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Richtige Browser: Mehr Sicherheit beim Surfen im Internet

Der richtige Browser:

Mehr Sicherheit beim Surfen im Internet

Der Browser ist die zentrale Schnittstelle zwischen dem Computer und dem Internet. Im folgenden Artikel erfahren Sie, wie sicher Browser wirklich sind. Außerdem geben wir Ihnen nützliche Tipps, um mit dem Browser sicher im Internet zu surfen.

Diese Begriffe sollten Sie kennen
Begriff
Erklärung
FahrlässigkeitSie haben das Ereignis nicht mutwillig herbeigeführt, jedoch nicht aufgepasst und dadurch das Eintreten des Ereignisses ermöglicht. Beispielsweise haben Sie mit dem Auflassen Ihrer Eingangstür den Diebstahl des teuren Gemäldes ermöglicht. Oder eben im Internet auf eine dubiose Mail geantwortet und Ihr Passwort mitgesendet.
Grobe FahrlässigkeitSie handeln grob Fahrlässig, wenn Sie Ihre Sorgfaltspflicht stark verletzen. Beispielsweise beim Aufschreiben des Pin-Codes auf Ihre EC-Karte.

Der Browser ist sehr flexibel. Auf dem PC ist er nach wie vor unverzichtbar, aber auch auf Mobilgeräten wie Smartphones und Tablets verrichtet er nützliche Dienste. Zugleich ist der Browser ein medialer Virtuose: Er bringt Texte, Bilder oder Videos auf den Bildschirm und öffnet das Tor zu zahlreichen Web-Anwendungen: Auf Text-, Tabellen- oder Bildbearbeitung, Spiele und vieles mehr kann heutzutage online zugegriffen werden.

Das Problem: Je unverzichtbarer der Browser wird, desto besseren Schutz erfordert er. Programmfehler oder bestimmte Funktionen können die Browser-Sicherheit gefährden. Die Hersteller von Microsoft bis Mozilla reagieren mit unterschiedlichen Strategien, damit ihre Nutzer sicher surfen können.


Welche Browser gibt es?

Die Anforderungen an einen Browser sind heute höher denn je: Er soll die Internetseite schnell öffnen, alle Elemente korrekt darstellen und stabil laufen. Weiterhin darf er möglichst wenig über den Nutzer preisgeben und unbedingt unerwünschter oder bösartiger Software einen Riegel vorschieben. Wie verlässlich erfüllen die erhältlichen Browser diese Anforderungen? Wir stellen die fünf gängigsten Webbrowser und zwei Geheimtipps vor.

Statistik Browser Sicherheit

Quelle: http://gs.statcounter.com/#browser-ww-monthly-200901-201409

Unter den verfügbaren Internet-Browsern ist Chrome von Google einer der schnellsten. Auch das übersichtliche Design und eine schlanke Menüsteuerung haben dazu beitragen, dass aus dem Underdog – die Veröffentlichung der ersten Version stammt vom September 2008 – innerhalb weniger Jahre der globale Platzhirsch wurde. Als Standardsuchmaschine ist, natürlich, Google eingestellt. Doch dies kann der Nutzer schnell selbst ändern.

Der Vorteil von Google Chrome: Sein Programmcode ist nicht unter Verschluss, sondern quelloffen. So kann die rege Community nach Fehlern und Software-Lücken suchen. Da diese umgehend geschlossen werden, verspricht das einen hohen Browser-Schutz. Darüber hinaus läuft Chrome sehr stabil, eine fehlerhafte Webseite lässt nicht gleich den ganzen Computer abstürzen. Zahlreiche Erweiterungen rüsten den Browser mit zusätzlichen Funktionen aus. Darunter befinden sich auch Programme und Erweiterungen, die zur zusätzlichen Sicherheit beitragen. Eine Empfehlung unsererseits ist hier das Add-on Avira Browser Safety.

Der größte Nachteil: Chrome wird von Google getragen. Der Konzern bekommt von jedem Browser eine Vielzahl von Daten, die gesammelt und analysiert werden. Etliche Übertragungen lassen sich deaktivieren, aber selbst dann gibt man immer noch etwas von sich preis. Um bestimmte Funktionen nutzen zu können, muss man sich sogar mit einem Google-Konto anmelden. So erhält der US-Konzern noch mehr Daten.

