Ausgabe 09/2018
Fahrrad geklaut: Was tun?

Alle zwei Minuten wird in Deutschland ein Fahrrad geklaut. Wir geben Tipps, wie Sie Ihr Rad vor Diebstahl schützen und erklären, wie Sie den Schaden bei der Polizei melden.

Da wollten Sie nur schnell etwas bei Ihrem Lieblingsbäcker kaufen und haben das Fahrrad an der Straßenlaterne abgestellt. Doch als Sie zurückkommen, mit dem noch warmen Dinkelbrot unter dem Arm, ist das Rad weg. 2017 wurden in Deutschland weniger Fahrräder gestohlen als im Jahr zuvor. Während 2016 noch 332.486 Räder verschwanden, sank die Zahl 2017 auf 300.006 Räder – ein Minus von 9,8 Prozent. Das zeigt die aktuelle Polizeiliche Kriminalstatistik. Getrübt wird die Nachricht aber von der Tatsache, dass die polizeiliche Aufklärungsquote gerade mal bei 9,1 Prozent liegt. Das heißt: In 9 von 10 Fällen erhält der Bestohlene sein Fahrrad nicht zurück.

Allein in der Bundeshauptstadt wurden im vergangenen Jahr über 27.000 Räder entwendet. Fahrraddiebstähle konzentrieren sich aber nicht nur auf Metropolen wie Berlin, Hamburg oder München. Zu den „Diebstahlhochburgen“ gehören auch Universitätsstädte. Auf die Einwohnerzahl gerechnet werden in Münster oder Göttingen überdurchschnittlich viele Fahrräder gestohlen. Den traurigen ersten Platz nimmt die Studentenstadt Leipzig ein. Dort wurden im vergangenen Jahr „nur“ 11.700 Fahrraddiebstähle gemeldet, 3.000 weniger als in Hamburg. Doch pro 100.000 Einwohner macht das 1.756 gestohlene Räder. Zum Vergleich: In Berlin sind es umgerechnet 848 Fahrraddiebstähle auf 100.000 Einwohner, in Hamburg nur 801.

Was tun bei Fahrraddiebstahl?

Zunächst müssen Sie den Diebstahl bei der Polizei melden. Diese nimmt eine Anzeige auf und benötigt dafür eine Reihe von Informationen über Ihr Fahrrad: den Kaufbeleg oder einen anderen Eigentumsnachweis, Rahmennummer, Rahmengröße und Modell, Farbe und individuelle Merkmale, zum Beispiel Reifen mit weißen Flanken oder spezielle Aufbauten. Wenn Sie einen Fahrradpass haben, nehmen Sie diesen am besten mit zur Dienststelle. Darin sind bereits alle wichtigen Informationen eingetragen.

Wenn Sie eine Hausratversicherung oder eine spezielle Fahrradversicherung abgeschlossen haben, benötigt Ihr Versicherer auf jeden Fall die Anzeigennummer. Zudem müssen Sie auch den Eigentumsnachweis und wenn möglich den Fahrradpass vorlegen. Die Versicherung zahlt aber erst, wenn die Polizei innerhalb von drei Wochen den Diebstahl nicht aufklären kann oder das Fahrrad anderweitig, zum Beispiel über das Fundbüro, nicht wieder aufgetaucht ist. Manchmal ist es auch sinnvoll, auf Eigeninitiative Flohmärkte in der Region abzuklappern oder die Augen auf Ebay aufzuhalten. Manchmal tauchen dort gestohlene Räder auf.

Dem Fahrraddiebstahl vorbeugen

Ein gutes und stabiles Schloss sollte zur Grundausstattung jedes Radfahrers gehören. Welches das Beste ist, lässt sich gar nicht so einfach sagen. Es gibt fünf verschiedene Schlosstypen, jeder mit eigenen Vor- und Nachteilen: Bügelschlösser, Panzerkabel und Ketten, Faltschlösser, Rahmen- und Spiralkabelschlösser. Von allen Schlosstypen sind Stahlbügelschlösser die stabilsten, einige schützen auch das Schlüsselloch gegen Aufknacken. Allerdings sind Bügelschlösser sehr teuer und lohnen sich vorwiegend eher für hochwertige Räder.

