Ausgabe 08/2020

Die Taschengeld-Frage

Ab wann, wie viel und wie oft? Es gibt viele Fragen rund um das Thema Taschengeld. Die Handhabung ist selbstverständlich den Eltern überlassen, dennoch gibt es hilfreiche Empfehlungen.

Taschengeld

Bis zum Beginn des neuen Schuljahres ist es nicht mehr lange. Für alle Schulanfänger beginnt damit ein ganz neuer Lebensabschnitt. Viele Eltern nehmen die Einschulung zum Anlass, um Taschengeld einzuführen. Damit gehen aber auch einige Fragen einher, etwa die nach der optimalen Höhe.

Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) setzt sich seit Jahren intensiv mit dem Thema Taschengeld auseinander. Auf diese Expertise bezieht sich auch das Familienportal des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bei seinen Empfehlungen. Die Experten weisen darauf hin, dass die Höhe des Taschengeldes eine untergeordnete Rolle spielt. Wichtiger ist es demnach, dass die Kinder das Geld regelmäßig und unaufgefordert erhalten. Zudem empfehlen sie, dass das Taschengeld zur freien Verfügung stehen sollte. Auf diese Weise soll der Umgang mit Geld leichter erlernt werden. Das Verhalten des Kindes sollte laut DJI keinen Einfluss auf das Taschengeld haben. Dazu gehören etwa auch die schulischen Leistungen.

Natürlich hängt die Höhe des Taschengelds auch von den finanziellen Möglichkeiten der Familie ab. Nicht immer ist es überhaupt möglich, Kindern regelmäßig etwas Geld zu geben. Stellt dies ein Problem dar, wird empfohlen, ein offenes Gespräch darüber mit den Kindern zu führen.

Konkrete Empfehlungen

Um Eltern eine Orientierungshilfe zu geben, hat das Deutsche Jugendinstitut eine Liste zur Taschengeldhöhe erstellt. Die Staffelung richtet sich nach dem Alter. Das gilt sowohl für die Höhe als auch für die Häufigkeit der Zahlungen. Da es jüngeren Kindern in der Regel schwerer fällt, langfristig zu planen, wird empfohlen, das Taschengeld bis zum zehnten Lebensjahr wöchentlich zu zahlen. Bei älteren Kindern wird zu einer monatlichen Zahlung geraten.

Alter des Kindes
Wöchent­liches Taschen­geld (€)Monat­liches Taschen­geld (€)
< 6 Jahre

0,50 – 1,00

6 Jahre

1,00 – 1,50

7 Jahre1,50 – 2,00
8 Jahre2,00 – 2,50
9 Jahre2,50 – 3,00
10 Jahre15,50 – 18,00
11 Jahre18,00 – 20,50
12 Jahre20,50 – 23,00
13 Jahre23,00 – 25,50
14 Jahre25,50 – 30,50
15 Jahre30,50 – 38,00
16 Jahre38,00 – 45,50
17 Jahre45,50 – 61,00
18 Jahre61,00 – 76,00
  • Quelle: Deutsches Jugendinstitut 1

Aktuelle Zahlen zum Taschengeld

Bei den oben aufgeführten Werten handelt es sich lediglich um Empfehlungen. Inwieweit diese den tatsächlichen Werten entsprechen, zeigt eine forsa-Umfrage im Auftrag von CosmosDirekt. Seit 2013 wird sie regelmäßig durchgeführt. Im Zentrum stehen Kinder zwischen sechs und neun Jahren. Die Eltern werden unter anderem zu den Kriterien für und die Höhe der Taschengeldzahlungen befragt.
Nach den Umfrageergebnissen (Stand 2020) ist die Höhe des Taschengelds in den vergangenen Jahren insgesamt leicht gestiegen. Während Kinder zwischen sechs und neun Jahren 2013 durchschnittlich 2,90 Euro pro Woche erhielten, sind es 2020 bereits 3,30 Euro (14,30 im Monat). Damit liegt das tatsächlich gezahlte Taschengeld etwas über den Empfehlungen des DJI. Es war jedoch schon einmal höher: 2018 bekamen Kinder in der Altersgruppe wöchentlich im Durchschnitt 20 Cent mehr Taschengeld. Erfreulicherweise gibt es keine Unterschiede bezüglich der Taschengeldhöhe bei Mädchen und Jungen.
Eine Selbstverständlichkeit ist das Taschengeld jedoch nicht für alle Kinder: Laut forsa-Umfrage bekommen 45 Prozent der Grundschüler nicht regelmäßig Geld. Das ist der höchste Prozentsatz seit Beginn der Umfrage im Jahr 2013.
Wenn es darum geht, die Höhe des Taschengelds festzulegen, orientieren sich die meisten Eltern am Alter des Kindes. Für 67 Prozent ist es das ausschlaggebende Kriterium. Weniger bedeutend sind laut Umfrageergebnissen die Klassenstufe (17 Prozent) und das Verhalten (12 Prozent).

Taschengeld und Budgetgeld

Wenn Kinder lernen sollen, Kosten für feste Ausgaben selbst zu tragen, etwa für Kleidung oder Schulmaterialien, rät das Deutsche Jugendinstitut zu einem sogenannten Budgetgeld. Die Empfehlungen zur Höhe orientieren sich vor allem nach dem Zweck. Während für Schulmaterialien Beträge zwischen 5 und 10 Euro im Monat empfohlen werden, liegen diese für Kleidung und Schuhe bei 30 bis 50 Euro2.

Ob Taschengeld oder eine Kombination aus Taschen- und Budgetgeld – die regelmäßige Finanzspritze von den Eltern hilft Kindern dabei, den Umgang mit Geld zu erlernen. Dieser Meinung ist auch Nicole Canbaz, Vorsorgeexpertin bei CosmosDirekt: „Ein regelmäßiges Taschengeld, über das Kinder frei verfügen können, hilft dabei, Unabhängigkeit sowie Selbstbewusstsein zu entwickeln. Selbst durch einen kleinen Geldbetrag wird Kindern der Wert der Dinge deutlich und vermittelt ihnen den verantwortungsvollen Umgang mit Geld.“3

1 Deutsches Jugendinstitut

2 CosmosDirekt

3 Deutsches Jugendinstitut

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