In Deutschland ist Firefox nach wie vor der beliebteste Browser, weltweit aber nur noch auf Rang 3. Firefox wird von der Mozilla Foundation getragen, einer Non-Profit-Organisation. Der Programmcode ist für jedermann einsehbar, die Community überprüft ihn auf Fehler und behebt sie auch. Es gibt sogar Wettbewerbe, in denen man mehrere tausend Dollar Belohnungsgeld für die Aufdeckung schwerer, bislang unentdeckter Fehler gewinnen kann.

Dadurch läuft der Browser nicht nur sehr stabil, sondern ist auch sehr sicher. Zusätzliche Sicherheit für den Browser schaffen auch hier kleine Add-ons. Sie verbessern beispielsweise den Datenschutz oder schützen gegen Betrugsversuche. Eine Empfehlung unsererseits ist hier das Add-on NoScript.

Problematisch ist die enge Verbindung mit Google. Der US-Konzern investiert pro Jahr einen dreistelligen Millionenbetrag, damit die Suchmaschine im Suchfeld neben der Adressleiste als Standard eingestellt ist. Zudem greifen einige Browser-Funktionen – wie die Blockierung betrügerischer Webseiten – auf Daten von Google zurück und liefern wiederum selbst Daten an den Konzern.

Microsofts Internet-Browser spielt zwar in China und Südafrika die erste Geige, weltweit nutzen ihn jedoch immer weniger Menschen. Zwischen 2008 und 2013 halbierte sich der globale Marktanteil von 60 % auf 30 %, Tendenz weiter fallend. Das ist auch kein Wunder, denn der Browser aus dem Hause Microsoft ist so etwas wie der Dinosaurier der Internet-Browser. Er hat zwar die längste Geschichte, aber auch die größten Sicherheitsprobleme. Die aktuelle Version benötigt mindestens Windows 7, ältere Versionen des Betriebssystems werden nicht mehr unterstützt.

Schwachstellen werden offen in Foren diskutiert, doch nur Microsoft selbst kann den Programmcode einsehen und die Fehler beheben. Zusatzprogramme für einen höheren Browser-Schutz sind nicht verfügbar. Auch die enge Verbindung mit dem Betriebssystem ist problematisch. Schadsoftware hat es dadurch leichter, in Windows einzudringen.

Den Browser aus Norwegen kennen zwar viele dem Namen nach, doch nur die wenigsten nutzen ihn. Verdient gemacht hat sich Opera mit der Einführung einiger Funktionen, die heute zum Standard gehören. Beispielsweise bot der Browser als erster Tabs an. Auch in Sachen Geschwindigkeit ist Opera ganz vorne dabei.

Zu den Vorteilen gehört, dass etliche Funktionen von Anfang an verfügbar sind, die bei anderen Browsern erst mit einem Add-on ergänzt werden müssen. So ist von Hause aus bereits ein hervorragender Phishing-Schutz enthalten. Weitere Funktionen lassen sich mit Zusatzprogrammen hinzufügen.

In der Vergangenheit konnte der Browser nicht immer die Sicherheitsstandards anderer Anbieter gewährleisten, doch mittlerweile hat der norwegische Hersteller nachgezogen. Viele Sicherheitslücken wurden geschlossen, seit Version 15 ist Opera wie Chrome und Firefox quelloffen. Auf diese Weise können engagierte Programmierer Fehler im System finden, bevor Hacker sie ausnutzen können.

Der Webbrowser von Apple ist auf allen Geräten mit iOS-Betriebssystem bereits vorinstalliert. Eine einfache und intuitiv verständliche Benutzeroberfläche gehört zu den Stärken des Browsers, dazu kommt ein sehr stabiler Programmcode im Hintergrund. Wie von Apple nicht anders zu erwarten, unterstützt der Browser die Vernetzung aller iOS-Geräte. Lesezeichen, Surfverläufe oder auch Passwörter können in der iCloud abgelegt werden.

