Ausgabe 08/2020

Versicherungsschutz für E-Bikes: Darauf sollten Sie achten!

Ob lange Strecken oder Routen mit vielen Anstiegen – E-Bikes erleichtern das Radfahren. Da die Räder mit Tretunterstützung nicht unbedingt günstig sind, ist ein passender Versicherungsschutz besonders wichtig. Wie dieser aussieht, hängt von verschiedenen Faktoren ab – die Art des E-Bikes ist der wichtigste.

Versicherungsschutz für E-Bikes: Darauf sollten Sie achten!

E-Bikes sind aus dem Straßenbild nicht mehr wegzudenken. Nach Angaben des ADAC sind aktuell rund 5,4 Millionen Elektroräder auf deutschen Straßen unterwegs. Auch die Absatzzahlen sind in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Allein 2019 wurden rund 1,36 Millionen Räder verkauft. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Zuwachs von etwa 39 Prozent. E-Bike ist aber nicht gleich E-Bike. Um welche Art von Elektrofahrrad es sich handelt, entscheidet maßgeblich darüber, welcher Versicherungsschutz benötigt wird.

E-Bikes im Überblick

Was ist eigentlich ein E-Bike? Oft werden unter dem Begriff alle Räder zusammengefasst, die einen unterstützenden elektrischen Antrieb besitzen. Es gibt aber Unterschiede. Drei Arten von Elektrofahrrädern lassen sich unterscheiden: Pedelecs, S-Pedelecs und E-Bikes.

Bei einem Pedelec wird der Fahrer von einem Motor unterstützt. Allerdings nur dann, wenn er in die Pedale tritt. Die beiden Antriebsarten funktionieren parallel. Die maximale Leistung des Motors liegt bei 250 Watt. Möchte man schneller als 25 km/h fahren, muss man seine eigene Körperkraft dafür einsetzen. Für ein Pedelec wird kein Versicherungskennzeichen oder ein Führerschein benötigt. Es ist dem unmotorisierten Fahrrad gleichgestellt. Werden im Straßenverkehr Dritte geschädigt, springt die private Haftpflichtversicherung ein.

Ein schnelles Pedelec (S-Pedelec) funktioniert im Prinzip wie ein Pedelec. Die Unterstützung durch den Motor wird aber erst bei 45 km/h abgeschaltet. Zudem liegt die maximale Motorleistung bei 500 Watt. Zum Fahren wird ein Führerschein der Klasse AM sowie ein Versicherungskennzeichen benötigt.

Beim eigentlichen E-Bike arbeitet der Motor ganz unabhängig vom Treten. Man muss nur Gas geben. Damit sind E-Bikes mit einem Elektromofa vergleichbar und benötigen ebenso ein Versicherungskennzeichen. Bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h wird ein Mofa-Führerschein benötigt. Bei Modellen, die bis zu 45 km/h schnell sind, ist hingegen ein Führerschein der Klasse AM Pflicht.

Der richtige Versicherungsschutz

Vor allem Höchstgeschwindigkeit und Motorleistung entscheiden darüber, ob ein Versicherungskennzeichen benötigt wird oder nicht – also, ob eine Kfz-Versicherungspflicht gilt. Ist das der Fall, lässt sich diese natürlich um eine Teil- oder Vollkaskoversicherung ergänzen, genau wie bei einem Pkw.

Bei den meisten Elektrorädern handelt es sich allerdings um Pedelecs. Schäden anderer Verkehrsteilnehmer übernimmt dann die Haftpflichtversicherung, und für Schäden am Rad selbst kommt ggf. die Hausratversicherung auf. Da diese aber nicht alle Schäden abdeckt, können eine sogenannte Fahrradklausel oder eine separate Fahrradversicherung den Versicherungsschutz sinnvoll erweitern.

Schutz der privaten Hausratversicherung

Wie herkömmliche Fahrräder gehören Pedelecs zum Hausrat. Dadurch sind sie mit einer Hausratversicherung gegen Einbruchdiebstahl abgesichert. Ein solcher liegt allerdings nur dann vor, wenn das zusätzlich durch ein Schloss gesicherte Pedelec aus einem verschlossenen Raum entwendet wird. Das kann die Wohnung, aber auch ein Fahrradkeller oder eine Garage sein. Ist es außerhalb verschlossener Räume geparkt und wird geklaut, spricht man von einem einfachen Diebstahl. Im Grundschutz der meisten Hausratversicherungen ist dieser in der Regel nicht versichert. Dafür sind alle zum Haushalt gehörenden Räder geschützt.

