Ausgabe 08/2018
Tipps für Sternegucker

Im August regnet es wieder Sternschnuppen, wenn der Perseiden-Schauer den Nachthimmel zum Leuchten bringt. Frühaufsteher und Nachteulen erwartet ein faszinierendes Spektakel.

Es ist ein alter Aberglaube: Wenn man eine Sternschuppe sieht, darf man sich etwas wünschen. Woher die Vorstellung stammt, weiß man nicht. Möglicherweise sah man in ihnen Kerzen, die den Engel beim Putzen des Himmels herunterfielen. Das würde zumindest die Wortherkunft im Deutschen nahelegen, stand „Schnuppe“ im Mittelalter doch für einen verkohlten (Kerzen-)Docht. Auch in der Redewendung „Das ist mir doch schnuppe“ hat sich das Wort bis heute erhalten. Doch „egal“ oder gar „wertlos“ – wie abgebrannte Dochte – sind Sternschnuppen dagegen nicht. Ganz im Gegenteil.

Sternschnuppen erweckten schon früh das Interesse der Menschen. Aristoteles beschrieb in seiner „Meteorologie“ (ca. 350 v. Chr.) nicht nur Wetterphänomene, sondern auch Sternschnuppen. Während der griechische Philosoph mit dem Wort „Meteor“ alles „in der Luft Schwebende“ bezeichnete, ist der Begriff heute enger gefasst. Unter einem „Meteor“ versteht man ein Aufleuchten in den obersten Schichten der Erdatmosphäre. Bei einer Sternschnuppe verglüht ein staubkörnchengroßes Objekt, der „Meteoroid“, und ionisiert dabei die Luftteilchen in der Umgebung. Dies bewirkt die charakteristische Lichtspur. Größere Objekte werden „Feuerbälle“ oder „Boliden“ genannt. „Meteoriten“ sind dagegen nur die Gesteins- oder Metallteile, die es tatsächlich bis zur Erdoberfläche schaffen. Das passiert aber nur sehr selten. In Deutschland gab es innerhalb der letzten 100 Jahren gerade einmal 13 offiziell anerkannte Meteoriteneinschläge.

Vom 12. auf den 13. August leuchten die Perseiden

Die meisten Meteore entstehen, wenn die Erde in die Nähe eines „Meteorstroms“ gerät. Bei diesem handelt es sich um die Überbleibsel eines Kometen, der durch den Sonnenwind Material verliert. Kreuzt die Erde einen Meteorstrom, verglühen besonders viele Staubkörner auf einmal. Für den Beobachter auf der Erde entsteht dabei der Eindruck, dass die Meteore einem gemeinsamen Punkt am Nachthimmel entspringen. Daher werden die Meteorschauer nach dem Sternbild benannt, in dem dieser Ursprungspunkt, der „Radiant“, zu liegen scheint.

Die bekanntesten Meteorströme sind die Quadrantiden im Januar (Sternbild „Bärenhüter“, früher „Mauerquadrant“), die Leoniden im November (Sternbild „Löwe“) oder die Geminiden im Dezember (Sternbild „Zwillinge“). Besonders sternschnuppenreich sind aber die Perseiden, deren Bahn sich die Erde im Juli und August annähert. Vor allem in der ersten Augusthälfte scheinen dann viele Meteore aus dem Sternbild „Perseus“ zu regnen. Sie sind Reste des Kometen 109P/Swift-Tuttle, der für eine Umrundung der Sonne etwa 133 Jahre benötigt. Der Komet wurde nach Lewis A. Swift und Horace Parnell Tuttle benannt, die ihn beide im Jahr 1862 unabhängig voneinander entdeckt hatten.

In diesem Jahr sind die Perseiden am besten in der Nacht vom 12. auf den 13. August zu sehen. Das Maximum erreicht der Sternschnuppenregen am frühen Montagmorgen zwischen 2 und 4 Uhr. Dann steht der Perseus fast im Zenit, und der Nachthimmel liegt in der Bewegungsrichtung des Meteorschwarms. Die einzelnen Meteore erreichen ein Tempo von 60 Kilometern pro Sekunde. Das entspricht 216.000 Stundenkilometern! Da in dieser Nacht Neumond ist, sollten selbst kleinere Meteore mit bloßem Auge sichtbar sein. Bei klarem Nachthimmel sind bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde möglich.

Orte, Ausrüstung und Tipps für die Nacht

Um den Perseiden-Schauer bestmöglich bestaunen zu können, benötigt man einen sehr dunklen Ort. Da die nächtliche Lichtglocke über Metropolen die Sicht erheblich beeinträchtigt, fahren Großstädter am besten ins Umland. Auf Feldern und Wiesen gibt es freie Sicht bis zum Horizont, sodass man den Sternschnuppenschauer in seiner ganzen Pracht erleben kann. Als dunkelster Punkt in Deutschland gilt der Sternenpark im Westhavelland, rund eine Autostunde westlich von Berlin gelegen. Wer es besonders spektakulär mag, sollte die Perseiden von einer Bergspitze aus beobachten.

Eine spezielle Ausrüstung braucht man nicht, einen bequemen Liegestuhl sollte man aber auf jeden Fall dabeihaben. Auch warme Kleidung für die kühlen Morgenstunden ist eine gute Idee, ebenso eine leichte Decke. Wer die ganze Nacht aufbleibt, sollte sich ausreichend mit Snacks und Getränken eindecken; in einer guten Thermoskanne bleibt Tee oder Kaffee bis zum Morgengrauen warm. Eine besondere Herausforderung stellt sich, wenn man den Sternschnuppenschauer fotografieren möchte. Man benötigt eine Kamera mit einem lichtstarken Weitwinkelobjektiv, ein Stativ und - wenn möglich - eine Fernbedienung. Das Technikmagazin Chip gibt Praxistipps zum Sternschnuppen-Fotografieren.

Sollte ein Kurztrip aufs Land nicht möglich sein, kann man die Perseiden auch in Randgebieten oder auf großen Wiesen und Sportplätzen relativ gut sehen. In vielen Städten findet zudem ein buntes Rahmenprogramm statt: Sternwarten öffnen dem interessierten Publikum ihre Pforten, Astronomen halten spannende Vorträge rund ums Thema. Zudem werden die Sternschnuppen mancherorts regelrecht abgefeiert – zum Beispiel in Rooftop-Bars. Auf der Dachterrasse eines Hochhauses kann man dann den Sternschnuppenschauer entspannt mit einem Cocktail in der Hand und in geselliger Runde betrachten.

Wo auch immer Sie die Perseiden beobachten – wir wünschen Ihnen eine schöne Nacht. Und viele Sternschnuppen für alle Ihre Wünsche. Aber psst: Nicht verraten, sonst gehen sie nicht in Erfüllung.

Tipps für Sternegucker

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