CosmosDirekt - Die Versicherung.
Ausgabe 08/2016
Wann und wofür brauche ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Berufsunfähig werden doch nur Dachdecker – diese weit verbreitete Auffassung stimmt nicht. Die Statistik der gesetzlichen Rentenversicherung zeigt: Berufsunfähigkeit kann jeden treffen, ob Bäcker oder Banker, ob Logopädin oder Laborantin.

Jeder vierte Erwerbstätige kann im Laufe seines Berufslebens nicht mehr seiner Tätigkeit nachgehen. Selbst jüngere Arbeitnehmer sind immer häufiger betroffen. Denn zu den Hauptursachen für eine Berufsunfähigkeit zählen nicht mehr Rückenprobleme, Schlaganfälle oder Krebs, sondern Depressionen, Burn-out und andere psychische Erkrankungen.

Die meisten Menschen schieben solche Gedanken gern beiseite. Doch das ist ein Fehler: Denn eine Berufsunfähigkeit zieht oft schwere finanzielle Probleme nach sich.

Nur 4 von 10 Berufstätigen sind gegen Berufsunfähigkeit versichert

Das Risiko, berufsunfähig zu werden, wird aber immer noch von vielen unterschätzt. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft gibt an, dass in den Jahrgängen ab 1963 gerade einmal 4 von 10 Arbeitnehmern eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen haben. Bei den 25- bis 35-Jährigen sorgen nur 42 Prozent privat vor, bei den 35 bis 50-Jährigen sogar nur 37 Prozent. Dabei sind sich Versicherer sowie Verbraucherschützer einig, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung zu den wichtigsten Policen für Arbeitnehmer und Selbstständige zählt. Als „sehr sinnvoll“ bezeichnet beispielsweise Stiftung Warentest den Versicherungsschutz bei Berufsunfähigkeit.

Doch unabhängig von der Frage, ob die Berufsunfähigkeit auf ein physisches oder psychisches Leiden zurückzuführen ist, sind die finanziellen Folgen gravierend. Zum einen fehlt das bisherige Einkommen, zum anderen stehen mit einem Mal zusätzliche Ausgaben an: Um z. B. das Haus oder die Wohnung behindertengerecht zu machen, sind teure Umbauten nötig. Manch einer braucht Unterstützung im Haushalt, bei anderen schlagen teure Therapien zu Buche. Die gesetzliche Rente macht den Verlust des Arbeitseinkommens kaum wett.

Die staatliche Absicherung ist gering, daher muss man privat vorsorgen

Denn die Zeiten, in denen der Staat die Berufsunfähigkeit absicherte, endeten 2001. Nur Jahrgänge vor 1961 sind noch über sie versichert. Für alle anderen gibt es nur noch die gesetzliche Erwerbsminderungsrente. Sie zahlt im Vergleich zur Altersrente aber nur einen Bruchteil des früheren Einkommens. Erwerbsunfähig und berufsunfähig werden streng auseinandergehalten: Berufsunfähig bedeutet, dass man nicht mehr seinem erlernten Beruf nachgehen kann. Erwerbsunfähig ist, wer keinen zumutbaren Job mehr ausführen kann. Zudem sind die Hürden für den Bezug einer Erwerbsminderungsrente hoch: Arbeitnehmer müssen in den vergangenen 5 Jahren mindestens 36 Monate in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben. Und die Arbeitsfähigkeit pro Tag muss unter 6 Stunden (teilweise Erwerbsminderung) beziehungsweise unter 3 Stunden (für den vollen Bezug) liegen.

Wer aber nach einem schweren Kletterunfall oder einem Herzinfarkt den bisherigen Lebensstandard aufrechterhalten will, muss privat vorsorgen. Die Versicherung zahlt dann den zuvor vereinbarten Rentenbetrag, wenn die Berufsunfähigkeit bei wenigstens 50 Prozent liegt und mindestens 6 Monate andauert. Als Grundlage dafür dienen die durchschnittlichen Arbeitsstunden. Während vorübergehende Kurzarbeit nicht berücksichtigt wird, zählen andauernde Überstunden dagegen schon. Ein Oberarzt, der durchschnittlich 50 Stunden pro Woche arbeitet, könnte schon bei weniger als 25 Arbeitsstunden in der Woche als berufsunfähig gelten. Die Berufsunfähigkeitsrente wird maximal bis zu einem Alter von 67 Jahren gezahlt, dann übernimmt die Altersrente. Die Berufsunfähigkeitsversicherung leistet auch, wenn man nicht für den Rest seines Lebens berufsunfähig ist, sondern langfristig gesehen ins Berufsleben zurückkehren möchte. Dann erhält man solange die Berufsunfähigkeitsrente, bis die Symptome dauerhaft abgeklungen sind oder die Erkrankung geheilt ist.