Eine abgeschottete Umgebung ermöglicht ein relativ sicheres Surfen. Schädliche Webseiten und andere Bedrohungen können nicht das ganze System infiltrieren. Safari zeichnet sich zudem durch einen hohen Datenschutz aus: Auf Wunsch werden Webseiten aufgefordert, das eigene Surfverhalten nicht mehr zu protokollieren.

Doch auch bei diesem Browser kommen immer wieder Programmlücken ans Licht. Diese werden nicht immer umgehend vom Hersteller geschlossen. Ebenfalls von Nachteil ist die im Moment noch beschränkte Auswahl an Add-ons und Zusatzprogrammen.

Einfach, schnell und sicher – Iron ist ein Internet-Browser, der alle Vorteile von Google Chrome besitzt, aber der Datensammelwut des US-Konzerns einen Riegel vorschiebt. Das deutsche Entwicklerteam von SRWare nutzt zwar den quelloffenen Programmcode von Chrome, verzichtet aber auf einige Funktionen, die das Speichern persönlicher Daten verlangen würden. Dadurch kann das Surfverhalten des Nutzers nicht mittels RLZ- oder URL-Tracking analysiert werden. Auch etliche andere nützliche Funktionen für mehr Privatsphäre sind bereits standardmäßig verfügbar, beispielsweise ein Adblocker oder eine sichere Umgebung.

Der größte Unterschied ist wohl der Zugriff auf den Browser: Um die Sicherheit zu erhöhen, wird er nicht installiert. Nutzer starten den Browser sofort nach dem Herunterladen oder vom USB-Stick. Als sogenannte Portable-Version ist Iron gegen so gut wie alle Internet-Attacken geschützt. Das bedeutet in der Praxis aber auch einen Mehraufwand für Nutzer. Sie müssen manuell nach Updates suchen. Die automatische Aktualisierung von Chrome wurde aus Sicherheitsgründen entfernt. Werden für Chrome Sicherheitslücken bekannt, sind diese auch bei Iron zu finden. Das bedeutet auch, dass solche Fehler nicht automatisch behoben werden.

Maximalen Schutz vor Internet-Gefahren und ein sicheres Surfen verspricht der Browser in the Box, kurz Bitbox. Er wurde im Auftrag des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) entwickelt und zuerst in Bundesbehörden eingesetzt. Mittlerweile können auch private Nutzer den Browser downloaden.

Der Name ist Programm: Um für den Browser das Schutz-Level zu erhöhen, legt das Programm im Arbeitsspeicher des Computers einen geschützten Bereich an. Alle Daten aus dem Internet verbleiben in der virtuellen Umgebung. Ein Virus kann zwar in den Internet-Browser eindringen, aber selbst aggressive Malware hat keine Chance zu entkommen. Das extrem hohe Sicherheitsniveau hat aber seinen Preis: Bitbox startet sehr langsam. Auch beim Surfen macht sich das bemerkbar: Seiten werden sichtbar langsamer aufgerufen und dargestellt als bei den übrigen Browsern.


So sicher sind Browser wirklich

Je mehr Funktionen der Browser übernimmt, desto wichtiger ist es, eine sichere Verbindung zwischen Computer und Webseite zu gewährleisten. Nur so lässt sich verhindern, dass der Computer durch Malware geschädigt wird und sensible persönliche Daten in falsche Hände gelangen. Angriffspunkte gibt es viele, so gut wie alle Attacken passieren im Hintergrund. Das Vorgehen fällt ganz unterschiedlich aus. Kriminelle Aktivitäten reichen vom Ausspähen der Nutzer bis zur Übernahme des ganzen Systems.

Sicherheitslücken

Das führte in der Vergangenheit zu massiven Sicherheitsproblemen bei Browsern. Heartbleed gehört zu den bekanntesten Sicherheitslücken der jüngsten Zeit. Der Programmfehler machte es Hackern einfach, eine verschlüsselte Verbindung zwischen Browser und Webseite auszulesen. Doch Heartbleed ist nur die Spitze des Eisbergs. Es gab und gibt die unterschiedlichsten Programme, welche die Sicherheit gefährden, beispielsweise solche, die unerwünschte Pop-up-Fenster öffnen, gegen den Willen der Nutzer deren Surfverhalten aufzeichnen und analysieren oder Trojaner auf den Computer einschleusen. Ganz perfide sind sogenannte Zombie-Cookies: Wenn der Internet-Browser von diesem Virus befallen ist, werden Sie ihn nur schwer wieder los, denn Zombie-Cookies lassen sich nur teilweise löschen. Öffnen Sie den Browser erneut, rekonstruieren sie sich von allein.