Erweiterter Schutz durch Fahrradklausel

Wenn Sie ein Pedelec zusätzlich gegen einfachen Diebstahl versichern möchten, empfiehlt es sich, die Hausratversicherung um eine Fahrradklausel zu erweitern. Sie greift auch, wenn ein außerhalb der versicherten Wohnung abgestelltes Bike gestohlen wird. Wichtig dabei: Der Versicherungsschutz sollte rund um die Uhr gelten. Verträge enthielten früher häufig die sogenannte „Nachtzeitklausel“. Diebstähle zwischen 22 und 6 Uhr sind dann nicht abgedeckt.

CosmosDirekt verzichtet bei der Erweiterung der Hausratversicherung auf diese Einschränkung des Versicherungsschutzes. Zudem lässt sich die Versicherungssumme flexibel zwischen 500 und 10.000 Euro festlegen und damit den individuellen Anforderungen anpassen. Auch hier gilt: Alle Pedelecs eines Haushalts sind versichert.

Versicherung für alle Eventualitäten

Soll das Pedelec nicht nur gegen Diebstahl versichert werden, kann sich eine separate Fahrradversicherung lohnen. Solche Policen decken auch weitere Risiken ab, etwa Teileklau. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil, denn bei Elektrorädern sind gerade die teuren Akkus ein beliebtes Diebesgut. Außerdem übernehmen die Versicherungen Reparaturkosten. Und zwar auch dann, wenn diese durch Selbstverschulden notwendig wurden, etwa infolge von Unfällen oder Stürzen. Einige Versicherungen bieten darüber hinaus auch einen Technikschutz an.

Wichtig zu wissen: Eine separate Versicherung für Pedelecs wird immer nur für ein Rad abgeschlossen. Jedes weitere benötigt eine eigenständige Versicherung.

Da die Leistungen von Fahrradversicherungen umfassender sind, fallen auch die Beiträge höher aus. Deshalb lohnen sie sich vor allem für teure Räder wie Pedelecs. Je nach Anbieter variiert die Berechnungsgrundlage der Beiträge. Einige Versicherer verwenden die Versicherungssumme als Grundlage, andere Wert, Alter und Typ des E-Bikes. Da einige Anbieter die Kriminalstatistik in die Preiskalkulation einbeziehen, kann sich auch der Wohnort auf die Beitragshöhe auswirken. Je höher das Risiko, desto teurer wird es. Laut Verbraucherzentrale liegen die Beiträge für ein 1000 Euro teures Fahrrad zwischen 95 und 220 Euro.

Entschädigungen im Vergleich

Hausratversicherungen entschädigen zum Neuwert. Von der Versicherungssumme sollte man sich daher ein vergleichbares Fahrrad kaufen können. Reparaturen werden ebenfalls bis zum Neuwert übernommen. Von Bedeutung ist jedoch die Entschädigungsgrenze. Bei Fahrraddiebstählen liegt diese meist bei 1 bis 2 Prozent der Versicherungssumme. Geht man von einer Versicherungssumme von 80.000 Euro aus, wären das 800 bis 1.600 Euro.

Anbieter von speziellen Fahrradversicherungen entschädigen zum Zeitwert oder zum Neuwert – ein Punkt, der vor Vertragsabschluss unbedingt geprüft werden sollte. Mitunter orientiert sich die Entschädigung auch am Alter des Elektrorads. Ein Beispiel: Ist es älter als 5 Jahre, entschädigt der Versicherer nur noch die Hälfte des Kaufpreises. Er kann auch darüber entscheiden, ob das E-Bike überhaupt versichert wird. Denn viele Anbieter versichern nur bis zu einem gewissen Kaufpreis. Ist das Rad teurer, wird es nicht versichert. Auch auf Ausschlüsse sollte geachtet werden. Oft werden beispielsweise Schäden nicht übernommen, die bei einem Radrennen entstanden sind. Gebrauchte Pedelecs versichern ebenfalls nicht alle Anbieter.

1 ADAC

2 Zweirad-Industrie-Verband

3 Verbraucherzentrale

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