Ausgabe 08/2017
Versicherungen für Azubis

Im September fängt das neue Ausbildungsjahr an. Für viele Schulabgänger bedeutet dies einen großen Schritt zu mehr Selbstständigkeit. Dabei sollten sie den eigenen Versicherungsschutz nicht vergessen.

Die Abschlussprüfungen sind bestanden, die Sommerferien fast vorbei. Mit dem Beginn der Ausbildungszeit fängt nun ein neuer Lebensabschnitt an, mit neuen Aufgaben, neuen Kollegen und womöglich dem ersten selbstverdienten Geld. Viele Azubis verlassen zudem das schützende Nest der Familie und ziehen in die erste eigene Wohnung oder sogar eine andere Stadt. Dadurch verändert sich das gesamte Lebensumfeld – und auch der Versicherungsschutz muss jetzt anders aufgestellt werden.

Krankenversicherung

Als Auszubildender ist man in der Regel nicht mehr über die Familienversicherung der Eltern krankenversichert. Stattdessen wird man in der Gesetzlichen Krankenversicherung versicherungspflichtig. Kann der Azubi zu Beginn der Lehrzeit keine Kranken- oder Ersatzkasse vorweisen, darf der Arbeitgeber eine zuweisen. Daher sollten sich Azubis rechtzeitig die passende Kasse aussuchen. Die Basisleistungen sind bei allen Krankenkassen dieselben, allerdings unterscheiden sie sich bei den Extras wie Gesundheitskursen oder den Zuschüssen zu alternativen Behandlungsmöglichkeiten.

Berufsunfähigkeits-Schutz

Der Berufsunfähigkeits-Schutz zahlt, wenn der Versicherte nach einem Unfall oder einer ernsten Erkrankung seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Die private Vorsorge ist deshalb so wichtig, weil der staatliche Schutz für alle, die nach dem Stichjahr 1961 geboren wurden, vor einigen Jahren stark eingeschränkt wurde. Die volle Erwerbsminderung vom Staat erhält nur, wer weniger als drei Stunden am Tag arbeiten kann. Die übliche Wartezeit von fünf vollständigen Beitragsjahren, um Leistungen aus der Rentenversicherung zu beziehen, wurde allerdings im Fall der Erwerbsminderungsrente zum Vorteil der Auszubildenden geändert. Sie können bereits im ersten Pflichtversicherungsjahr eine Erwerbminderungsrente aufgrund eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit beantragen. Freizeitunfälle und sonstige Krankheiten sind dann ab dem zweiten Jahr versichert.

Dennoch fällt die Höhe der staatlichen Versorgung eher gering aus, daher sollte sie durch einen privaten Berufsunfähigkeits-Schutz ergänzt werden. Als Azubi profitiert man aber nicht nur von dem umfassenderen Schutz. Auch fürs spätere Berufsleben ist es sinnvoll, sich schon jetzt um eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu kümmern. Denn je früher man diese Versicherung abschließt, desto günstiger wird sie langfristig. Zudem bringt man als Lehrling meist keine oder nur sehr wenige Vorerkrankungen mit. So sind schon jetzt Risiken abgesichert, die erst in 20 oder 30 Jahren auftreten könnten: zum Beispiel, dass einem das Schultergelenk zu schaffen macht oder man an einer Depression erkrankt. Bei einem späteren Abschluss könnten solche bestehenden Leiden nämlich vom Schutz ausgeschlossen werden.

Private Haftpflichtversicherung

Wer jemand anderem einen Schaden zufügt, muss diesen ersetzen. Das kann die Ledercouch sein, die man bei einer Party aus Versehen ruiniert. Das können aber auch die Behandlungs- und Therapiekosten sein, falls man Schuld an einem Unfall hat. Gegen die finanziellen Folgen solcher Schadenersatzansprüche schützt die private Haftpflichtversicherung. Haben Eltern bereits eine Police abgeschlossen, ist der Azubi in der Regel bis zum Abschluss der ersten Berufsausbildung über den Familientarif abgesichert. Ist das nicht der Fall, sollte der Lehrling unbedingt eine eigene Privat-Haftpflichtversicherung abschließen. Für junge Leute gibt es meist günstige Single-Tarife.

Weitere Policen nach Bedarf abschließen

Eine Kranken-, Berufsunfähigkeits- und Privathaftpflichtversicherung sind für alle Azubis ein Muss, sichern diese doch existenzbedrohende Risiken ab. Daneben gibt es eine Reihe von Versicherungen, die man nur dann braucht, wenn das entsprechende Risiko besteht. Eine Hausratversicherung ist zum Beispiel nur dann sinnvoll, wenn man zu Hause ausgezogen ist und jetzt in einer eigenen Wohnung (oder in einer WG) lebt. Wer sich während der Ausbildungszeit ein eigenes Auto kauft, braucht natürlich auch die entsprechende Autoversicherung: die Kfz-Haftpflicht in jedem Fall, Voll- oder Teilkasko je nach Alter und Wert des Autos.
Reiselustige Lehrlinge sollten zudem den Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung prüfen, vor allem dann, wenn der erste Sommerurlaub im nächsten Jahr in ein Land außerhalb der EU führen soll. In vielen Ländern Afrikas, Asiens, Nord- und Südamerikas muss man nämlich für den Arztbesuch oder den Krankenhausaufenthalt selbst bezahlen – und das kann schnell mehrere Tausend Euro kosten. Zudem übernimmt die Reisekrankenversicherung in vielen Fällen den Rücktransport nach Hause, den die gesetzliche Krankenversicherung nicht zahlen würde. In manchen Fällen kann man sich noch über die Police der Eltern versichern, doch das muss immer individuell geprüft werden.

Ob Automechatroniker oder Zahnarzthelferin - mit unseren Tipps sind Sie auf der sicheren Seite und können den neuen Lebensabschnitt „Ausbildung“ sorgenfrei beginnen.

Der richtige Versicherungsschutz für Azubis

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