ihres Kindes vor der schwierigen Frage nach der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Was viele nicht wissen: Durch die Neuregelung der Elternzeit haben Eltern, deren Kinder nach dem 1. Juli 2015 geboren wurden oder werden, die Möglichkeit, ihr Berufs- und Familienleben partnerschaftlicher und individueller zu gestalten und die Förderungsdauer durch Teilzeitarbeit zu verlängern. Die neue staatliche Förderung setzt sich aus drei Elementen zusammen, die wir hier etwas näher beleuchten möchten: dem bisherigen Elterngeld, nun „Basiselterngeld“ genannt, dem neuen ElterngeldPlus und den neuen Partnerschaftsbonusmonaten.

Mehr Flexibilität durch ElterngeldPlus

Beim Basiselterngeld können Eltern für mindestens zwei und höchstens 12 Monate das volle Elterngeld in Höhe von 65 bis 100 Prozent des Einkommens beziehen und den Zeitraum frei untereinander aufteilen. Zwei weitere Monate gibt es, wenn sich beide Elternteile gemeinsam an der Betreuung des Kindes beteiligen und ihnen mindestens zwei Monate Erwerbseinkommen wegfallen. Eine Teilzeitbeschäftigung minderte bislang die monatlichen Elterngeldbezüge, weswegen viele von einer derartigen Tätigkeit absahen und zu Hause blieben. Das neue ElterngeldPlus setzt nun genau dort an und unterstützt Teilzeitbeschäftigungen mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von maximal 30 Stunden. So soll es Vätern und Müttern ermöglicht werden, sich während des Elterngeldbezugs um die Familie zu kümmern und gleichzeitig schnell und ohne Einbußen wieder in den Beruf zurückzukehren. Wie das bisherige Basiselterngeld ersetzt auch das ElterngeldPlus das wegfallende Einkommen abhängig vom Voreinkommen zu 65 bis 100 Prozent. Monatlich beträgt das ElterngeldPlus maximal die Hälfte des Basislterngeldes, das den Eltern ohne Teilzeiteinkommen nach der Geburt zustünde. Da aus einem Elterngeldmonat zwei ElterngeldPlus-Monate werden, kann die Bezugszeit auf bis zu 28 Monate ausgedehnt werden.

Praktische Kombinationsmöglichkeiten

Da das bisherige Basiselterngeld weiterhin als Förderungsform bestehen bleibt, können sich Eltern, deren Kind nach dem 1. Juli 2015 geboren wird, zwischen dem Bezug von Elterngeld und ElterngeldPlus entscheiden oder beide Förderungen flexibel miteinander kombinieren. So kann jedes Elternteil nun in einem gewissen Rahmen selbst entscheiden, wie lange es zu Hause bleiben und wann es wieder in den Job zurückkehren möchte. Das ElterngeldPlus muss - wie das Basiselterngeld - schriftlich bei der zuständigen Elterngeldstelle für jeden Bezugsmonat einzeln beantragt werden. Der Antrag kann auch nachträglich noch angepasst werden, sollten sich Änderungswünsche bezüglich des Bezugszeitraums der beiden Elterngeldformen ergeben. Monate, in denen Mutterschaftsleistungen bezogen werden, gelten allerdings als Basiselterngeldmonate, daher ist der Bezug von ElterngeldPlus während dieses Zeitraums nicht möglich.

Partnerschaftsbonus: 4 zusätzliche Monate ElterngeldPlus

Arbeiten beide Elternteile vier Monate parallel zwischen 25 und 30 Wochenstunden in Teilzeit, gibt es mit dem Partnerschaftsbonus sogar noch vier zusätzliche ElterngeldPlus-Monate. Auch Alleinerziehende erhalten eine zusätzliche Förderung, die mit dem Partnerschaftsbonus vergleichbar ist. Wie Elternpaare können sie für vier weitere Monate Elterngeld Plus beziehen, wenn sie in mindestens vier aufeinanderfolgenden Monaten zwischen 25 und 30 Wochenstunden arbeiten.

Vor der Geburt des Kindes empfiehlt es sich also, gemeinsam zu überlegen, wie die verschiedenen Aufgaben in Familie und Beruf am besten zwischen den beiden Elternteilen aufgeteilt werden können. So wäre es zum Beispiel möglich, zunächst das Basiselterngeld und später das ElterngeldPlus sowie den Partnerschaftsbonus in Anspruch zu nehmen. Ausführliche Informationen finden Sie auf der Website des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unter www.elterngeld-plus.de.

Das neue ElterngeldPlus

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann empfehlen Sie ihn gerne weiter!

Weitere Beiträge.
Vorsorge für den Ernstfall

Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung – es gibt verschiedene Möglichkeiten für den Fall vorzusorgen, dass eigenverantwortliches Handeln nicht mehr möglich ist. Denn jeder kann durch einen Unfall oder eine schwere Erkrankung in die Situation geraten, seinen Willen nicht mehr äußern und die Frage nach einer medizinischen Behandlung selbst beantworten zu können. So unangenehm die Auseinandersetzung mit diesem Thema auch ist, so wichtig ist sie auch, um selbstbestimmt für den Ernstfall vorsorgen zu können. Im Folgenden finden Sie einen kurzen Überblick über die Instrumente, die Ihnen zur Verfügung stehen, um sicherzustellen, dass stets in Ihrem Interesse gehandelt wird.

Der Sinn der Rettungskarte

CosmosDirekt erklärt, welche Vorkehrungen Autofahrer für den Fall eines Rettungseinsatzes treffen sollten und wie die Rettungskarte Ihre Sicherheit erhöht.

Wenn’s blitzt & kracht

Riesige Hagelkörner, sintflutartiger Regen, Blitze und Sturm – jeden Sommer entstehen große Schäden durch Hitzegewitter und Unwetter. Wir sagen Ihnen, wie Sie Ihr Hab und Gut schützen können.