Ausgabe 08/2020

Versicherungen checken

In die Jahre gekommene Versicherungstarife sind oft nicht die besten – sowohl finanziell als auch in Bezug auf die Leistungen. Ein regelmäßiger Versicherungscheck ist deshalb besonders wichtig.

Versicherungen checken

Ist die Versicherung einmal abgeschlossen, werden die Unterlagen oft abgeheftet und geraten in Vergessenheit. Ein Fehler. Denn auch wenn die Versicherungen beim Abschluss die beste Wahl waren, sind sie es nach einigen Jahren oft nicht mehr. Stiftung Warentest empfiehlt deshalb, regelmäßig bestehende Versicherungskonditionen zu prüfen.

Warum sich ein regelmäßiger Versicherungscheck lohnt

Es gibt mehrere Gründe, die dafür sprechen, den Versicherungsschutz regelmäßig zu überprüfen. Das macht vielleicht nicht unbedingt Spaß, kann sich aber auszahlen.

Das Sparpotenzial beim Wechseln nutzen

Preise von Versicherungen sind nicht in Stein gemeißelt. Oft passen Versicherer Tarife an oder bieten attraktive Konditionen für bestimmte Zielgruppen. Ein regelmäßiger Vergleich lohnt sich deshalb in den meisten Fällen. Bestes Beispiel ist die Kfz Versicherung. Stiftung Warentest hat enorme Preisunterschiede ermittelt. Den aktuellen Testergebnissen zufolge kann man durch einen Wechsel von einem teuren zu einem günstigen Anbieter mehrere Hundert Euro im Jahr sparen. So ist eine Kfz Haftpflicht mit Teilkaskoversicherung für einen 45 Jahre alten Fahrer eines Passat Kombis bereits für 291 Euro im Jahr erhältlich. Bei dem teuersten Anbieter im Vergleich sind es 1.012 Euro. Das Sparpotenzial beträgt hier stolze 721 Euro.

Im Fall der Autoversicherung empfiehlt es sich, die Konditionen jeden Herbst zu prüfen. Denn in der Regel können die Verträge mit einmonatiger Frist bis zum Jahresende gekündigt werden. Bis spätestens 30. November sollte die Kündigung dem aktuellen Versicherer vorliegen. Wer frühzeitig vergleicht, muss aber nicht unbedingt wechseln. Denn Anbieter sind oft zu Verhandlungen bereit. Zum Beispiel, wenn sich Rahmenbedingungen geändert haben. Fährt man aufgrund eines Jobwechsels deutlich weniger Kilometer im Jahr als zuvor oder parkt man in einer Garage statt auf der Straße, kann man sich nach einem günstigeren Tarif erkundigen.

Die Wahl des Versicherers sollte sich aber nicht allein an den Kosten orientieren. Auch bei den Leistungen gibt es zum Teil erhebliche Unterschiede.

Von erweiterten Leistungen profitieren

Auch die Leistungen von Versicherungen ändern sich. Was vor einigen Jahren noch ungewöhnlich war, gehört heute vielleicht schon zum Standard. Um von veränderten Versicherungsbedingungen zu profitieren, empfiehlt sich daher ein regelmäßiger Check. Das gilt auch für eine der wichtigsten privaten Versicherungen überhaupt: die Haftpflichtversicherung. Sie springt immer dann ein, wenn durch eigenes Verschulden Dritte geschädigt werden. Dabei kann es sich um Personen-, Sach- oder Vermögensschäden handeln.

Die Versicherungs- bzw. Deckungssumme ist bei der privaten Haftpflichtversicherung besonders wichtig. Denn ist der Schaden höher als diese, müssen Sie die Differenz selbst tragen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt eine Deckungssumme von mindestens 10 Millionen Euro. Noch besser sind 50 Millionen Euro .

Aber auch andere Leistungen moderner Versicherungspolicen können den privaten Versicherungsschutz sinnvoll erweitern. So empfiehlt es sich etwa, auf eine Forderungsausfalldeckung zu achten. Sie springt immer dann für den Versicherten ein, wenn der Verursacher eines Schadens selbst keine Haftpflicht hat und den Schaden nicht begleichen kann.

Eine Forderungsausfalldeckung ist bei dem neuen Haftpflicht-Tarif von CosmosDirekt jetzt auch im Basis-Schutz inbegriffen. Das ist aber nicht die einzige Neuerung. Sowohl im Basis- als auch im Comfort-Tarif wurde die Deckungssumme verdoppelt, auf 10 bzw. 50 Millionen Euro. Zum Comfort-Schutz gehören jetzt unter anderem auch eine sogenannte Mallorca-Police – sie erhöht die Versicherungssumme der Kfz Versicherung für Leihwagen im Ausland auf deutsche Standards – sowie ein Schutz für geliehene und gemietete Sachen.

Die eigenen Anforderungen kennen

Die Veränderungen müssen nicht immer auf der Seite der Versicherer liegen. Es können sich beispielsweise auch die Lebensumstände des Versicherten ändern. Gerade wenn ein neuer Lebensabschnitt beginnt, ist ein Versicherungs-Check wichtig.

Legt man als Paar zwei Haushalte zusammen, empfiehlt es sich zu prüfen, ob die Konditionen der bestehenden Hausratversicherung noch zu den Wohnräumen passen. Denn mit mehr Wohnfläche und größeren Anschaffungen steigt in der Regel auch der Wert des Hausrats. Um eine Unterversicherung auszuschließen, gilt es, die Versicherungssumme gegebenenfalls anzupassen. Wenn beide eine Versicherung mit in die Beziehung bringen, kann eine davon gekündigt werden, denn eine Police pro Haushalt reicht aus. Geht es von einer Mietwohnung ins eigene Haus, ist hingegen eine Wohngebäudeversicherung zu empfehlen.

1 Stiftung Warentest

2 Verbraucherzentrale

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