Ausgabe 08/2019
Kleine Schritte, große Wirkung: Was dem Klima hilft

Flugscham, Kohleausstieg, CO2-Steuer – kaum ein Thema ist derzeit so präsent wie der Klimaschutz. Politik und Wirtschaft werden getrieben von Hunderttausenden Jugendlichen, die jeden Freitag für das Klima streiken. Und von einer Hitzewelle im Frühsommer, die ungute Erinnerungen an das letzte Jahr hervorruft: monatelange Dürre, Niedrigwasser, Waldbrände. Für viele war das ein Moment, in dem der Klimawandel spürbar wurde.

Manche Menschen versuchen schon seit Jahren, umweltbewusst zu leben und mit gutem Beispiel voranzugehen, um die Auswirkungen der globalen Erderwärmung zu begrenzen. Allerdings wirkt die Diskussion mitunter, als sei dies alles weit weg: Da geht es um schmelzendes Eis in den Polarregionen, um absterbende Korallenriffe vor Australien oder um stockende Luftströmungen in den oberen Schichten der Atmosphäre. Fügt man noch Modellrechnungen für das Jahr 2100 hinzu, wird es sehr schwer, sich die Auswirkungen des Klimawandels auf das eigene Leben vorzustellen.

Klimawandel wird jeden einzelnen (be)treffen

„Wie wird der Klimawandel mein Leben beeinflussen?“ Hinter dieser Frage steckt kein rein akademisches Problem, sondern eine Herausforderung, der sich jeder von uns stellen muss. Was aber kommt auf uns zu, wenn wir nichts tun? Eine Studie, die vor kurzem im Fachjournal PLOS ONE veröffentlicht wurde, stellt dies anhand einer Städte-Analogie sehr anschaulich dar. Das Forscherteam um Jean-François Bastin, Professor für Globale Ökosystemökologie an der ETH Zürich, hat 520 Großstädte verglichen. Für jede Metropole haben die Wissenschaftler ermittelt, welche klimatischen Bedingungen im Jahr 2050 herrschen könnten – und für welche Stadt diese heute schon Alltag sind.

Für Europa wären die Veränderungen besonders dramatisch: heiße Sommer, milde Winter, weniger Regen. In 30 Jahren könnten wir, den Berechnungen zufolge, in unseren Städten einem Klima ausgesetzt sein, das im Augenblick 1.000 Kilometer weiter südlich herrscht. In Madrid wäre es so heiß wie in Marrakesch, London erreicht die Temperaturen von Barcelona. In München und Hamburg könnte das Klima so mediterran werden wie es zurzeit in Mailand und San Marino ist. Und in Berlin drohen Verhältnisse wie im australischen Canberra – mit Sommern, die im Mittel um etwa 6 Grad Celsius höher sind als heute.

Jeder einzelne ist gefragt

Um zu verhindern, dass solche Szenarien Realität werden, haben wir nicht mehr viel Zeit. Gefragt sind nicht nur „die Politik“ und „die Wirtschaft“, sondern auch jeder einzelne von uns. Doch womit leiste ich überhaupt einen signifikanten Beitrag? Einmal die Woche auf einen Coffee-to-go im Einwegbecher zu verzichten, ist ein Anfang. Unter dem Strich bewirkt es aber nicht viel. Doch es gibt eine Reihe von sogenannten „Big Points“, mit denen jeder Einfluss auf die Gesamtbilanz nehmen kann – alltägliche Maßnahmen, die dennoch wichtig sind und den weiteren Verlauf entscheidend beeinflussen können.

1. Weniger konsumieren

Die neue Hose, der neue Fernseher oder das neue Smartphone sind nur einen Klick entfernt. Online-Shopping macht es einfach, jederzeit etwas Neues zu kaufen. Aber brauchen wir all das auch? Oft genug kaufen wir Dinge, die wir nicht benötigen. Wer das eigene Konsumverhalten überdenkt und bewusst weniger kauft, spart damit mehr als nur Geld: Ressourcen für die Herstellung des Produkts, Plastik und Papier für die Verpackung, CO2 für die Lieferung fallen weg – und oft merkt man nach einiger Zeit, dass einem das, was man vor ein paar Wochen noch unbedingt haben wollte, gar nicht fehlt.