Die Berufsunfähigkeitsrente geht dabei über eine private Unfallversicherung weit hinaus. Diese überweist in der Regel einmalig eine größere Summe Geldes, um die finanziellen Folgen eines Freizeit-Unfalls abzufedern. Die Höhe bemisst sich nach dem Verlust von Gliedmaßen oder Sinnesorganen. Körperliche oder psychische Erkrankungen werden nicht berücksichtigt. Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt dagegen eine monatliche Rente, wenn man für einen bestimmten Zeitraum nicht mehr seinem Beruf nachgehen kann. Das kann, muss aber nicht ausschließlich durch einen Unfall bedingt sein.

Alter, Beruf, Gesundheit: So schätzt der Versicherer das Risiko ein

Damit später auch tatsächlich die Berufsunfähigkeitsrente gezahlt wird, müssen bei der Beantragung alle Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß beantwortet werden. Diese dienen der Risikoprüfung; der Versicherer erhält einen Eindruck vom aktuellen Gesundheitszustand des Versicherten und ermittelt die Wahrscheinlichkeit, mit der eine Berufsunfähigkeit eintreten könnte. Daher muss man alle bekannten Vorerkrankungen angeben, zum Beispiel Asthma oder Bandscheibenvorfälle. Je nach Schwere erhebt der Versicherer einen Risikozuschlag.

Einfluss auf die Versicherungsprämie hat aber nicht nur der Gesundheitszustand. Auch der ausgeübte Beruf fließt in die Berechnung mit ein. Dabei zählen Architekten und Juristen zu den Berufsgruppen mit dem geringsten Risiko, berufsunfähig zu werden. Bei Dachdeckern und Bauarbeitern ist die Wahrscheinlichkeit aufgrund der körperlichen Belastung viel höher, entsprechend mehr müssen solche Berufsgruppen für den Versicherungsschutz bezahlen. Jede Versicherung hat dabei ihr eigenes System, meistens gibt es vier Risikoklassen.

Der Versicherer nutzt aber auch weitere Informationen, um das individuelle Risiko noch genauer einschätzen zu können. Geht der Antragsteller beispielsweise einem risikoreichen Hobby nach? Dazu zählen in erster Linie Motorradfahren und ähnliche Freizeitbeschäftigungen. Auch das Alter spielt eine wesentliche Rolle. Schließlich steigt das Risiko für Erkrankungen mit jedem weiteren Lebensjahr. Das bedeutet: Je früher die Police abgeschlossen wird, desto günstiger ist sie. Es bestehen aber auch für ältere Arbeitnehmer gute Chancen, einen passenden Versicherungsschutz zu vereinbaren.

Die Höhe der Rente ist frei verhandelbar

Wie hoch die monatliche Rente ausfällt, lässt sich individuell mit dem Versicherer aushandeln. Es liegt aber auf der Hand, das letzte Einkommen zur Berechnung heranzuziehen. Bei CosmosDirekt können bis zu 80 Prozent des derzeitigen Nettoeinkommens abgesichert werden. Wichtig ist auch, dass sich die Berufsunfähigkeitsversicherung später noch anpassen lässt: Steigt das Gehalt, sollte auch die Rente mitwachsen können. Und wer eine Familie gründet, möchte vielleicht ebenfalls das finanzielle Polster erhöhen. Auch inflationsbedingte Anpassungen sollten möglich sein. Auf diese Weise wächst auch die private Vorsorge mit dem Lebensstandard mit. Und Arbeitnehmer wie Selbstständige sind bis zum Renteneintritt jederzeit ausreichend geschützt, falls ihre Arbeitskraft zwischendurch ausfallen sollte.

Wann und wofür brauche ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

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