Sicherheitsmaßnahmen der Browser

Normale Cookies lassen sich mit jedem Browser hingegen restlos entfernen. Alle auf dem Computer gespeicherten Cookies können zusammen mit der Browserchronik beziehungsweise dem Browserverlauf gelöscht werden. Auch Informationen wie Kennwörter, Such- und Seitenverlauf lassen sich gezielt beim Schließen eines Tabs entfernen. Dafür muss man den jeweiligen Browser-Schutz aktivieren. Beim Internet Explorer heißt diese Funktion InPrivate-Browsen, bei Firefox privates Fenster, bei Google Chrome Inkognito-Modus.

Darüber hinaus gibt es verschiedene Maßnahmen, um den Browser-Schutz zu erhöhen, beispielsweise können Cookies von Drittanbietern abgelehnt werden. Auch nicht benötigte Plugins wie Java, Flash oder ActiveX lassen sich deaktivieren. Diese Ergänzungen erfordern, dass ein fremder Code auf dem eigenen Rechner ausgeführt wird. Selbst Pop-up-Fenster werden automatisch unterbunden. Darüber hinaus können Sie zusätzlich den integrierten Phishing-Schutz aktivieren.

Das Problem Synchronisation

Etliche Browser bieten eine Synchronisationsfunktion an, um auf die im Browser gespeicherten Lesezeichen und Passwörter von mehreren Computern aus zugreifen zu können. Auch die bevorzugten Einstellungen lassen sich übertragen, so dass der Browser immer wie gewohnt aussieht – ob zum Beispiel auf dem Desktop-PC oder auf dem Tablet. Um diese Funktion nutzen zu können, muss in der Regel ein Konto beim jeweiligen Anbieter eingerichtet werden. Beim Start des Browsers werden die entsprechenden Infos mit den gespeicherten Daten abgeglichen und angepasst.

Nachteile: Zum einen ist es bislang nicht möglich, Lesezeichen oder Passwörter zwischen mehreren Plattformen auszutauschen. Von Opera zu Firefox zu Chrome und zurück ist nicht möglichmachbar. Zumindest kann man bei den meisten Browsern unabhängig vom Betriebssystem synchronisieren. Zum anderen wird die Synchronisation meistens über den Hersteller-Server abgewickelt, ein Datenmissbrauch ist trotz Verschlüsselung nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Firefox hat darauf reagiert und bietet beispielsweise an, dass Kunden für die Synchronisation einen eigenen Server nutzen können.


Sicher surfen – welcher Browser ist der beste?

Geht es allein um Sicherheitsbelange, lautet die Antwort: Bitbox. Doch der langsame Start und der schleppende Seitenaufbau, bedingt durch die abgeschottete Umgebung, reduzieren den Surfkomfort erheblich. Mit Iron bekommt man alle Geschwindigkeitsvorteile von Google Chrome, ohne die Nachteile der US-amerikanischen Datensammelwut in Kauf nehmen zu müssen. Allerdings steht man bei Updates selbst in der Pflicht.

Mozilla Firefox und Opera sind gute Allrounder in Sachen Sicherheit und nehmen sich auch beim Bedienkomfort nichts. Gerade Firefox lässt sich durch Zusatzprogramme noch sicherer machen. Hier muss der Nutzer aber selbst aktiv werden und die entsprechenden Addons und Plugins installieren. Dahinter folgt Google Chrome. Dieser wurde zwar von der Stiftung Warentest zuletzt zum besten Browser im Vergleich gekürt, die Gründe dafür waren aber vor allem Geschwindigkeit und Bedienkomfort. Bedenklich beim Thema Browser-Sicherheit ist, dass Google trotz hoher Sicherheitseinstellung immer noch Daten mitliest.

