CosmosDirekt - Die Versicherung.
Ausgabe 09/2016
Surfen auf der Autobahn

Im Auto ins Internet zu gehen, wird bald so normal sein wie das Radio anzuschalten. Mit modernster WLAN-Technik lässt sich das Smartphone ganz leicht einbinden. Doch auch die Risiken steigen.

Der digitale Wandel treibt die deutschen Autobauer um. Sie wollen in den kommenden Jahren mehr als 18 Milliarden Euro in vernetzte und selbstfahrende Autos investieren. Aber nicht nur dadurch hält das Internet verstärkt Einzug in die Fahrzeuge. Laut einer Prognose des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) sollen bereits im kommenden Jahr 4 von 5 Neuwagen über einen integrierten Netzzugang verfügen. Heutzutage sind es gerade einmal 25 Prozent. Bei Mercedes-Benz nennt sich das System COMAND Online, bei BMW ConnectedDrive, bei Opel OnStar. Über verschiedene Apps kann man aus dem Internet Radiosender, Hörbücher, Podcasts und Songs abspielen. Andere Anwendungen informieren über die Verkehrslage, zeigen günstige Tankstellen in der Nähe oder schlagen Ausflugsziele vor.

WLAN-Hotspot im Auto für schnelle Datenübertragung

Doch um auf Webseiten oder in sozialen Medien zu surfen, reichen die integrierten Dienste meist nicht aus. Dafür braucht man einen Zugang zum UMTS- oder LTE-Netz. Wer während einer langweiligen Autobahnfahrt seine Lieblingsserie streamen will, hat aber meist wenig Freude. Der Grund: Die Fahrzeugkarosserie schirmt die Funksignale ab. Besser geht’s über das Mobilfunkmodul des Autos, das im Inneren einen WLAN-Hotspot einrichtet. In dieses Netzwerk können sich Smartphones, Tablets und Notebooks einwählen. Die Außenantenne überträgt die Funksignale. Selbst bei 180 Kilometern pro Stunde funktioniert dies meist tadellos. Steht kein bordeigenes Netzwerk zur Verfügung, kann man die WLAN-Technik auch mithilfe eines Sets aus Antenne und Router nachrüsten.

Jeder fünfte Autobesitzer hätte gern WLAN in seinem Fahrzeug

Viele Autofahrer sind vom technischen Fortschritt begeistert. 20 Prozent der Autobesitzer in Deutschland würden gern in ihrem Wagen kabellos im Internet surfen. Dies ergab eine repräsentative Umfrage des forsa-Instituts im Auftrag von CosmosDirekt. Dabei zeigten sich die Geschlechter weitestgehend einig. 21 Prozent der männlichen und 19 Prozent der weiblichen Teilnehmer wünschten sich WLAN im Auto. Größer sind die Unterschiede zwischen den Generationen: Bei den 18- bis 29-Jährigen sprach sich fast jeder Dritte (29 Prozent) für kabelloses Surfen aus. Schließlich sind Smartphone und Tablet bei den Jüngeren auch im Auto immer dabei. Dagegen wünschte sich in der Gruppe 60 Jahre und älter nur jeder Siebte (15 Prozent) einen kabellosen Internetzugang.

Ablenkung ist hoch, Problembewusstsein niedrig

Doch Fahren und gleichzeitig den Newsfeed von Facebook checken ist riskant. Einige Hersteller wie Mercedes-Benz und BMW schützen den Fahrer und verhindern von vornherein das Surfen während der Fahrt. Die integrierten Systeme können nur benutzt werden, wenn das Auto steht. US-Autobauer wie Tesla setzen stärker auf das persönliche Verantwortungsbewusstsein. In den Elektro-Sportwagen kann man jederzeit ins Netz. Doch sicher ist: Je mehr internetfähige Geräte das Auto erobern, desto größer wird die Gefahr, sich am Steuer ablenken zu lassen.

Das Handy-Verbot für Autofahrer beschränkt sich nicht nur aufs Telefonieren, sondern betrifft auch das Tippen, erklärt Frank Bärnhof, Kfz-Versicherungsexperte bei CosmosDirekt: „Wer Multimediageräte wie zum Beispiel ein Smartphone während der Fahrt benutzt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Wenn man dabei erwischt wird, muss man mit einem Bußgeld von 60 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen.“ Doch das schreckt kaum jemanden ab. Wie eine aktuelle Studie ergab, nutzen mehr als 13 Prozent aller Verkehrsteilnehmer während der Fahrt ihr Smartphone. Der größte Teil telefonierte gar nicht, sondern las oder tippte auf dem Display herum.

Unfallrisiko steigt enorm, Kasko-Schutz ist in Gefahr

Verkehrspsychologen schätzen, dass das Unfallrisiko um das Sechs- bis Siebenfache steigt, wenn der Autofahrer sein Smartphone neben sich liegen hat. Auch wer nur „ganz kurz“ aufs Display schaut, ist in diesem Moment im Blindflug unterwegs. Bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h legt man in 1 Sekunde rund 14 Meter zurück – eine Strecke, so lang wie ein Bus. Statistiken aus Österreich und den USA führen die Smartphone-Nutzung mittlerweile als eine der häufigsten Unfallursachen. Mit gravierenden Folgen für andere, aber auch für sich selbst, warnt CosmosDirekt-Experte Bärnhof: „Wer durch die Nutzung eines Smartphones oder Handys abgelenkt ist und einen Unfall verursacht, handelt grob fahrlässig und riskiert seinen Kasko-Versicherungsschutz.“
Über schnelles Internet im Auto zu verfügen, wird bald selbstverständlich sein. Doch viele Fahrer unterschätzen die Gefahr. Selbstdisziplin ist gefragt, um sich nicht von der neuen Technik ablenken zu lassen.

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