2. Bewusster essen

Die Botschaft ist nicht neu: Wir essen zu viel Fleisch. Das ist nicht nur ungesund, sondern schädigt auch das Klima aufgrund der hohen Mengen an Treibhausgasen, die dabei entstehen. Während man Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte klimafreundlich anbauen kann, ist vor allem die Produktion von Rindfleisch problematisch. Ein 200-Gramm-Steak verursacht 64 Kilogramm CO2, 200 Gramm Kartoffeln kommen gerade einmal auf 80 Gramm.

3. Fahrrad und öffentliche Verkehrsmittel nutzen

Ein eigenes Auto ist bequem, keine Frage. Und manche Menschen haben keine andere Wahl, als mit dem eigenen Pkw zu fahren. Doch gerade in der Großstadt gibt es viele Alternativen. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind oft so gut ausgebaut, dass man zu Stoßzeiten mit der U-Bahn schneller zu Hause ist als mit dem Auto. Wer unabhängig von den Fahrplänen sein möchte, schwingt sich aufs Rad. Das ist nicht nur umweltfreundlich, sondern auch eine gute Möglichkeit, um sich im Alltag mehr zu bewegen.

Aktuell im Trend und auf den Straßen und Radwegen der Großstädte nicht wegzudenken: E-Scooter sind eine bequeme Alternative, um von A nach B zu kommen. Besitzer der elektrischen Tretroller benötigen eine Haftpflichtversicherung, um damit in Deutschland fahren zu dürfen. Eine solche Police ist zum Beispiel die E-Scooter-Versicherung der Generali Versicherung.

4. Anders verreisen

Wer sich bei Flugreisen einschränkt, tut damit mit am meisten fürs Klima. Laut dem Umweltbundesamt verursacht ein Flug auf die Malediven und zurück pro Person über 5 Tonnen CO2; ein Mittelklassewagen könnte mit dieser Bilanz etwa 25.000 Kilometer zurücklegen. Aber müssen es die Malediven sein? Auch Deutschland und die umliegenden Länder bieten interessante Urlaubsziele, die sich mit Bahn oder Fernbus gut erreichen lassen. Wer trotzdem fliegt, kann zumindest seine CO2-Emissionen kompensieren. Durch eine Spende an Organisationen wie Atmosfair oder MyClimate finanziert man Projekte, um die durch den Flug entstandenen Treibhausgase an anderer Stelle wieder zu binden oder einzusparen.

5. Stromanbieter wechseln

Der Wechsel zu einem Ökostromanbieter verbessert die persönliche CO2-Bilanz deutlich. Meist ist der Wechsel online mit wenigen Klicks erledigt und schon bezieht man sauberen Strom, der aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen wird, beispielsweise aus Wasser, Wind oder Sonnenenergie. Allerdings ist nicht alles auch wirklich nachhaltig, was den Titel „grüner Strom“ trägt. Siegel wie das Grüner Strom Label oder Ok Power helfen bei der Orientierung. Sie stehen für garantiert nachhaltige Energie.

Gewiss, ohne Anstrengungen wird sich die Erderwärmung nicht bewältigen lassen. Die Politik muss die Leitplanken für den richtigen Weg setzen, die Wirtschaft muss folgen. Zugleich ist aber auch jeder von uns gefragt, seinen Beitrag zu mehr Klimaschutz zu leisten. Doch ist das nicht eine zu große Aufgabe für den Einzelnen? Nein, ist es nicht. Ein afrikanisches Sprichwort lautet: „Viele kleine Leute in vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern.“ Wenn jeder einen kleinen Beitrag zum Klimaschutz leistet, können alle zusammen Großes bewirken.

Kleine Schritte

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