Die Schlusslichter: Safari von Apple und der Internet Explorer von Microsoft. Der Apple-Browser lässt sich kaum mit Zusatzfunktionen für mehr Sicherheit erweitern, zudem werden Sicherheitslücken nicht immer schnell geschlossen. Das gleiche gilt für den Internet Explorer, hier erfolgen die Reaktionen auf Sicherheitslücken jedoch meist nur sehr langsam. Seine enge Verknüpfung mit dem Betriebssystem Windows macht ihn zum idealen Einfallstor für Schadsoftware.

Welcher Browser gibt es?
Die Top 7 Browser
Rang
Browser
1Mozilla Firefox
2Browser in the Box
3SRWare Iron
4Opera
5Google Chrome
6Safari
7Internet Explorer

So machen Sie Ihren Browser sicher

Einerseits machen Sicherheitslücken im Programmcode den Browser angreifbar, andererseits spielt der „menschliche Faktor“ beim Thema Browser-Sicherheit eine erhebliche Rolle. Hersteller und Hacker liegen im Wettstreit, jedes Update zieht eine neue Methode nach sich, mit der ungebetene Gäste versuchen, sich Zugang zum Browser, zu Ihren Daten oder zumindest zu Ihrem Surfverhalten zu verschaffen. Deshalb rät das BSI, dass sicheres Surfen im Internet nur mit gesundem Menschenverstand und ein wenig Misstrauen allzu verlockenden Angeboten gegenüber möglich ist. Mit den folgenden Schritten können Sie Ihre Browser-Sicherheit recht einfach selbst auf ein höheres Niveau setzen.

Am besten und sichersten laden Sie den Browser direkt von der Herstellerseite. Google, Microsoft, die Mozilla Foundation und alle übrigen Browser-Anbieter haben auf ihrer jeweiligen Webseite eine Download-Sektion. Hier können Sie den Browser, sofern verfügbar, in der Sprache Ihrer Wahl auf den Computer laden. Zudem wird dort der Browser immer in der aktuellsten Version angeboten.

Zu empfehlen: Die Webportale großer Fachzeitschriften wie Chip, PC-Welt oder PC-Magazin. Hier stehen in der Regel ebenfalls die neuesten Versionen aller Browser zum Download bereit.

Nicht zu empfehlen: Der Download von unbekannten Seiten. Hier kann schon die ursprüngliche Datei manipuliert sein, so dass Sie bereits mit dem Herunterladen unbemerkt Schadsoftware auf dem Computer installieren.

Bevor Sie mit dem Browser sicher im Internet surfen, müssen Sie ihn noch anpassen. Die notwendigen Sicherheits-Einstellungen lassen sich in der Regel unter „Option“ (oder ähnlich benannt) vornehmen. Hier können Sie Pop-up-Fenster blockieren oder verschiedene Warnhinweise aktivieren. Webseiten, die bereits als attackierend oder als Betrugsversuch gemeldet wurden, lassen sich auch gezielt blockieren. Zudem ist es möglich, einzelne oder alle Cookies zu löschen.

Beachten Sie, dass Sie Ihren Browser regelmäßig mit Updates aktualisieren müssen. Zum einen, weil Sie nur so neue Features nutzen können und der Browser alle aktuellen Web-Standards unterstützt. Zum anderen schließen Updates bekanntgewordene Sicherheitslücken. Auch wird der Schutz vor Phishing ausgebaut und die Privatsphäre des Nutzers besser geschützt.

Die Installation von Updates ist in der Regel kostenlos. Je nach Browser gibt es verschiedene Möglichkeiten: Die meisten Browser suchen selbstständig nach Updates und aktualisieren sich automatisch. Beim Neustart des Computers werden Sie über das erfolgreiche Update informiert. Sie können über das Menü des Browsers aber auch manuell nach Aktualisierungen suchen.

Mit Extra-Programmen können Sie Ihren Browser sicherer machen. Add-ons, Plug-ins und Extensions ergänzen den Funktionsumfang des Standard-Browsers und fügen ihm zusätzliche Sicherheitslevel hinzu. Manche Add-ons sind browserunabhängig, andere werden nur für Firefox oder Chrome entwickelt. Während gerade diese beiden Browser über eine große Auswahl an Add-ons verfügen, ist das Angebot beim Internet Explorer eher dürftig.

