Ausgabe 09/2019

Stressfrei umziehen: Auf die Kiste, fertig, los!

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, heißt es bei Hermann Hesse. Wer eine neue Wohnung bezieht, kann diese Aussage bestätigen: Man hat sich endlich von über­flüssigem Krempel getrennt, streicht die Wände in gewagten Farben, probiert unge­wöhnliche Gestaltungs­ideen aus. Doch bevor die Wohnung zum Zuhause wird, steht ein aufregender Tag an: der Umzug. Wir verraten, wie er reibungslos gelingt und wie Sie unnötigen Ärger vermeiden.

Umzug: Was ist zu beachten?

Die alte Wohnung gekündigt, der Mietvertrag für die neue unterschrieben? Dann beginnt die nächste Phase: die Planung des Umzugs. Wer keine Zeit hat oder einfach so wenige Kisten wie möglich selber schleppen möchte, engagiert professionelle Hilfe und überlässt die gesamte Organisation dem Umzugsunternehmen. Andere packen lieber selbst ein. Und an. Und aus. Doch ob mit Spedition oder in Eigenregie: Jeder Umzug muss gut organisiert sein, damit er möglichst stressarm abläuft. Und zwar frühzeitig: Die Planung beginnt Monate vor dem Umzugstag.

Gute Planung ist alles

Im Idealfall beginnen Sie drei Monate vor dem Umzugstermin mit den Vorbereitungen. Die größte Aufgabe: den gesamten Hausrat in Kisten verpacken. Daher lohnt es sich, gründlich aufzuräumen und sich von Dingen zu trennen, die Sie nicht mehr brauchen, etwa Kleidung, Bücher, CDs oder Haushaltsgeräte. Sie müssen nicht alles wegschmeißen; vieles kann auch für einen sozialen Zweck gespendet werden. Um große Gegenstände wie Kühlschrank, Bett oder Regale loszuwerden, sollten Sie einen Sperrmülltermin beim kommunalen Entsorger beantragen.

Zudem müssen Sie jetzt entscheiden, ob Sie den Umzug mit einer Firma oder mit Helfern durchführen wollen. Entscheiden Sie sich für die professionellen Möbelpacker, vereinbaren Sie jetzt den Termin. Dann kommt jemand vom Umzugsunternehmen vorbei und schätzt die Größe des Umzugsguts ein. Falls Sie lieber die Hilfe von Freunden und Bekannten in Anspruch nehmen, sollten Sie den Umzugshelfern ebenfalls nun Bescheid sagen. Auch den Umzugstransporter können Sie schon reservieren. Damit dieser möglichst dicht vor der Haustür steht, beantragen Sie bei Ihrer Kommune die Einrichtung einer Halteverbotszone.

Kartons packen und Adresse ändern

Fangen Sie jetzt an, nicht benötigte Dinge in Umzugskartons zu packen. Einfache Umzugskartons gibt es in jedem Baumarkt, stabilere Ausführungen erhalten Sie im Internet. Wer Geld sparen will, kauft gebrauchte Kartons. Beim Umzug mit einer Spedition werden Ihnen Kartons gestellt, in der Regel auch Sonderausführungen wie Kartons mit Kleiderstange. Für zerbrechliche Sachen benötigen Sie Luftpolsterfolie, für Möbel und Schränke Stretchfolie. Legen Sie ein paar alte Decken bereit sowie Stifte, um die Kartons zu beschriften.

Denken Sie auch daran, Ihre neue Adresse den wichtigsten Institutionen mitzuteilen: Arbeitgeber, Finanzamt, Familienkasse (bei Kindergeld), Banken, Krankenkasse, Versicherungen, Schulen und Kindergärten. Kontaktieren Sie alle Verlage, bei denen Sie ein Abonnement haben. Die Ummeldung für den Rundfunkbeitrag können Sie mittlerweile online vornehmen. Darüber hinaus empfiehlt sich, bei der Deutschen Post einen Nachsendeauftrag (6 oder 12 Monate) einzurichten. Informieren Sie auch Ihre Strom-, Gas-, Internet-, Telefon- und TV-Anbieter über den Umzug.

Klären Sie mit Ihrer Hausratversicherung den Versicherungsschutz. In der Umzugszeit besteht er vorübergehend für beide Wohnungen. Zwei Monate nach dem Umzug erlischt er für die alte und gilt nur noch für die neue Wohnung. Haben Sie ein Umzugsunternehmen beauftragt, ist Ihr Hab und Gut während des Transports durch das Unternehmen versichert. Bei privat organisierten Umzügen gibt es, falls auf dem Weg Gegenstände verlorengehen, zerstört oder beschädigt werden, keine Absicherung. Hier schützt nur der einzigartige Umzugsschutz der Hausratversicherung von CosmosDirekt.

Kurz vor dem Umzug

Packen Sie wichtige Dokumente (Ausweise, Urkunden, Bank- und Versicherungsunterlagen …), aber auch Wertgegenstände und Erste-Hilfe-Materialien separat ein. Vereinbaren Sie mit Ihrem Vermieter einen Termin für die Wohnungsübergabe. Und bereiten Sie Gefrierschränke und Tiefkühltruhen für den Transport vor, indem Sie sie ein paar Tage vor dem Umzug abtauen. Verderbliche Lebensmittel sollten Sie nun komplett aufbrauchen. Kaufen Sie genügend Verpflegung für Ihre Helfer – und achten Sie auf eine ausreichende Versorgung mit Getränken.

