CosmosDirekt - Die Versicherung.
Ausgabe 08/2016
Versicherungen für Auszubildende: Gut geschützt durch die Lehrzeit

Bald beginnt für viele junge Menschen ein neuer Lebensabschnitt: die Ausbildung. Mit dem Start ins Berufsleben tragen Lehrlinge auch erstmals Verantwortung für den eigenen Versicherungsschutz. Aber welche Versicherungen brauchen Auszubildende eigentlich?

Das Lehrlingsgehalt ist in der Regel nicht üppig. Weil ein Großteil davon schon von Miete und Lebenshaltungskosten aufgezehrt wird, sollten Auszubildende vor allem existenzbedrohende Risiken absichern. Diese existieren sowohl bezüglich Schäden, die man anderen zufügt, als auch bezüglich der eigenen Gesundheit und des Arbeitsvermögens. Somit besteht der notwendige Grundschutz für einen Auszubildenden aus Kranken-, Berufsunfähigkeits- und privater Haftpflichtversicherung.

Krankenversicherung

Als Auszubildender ist man Mitglied der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Sie trägt die Kosten für die medizinische Behandlung im Krankheitsfall und kommt auch für einen Großteil der Medikamentenkosten auf. Ist man länger als sechs Wochen krank, zahlt die GKV anstelle des Lohns ein Krankengeld. Als Auszubildender hat man die freie Wahl, bei welcher gesetzlichen Krankenkasse man sich versichern möchte. Die Beitragshöhe liegt bei 15,5 Prozent des Bruttolohns. 7,3 Prozent übernimmt der Arbeitgeber, 8,2 Prozent der Auszubildende. Allerdings erheben manche Krankenkassen einen Zusatzbeitrag, um finanzielle Engpässe auszugleichen. Diesen muss der Azubi aber allein tragen. Die Pflichtleistungen sind bei allen Krankenkassen gleich. Jedoch unterscheiden sie sich hinsichtlich der Zusatzangebote, zum Beispiel ob sie die Kosten für eine Akkupunktur-Behandlung übernehmen.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den Policen, die von Versicherern wie Verbraucherschützern gleichermaßen als sehr sinnvoll erachtet werden. Schließlich zahlt die gesetzliche Rentenversicherung nur bei vollständiger Erwerbsminderung eine Rente aus. Und das bedeutet: wenn man weniger als drei Stunden am Tag arbeiten kann. Da die Erwerbsminderungsrente den Lebensstandard nicht sichern kann, sollte man mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung privat vorsorgen. Auszubildende sollten die Versicherung so früh wie möglich abschließen. Sie profitieren von geringeren Beiträgen, weil gesundheitliche Probleme in ihrem Alter eher selten auftreten. Die Police sollte eine Nachversicherungsmöglichkeit enthalten, um später ohne weitere Gesundheitsprüfungen die Rentenhöhe anpassen zu können.

Private Haftpflichtversicherung

Haftpflicht bedeutet: Jeder, der einen Schaden verursacht, haftet auch für diesen – und zwar in unbegrenzter Höhe. Daher gehört die private Haftpflichtversicherung zu den wichtigsten Policen für Azubis. Haben die Eltern einen Familientarif abgeschlossen, sind ihre Kinder bei den meisten Versicherern bis zum Ende der Berufsausbildung noch mitversichert. Selbst dann, wenn sie nicht mehr zuhause wohnen. Haben die Eltern dagegen keine entsprechende Privathaftpflichtversicherung abgeschlossen, müssen Auszubildende für sich selbst vorsorgen. Stiftung Warentest empfiehlt eine Absicherung von mindestens 5 Millionen Euro. Wer während der Ausbildung in eine Mietwohnung zieht, sollte auch Mietsachschäden einschließen. Dann kommt die Versicherung zum Beispiel für Schäden an Waschbecken oder Badewanne auf.

Weitere Versicherungen für Auszubildende

  • Kfz-Versicherung: Wer sich während der Ausbildungszeit ein Auto zulegt, braucht eine entsprechende Autoversicherung. Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben und zahlt bei Schäden, die man anderen Verkehrsteilnehmern zufügt. Ob man eine Teilkasko- oder eine Vollkaskoversicherung benötigt, hängt vom Wert des Autos ab. Die Teilkaskoversicherung übernimmt Schäden bei Wildunfällen und durch Diebstahl. Neuwagen sollten mit einer Vollkaskoversicherung geschützt werden, da neben allen Teilkasko-Schäden auch selbstverschuldete Schäden und Vandalismus enthalten sind.
  • Tierhalter-Haftpflichtversicherung: Manche Bundesländer wie Berlin oder Niedersachsen schreiben allen Hundehaltern den Abschluss einer Tierhalter-Haftpflichtversicherung vor. In anderen Bundesländern besteht die Pflicht nur für Halter von sogenannten Kampfhunden. Welche Rasse als Kampfhund gilt, wird ebenfalls vom Bundesland festgelegt.
  • Reisekrankenversicherung: Bei Urlauben im Ausland ist es sinnvoll, zusätzlich eine private Reisekrankenversicherung abzuschließen. Denn die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt Behandlungs- und Medikamentenkosten nur in EU-Ländern und bestimmten Staaten, mit denen ein Sozialversicherungsabkommen besteht. In einigen Ländern wird zudem nur ein kleiner Teil der Gesamtkosten bezahlt. Die Zusatzversicherung kommt auch für den Rücktransport nach Deutschland auf.
  • Hausratversicherung: Wohnt man in der Lehrzeit noch zu Hause, sind alle Sachen noch über die Hausratversicherung der Eltern geschützt. Das gilt auch dann, wenn man unter der Woche im Wohnheim oder in einer WG lebt, aber jedes Wochenende nach Hause fährt. Zieht man allerdings endgültig aus und nimmt Hausrat mit einem höheren Wert mit sich – Möbel, Kleidung, Elektronik etc. –, kann der Abschluss einer eigenen Hausratversicherung empfehlenswert sein.
  • Risikolebensversicherung: Auszubildende, die bereits verheiratet sind oder Kinder haben, sollten über eine Risikolebensversicherung nachdenken. Im Todesfall zahlt sie die vereinbarte Versicherungssumme an die Hinterbliebenen aus. Wer während der Lehrzeit keine Familie gründet, braucht diese Absicherung auch noch nicht.
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