Zu den empfehlenswerten Add-ons gehört der Passwort-Manager LastPass und das Sicherheitstool WOT (Web of Trust), dieses überprüft die Vertrauenswürdigkeit einer aufgerufenen Seite und warnt vor Phishing-Versuchen. Eine weitere Empfehlung ist das exklusive Chrome Add-on Avira Browser Safety, dies ist ein Rund-um Schutz für Ihren Browser.

Wichtig ist, dass auch Add-ons, Plug-ins und Extensions auf dem neuesten Stand sind. Nur so sind Sie vor aktuellen Sicherheitslücken geschützt. Je nach Browser und Art der Extra-Programme erfolgt die Aktualisierung meist automatisch. Bei Firefox werden aber nur Add-ons auf Updates überprüft. Plug-ins hingegen müssen immer manuell aktualisiert werden.

Etliche Antivirus-Programme wie Avira, Kapersky, McAfee oder Norton enthalten eine Funktion, die sich mal "Browserschutz", mal "Sicheres Browsen" nennt. Dabei handelt es sich um einen kontrollierten Zugang, der insbesondere Online-Banking-Seiten automatisch überprüft und erkennt. Wenn Sie diesen Browser-Schutz aktivieren, werden auch Webseiten, die Sie für Online-Zahlungen nutzen, beispielsweise Paypal, kontrolliert. Zudem kann eine sogenannte White-List erstellt werden. Dies ist eine Liste, die Sie selbst erstellen und auf der Sie vertrauenswürdige Webseiten angeben.

Das Sichere Browsen bzw. den Browser-Schutz können Sie auch manuell aktivieren und wieder abschalten. Wenn Sie die Funktion verwenden, wird der Browser in einer sicheren Umgebung ausgefügt, dem sogenannten Sandkasten. Alle Änderungen, die hier vorgenommen werden, haben keine Auswirkungen auf das eigentliche Betriebssystem. Das bedeutet, dass Cookies, Protokolle und ähnliches nicht von Schadsoftware für Spionage oder Manipulationen ausgenutzt werden können.

Für die sichere Übertragung im Internet müssen Informationen verschlüsselt werden. Um etwa beim Online-Shopping die Kreditkarten-Informationen zu schützen, verwendet der Browser das SSL/TLS-Protokoll. Mittels SSL („Secure Locket Layer“) und der Weiterentwicklung TLS („Transport Layer Security“) wird eine abhörsichere Verbindung zwischen Computer und Webseite aufgebaut.

Dass eine sichere Verbindung besteht, erkennen Sie daran, dass die Webadresse mit "https" beginnt. Dieses Kommunikationsprotokoll ist für E-Banking, Online-Shopping und alle Aktivitäten zu empfehlen, die den Austausch sensibler Daten erfordern.

Der Browser überprüft bei jedem Aufruf einer https-Webseite, ob ein gültiges SSL- oder TLS-Zertifikat vorhanden ist. Gibt es keine, zeigt der Browser eine Warnung an. In diesem Fall sollten Sie nicht weiter auf der Webseite surfen.

Das zweite Merkmal ist die Stärke des Zertifikats. Je nach Browser wird sie durch unterschiedliche Farben oder Symbole dargestellt. Weist die Webseite die höchste Zertifikatstufe auf, zeigen Internet Explorer, Mozilla Firefox und Google Chrome dies durch eine grüne Adresszeile an.


Das bedeuten die verschiedenen Sicherheitssymbole (Firefox, Explorer, Chrome)