Bereiten Sie nun den großen Tag vor: Organisieren Sie von der Hausverwaltung oder vom Hausmeister Schlüssel für Aufzüge, Einfahrten und Haustüren. Decken Sie Parkettböden und Teppiche mit Planen ab, um diese vor Beschädigungen zu schützen. Messen Sie das Treppenhaus aus, ob alle Möbel durchpassen. Viele Schränke, Bücherregale und Kommoden können schon abgebaut werden. Geben Sie Ihren Nachbarn Bescheid, dass ein Umzug ansteht – entweder persönlich oder durch Aushang. Und holen Sie am Abend vorher den gemieteten Transporter ab.

Während des Umzugs

Der Countdown endet am Morgen des Umzugstages: Weisen Sie alle Helfer ein, dann geht es los. Die Türen werden entweder ausgehängt oder mit Holzkeilen gegen Zufallen gesichert. Zunächst trägt man die großen Teile wie Schränke oder Betten hinunter, später folgen Kisten, zuletzt Grünpflanzen und andere „Kleinigkeiten“. Ist die Wohnung komplett leer, sollten Sie Wände, Böden und Türen auf Beschädigungen überprüfen. Auch im Treppenhaus ist eine Begutachtung sinnvoll. Eventuell können Sie jetzt schon Tür- und Klingelschilder entfernen. Fegen Sie einmal durch.

In der neuen Wohnung geht es dann fröhlich weiter. Möbel und Kisten sollten in die Zimmer getragen werden, in die sie gehören. Sinnvoll ist es, dass einer der neuen Bewohner die Helfer dabei anleitet. Wenn es noch nicht zu spät geworden ist, können Sie schon mit dem Aufbau der Möbel beginnen, idealerweise mit den Betten. Alle Dinge, die Sie für den persönlichen Bedarf brauchen – von Duschgel bis Kaffeemaschine – sollten am Ende des Tages an ihrem Bestimmungsort stehen.

Nach dem Umzug

Die meisten Wohnungen brauchen heutzutage nur besenrein übergeben zu werden; in Einzelfällen kann es aber notwendig sein, die Wände noch einmal zu streichen. Planen Sie dafür ein oder zwei Tage ein, falls Sie es selbst machen wollen. Übergeben Sie dann die Wohnung an den Vermieter. Er hat mehrere Monate Zeit, die Kaution zurückzuzahlen. Schreiben Sie sich eine Erinnerung in den Kalender, um den Geldeingang zu kontrollieren. Gut erhaltene Umzugskartons können Sie verkaufen; dadurch gewinnen Sie mehr Platz – und bekommen Geld.

Innerhalb der ersten zwei Wochen nach dem Umzug müssen Sie sich ummelden. Das erledigen Sie beim Einwohnermeldeamt bzw. Bürgeramt Ihrer Gemeinde. Falls großer Andrang herrscht, sollten Sie im Vorfeld online einen Termin vereinbaren. Die Ummeldung ist kostenpflichtig. Sie benötigen folgende Dokumente: Personalausweis, Reisepass (falls vorhanden), Meldeformular (häufig online zum Ausdrucken) und eine Wohnungsgeberbescheinigung (vom Vermieter auszufüllen und zu unterschreiben). Die neue Adresse wird dann auf den Ausweisen vermerkt.

Wohnung und Auto ummelden

In einigen Kommunen können Sie gleichzeitig mit der Adressänderung Ihr Auto ummelden. Anderenfalls müssen Sie gesondert zur zuständigen Kfz-Zulassungsstelle. Wenn Sie in einen neuen Zulassungsbezirk umziehen, dürfen Sie Ihr altes Kennzeichen mitnehmen. Das kostet im Durchschnitt 20 Euro. Wenn Sie es wünschen, können Sie auch ein neues beantragen. Dann liegen die Kosten bei etwa 30 Euro. Wohnen Sie weiterhin im selben Zulassungsbezirk, ändert sich nur die Adresse auf den Dokumenten. Hierfür zahlen Sie zwischen 12 und 15 Euro.

Um Ihr Auto umzumelden, müssen Sie folgende Dokumente in jedem Fall mitbringen: Zulassungsbescheinigung Teil I, HU-Bescheinigung und den Personalausweis. Bei einem Zuzug von außerhalb des Zulassungsbezirkes sind zusätzlich die Zulassungsbescheinigung Teil II, die eVB-Nummer der Versicherung und ein SEPA-Mandat (für den Einzug der Kfz-Steuer) notwendig. Wollen Sie ein neues Kennzeichen, müssen Sie auch die alten Schilder dabeihaben. Denken Sie auch daran, dass Sie möglicherweise eine neue Umweltplakette sowie einen Anwohnerparkausweis benötigen.

Ein Umzug bietet auch immer eine gute Gelegenheit, um bestehende Verträge zu überprüfen. So kann es sich lohnen, den Anbieter für Strom, Gas, Internet, Telefon bzw. Fernsehen zu wechseln. Auch bei Versicherungen ist eine Überprüfung sinnvoll, insbesondere bei der Hausratversicherung. Denn wenn sich die Wohnfläche vergrößert oder der Wert der Einrichtung steigt, muss die Versicherung angepasst werden. Dadurch können sich die Beiträge erhöhen. Suchen Sie dann eine Hausratversicherung, die einen besseren Versicherungsschutz bzw. bessere Konditionen bietet.

Wir wünschen einen stressfreien Umzug!

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