Panzerkabel und Ketten sind fast so stabil wie Bügelschlösser. Zudem sind sie flexibler und dadurch besser geeignet, das Rad an einem Baum oder einer Straßenlaterne zu befestigen. Allerdings sind sie auch sehr schwer. Faltschlösser lassen sich wie ein Zollstock auf ein platzsparendes Format zusammenlegen und gut transportieren. Bei Rahmenschlössern handelt es sich um eine reine „Wegfahrsperre“, weil sie lediglich das Hinterrad blockiert. Auch Spiralkabelschlösser bieten nur wenig Diebstahlschutz, weil sie leicht mit einem Seitenschneider durchtrennt werden können.

Doch das beste Schloss nützt nur wenig, wenn man sich leichtsinnig verhält. Zu den Grundregeln gehört, das Rad immer an einen Fahrradständer oder fest verankerten Gegenstand anzuschließen. Auch sollten Sie Ihr Rad nicht an einsamen oder unbeobachteten Plätzen stehen lassen – Diebe kennen diese Orte. Zu Hause sollten Sie das Rad nicht einfach auf dem Hof, sondern in einem abschließbaren Kellerraum abstellen.

Fahrradpass und Codierung

Wer sein Fahrrad codieren lässt, macht Langfingern das Leben schwer. Denn ohne Eigentumsnachweis kommen sie mit dem zweirädrigen Diebesgut nicht weit: Die Codierung zeigt sofort, wer der Eigentümer des geklauten Rads ist. Sie erschwert also mehr als nur den Weiterverkauf, insbesondere den über Flohmärkte oder via Internet. Der Verkaufswert des Diebesguts sinkt erheblich, während der Grad der Abschreckung und die Hemmschwelle für potenzielle Diebe steigt. Eine Graviermaschine oder ein spezieller Aufkleber verewigt auf dem Rahmen des Fahrrads einen verschlüsselten personenbezogenen Code, der aus einer individuellen Ziffern- und Buchstabenkombination besteht. Sie setzt sich zusammen aus dem Autokennzeichen und Gemeindecode des Ortes, in dem der Eigentümer wohnt, einer fünfstelligen Zahl für die Straße, drei Ziffern für die Hausnummer, sowie den Eigentümer-Initialen, möglichst ergänzt durch eine zweistellige Jahreszahl der Codierung. Mit dem Code-Generator des ADFC ermitteln Sie Ihren individuellen Code.

Auch ein vollständig ausgefüllter Fahrradpass hilft, das Fahrrad im Falle eines Diebstahls zu ermitteln. Den Fahrradpass gibt es als pdf oder auch als App.

Gut geschützt im Fall des Falles

Die Menschen fahren wieder mehr Rad, sie bevorzugen aber auch immer hochwertigere Materialien und eine immer bessere Ausstattung. Innerhalb der letzten 20 Jahre hat sich der durchschnittliche Wert eines Fahrrads fast verdoppelt. Daher empfiehlt es sich, sein Rad gut gegen Diebstahl zu versichern. Viele Hausratversicherungen deckeln den versicherten Betrag auf 1 Prozent der Versicherungssumme: Bei 75.000 Euro ist so ein Fahrradwert von bis zu 750 Euro abgedeckt. Teurere Fahrräder kann man aber auch separat in die Hausratversicherung aufnehmen.

Allerdings wird oft auch nur der Fall versichert, dass das Rad in der Nacht aus der Wohnung oder einem verschlossenen Kellerraum bzw. der Garage gestohlen wird. Bei der Hausratversicherung von CosmosDirekt verzichten wir dagegen auf diese „Nachtklausel“. Das bedeutet: Ihr Fahrrad ist rund um die Uhr versichert – auch nachts.

Wir wünschen Ihnen allzeit eine gute Fahrt mit Ihrem Rad!

Umgang mit Geld früh lernen

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