1. Mozilla Firefox
Symbol
Bedeutung
Grauer Globus
  • Webseite stellt keine Informationen zur Identität bereit.
  • Verbindung ist nicht oder nur teilweise verschlüsselt.
Graues Warndreieck
  • Webseite stellt keine Informationen zur Identität bereit.
  • Verbindung ist nicht rundum sicher, da unverschlüsselte Elemente (z.B. Grafiken) vorhanden sind.
Orangefarbenes Warndreieck
  • Webseite stellt keine Informationen zur Identität bereit.
  • Verbindung ist nur teilweise verschlüsselt.
  • Sie haben trotz Warnmeldung entschieden, die Seite aufzurufen.
Graues Sperrschloss
  • Domain wurde überprüft und mit Zertifikat nachgewiesen.
  • Verbindung ist verschlüsselt.
Grünes Sperrschloss
  • Webseiten-Adresse wurde mittels erweitertem Validations-Zertifikats verifiziert (Besitzer der Domain ist bekannt).
  • Verbindung ist verschlüsselt.
2. Internet Explorer
Symbol
Bedeutung
Rote Statusleiste
  • Zertifikat ist nicht aktuell, ungültig oder fehlerhaft.
  • Verbindung ist nicht verschlüsselt.
Gelbe Statusleiste
  • Echtheit des Zertifikats oder der Zertifizierungsstelle kann nicht überprüft werden.
  • Verbindung ist nicht verschlüsselt.
Weiße Statusleiste
  • Zertifikat hat normale Prüfung bestanden.
  • Verbindung ist verschlüsselt.
Grüne Statusleiste
  • Zertifikat hat erweiterte Prüfung bestanden (Besitzer der Domain ist bekannt).
  • Verbindung ist verschlüsselt.
3. Google Chrome
Symbol
Bedeutung
Weißes Ausrufezeichen
  • Kein Zertifikat vorhanden.
  • Verbindung ist nicht verschlüsselt.
Rotes Vorhängeschloss mit Kreuz
  • Browser hat Probleme mit dem Zertifikat der Webseite festgestellt.
  • Verbindung ist verschlüsselt, der Browser hat aber gemischte Skripte auf der Seite festgestellt.
Graues Vorhängeschloss mit gelbem Dreieck
  • Verbindung ist verschlüsselt, der Browser hat aber gemischte Skripte auf der Seite festgestellt.
Grünes Vorhängeschloss
  • Zertifikat ist gültig und wurde von Zertifizierungsstelle bestätigt
  • Verbindung ist verschlüsselt

Passwörter im Browser speichern – eine gute Idee?

Sichere – und daher komplizierte Passwörter – können sich die wenigsten Menschen gut merken. Daher bieten die meisten Browser die Funktion an, alle oder ausgewählte Passwörter abzuspeichern. Das erleichtert und beschleunigt die Anmeldung für Online-Shopping, Internet-Banking, soziale Netzwerke und vieles mehr. Damit niemand außer Ihnen an die Login-In-Daten herankommt, werden diese verschlüsselt. Mit der Synchronisierungsfunktion sind die Daten auch geräteübergreifend verfügbar.

Firefox und Opera bieten zudem die Option an, alle Passwörter mit einem Master-Passwort zu schützen. Ein Nachteil: Vergessen Sie den Generalschlüssel, kommen Sie nicht mehr an die Einzelschlüssel heran. Auch einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht. Mittlerweile findet man im Internet Software, die solche Passwörter aus dem Browser herauszulesen vermag.

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Passwörter im Browser speichern?

Passwort-Manager erleichtern den Umgang mit Passwörtern

Abhilfe gegen solche Sicherheitsmängel versprechen spezielle Passwort-Manager. Diese kann man zudem plattformübergreifend nutzen. Mozilla Firefox auf dem PC und Google Chrome auf Tablet schließen sich dann nicht mehr aus. Auf dem Markt gibt es die verschiedensten Anbieter, von der kostenlosen Open-Source-Lösung bis zur teuren Business-Suite. Je nach Programm wird entweder eine verschlüsselte Datenbank auf dem Computer oder auf einem unternehmenseigenen Server angelegt. Problematisch bei der zweiten Variante: Steht der Unternehmensserver in den USA, unterliegt er dem Patriot Act. Dieser gibt einigen US-Ermittlungsbehörden Zugang zu den Daten, ohne dass sie eine richterliche Anordnung dafür brauchen.

Im Alltag funktionieren Passwort-Manager recht einfach. Nach Eingabe des Hauptpassworts gelangen Sie in die Datenbank. Hier sind alle Kennwörter verzeichnet, bei vielen Programmen lassen sie sich sogar ordnen, beispielsweise nach E-Mail-Accounts, Social Media, Banken, Online-Shops und so weiter. Wollen Sie auf ein bestimmtes Konto zugreifen, müssen Sie nur die entsprechenden Login-Daten herauskopieren. Einige Passwort-Manager füllen die notwendigen Angaben sogar automatisch aus, wenn der jeweilige Link hinterlegt ist. Im Idealfall ebenfalls dabei: ein Passwort-Generator, der sichere Passwörter erstellt.

Tipp

Wie Sie ein sicheres Passwort erstellen, erfahren Sie in unserem Ratgeber:

Was spricht für und was gegen das Speichern von Passwörtern im Browser/Passwort-Manager?
Pro
Contra
Komfort: Das Passwort muss nicht bei jedem Besuch einer Webseite neu eingeben werden.Der Universal-Schlüssel: Wer das Master-Passwort kennt oder sich Zugang zum Computer verschafft, kann sich in alle Webseiten einloggen, für die ein Passwort gespeichert wurde.
Sicherheit: Für jede Webseite kann ein sicheres Passwort gewählt werden.Vertragsbedingungen: Banken, die Online-Konten anbieten, könnten sich bei Haftungsfragen auf Fahrlässigkeit berufen.
Übertragbarkeit: Passwörter können geräteübergreifend (Synchronisation) oder plattformübergreifend (Passwort-Manager) genutzt werden.Vertrauen: Wenn Passwörter auf fremden Servern gespeichert werden, besteht die Gefahr, dass sich Unbefugte Zugang zu den Daten verschaffen.
Aufbewahrung: Alle Passwörter werden durch ein sicheres Master-Passwort geschützt. Werden die Daten zwischen Passwort-Manager und Server verschlüsselt übertragen, können Dritte sich keinen Zugang zu den Passwörtern verschaffen.Internet-Zugang: Sie müssen eine Online-Verbindung herstellen, um die Synchronisierungsfunktion oder den Passwort-Manager nutzen zu können.

Tipp

Mit dem FinanzSchutz von CosmosDirekt versichern Sie Online-Zahlungen und Transaktionen mit Zahlungsdienstleistern wie PayPal. Abgedeckt ist bei uns auch der Vorwurf grober Fahrlässigkeit, den Banken benutzen, um nicht für den entstandenen Schaden haften zu müssen.


Fazit: Sicher surfen im Internet ist mehr als eine Browser-Frage

Eine Ideal-Lösung, um allen Nutzern gerecht zu werden, gibt es leider nicht. Komfort und Sicherheit müssen auch beim Browser immer gegeneinander abgewogen werden. Funktionieren bestimmte Webseiten nur mit zusätzlichen Elementen, beispielsweise Flash, muss man sich der damit verbundenen Risiken bewusst sein. Erscheint das Risiko zu hoch, sollte man darauf verzichten, die Seite zu nutzen.

Um sicher im Internet zu surfen, empfiehlt sich generell ein Browser mit Sandbox-Option. Bitbox ist dabei der sicherste Internet-Browser, allerdings auch der langsamste. Mozilla Firefox und Opera bieten schon standardmäßig einen hohen Browser-Schutz. Beide lassen sich zudem mit Extra-Programmen noch sicherer machen.

Ein guter Kompromiss zwischen Sicherheitsbedenken und dem Bedürfnis nach schnellem Surfen ist Google Chrome mit dem Add-On Avira Browser Safety. Wer dem US-amerikanischen Konzern aber keine Daten zur Verfügung stellen will, sollte zum Chrome-Ableger Iron greifen. Hier darf man aber nicht die manuellen Updates vergessen. Ansonsten bleiben bekannt gewordene Chrome-Sicherheitslücken offen.

Passen Sie die Browser-Sicherheit unbedingt Ihrem Surfverhalten an und vermeiden Sie, dass es von allzu neugierigen Webseiten-Betreiber analysiert wird. Dafür können Sie den optionalen Browser-Schutz aktivieren. So brauchen Sie auch keine Angst zu haben, dass allzu persönliche Daten ins Internet wandern. Dennoch stehen Sie in der Pflicht, sich so gut wie möglich zu schützen. Dazu gehören auch möglichst komplex konstruierte Passwörter. Um bei der Vielzahl der Login-Daten nicht den Überblick zu verlieren, können Passwort-Manager eine Hilfe sein.


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